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Veröffentlicht am 26.11.2021

Fantasy-Geschichte, die etwas Anlaufzeit braucht

Feuerblut - Der Schwur der Jagdlinge
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Beim Cover bin ich mir tatsächlich etwas unsicher, ob es mir gefällt oder nicht. Ich mag eigentlich, dass es eher altmodisch wirkt, weil es zur Geschichte passt, es wäre mir aber vermutlich nicht weiter ...

Beim Cover bin ich mir tatsächlich etwas unsicher, ob es mir gefällt oder nicht. Ich mag eigentlich, dass es eher altmodisch wirkt, weil es zur Geschichte passt, es wäre mir aber vermutlich nicht weiter aufgefallen. Zudem finde ich es etwas schwierig, dass sowohl die Gestaltung des Covers als auch der Titel des Buches etwas den Inhalt dieses Buches spoilern und ich deswegen mit einer gewissen Entwicklung gerechnet habe, die aber erst sehr spät einsetzt und mir die Geschichte vielleicht auch deswegen schwer gemacht.

Und das obwohl ich die Story an sich sehr spannend fand: Das Mädchen Zwölf hat den Eid der Jäger geschworen, die Clans des Landes mit ihrem Einsatz zu beschützen. Doch so richtig hat sie sich nicht eingefügt, denn sie hat einen ganz anderen Grund sich den Jägern anzuschließen. Sie will unbedingt kämpfen lernen, damit sich ihre Vergangenheit nicht wiederholt, dabei stören sie die anderen Schüler:innen nur. Dennoch bewegt sich das seltsame Mädchen Sieben immer in ihrer Nähe, obwohl Zwölf sie immer wieder versucht, loszuwerden. Doch dann wird das Hauptquartier der Jäger angegriffen und ausgerechnet Sieben entführt. Zwölf setzt nun alles daran, sie zu finden und begibt sich widerwillig in der Begleitung anderer auf eine unglaubliche Reise, die sie alle verändert und Zwölfs Sicht auf die Welt für immer ändern könnte.
Ich habe mich schon auf diese Geschichte gefreut, es hat aber wirklich gebraucht, bis ich in die Geschichte gefunden habe. Das lag auch, aber nicht nur am Schreibstil. Dieser ist an sich nicht schlecht, weil ich durchaus gut in die Geschichte gekommen bin und der Story als solche auch recht gut folgen konnte. Allerdings hatte ich so meine Probleme, mit den Charakteren warm zu werden, was auch an dem zumindest zu Beginn eher emotionslosem Schreibstil lag.

Vielmehr Probleme haben mir aber die Charaktere an sich gemacht. Ich komme einfach nicht besonders gut damit klar, wenn Figuren keinen richtigen Namen haben, sondern Zahlen oder manchmal auch andere Worte, wie Sieg oder Mohnblüte. Das mag im Englischen sogar noch gehen, ich finde es aber schwierig, sie zu übersetzen und es irritiert mich mehr, als dass ich es gut finde. Ich habe schon mehrere Bücher gelesen, in denen die Figuren Sperling oder Maus oder Bär hießen und es sorgte jedes Mal dafür, dass ich eine gewisse Distanz zu ihnen behielt. Das ist leider auch hier wieder der Fall und es wäre (zumindest in meinen Augen) besser gewesen, die Namen einfach nicht zu übersetzen und alternativ die Namen im Anhang einmal auf Menschen zu übersetzen, die sie im Original nicht verstehen. Abgesehen von ihrem Namen hat es mir Zwölf aber auch sonst schwer gemacht, sie zu mögen. Sie ist launisch, manchmal nahezu fies und unglaublich zornig. Das alles im Nachhinein sogar auf eine gewisse Art und Weise nachvollziehbar, aber vor allem zu Beginn des Buches hat sie es mir extrem schwer gemacht, sie zu mögen. Auch weil ich ihr Verhalten sehr oft nicht nachvollziehbar fand. Einerseits will sie keinerlei Kontakte zu den anderen Jägern in der Loge, andererseits missachtet sie alle Regeln, um Sieben zu folgen, nur weil sie sie entfernt an ihre Schwester erinnert. Das fand ich nicht so richtig schlüssig. Für mich wäre es einfach glaubwürdiger gewesen, wenn sie es vor sich rechtfertigt, dass sie in Siebens Schuld steht, weil diese ihr das Eichhörnchen Winnie geschenkt hat und sie sich nur deswegen retten will. Dass das natürlich nur ein Vorwand wäre, könnte ich leichter akzeptieren, als dass sie nahezu ohne Gründe loszieht. Auch später verhält sie sich in vielen Situationen in meinen Augen vollkommen irrational und ich konnte ihren Gedankengängen oft nicht folgen. Da hat es mich doch überrascht, dass sie sich doch nach und nach in mein Herz geschlichen hat und ich zum Ende hin bei der Geschichte wirklich mitgefiebert habe.

