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Veröffentlicht am 20.06.2023

Leider nicht überzeugend

When the Stars Align
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Das Cover mag ich richtig gerne. Das dunkle Blau wirkt dabei wirklich wie ein Sternenhimmel, während die goldene Schrift die Illusion von Sternen erschafft. Die Silhouetten passen ebenfalls perfekt ins ...

Das Cover mag ich richtig gerne. Das dunkle Blau wirkt dabei wirklich wie ein Sternenhimmel, während die goldene Schrift die Illusion von Sternen erschafft. Die Silhouetten passen ebenfalls perfekt ins Bild und zur Geschichte.

Diese klang zumindest interessant: Lola ist am liebsten in ihrer Wohnung und weit weg von anderen Menschen, dort versinkt sie mit Büchern oder Videospielen am liebsten in fantastischen Welten. Doch dann kündigt ihr ihr Mieter die Wohnung und sie muss ihr mühsam erschaffenes Refugium verlassen. Es bleibt ihr nur, in eine WG mit zwei anderen Mädchen zu ziehen. Kat und Lexie sind so ganz anders als sie selbst. Zudem muss sie jetzt jeden Tag mit Menschen interagieren und ihre Angewohnheiten verstecken, um bloß nicht zu seltsam zu erscheinen. Als sie vollkommen erschöpft auch noch Rückenschmerzen bekommt, macht ihr ihre Mitbewohnerin einen Termin bei einer Orthopädin, die ihr prompt Massagen verordnet. Lola kann sich nichts Schlimmeres vorstellen, als dass ein Fremder sie berührt, doch dann trifft sie auf den Physiotherapeuten Felix, der nicht nur ihre Verspannungen löst, sondern auch immer weiß, was in ihrem Inneren vorgeht. Doch er scheint ebenso viele Geheimnisse zu haben wie Lola und das macht alles nur schwieriger.

Der Schreibstil war zunächst erstmal wirklich ungewohnt und ich war mir nicht sicher, ob ich das Buch weiterlesen wollte. Ich habe selten Bücher gelesen, bei denen mich der Schreibstil selbst so gestresst hat, ich habe die Unruhe und den Stress von Lola förmlich durch die Seiten gespürt. Das macht den Schreibstil in diesem Fall aber auch so gelungen, weil er einfach perfekt einfängt, wie sich die Protagonistin fühlt. Außerdem wurde der Schreibstil mit der Zeit besser oder ich habe mich besser daran gewöhnt, sodass ich dann wirklich durch die Geschichte geflogen bin.

Bei den Charakteren hatte ich da mehr Probleme. Vor allem mit Lola hatte ich so meine Probleme, was weniger an ihrer Krankheit als an ihrem Charakter lag. Sie verurteilt die Menschen um sich herum dauernd und komplett anhand äußerer Merkmale, während sie selbst das auf keinen Fall will und sauer wird, sobald jemand andeutet, dass sie sich außerhalb der Norm verhält. Das hat mich wirklich geärgert, weil sie selbst diesen Widerspruch überhaupt nicht hinterfragt, sondern während eines Großteils des Buches so handelt. Sie verurteilt Felix‘ Freunde dafür, wie sie sich einmal in ihrer Gegenwart verhalten und ja sie wirken nicht besonders nett, aber sie sind auch nicht super unhöflich oder ähnliches. Sie machen dämliche Witze, die nicht besonders lustig sind, aber mehr eben auch nicht und Lola verhält sich, als hätten sie versucht, sie zu bedrängen oder ähnliches. Ich bin die letzte, die schlechtes Verhalten rechtfertigt, aber Lolas Reaktion ist einfach zu viel, zumal sie vor allem Felix dann für seine Kumpels verurteilt und so tut, als würde er mit verurteilten Straftätern abhängen. Außerdem ist sie nicht nur Felix gegenüber so, sondern auch ihren Mitbewohnerinnen und die sind nichts als nett zu ihr, was sie wirklich spät erst bemerkt. Ich konnte verstehen, dass ihr einiges schwerfiel aufgrund ihrer Zwänge und ihrer Geschichte, aber sie ist einfach nur verurteilend und findet das auch vollkommen in Ordnung. Das war der Hauptgrund, warum ich das Buch nicht wirklich mochte, obwohl das nicht für Felix galt. Ich fand es auch gar nicht schlimm, dass er mehrere Facetten eines Charakters hatte, weil ich das selbst kenne und auch gar nicht schlimm finde, aber er kommt mir nicht richtig nahe, weil Lola so auf sich und ihr Leben fokussiert ist, dass andere dabei nicht so viel Raum einnehmen können.

