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Veröffentlicht am 13.05.2024

Einfühlsame Geschichte über Verlust

Windstärke 17
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Das Cover finde ich wirklich sehr gelungen, weil es nicht nur extrem powervoll aussieht, sondern auch perfekt zu der Geschichte passt.

Die Story fand ich ebenfalls sehr reizvoll, auch wenn mir erst im ...

Das Cover finde ich wirklich sehr gelungen, weil es nicht nur extrem powervoll aussieht, sondern auch perfekt zu der Geschichte passt.

Die Story fand ich ebenfalls sehr reizvoll, auch wenn mir erst im Laufe der Geschichte klar geworden ist, dass es der Nachfolgeband zu 22 Bahnen ist: Ida nimmt nicht viel mit, als sie ihr Zuhause in der Kleinstadt verlässt. Ihre Mutter ist tot und es hält sie nichts mehr in der heruntergekommenen Wohnung. Doch anstatt zu ihrer älteren Schwester Tilda nach Hamburg zu reisen, steigt sie einfach in einem Zug nach Rügen, um möglichst weit von allem wegzukommen. Dort weiß sie nicht so richtig, was sie tun soll, außer im Meer zu schwimmen, sie schafft es einfach nicht mehr, zu schreiben. Durch einen Zufall lernt sie Kurt kennen, beginnt in seiner Kneipe zu arbeiten und zieht letztlich auch bei ihm und seiner Frau Marianne ein. Besonders mit ihr verbringt Ida viel Zeit, doch dann erfährt sie, dass Marianne krank ist und sie muss sie schließlich doch mit der Endlichkeit des Lebens auseinandersetzen.

Ich habe 22 Bahnen von Caroline Wahl vorher nicht gelesen, aber so viel Gutes gehört, dass ich dieses Buch unbedingt lesen wollte, wahrscheinlich hätte es Sinn ergeben, vorher Tildas Geschichte zu lesen, aber unbedingt notwendig, um Idas Reise zu verstehen, ist es nicht. Der Schreibstil ist auf den ersten Blick ein bisschen ungewöhnlich, aber mir gefiel er wirklich gut. Die fast schon nüchterne Erzählweise passt perfekt zu Ida und ich stelle mir ihre Art zu Schreiben genauso vor. Obwohl der Schreibstil distanziert wirkt, kommen die Emotionen dennoch perfekt rüber und man hat Idas Schmerz hinter den Worten förmlich spüren, die sie versucht hinter einer Fassade zu verstecken.
Ich wusste am Anfang nicht so richtig, was ich von Ida halten sollte. Ich mochte sie durchaus, konnte sie aber nicht richtig einschätzen, weil man direkt merkt, dass sie zum Teil sehr irrational handelt. Es wird aber mit jeder Seite klarer, wie wenig sie den Verlust ihrer Mutter verarbeitet hat, um die sie gleichzeitig aufgrund ihrer schwierigen Kindheit aber auch nicht so richtig trauern kann. Dieser Konflikt zwischen Trauer, Wut und der fehlenden Möglichkeit ihre Gefühle in ihrem Schreiben auszudrücken kommt immer wieder an die Oberfläche und sorgt dafür, dass Ida sich Menschen gegenüber nicht öffnen kann oder die zurückweist, die sich um sie kümmern wollen. Besonders bei Tilda tat mir das weh, weil man gemerkt hat, wie wichtig ihre kleine Schwester ihr ist und wie große Sorgen sie sich macht. Jedes Mal, wenn Ida ihren Anruf nicht angenommen oder ihr Handy ausgeschaltet hat, muss Tilda das unglaublich verletzt haben, auch wenn sie extrem viel Geduld für ihre Schwester aufbringt.

Während des Buches passiert gar nicht so viel, aber das brauchte die Geschichte auch überhaupt nicht, weil es vor allem um Idas Reise und ihr Erwachsenwerden geht. Das Ende war sehr offen und ich hätte gerne noch mehr erfahren, aber auch dabei ergibt es für die Geschichte komplett Sinn, Raum für Interpretation zu lassen.