Das liegt wahrscheinlich aber auch an den Nebencharakteren, mit denen ich nicht solche Probleme hatte. Vor allem Sechs hat es geschafft, mich für sich zu gewinnen. Ich mochte seine ruhige, eher besonnene Art, mit der er sich von Anfang an, für andere einsetzt und immer dafür sorgt, dass es anderen gut geht, bevor er an sich selbst denkt. Er ist lebt die Regeln der Jäger wirklich, indem ihm Clan-Zugehörigkeiten egal sind und nur der Schutz der Menschen zählt. Aber auch Fünf habe ich mit jeder Seite mehr in mein Herz gelassen. Er wirkt zu Beginn wie ein verzogener, hinterhältiger Junge, doch ich habe seinen Humor und seine Offenheit mit zunehmendem Verlauf des Buches schätzen gelernt.

Alles in allem bin ich sehr zwiegespalten, was dieses Buch angeht. Zu Beginn war ich mir sicher, dass mir das Buch bis auf den Schreibstil so gar nicht zusagt, doch fast schon Widerwillen haben sich die Charaktere trotz der (in meinen Augen sehr gewöhnungsbedürftigen) Namen irgendwie in mein Herz geschafft und ich habe zum Schluss wirklich mitgefiebert. Ich würde den zweiten Teil der Reihe stand jetzt doch gerne lesen wollen, einfach um zu sehen, in welche Richtung sich das Ganze entwickeln wird.

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Veröffentlicht am 01.11.2021

Absurde und für mich nicht überzeugende Liebesgeschichte

Layla
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Das Cover ist unglaublich schön und auch absolut passend zum Inhalt. Ich mag die Kombination der dunklen Lila- und Blautöne, die dafür sorgen, dass der Himmel bedrohlich und gleichzeitig wunderschön wirkt. ...

Das Cover ist unglaublich schön und auch absolut passend zum Inhalt. Ich mag die Kombination der dunklen Lila- und Blautöne, die dafür sorgen, dass der Himmel bedrohlich und gleichzeitig wunderschön wirkt. Das passt nahezu perfekt zur Story, macht sich aber eben auch hervorragend im Regal.

Die Geschichte klang eigentlich super vielversprechend, ging dann aber in eine Richtung, die ich nicht erwartet habe und die mir deswegen vielleicht auch nicht so gut gefallen hat: Leeds Gabriel verdient sein Geld als Bassist einer mittelmäßigen Country-Band, die vor allem auf Hochzeiten auftritt. Dort lernt an einem Abend Layla kennen und verliebt sich Hals über Kopf in sie und ihre ungewöhnliche Art. Die beiden kommen sich schnell näher und verbringen schnell jede freie Minute miteinander, bis Leeds ein Foto von den beiden auf Instagram postet. Plötzlich taucht seine Ex-Freundin Sable auf und schießt auf die beiden. Danach ist nichts mehr so wie vorher und er erkennt seine ehemals so fröhliche und verrückte Freundin überhaupt nicht wieder. Um etwas von der früheren Leichtigkeit zurückzuerhalten, mietet Leeds das Haus, in dem die beiden sich kennengelernt haben. Das frühere Bed&Breakfast steht mittlerweile zum Verkauf und Leeds hofft, dass Layla dort ein wenig zur Ruhe kommen kann. Doch in dem Haus geht es nicht mit rechten Dingen zu und plötzlich ist das Wohlbefinden seiner Freundin nicht mehr seine erste Priorität.