Die Story fand ich an sich gar nicht schlecht, auch wenn ich viele Dinge im Vorhinein so oder so ähnlich vermutet hätte. Ich mochte eigentlich die Herangehensweise, aber sie ist nicht so richtig konsistent, so hat Lola zu Beginn Probleme, das Haus zu verlassen und selbst einkaufen ist für sie eine große Überwindung, später spielt das aber plötzlich so gut wie keine Rolle mehr, sondern sie verlässt das Haus dauernd und muss darüber nicht mal mehr groß nachdenken. Zumindest hin und wieder hätte sie zumindest kurz darüber nachdenken können und das war bei mehreren Sachen so, dass die zunächst wichtig waren, dann aber nicht mehr erwähnt werden.

Alles in allem mochte ich das Buch zu Beginn trotz des stressigen Schreibstils sehr gerne, aber je besser ich den Schreibstil fand, desto weniger mochte die Geschichte. Das liegt vor allem an meiner Abneigung zu Lola, die ich zum Teil echt gemein fand und ihrer Fokussierung auf sich selbst, sodass ich das Buch nicht wirklich genießen konnte.

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Veröffentlicht am 10.06.2023

Mitreißende Fantasy-Geschichte

Vergissmeinnicht - Was bisher verloren war
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Ich liebe das Cover, weil es zwar eine große Ähnlichkeit mit dem ersten Teil aufweist, sich in seinen Details aber doch so deutlich unterscheidet, dass man sie nicht verwechseln kann. Zudem mag ich das ...

Ich liebe das Cover, weil es zwar eine große Ähnlichkeit mit dem ersten Teil aufweist, sich in seinen Details aber doch so deutlich unterscheidet, dass man sie nicht verwechseln kann. Zudem mag ich das helle Blaugrau, das so ganz anders aussieht als das Schwarz des ersten Teils.

Die Geschichte geht nahtlos da weiter, wo der erste Teil aufgehört hat: Nach den Ereignissen auf dem Dach hat sich Quinn dazu entschieden, Mathilda nie wieder so in Gefahr zu bringen und ist deswegen auf Abstand zu ihr gegangen. Doch ohne sie fehlt ihm das Verständnis bei allen neuen Sachen, die er über den Saum lernt, zumal er sie jeden Tag mehr vermisst. Außerdem ist da noch die neue Mitschülerin Johanna, die beiden unglaublich bekannt vorkommt und eine geheimnisvolle Studentenverbindung, die Quinn endlich ein paar Antworten zu seinem Vater geben könnte. Doch um diese zu bekommen, braucht er Mathilda, weil nur sie es schafft, all die wichtigen Fragen zu stellen und Ordnung in seine Gedanken zu bringen.

Ich habe den ersten Teil nochmal gelesen, bevor ich dieses Buch angefangen habe, weil ich nicht mehr ganz genau wusste, wie es geendet hat. Das war auch ganz gut so, weil vor allem der Beginn direkt an das Ende des erste anschließt und ich mir nicht sicher bin, ob den Prolog sonst so komplett verstanden hätte. Der Schreibstil vom ersten zum zweiten Teil nicht verändert. Er ist auch hier wieder unglaublich mitreißend und lustig. Es gibt wenige Autor:innen, die es so wie Kerstin Gier schaffen, mich immer wieder komplett in die Geschichte zu ziehen und gleichzeitig so sehr zu unterhalten.