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Veröffentlicht am 05.05.2024

Fantasievolle Geschichte, die manchmal ein bisschen harkt

School of Myth & Magic, Band 1 - Der Kuss der Nixe
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Die gesamte Gestaltung des Buches ist wirklich wunderschön. Ich mag die Darstellung des Covers der School of Myth & Magic auf dem Meeresgrund, weil es einfach perfekt zu der Story und Devins neuem Leben ...

Die gesamte Gestaltung des Buches ist wirklich wunderschön. Ich mag die Darstellung des Covers der School of Myth & Magic auf dem Meeresgrund, weil es einfach perfekt zu der Story und Devins neuem Leben passt.

Die Geschichte fand ich ebenfalls extrem spannend: Devin Blackwood ist begeistert, dass sie an ihrem Geburtstag den Tag mit ihrem Schwarm am nahegelegenen Badesee verbringen kann. Dort scheint zunächst auch alles gut zu laufen, sie haben viel Spaß zusammen und küssen sich schließlich sogar mitten im See, doch dann bricht Tyler vor Devins Augen zusammen und scheint mit einem Mal panische Angst vor ihr zu haben. In der Nacht nach dem Vorfall wird Devin dann von zwei Wächtern aufgesucht, die ihr mitteilen, dass sie eine Nixe sei und sich entweder dazu entscheiden könne, auf die Schule für Myth & Magic zu gehen oder ihre Kräfte für immer versiegeln zu lassen, damit sie sie nie wieder vor Sterblichen zeigen wird. Sehr widerwillig entschließt sie sich für die Schule in einer Raumfalte in Norwegen. Dort angekommen muss sie sich mit zickigen Nixen, einem unglaublich attraktiven Faun und ihren unzuverlässigen Kräften auseinandersetzen. Doch es scheint, dass nicht jeder an der Schule will, dass Devin ihre Fähigkeiten manifestiert.

Ich hatte zu Beginn des Buches wirklich ein paar Probleme mit dem Schreibstil. Er ist auf keinen Fall schlecht, aber er hat es trotzdem nicht geschafft, mich direkt vollkommen in die Geschichte zu ziehen. Das wurde im Verlauf der Geschichte immer besser und ich durch die recht kurzen Kapitel konnte mich dann doch in die Story ziehen, auch wenn mir so ein bisschen der Sog fehlte, der dafür sorgte, dass ich unbedingt hätte weiterlesen wollen.

Ich hatte auch mit den Charakteren ein paar Probleme. Nicht, dass ich sie nicht gemocht hätte, aber ich hatte oft ein bisschen das Gefühl, dass man sie nicht wirklich kennen würde. Bei Devin liegt es vor allem daran, dass sie ihre eigenen Kräfte zu Beginn gar nicht kennt und sich auch nicht erklären kann, woher sie kommen könnten. Ich fand das zumindest ein bisschen schwierig zu glauben, weil sie ja bestimmt schon mal schwimmen war. Dabei hat es bestimmt ein Faktor, dass sich ihre Kräfte erst ab einem gewissen Alter manifestieren und ihre Großmutter sie immer vor den Monstern im Wasser gewarnt hat. Aber sie kann ja sogar das Wasser, das zum Spülen verwendet wird, beeinflussen, da kommt es mir ein wenig absurd vor, dass sie das plötzlich herausfindet, indem sie fast Tyler umbringt und dann von den Wächtern überrascht wird. Bei Caleb und auch Lilou hatte ich eher Probleme damit, dass sie Devin einige Regeln der Schule verschweigen, zum einen weil sie es mögen, dass sie unvoreingenommen an die Dinge herangeht, zum anderen weil sie denken, dass sie es eh herausfinden wird. Ich fand das ehrlich gesagt ein wenig nervig, weil man dadurch die Regeln immer nur nach und nach versteht, weil ich gerne einen Rahmen habe, in dem ich mich bewegen kann und der fehlt mir dadurch ein bisschen.

Dennoch mochte ich die Idee der Geschichte richtig gerne. Ein Schule, an die alle Wesen gehen, die magische Kräfte haben oder von magischen Wesen abstammen, ist vielleicht nicht neu, die Umsetzung ist aber wirklich sehr gelungen. Ich fand es super spannend, bei den verschiedenen Unterrichtsstunden dabei sein zu können und zu erleben, wie unterschiedlich die verschiedenen Gruppen ausgebildet werden, aber auch welche Gemeinsamkeiten sie haben.