Ich mag den Schreibstil von Colleen Hoover immer wirklich gerne und dieses Buch bietet trotz des zumindest diskutablen Inhalts zum Glück keine Ausnahme. Ich musste zwar immer wieder innehalten, um zu verstehen, was gerade in dem Buch passiert, der Schreibstil hat mich aber immer wieder zurück in die Geschichte gezogen und vor allem zum Ende hin, habe ich es dann fast atemlos verschlungen und musste unbedingt wissen, wie es ausgeht.

Mit der Geschichte geht es mir da, wie gesagt, ein wenig anders. Normalerweise habe ich sehr wenig an den Büchern von Colleen Hoover auszusetzen, sondern liebe, wie sie es jedes Mal schafft, mich emotional zu berühren und in die Geschichte zu ziehen. Das ist hier einfach zu keinem Punkt der Fall, schon allein weil es keine typische Liebesgeschichte ist, sondern ab einem gewissen Zeitpunkt ins Fantastische oder vielmehr ins Übernatürliche abgleitet. An sich mag ich Fantasy und kann auch in Liebesgeschichten unerklärlichen Zufällen durchaus etwas abgewinnen, aber hier fand ich es irgendwie sehr unpassend. Das liegt auch an den Charakteren, mit denen ich nicht so wirklich warm geworden bin. Dabei gefiel mir das Kennenlernen von Leeds und Layla noch wirklich gut. Es war irgendwie süß, dass sie einander quasi durch die Menge sehen und Layla furchtbar tanzt, damit sie ihn von den Liedern ablenkt, die er spielen muss. Ich fand es auch gar nicht schlimm, dass sie sich direkt nähergekommen sind, sondern es war eine schon fast logische Folge ihrer Anziehungskraft. Danach wird es für mich dann aber schon schwierig, weil man so wenig davon mitbekommt, wie die beiden sich kennenlernen: Es wirkt nahezu unbeteiligt, wie Leeds schildert, dass sie keinen Tag mehr ohne den anderen verbringen und dass sie innerhalb kürzester Zeit unglaublich tiefe Gefühle füreinander entwickeln. Ich fand es nicht uninteressant geschildert, es wirkte aber erstaunlich emotionslos.

So war es auch mit dem Mordanschlag auf Layla und Leeds. Man wollte natürlich nicht, dass sie angeschossen werden, es hat mich aber auch nicht emotional mitgenommen. Ich habe nicht mit Leeds um ihr Leben gebannt, auch weil man durch den Anfang schon wusste, dass sie überleben wird, aber auch weil ich einfach keine richtige Verbindung zu Layla herstellen konnte. Das fiel mir Leeds zu Beginn ein bisschen leichter, später fand ich ihn aber auch nicht mehr sympathisch. Das hat viele aber auch einen sehr bestimmten Grund, den ich hier aus Spoilergründen nicht nennen werde, der mich aber so sehr gestört, dass ich ihn auch nicht vollkommen unter den Tisch fallen lassen will. Kurz gesagt hatte ich teilweise große Probleme mit den Charakteren und es wurde mit dem Verlauf des Buches eher schlimmer als besser. Das fand ich unglaublich schade, weil die Story grundsätzlich (auch ohne den übernatürlichen Faktor) durchaus Potenzial gehabt hätte.