Ich mochte die Charaktere auch schon im ersten Teil sehr gerne und zum Glück hat sich das auch in diesem Buch nicht geändert. Auch wenn ich es gehasst habe, Quinn und Mathilda getrennt zu sehen, konnte ich ihn irgendwie verstehen. Er will sie auf keinen Fall in Gefahr bringen und weiß, dass sie mit dem Ganzen nichts zu tun hat und nur involviert wurde, weil sie zufällig mit ihm zusammen war. Dennoch konnte ich es nicht gutheißen, dass er sie einfach so vor eine vollendete Entscheidung gestellt hat und sie sich dann nicht mehr wirklich gesehen haben. Allerdings mochte ich, dass er nicht gelogen hat, sie keinen riesigen Streit hatte oder er sie unglaublich verletzt hat, auch wenn er es ein bisschen darauf geschoben hat, dass sie nicht ganz ehrlich zu ihr war. Dennoch wirkte es dadurch natürlicher, dass sie ab einem gewissen Punkt einfach wieder miteinander zu tun hatten, schon allein um die Zusammenhänge im Saum aufzuklären. Ich fand es immer bewundernswert, wie einfach Mathilda diese Fantasywelt einfach hinnimmt und akzeptiert, obwohl sie selbst keinen direkten Zugang dazu hat. Ich glaube nicht, dass ich das könnte, umso cooler fand ich, dass sie die ganzen Zusammenhänge deutlich schneller begreift als Quinn, was sie zu einem perfekten Team macht.
Auch die Nebencharaktere machen das Buch zu etwas Besonderem, weil sie unglaublich gut ausgestaltet und selten schwarz-weiß gezeichnet sind. Ich merke förmlich, wie sehr ich selbst von Mathildas Verwandten genervt war, obwohl ich auch immer wieder über Luise und Leopold lachen musste, weil man sich fast nicht vorstellen kann, dass es Menschen gibt, die so selbstgerecht und nervig sind. Bei Johanna war meine Meinung nach dem ersten Buch eigentlich schon gebildet, aber ich aber während des Lesens musste ich sie zumindest ein bisschen korrigieren. Genau das macht das Buch aber auch aus, dass die meisten Leute nicht einfach böse sind, sondern oft Gründe für ihr Verhalten haben. Mein Highlight ist aber natürlich Bax. Ich liebe, dass er sich ein bisschen um Mathilda kümmert und sie bei allen Fragen unterstützt, die sie rund um den Saum hat.
Alles in allem hat mich das Buch unglaublich gut unterhalten. Ich habe es nahezu verschlungen, auch weil ich die Charaktere wirklich liebe und ihnen ein Happy End wünsche, bei dem sie zusammen auf Abenteuer im Saum gehen, ohne dass es gefährlich wird. Ich freue mich schon auf den nächsten Teil und kann es kaum erwarten, wieder in die Story einzutauchen.

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Veröffentlicht am 10.06.2023

Unterhaltsamer Roadtrip quer durch die Republik

Morgen mach ich bessere Fehler
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Bei dem Cover bin ich sehr zwiegespalten. Eigentlich finde ich die Gestaltung recht okay, aber sie passt leider weder zu den anderen Büchern noch zu der Geschichte. Ich habe tatsächlich erst auf den zweiten ...

Bei dem Cover bin ich sehr zwiegespalten. Eigentlich finde ich die Gestaltung recht okay, aber sie passt leider weder zu den anderen Büchern noch zu der Geschichte. Ich habe tatsächlich erst auf den zweiten Blick erkannt, dass es sich um ein Buch von Petra Hülsmann handelt.

Die Geschichte hat mich dennoch gereizt, schon alleine weil ich weiß, dass auf Petra Hülsmann immer Verlass ist: Elli Schuhmacher lebt mit ihrer kleinen Tochter Paula in einer WG auf einem Bauernhof, arbeitet in einem Bio-Laden und gestaltet nachts zusammen mit ihren Freunden von der Garten-Guerilla-Gruppe hässliche Kiesgärten zu ökologischeren Gärten um. Dabei trifft sie auch auf den kühlen Anwalt Cano, der für einen der Männer arbeitet, dessen Garten sie verschönert hat. Als sie ihn auf dem Weg in den Allgäu zusammen mit ihrer Tochter und ihrem sturen Großonkel Heinz wiedertrifft und er sie um Hilfe bittet, lehnt sie zunächst ab. Als er ihr dann allerdings 500 € bietet, wenn er sie mit nach München nimmt, stimmt sie widerwillig zu, schließlich kann sie jeden Cent brauchen. Daraus entwickelt sich ein absurder Roadtrip durch die gesamte Nation, der alles andere als rund läuft und mehr Gefühle in Elli auslöst, als sie zuvor erwartet hätte.

Ich liebe die Bücher von Petra Hülsmann, weil sie so eine besondere Art hat, eine Geschichte zu erzählen. Sie schafft es immer wieder, mich mit jeder Seite zu unterhalten und vollkommen in die Geschichte zu ziehen. Dies ist zum Glück auch bei diesem Buch der Fall. Ich habe das Buch nur so verschlungen und es an einem Abend durchgelesen, obwohl ich eigentlich schlafen wollte.