Alles in allem habe ich das Buch wirklich genossen, auch wenn ich ein bisschen gebraucht habe, um mit dem Schreibstil und den Charakteren warm zu werden. Die Idee ist aber wirklich gut und ich freue mich schon auf den zweiten Teil.

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Veröffentlicht am 05.05.2024

Emotionale, mitreißende Geschichte mit tollen Charakteren

Yours Truly
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Die Gestaltung des Buches ist wirklich schön. Ich hätte nicht gedacht, dass mir das pinke Cover mit Blättern in hellem Grün und gelben Farbschnitt so gut gefallen würde, aber es ist ein echter Hingucker. ...

Die Gestaltung des Buches ist wirklich schön. Ich hätte nicht gedacht, dass mir das pinke Cover mit Blättern in hellem Grün und gelben Farbschnitt so gut gefallen würde, aber es ist ein echter Hingucker. Außerdem passen die kleinen Details perfekt zum Inhalt, ohne zu viel preiszugeben.

Die Geschichte gefiel mir ebenfalls richtig gut: Briana Ortiz Leben könnte gerade nicht stressiger sein, in wenigen Tagen ist ihre Scheidung von ihrem untreuen Ehemann durch, sie ist wieder in ihr in die Jahre gekommene Elternhaus eingezogen und kümmert sich um ihren Bruder, der dringend eine neue Niere braucht. Außerdem bewirbt sie sich um den Posten als Leiterin der Notfallmedizin in ihrem Krankenhaus, doch dann taucht plötzlich Jacob Maddox auf, der ihr die Stelle scheinbar streitig machen will. Briana will ihn wirklich hassen, doch dann bekommt sie einen Brief von Jacob, in dem er ihr erklärt, wie schwierig, es für ihn in dem neuen Krankenhaus mit seiner Angststörung ist und entschuldigt sich für sein Verhalten ihr gegenüber. Daraus entsteht ein reger Austausch und selbst auf der Arbeit beginnen die beiden abseits ihrer Kollegen, Zeit miteinander zu verbringen. Doch durch einen dummen Zufall wird Briana von Jacobs Schwester für dessen Freundin gehalten und zur Hochzeit seines Bruders und Jacobs Ex-Freundin eingeladen. Briana stimmt zu, schon alleine weil Jacob bereit ist, ihrem eigenen Bruder zu helfen, doch sie hat nicht damit gerechnet, dass sie sich dadurch noch näher kommen würden.

Ich habe schon viel von den Buch gehört und war dementsprechend skeptisch, ob es mir gefallen würde, aber ich wurde extrem positiv überrascht. Der Schreibstil von Abby Jimenez ist wirklich unglaublich gut. Man fliegt nur so durch die Seiten und ich musste aufgrund des tollen Humors immer wieder laut lachen. Dabei wird aber auch immer sehr einfühlsam mit den Personen und ihren Gefühlen umgegangen, was die Art des Erzählens sehr rund macht.

Auch die Charaktere sind hervorragend dargestellt. Ich habe Briana und Jacob ab der ersten Seite fest in mein Herz geschlossen und mit jeder Zeile mehr liebgewonnen. Briana arbeitet wirklich hart, um alles zu erreichen, obwohl sie sich selbst nicht so sicher ist, was sie eigentlich will, außer dass es ihrem Bruder endlich besser geht. Es tat so weh zu sehen, wie dieser sich aufgeben hat und wie hart Bri dafür gekämpft hat, dass er dies eben nicht tut, obwohl sie seinen Schmerz versteht. Außerdem ist sie absolut empathisch und versucht immer, die Handlungen der Menschen um sich herum zu verstehen. Deutlich wird das vor allem bei Jacob, der durch seine Angststörung oft Probleme mit neuen Orten und Menschen hat und sie versucht alles, um es ihm leichter zu machen oder ihm einen Ausweg zu ermöglichen. Ich mochte das unglaublich gerne, sowohl wie offen Jacob damit umgeht als auch wie leicht Briana es ihm immer macht, weil er nicht weniger verdient hat und manchmal gerade die kleinen Sachen, die zeigen, dass man zugehört hat, Betroffenen die Welt bedeuten können. Im direkten Gegensatz dazu steht Jacobs Ex-Freundin Amy, die das nach all den Jahren, in denen sie zusammen waren, nicht verstanden hat.