Alles in allem bin ich dann doch recht enttäuscht von diesem Buch. Ich mag auch hier den tollen Schreibstil von Colleen Hoover und dieser rettet das Buch ein wenig, aber weder die Charaktere noch die, für mich, teilweise absurde Story konnte mich so wirklich überzeugen.

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Veröffentlicht am 01.11.2021

Einer der besten New Adult Romane, den ich in letzter Zeit gelesen habe

Felix Ever After
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Das Cover ist wirklich unglaublich gelungen und ich bin froh, dass weder das Cover noch der Titel im Vergleich zum Original groß verändert wurden, auch wenn ich das Mint als Hintergrundfarbe beim deutschen ...

Das Cover ist wirklich unglaublich gelungen und ich bin froh, dass weder das Cover noch der Titel im Vergleich zum Original groß verändert wurden, auch wenn ich das Mint als Hintergrundfarbe beim deutschen Buch deutlich ansprechender finde. Das Cover ist im Allgemeinen aber auch einfach passend, weil es Felix zum Ende des Buches hin einfach perfekt abbildet.

Die Geschichte hat mich ebenfalls schon auf den ersten Blick angesprochen: Felix Love ist Schwarz, trans, queer und war noch nie verliebt, was ihn selbst unglaublich nervt. Er hat gleichzeitig aber auch furchtbare Angst, einfach nicht genug zu sein, nicht gut genug für die Brown, wo er unbedingt Kunst studieren will, nicht genug für jemanden, der:die ihn liebt und nicht gut genug für seine Mutter, die ihn vor einigen Jahren verlassen hat. Diese allumfassende Angst lähmt ihn immer wieder und macht es ihm schwer, das notwendige Portfolie für seine Unibewerbung fertigzustellen. Doch dann veröffentlicht eine Person Bilder von ihm vor seiner Transition und seinen Deadname, Felix ist geschockt und versteht nicht, wie ihm jemand so etwas antun kann. Es reißt ihn aber auch aus seiner Passivität und sorgt dafür, dass er aktiv wird und unbedingt herausfinden will, wer ihm das angetan hat. Er verstrickt sich dabei immer mehr in ein Netz von Lügen, Eifersucht und Neid, das leider auch seine Freunde umfasst.

Ich habe schon vorher die überschäumenden Rezensionen zu diesem Buch gesehen und muss zugeben, dass ich dementsprechend kritisch war, weil mir so hochgelobte Bücher selten richtig gut gefallen. Ich habe auch hier eine gewisse Zeit gebraucht, um in die Geschichte zu finden. Das lag auch an dem Schreibstil, der wirklich gut ist, der aber auch eine gewisse Aufmerksamkeit einfordert, an die man sich zunächst einmal gewöhnen muss. Dann aber hat mich die sehr intensive Art zu erzählen, vollkommen in seinen Bann gezogen und ich habe die Geschichte förmlich verschlungen. Ich mag Kacen Callenders Art, Felix‘ Geschichte zu erzählen. They schafft es, gleichzeitig philosophische Gedanken der Jugendlichen auszudrücken und dabei dennoch eine Geschichte zu erzählen, die glaubwürdig und authentisch wirkt. Das Gendern fand während des Lesens tatsächlich überhaupt nicht störend, sondern es gefiel mir ziemlich gut, weil dieses Buch damit exemplarisch zeigt, wie sich Gendern auch in ein „normalen“ Buch einbauen lässt, ohne, dass es gleich wie ein wissenschaftlicher Text wirkt.