Das liegt vor allem an den tollen Charakteren. Ich mochte Ellie von Anfang an und habe sie mit jeder Zeit mehr in mein Herz geschlossen. Es ist ihr immer wichtig, das Richtige zu tun und für ihre Überzeugungen einzustehen, selbst wenn das manchmal schwer für sie ist, besonders wenn sie sich gegenüber ihrer Familie dauernd rechtfertigen und ihren Lebensstil verteidigen muss, obwohl sie für gut für sich und ihre Tochter sorgt. Diese habe ich ganz besonders in mein Herz geschlossen. Paula ist unglaublich klug für ihr Alter und manchmal erstaunlich weitsichtig, hin und wieder aber auch eine typische Sechsjährige mit Wutanfällen und einer unglaublichen Sturheit. Bei Cano habe ich ein bisschen länger gebraucht, obwohl ich wusste, dass er ein guter Kerl ist. Ich fand es sehr glaubwürdig, wie er immer mehr aufgetaut ist und sich Elli und vor allem Paula nach und nach öffnet. Ich habe geliebt, wie sehr er sie ernstgenommen hat und ihr immer aufrichtig zugehört hat, egal worum es ging.

Die Story an sich war eigentlich nichts Besonderes. Eine Geschichte über eine Roadtrip mit ungewöhnlichen Charakteren ist nichts Neues, dich die Umsetzung hier ist dennoch so, dass sie mir im Gedächtnis bleiben wird, was einfach an der liebevollen Gestaltung und den zum Teil absurden Vorkomnissen und Lebensumständen der Personen liegt. Ich habe das Buch wirklich genossen, es ist ein richtig gutes Feelgood-Buch, das aber auch wichtige Themen anspricht, die einen zum Nachdenken bringen.

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Veröffentlicht am 03.06.2023

Wichtige Thematik und tolle Charaktere, aber nicht immer überzeugende Story

Wie Wellen im Sturm
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Ich mag das Cover richtig, richtig gerne. Mir gefällt zum einen die doch eher ungewöhnliche Kombination aus Orange und Rot mit der wellenartigen Gestaltung des Covers. Vor allem mag ich aber die Darstellung ...

Ich mag das Cover richtig, richtig gerne. Mir gefällt zum einen die doch eher ungewöhnliche Kombination aus Orange und Rot mit der wellenartigen Gestaltung des Covers. Vor allem mag ich aber die Darstellung von Louise und Mika. Diese ist nahezu perfekt getroffen und besticht durch die vielen Details, die noch mehr dafür sorgen, dass die Charaktere wirklich greifbar sind.

Die Geschichte hat mich direkt gereizt: Louise Schäfer fühlt sich auf dem Bauernhof ihrer Großeltern eigentlich sehr wohl, auch wenn sie ihre Zeit vor allem alleine oder bei den Pferden verbringt. Dann erhält sie die Möglichkeit mit dem Schreiben ein Stipendium an dem renommierten Internat Schloss Mare an der Nordsee zu erhalten, zögert sie nicht lange, sondern bewirbt sich vor allem wegen der unglaublichen Möglichkeiten, die sich ihr dadurch bieten können. Als sie das Stipendium dann wirklich erhält, ändert sich für sie alles. Sie muss nun ganz alleine an eine neue Schule und sich ein Zimmer mit der verschlossenen Mika teilen, die selbst vor ihren Freunden ein Geheimnis zu verbergen scheint. Doch als Louise ins Fußball-Team des Internats aufgenommen wird, erkennt sie, wie es sein kann, echte Freunde zu finden und auch das Schreiben wird immer besser. Doch je mehr Zeit Louise mit der Team-Kapitänin Mika verbringt, desto mehr wird ihr klar, dass ihre Gefühle für sie nicht nur freundschaftlich sind und sie endlich dazu stehen will, wer sie wirklich ist.

Ich habe mich schon sehr auf dieses Buch gefreut, weil ich die Thematik und die Repräsentation so wichtig finde und zum Glück hat mich das Buch auch nicht enttäuscht. Das liegt auch am Schreibstil. Diesen fand ich zu Beginn recht ungewohnt, weil er teilweise fast ein wenig altmodisch wirkte und mich das zunächst irritiert hat. Allerdings passt diese Erzählen perfekt zu Louise und ihrer Art eine Geschichte zu schreiben, was das Buch schon alleine dadurch zu etwas Besonderem macht. Zudem hat mich der Schreibstil, nachdem ich mich erstmal daran gewöhnt habe, wirklich fesseln können und ich bin dann durch die Seiten geflogen.