Die Story als solche ist nicht unbedingt neu oder innovativ, aber das muss sie auch überhaupt nicht, weil die Erzählart und die Charaktere so unglaublich gut sind, dass ich jede einzelne Seite geliebt habe und das Buch sich einfach wie eine warme Kuscheldecke an kalten Tagen anfühlt, ein Gefühl, das ich schon lange nicht mehr auf diese Art bei einem Buch hatte, auch wenn mich das Ende nicht komplett überzeugen kann.

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Veröffentlicht am 05.05.2024

Gelungenes Setting, aber klischeehafte Charaktere

Flawless
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Ich mag das Cover wirklich gerne, weil die Kombination aus dem lindgrünen Hintergrund und den Blumen wirklich gelungen ist, allerdings finde ich nicht, dass es perfekt zum Inhalt passt. Dadurch wirkt es ...

Ich mag das Cover wirklich gerne, weil die Kombination aus dem lindgrünen Hintergrund und den Blumen wirklich gelungen ist, allerdings finde ich nicht, dass es perfekt zum Inhalt passt. Dadurch wirkt es ein bisschen generisch, auch wenn es sich dennoch gut im Regal macht.

Die Story hat mich extrem gereizt: Summer Hamilton hat gerade erst in der Agentur ihres Vaters angefangen, als sie schon einem seiner wichtigsten Klienten als Babysitterin zugeteilt wird. Rhett Eaton ist professioneller Bullenreiter und braucht nur noch wenige Wettbewerbe bis er seinen dritten Weltmeistertitel einfahren kann, doch ausgerechnet jetzt leistet er sich einen unbedachten Kommentar über einen wichtigen Sponsor, schlägt einen Paparazzi und sorgt mit seinen Frauengeschichten immer wieder für Schlagzeilen. Summer soll dafür sorgen, dass er sich vor seinem Titel zusammenreißt und sich auf seinen Sport konzentriert. Rhett ist erst von seinem neuen Babysitter genervt, doch je mehr Zeit sie miteinander verbringen, desto stärker ist die Anziehung und desto schwieriger wird es für Summer ihre Professionalität zu wahren.

Ich war nach dem großen Hype um das Buch wirklich gespannt, wie es mir gefallen würde und bin, nachdem ich es gelesen habe, doch ein bisschen enttäuscht, einfach weil ich mehr erwartet hätte. Dabei ist der Schreibstil wirklich gut und schafft es sehr schnell, mich vollkommen in die Geschichte zu ziehen.