Auch die Geschichte als solche macht das Buch zu etwas Besonderem. Ich habe durchaus schon Bücher über Personen gelesen, die trans sind, aber nie so eine Geschichte gelesen wie die von Felix. In den meisten Büchern ist es eher so, dass die Menschen es verstecken, trans zu sein und dies somit quasi das große Geheimnis in der Geschichte ist. Das ist einfach eine Lesart, die ich zunehmend schwierig finde, einfach weil es nicht so sein sollte und in vielen Büchern Gewalt und Fremdoutings eine zentrale Rolle spielten, sodass die Protagonist:innen seine eigene Geschichten nicht kontrollieren können. Schon das ist hier ein wenig anders, zwar wird auch Felix Deadname und seine alten Fotos öffentlich „ausgestellt“, aber er wird dadurch nicht geoutet, sondern es wissen schon so gut wie alle. Das macht es für ihn nicht weniger schlimm und die Handlung nicht weniger verachtenswert, aber ich hatte das Gefühl, dass er dem Ganzen nicht machtlos entgegensteht, sondern sein Leben und seine Geschichte dennoch selbst kontrolliert. Das hat mir unglaublich gut gefallen. Aber auch Felix selbst ist in jeder Hinsicht außergewöhnlich. Er hadert oft mit sich selbst, seiner Geschichte und vor allem seiner Identität, sodass er sich nicht als liebenswert erachtet. Das hat mir regelmäßig das Herz gebrochen, weil jeder außer Felix selbst erkennt, was für ein guter Mensch er ist und dass es viele Leute gibt, denen er wichtig ist. Dennoch ist gerade diese Unsicherheit ein Faktor, der ihn mir so nahebringt. Das ebenso wie, dass er eben einfach alles andere als perfekt ist. Er hadert sehr oft mit sich selbst, ist unbeherrscht, scheut gleichzeitig aber auch wichtige Auseinandersetzungen und es fehlt ihm in manchen Situationen an Empathie, doch das alles macht ihn für mich zu genau dem Charakter, über den ich ein Buch lesen will, weil er menschlich wirkt, berührbar wirkt und dabei aber keinesfalls perfekt ist.

Zudem habe ich selten so detailreich gestaltete Nebencharaktere erlebt. Sie zeigen allgemein gesagt die pure Vielfalt der LGBTQIA+ Community, sind aber gleichzeitig so viel mehr. Ezra ist ein toller Mensch, der sich uneingeschränkt für Felix einsetzt und ihn aber auch immer wieder zurechtweist, wenn er sich wieder einmal zu sehr in etwas verrennt oder vergisst, dass andere Menschen auch Probleme haben. Ich mochte ihn einfach richtig gerne und hatte ihn ab der ersten Minute fest in mein Herz geschlossen. Aber auch viele der anderen Charaktere haben den Weg in mein Herz gefunden, so wie Declan und Leah. Beide sind sehr unterschiedlich und Declan wirkt zu Beginn auch nicht besonders nett, es wird aber sehr schnell klar, dass mehr hinter ihm und seinem Verhalten steckt, als man zunächst vermutet. Vielleicht gerade deswegen mochte ihn auch das gesamte Buch über, ebenso gerne wie die deutlich positivere, nettere Leah. Aber auch die eher negativen Charaktere sind so authentisch gezeichnet, dass man das Gefühl hat, sie schon ewig zu kennen.

Alles in allem habe es wirklich aufrichtig genossen, dieses Buch zu lesen. Dies liegt auch an dem unglaublich tollen Schreibstil, der immer wieder poetisch und philosophisch, gleichzeitig aber auch leicht und fließend ist. Zudem habe ich die Charaktere trotz aller Fehler fest in mein Herz geschlossen und ihre Geschichte geliebt. Dieses Buch ist einfach ein unglaublich wichtiges über Identität, Sexualität und die Liebe, die unabhängig von all diesem ist. Es ist ein Buch, das auch mir aus Nicht-Mitglied der Community das gute Gefühl gibt, dass es vollkommen okay ist, sich hin und wieder zu hinterfragen und dass man nicht immer in Labels denken sollte.

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Veröffentlicht am 01.11.2021

Spannende Idee, die leider nicht gut umgesetzt wurde

Flame & Arrow, Band 1 - Drachenprinz
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Das Cover ist wirklich gelungen. Ich mag die leuchtenden Farben und wie bunt das Cover dadurch wirkt. Ebenso wie das Cover passt der Titel nahezu perfekt zum Inhalt und unterstreicht ihn dadurch.
Die Story ...