Auch die Charaktere haben viel dazu beigetragen, dass ich das Buch recht gerne mochte. Louise habe ich ziemlich schnell ins Herz geschlossen, auch weil sie manchmal so unsicher und überfordert war, dass ich irgendwie Mitleid mit ihr hatte. Zu Beginn habe ich ihre Sensibilität nicht so richtig verstehen können, aber sie hat ihr Verhalten und ihre soziale Unbeholfenheit oft erklärt. Außerdem ist sie ein wirklich guter Mensch, sodass es mir leicht fiel, sie wirklich zu mögen. Bei Mika fiel mir das nicht ganz so leicht, sie war immer sehr zurückhaltend, was ihre Gefühle angeht und manchmal sogar richtig aggressiv, wenn sie sich überrumpelt fühlt. Im Nachhinein war ihr Verhalten aber oft nachvollziehbar und als sie sich zumindest Louise dann auch endlich mal geöffnet hat, mochte ich sie auch recht gerne, obwohl ich auch zum Ende hin noch nicht so ganz das Gefühl hatte, sie so wirklich zu kennen.

Mein größter Kritikpunkt an dem Buch war wahrscheinlich die Story, obwohl ich die Art der Repräsentation von LGBTQIA*-Themen und den positiven Umgang mit Outings in dem Buch wirklich gelungen und besonders für Jugendliche einen guten Zugang bieten können. Mir fehlte in der Story allerdings ein bisschen der Alltag, den Louise erlebt. Sie kommt neu an das Internat, aber wir erleben nur zwei oder drei Schulstunden mit, was dazu führt, dass ich bis zum Ende nicht überblicken konnte, wie der Unterricht überhaupt ablief. Für mich hätte gereicht, wenn man zwischendurch einfach erwähnt, dass sie an dem Tag noch Mathe und Englisch gehabt hat oder so, aber das passierte erst ganz zum Schluss am Rande und das reichte mir nicht, um wirklich zu verstehen, wie Louises Alltag ablief. Zumal man so gut wie keine Menschen außerhalb ihrer Mannschaft kennenlernt. Sie muss sich ja nicht mit allen anfreunden, das würde ich sogar unrealistisch finden bei ihr, aber hin und wieder andere Mitschüler außerhalb der Fußballmannschaft und deren direkten Umfeld zu erwähnen, hätte das Buch einfach tiefgründiger gemacht. Zumal mir das Ende ein bisschen kurz kam und ich gerne noch eine größere Entwicklung gesehen hätte.

Alles in allem mochte ich das Buch gerne, weil die Figuren zwar ein bisschen Anlaufzeit brauchten, es dann aber doch in mein Herz geschafft haben und ich die Repräsentation unglaublich wichtig fand. Allerdings konnten mich einige Entwicklungen innerhalb nicht immer überzeugen, die zwar für sich genommen oft Kleinigkeiten waren, die sich aber im Endeffekt summiert haben. Dennoch werde ich auch den zweiten Teil lesen wollen, weil ich sehr gespannt, wie sich die Beziehung von Mika und Louise weiterentwickelt und hoffe, dass man dort noch zumindest kleine Einblicke bekommt.

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Veröffentlicht am 23.05.2023

Mitreißender Schreibstil, aber nicht komplett überzeugende Story

Twisted Games
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Das Cover des Buches mag ich richtig gerne. Mir gefällt die ähnliche Gestaltung der Cover, die sich nur in der Farbgebung unterscheidet, richtig gut. Das Cover des eBooks hingegen gefällt mir nicht besonders ...

Das Cover des Buches mag ich richtig gerne. Mir gefällt die ähnliche Gestaltung der Cover, die sich nur in der Farbgebung unterscheidet, richtig gut. Das Cover des eBooks hingegen gefällt mir nicht besonders gut. Die Darstellung des Mannes auf dem Covers passt zwar recht gut zu meiner Vorstellung von Rhys, aber es wirkt dennoch sehr austauschbar und hätte mir gewünscht, dass man bei der Darstellung des Printexemplars geblieben wäre.