Leider gilt das nicht unbedingt für die Geschichte. Diese ist auf gar keinen Fall schlecht und ich habe vor allem das Setting wirklich genossen. Sowohl die Zeit auf der Farm als auch die Wettkämpfe im Bullenreiten fand ich sehr gelungen und ich habe wirklich gemerkt, wie gerne ich diese Szenen mochte. Allerdings kamen sie mir im Verlauf des Buches viel zu kurz. Dass nicht alles auf der Farm spielte, habe ich noch verstanden, zum einen wird das in den folgenden Büchern noch eine größere Rolle und zum anderen ist genau seine Abwesenheit von der Ranch ein großes Thema innerhalb der Familie. Ich hätte dann aber gerne deutlich mehr Szenen bei seinen Wettkämpfen erlebt, die treten aber mit zunehmendem Verlauf des Buches in den Hintergrund und die Handlung zentriert sich fast schon ausschließlich auf Szenen zwischen Rhett und Summer. Damit hätte ich allerdings noch sehr gut leben können, wenn die beiden nicht immer wieder Momente gehabt, wo sie mich sehr aufgeregt hätten. Eigentlich mag ich beide sehr gerne, Rhett wirkt erstmal wie ein Arsch, aber es wird sehr schnell deutlich, dass es mehr ein Image ist, das von ihm gezeichnet wird und nicht wirklich seine Persönlichkeit, während Summer nicht so engstirnig ist, wie Rhett sie zu Beginn empfindet. Vielmehr hat mich gestört, dass immer wieder recht konservative Rollenbilder gepflegt wurden, die so gar nicht in Frage gestellt wurden. Vor allem Summers Verhältnis zu ihrem Vater gefiel mir hier nicht, weil sie es immer als sehr positiv und nahezu perfekt darstellt, er sie aber nicht immer vorbildlich behandelt und ich es wichtig gefunden hätte, das ebenso anzusprechen wie Summers Beziehung zu ihrem Ex. Beides wird auf unterschiedliche Weise durchaus thematisiert, mir persönlich aber nicht eingehend genug, weil es durch die besondere Konstellation gerade nochmal wichtig gewesen wäre, wenn Summer sich deutlicher positioniert hätte. Das übernimmt oft Rhett, was ihn mir zum Schluss fast ein bisschen unsympathisch gemacht hat, obwohl ich ihn eigentlich super gerne mochte. Es ging ihm später aber oft nicht darum, dass es Summer gut ging, sondern um sein Ego und das ist etwas, was ich nicht gut leiden und auch schwer verzeihen kann, zumal sie schon von anderen Männern in ihrem Leben nicht immer gut behandelt wurde.

Alles in allem habe ich, glaube ich, zu viel von dem Buch erwartet und ich verstehe nicht so ganz, woher der Hype um das Buch kommt, weil ich die Charaktere zwar, zumindest einen Großteil des Buches gerne mochte und auch das Setting ungewöhnlich war, die Story aber wirklich sehr ähnlich zu einigen anderen, die ich bereits gelesen hatte. Zudem waren mir vor allem die männlichen Rollen in der Geschichte, selbst die von Rhett zum Schluss nicht immer sympathisch. Das müssten sie auch gar nicht, weil es ja sogar gut wäre, wenn sie nicht immer perfekt handeln müssten, aber das muss auch deutlich thematisiert werden und das fehlte mir zum Ende des Buches ebenso wie ein richtiger Abschluss der Story am meisten. Ich werde dem nächsten Teil aber vermutlich noch einmal eine Chance geben, weil ich Jasper in diesem Teil durchaus sympathisch fand und ich schon dort hoffe, an ein paar lose Enden anknüpfen zu können.

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Veröffentlicht am 20.04.2024

Fantastischer Schreibstil, aber schwierige Charaktere

Weil ich an dich glaube – Great and Precious Things
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Das Gestaltung des Buches ist wirklich schön. Ich mag das Cover ausgesprochen gerne, weil es perfekt zum Setting der Handlung passt und dadurch schon vorab ein gutes Gefühl dafür bietet, wie die Landschaft ...

Das Gestaltung des Buches ist wirklich schön. Ich mag das Cover ausgesprochen gerne, weil es perfekt zum Setting der Handlung passt und dadurch schon vorab ein gutes Gefühl dafür bietet, wie die Landschaft rund um Alba aussieht. Der Farbschnitt rundet das Ganze perfekt ab und macht sich hervorragend im Regal.

Die Geschichte klang ebenfalls sehr vielversprechend: Camden Daniels kehrt nach Jahren bei verschiedenen Auslandseinsätzen beim Militär in seine Heimatstadt Alba zurück, um seinem demenzkranken Vater die medizinische Versorgung zukommen zu lassen, die er sich wünscht. In Alba ist er allerdings nach wie vor das schwarze Schaf der Familie, derjenige der mehrmals vor dem Jugendrichter stand und derjenige, der für den Tod seines kleinen Bruders Sullivan verantwortlich ist. Deswegen will er auch auf jeden Fall das Aufeinandertreffen mit Willow, Sullivans Jugendliebe, vermeiden, doch der Ort ist klein und wenn sich Cam gegen die Wünsche seines älteren Bruders durchsetzen will, der den Vater in ein Heim abschieben will, dann braucht er Verbündete und Willow ist die einzige, die ihn immer unterstützen würde. Dabei kommen sich die beiden immer näher, doch ihre Liebe könnte alte Familiengeheimnisse ans Licht bringen und alles zerstören, was ihnen wichtig ist.