Das Cover ist wirklich gelungen. Ich mag die leuchtenden Farben und wie bunt das Cover dadurch wirkt. Ebenso wie das Cover passt der Titel nahezu perfekt zum Inhalt und unterstreicht ihn dadurch.
Die Story klang auch erstmal gut: Kailey ist eine der besten Elfenkriegerinnen ihres Jahrgangs und wartet sehnlichst darauf, endlich erwachsen zu werden, um einen Auftrag der Elfenkönigin zu bekommen und sich zu beweisen. Als es endlich so weit ist, sieht ihr Auftrag allerdings ganz anders aus, als sie gedacht hätte. Sie muss an das berühmte Trinity College in Dublin, um dort den Thronfolger ihrer größten Feinde, der Drachen, beschatten. Schon seit Jahrhunderten sind die Fae und die Drachen verfeindet, auch wenn sie seit dem großen Krieg ein brüchiger Waffenstillstand bindet. Doch jetzt scheint es, als wollten die Draconis ihr Herrschaftsgebiet weiter ausdehnen und Kailey soll herausbekommen, was genau sie planen. Aidan hat allerdings einen ganz ähnlichen Auftrag und schon bald stellen die beiden fest, dass sie einander durchaus mögen könnten, doch ein Krieg wird immer wahrscheinlicher und dort sind Gefühle fehl am Platz.
Ich war wirklich gespannt auf dieses Buch, weil mir die Idee von Drachen, die in Menschengestalt zumindest halbwegs unerkannt mitten in der ‚normalen‘ Welt leben gut gefiel und ich sehr gespannt war, wie man das hier umsetzt. Leider konnte mich das Buch abseits der Idee nicht so richtig überzeugen, obwohl der Schreibstil solide war. Er ist nicht außergewöhnlich, aber definitiv recht gut und flüssig zu lesen, aber ich habe trotzdem immer wieder gestockt und erstaunlich lange gebraucht, um das Buch zu lesen. Vielleicht auch weil die Kapitel abwechselnd aus der Sicht von Kailey, von Aidan und von Sharni, Aidens Schwester geschrieben sind, was ich tendenziell gut fand, aber während die Sichtweisen der beiden Frauen aus der Ich-Perspektive verfasst ist, wird die von Aidan aus der Er-Perspektive geschrieben, was mich jedes Mal aufs Neue wieder verwirrt hat.
Das liegt aber auch an den Charakteren. Eigentlich mag ich starke weibliche Charaktere, die wissen, wie man sich behaupten kann und ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen. Kailey fand ich allerdings furchtbar. Sie hinterfragt keine einzige Anweisung, die ihr gegeben wird, sondern führt sie wie eine Marionette aus, selbst wenn sie vollkommen gegen ihr eigenes Gefühl gehen. Das fand ich furchtbar und hat dafür gesorgt, dass ich überhaupt nicht mit ihr warm geworden bin, sondern sie ehrlich gesagt, manchmal sogar ein wenig verabscheut habe. Man merkt ihr zu keinem Zeitpunkt die Zerrissenheit an, die eigentlich mit diesem Auftrag einhergehen müsste, sie lernt vor allem Aidan schließlich näherkennen und mag ihn sogar, dennoch führt sie immer wieder alles aus, was ihr befohlen wird und wirkt dabei erstaunlich kalt. Zudem fand ich es nicht gut, wie oft Kailey über den Körper und den Kleidungsstil ihrer Mitbewohnerin Cassie lästert. Immer wieder betont sie, dass sie mit ihren Kurven doch besser etwas anderes tragen solle und dass ihr ihre Kleider keinesfalls passen würde, weil sie selbst doch ach so schlank und groß ist. Ich fand diese Gedanken unglaublich verletzend, was zwar einmal mehr zeigt, wie gefühllos die Fae handeln, aber für mich dennoch unnötig ist. Aidan mochte ich da schon lieber, auch wenn er manchmal echt naiv ist. Man sollte meinen, dass ein Prinz der Drachen misstrauischer ist und kämpferisch, diesen Ruf haben die Draconis ja auch, aber er vertraut Kailey immer wieder, obwohl sie ihm keinen Anlass dazu gibt. Dennoch ist er ein guter Kerl, der versucht, richtig zu handeln und das beste für sein Volk will. Seine Schwester Sharni fand ich zwar immer wieder recht anstrengend, ich mochte aber auch sie deutlich lieber als Kailey. Sie war mir oft viel zu aufbrausend und emotional, was immer wieder zu mehr Problemen geführt als es löst. Tatsächlich bin ich mit keinem der Charaktere so richtig warm geworden, sondern war zumeist eher von ihnen genervt. Einzig Cassandra und Celmar mochte ich recht gerne, aber das reicht leider nicht, um das Buch wirklich zu lieben.
Alles in allem konnte mich das Buch leider so gar nicht überzeugen. Ich hatte mich schon total darauf gefreut, mal eine etwas andere Fantasy-Geschichte zu lesen, in der Drachen nicht nur riesige Raubtiere sind, sondern auch eine menschliche Gestalt, doch leider wurde ich vor allem von den Charakteren enttäuscht, weil sie es einfach nicht schaffen, mich abzuholen. Leider reicht eine spannende Idee nicht dazu aus, dass mich ein Buch so richtig fesselt und ich werde den zweiten Teil wohl nicht mehr lesen, auch wenn der Cliffhanger schon fies ist.