Auf die Geschichte war ich sehr gespannt: Als Prinzessin Bridget von Ascheberg, zweite in der Thronfolge des Königreiches Eldorra, das erste Mal auf ihren neuen Bodyguard Rhys trifft, fühlt sie sich direkt zu ihm hingezogen. Doch dieser erste Eindruck wird durch seine bestimmende Art schnell zunichte gemacht und die beiden geraten dauernd aneinander, was die Spannung nur noch mehr anheizt. Gerade als sie sich an ihr Leben nach ihrem Abschluss und das Zusammenleben mit Rhys gewöhnt hat, gibt ihr Bruder seinen Anspruch auf den Thron auf und plötzlich ist Bridget die zukünftige Königin, etwas, das sie nie wollte. Nun muss sie all ihre Freiheit, das Leben, das sie sich in den USA aufgebaut hat, und selbst den Wunsch nach wahrer Liebe aufgeben, um ihrem Land eine gute Monarchin zu sein. Rhys ist dabei immer an ihrer Seite und sie entdeckt Facetten an ihm, von denen sie nicht gedacht hätte, dass er sie hätte. Doch sie dürfen keine enge Beziehung zueinander eingehen, schließlich muss Bridget noch vor ihrer Krönung einen angemessenen Mann heiraten, zu denen Rhys nicht gerade gehört.

Ich habe den ersten Teil mit einer Art widerwilligen Faszination gelesen, weil ich den Schreibstil schon dort hervorragend fand und mich die Geschichte wirklich gefesselt hat, obwohl ich sie zum Teil sehr unrealistisch fand. Ähnlich ging es mir auch mit diesem Buch. Der Schreibstil ist auch hier sehr mitreißend. Ich war ab den ersten Seiten in der Geschichte und habe das gesamte Buch innerhalb kürzester Zeit durchgelesen.

Die Geschichte war ebenso viel wie im ersten Teil. Sie hat mich durchaus unterhalten und ich mag diese Bodyguard-Klient-Geschichten und ich liebe Geschichten über Royals, sodass ich mich richtig gefreut habe, mehr über Bridget zu erfahren, die schon im ersten Teil sehr mochte. Allerdings war mir die Geschichte manchmal etwas zu viel. Sie sind gefühlt dauernd in Situationen, die gefährlich sein können, was Bridget vorher offenbar nie passiert ist. Natürlich ist sie eine Prinzessin und damit auch im Fokus der Öffentlichkeit, aber viele dieser Situationen hatten nichts mit ihr zu tun, was es für mich so unlogisch gemacht hat. Mindestens eine Szene hat nichts zu der Handlung beigetragen und man hätte sie einfach weglassen können. Allgemein fand ich, dass sich trotz der teilweisen sehr ausführlichen Handlung das Buch an manchen Stellen sehr gezogen hat. Für mich hätte das Buch auch gerne so 100 Seiten weniger haben können, ohne dass ein wesentlicher Teil der Handlung gefehlt hätte, zumal die Sexszenen oft sehr ausschweifend geschildert wurden.

Bei den Charakteren war ich ebenfalls sehr zwiegespalten. Ich mochte vor allem Bridget recht gerne, weil sie sich nichts gefallen lässt und ihren Willen durchsetzen will, gleichzeitig ist sie aber auch sehr einfühlsam und tut alles für die Menschen, die ihr wichtig sind. Dadurch habe ich sie schnell ins Herz geschlossen und wollte wirklich, dass sie glücklich ist. Bei Rhys fand ich es schwieriger, ich mochte ich grundsätzlich schon, fand ihn aber oft extrem eifersüchtig und besitzergreifend, was an vielen Stellen so nicht angebracht war, weil sie zu diesem Zeitpunkt einfach nicht zusammen waren. So ein Verhalten kann schnell toxisch werden und bei ihm bewegt es sich mindestens nah an der Grenze. Er hat durchaus Tiefe und ich kann ihn manchmal verstehen, aber oft ging mir sein Verhalten doch zu weit.

Alles in allem hat mich das Buch durchaus unterhalten, vor allem der Schreibstil ist unglaublich fesselnd, aber die Geschichte war manchmal etwas redundant und zu lang war. Zudem konnte mich Rhys als Charakter nicht immer überzeugen, vor allem weil mir sein Verhalten an manchen Stellen einfach zu weit geht und mir das schon beim ersten Teil nicht so gut gefiel. Dennoch werde ich den nächsten Teil wohl auch lesen, weil ich einfach gerne wissen möchte, wie es mit der Gruppe weitergeht.

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