Ich war wirklich gespannt, dieses Buch zu lesen. Ich habe, wie viele andere auch, Rebecca Yarros erst durch Forth Wing entdeckt und da ich ihren Schreibstil dort wirklich genial fand, wollte ich unbedingt auch wissen, ob das auch für eine Nicht-Fantasy-Geschichte gelten würde. Zum Glück wurde ich zumindest in dieser Hinsicht nicht enttäuscht. Ich wollte eigentlich nur mal kurz in das Buch reinlesen und hatte dann innerhalb kürzester Zeit schon ein gutes Drittel verschlungen. Man wird direkt in die Geschichte gesaugt und kommt auch gar nicht mehr aus ihr hinaus.

Auch die Charaktere mochte ich zunächst richtig gerne, auch wenn sie sich eine Spur zu sehr in Klischees gelehnt haben. Camden ist scheinbar der geheimnisvolle Bad Boy, der nach Jahren wieder zurück in die Stadt kommt, weil sein Vater krank ist und dabei Willow wiedertrifft, die früher seine beste Freundin war und die feste Freundin seines Bruders bevor dieser starb. Dabei rettet er sie gleich zu Anfang direkt aus einer lebensbedrohlichen Situation. Das hätte ich noch in Ordnung gefunden, aber das passiert wieder und wieder und wieder. Ich bin generell kein großer Fan davon, wenn eine Person (meistens die Frau) sich dauernd retten lassen muss und hier war es mir echt eine Spur zu viel. Die erste Situation fand ich noch glaubwürdig und auch die zweite bringt zumindest die Geschichte voran, aber danach wurde es mir etwas zu redundant, zumal Willow genau wie Cam in Alba aufgewachsen ist und bestimmte Situationen hätte anders einschätzen können. Ich mochte trotz der Kritik die Beziehung der beiden. Man merkt, wie nahe sie sich mal waren. Und wie Cam für sie empfindet, auch wenn er versucht, seine Gefühle zu unterdrücken. Willow fand ich da oft ein bisschen klarer, aber ganz deutlich hat sie auch nie mit ihm kommuniziert, was ich mit der Zeit ein wenig nervig fand, zumal das einiges hätte früher klären können.
Größere Probleme als Willow und Cam haben mir aber die anderen Stadtbewohner bereitet, besonders weil es so viele waren, obwohl der Ort eigentlich nicht so groß ist. Zu Beginn ist es mir gar nicht so sehr aufgefallen, aber als ich dann das Buch für einen Tag an die Seite gelegt habe, hatte ich extreme Probleme die ganzen Charaktere auseinanderzuhalten und das passiert mir in Büchern eigentlich selten. Hier war ich aber vor allem bei Sitzungen des Geschichtsvereins, wo viele verschiedene Menschen aufeinandertreffen, habe ich direkt den Überblick verloren und mich immer wieder gefragt, wer jetzt nochmal wer ist. Das liegt auch daran, dass alle eine ewig lange Geschichte miteinander haben und die Menschen Cam aus verschiedenen Gründen nicht mögen. Ich habe manchmal die Seiten mehrfach gelesen und hatte immer noch nicht das Gefühl komplett zu verstehen, warum jetzt diese Person so handelt wie sie es eben tut. Zudem haben sie in verschiedenen Situationen, selbst als er noch ein Kind war, immer das schlimmste von Cam angenommen, obwohl es dafür überhaupt keinen Grund gab. Das war wirklich störend, weil gerade die Meinungen der Personen im Ort für Cams Entwicklung und Gefühle so wichtig sind und ich deswegen gerne eine bessere Übersicht über die Handlungen gehabt hätte. Dennoch waren einige der Nebencharaktere wirklich richtig gut ausgearbeitet und sind mir auf verschiedene Weisen ans Herz gewachsen.

Allein allem war es vor allem der Schreibstil, der die Geschichte ausgemacht hat. Durch diesen bin ich nahezu durch die Geschichte geflogen und die zum Teil schon unlogische Handlung und die nicht besonders sympathische Nebencharaktere haben mich erst im Nachhinein so richtig gestört.

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