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Veröffentlicht am 01.11.2021

Emotionale Geschichte, die durch ihre Charaktere besticht

Regenglanz
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Das Cover und der farbige Schnitt des Buches sind wirklich etwas Besonders. Die Farben sind ebenso hervorragend wie der Titel und das Cover im Allgemeinen, weil alles es den Inhalt auf eine leise, aber ...

Das Cover und der farbige Schnitt des Buches sind wirklich etwas Besonders. Die Farben sind ebenso hervorragend wie der Titel und das Cover im Allgemeinen, weil alles es den Inhalt auf eine leise, aber bestimmte Art unterstützt.

Die Geschichte gefiel mir ebenfalls auf den ersten Blick: Als Simon Alissa das erste Mal sieht, ist er sich sicher, er kann ihr auf keinen Fall sein furchtbares Einhorn-Tattoo zeigen kann, zu dem ihn seine Freunde überredet haben und das er sich eigentlich überstechen lassen will. Als Alissa Simon das erste Mal sieht, hält sie ihn für einen sexistischen Idioten, der sich weigert, sich ein Tattoo von einer Frau stechen zu lassen. Doch er kann dieses Missverständnis glücklicherweise aufklären und überredet sie, doch sein Cover-up zu machen, schließlich will er die attraktive Frau mit den lilafarbenen Haaren unbedingt wiedersehen. Doch Alissa hat die Regel, sich niemals mit Kunden einzulassen und Simon kommt ihr mit seiner aufrichtigen, einfühlsamen Art viel zu nah. Sie will auf keinen Fall, dass er von ihrer Vergangenheit erfährt, immerhin hat sie sie selbst noch nicht richtig verarbeitet. Doch je öfter die beiden sich treffen, desto näherkommen sie sich und merken dabei gar nicht, dass sie dabei jemanden verletzen könnten…

Ich habe mich sehr auf dieses Buch gefreut, hatte aber gerade deswegen ein wenig Angst, dass ich enttäuscht sein würde. Das war zum Glück gar nicht der Fall, sondern das Buch hat im Gegensatz meine Erwartungen noch übertroffen. Das liegt auch an dem unglaublich guten Schreibstil. Anya Omah hat eine außergewöhnliche Art zu erzählen, die eher leise und aufgeregt ist, dabei aber auch mitreißend, poetisch und emotional. Ich war direkt in der Geschichte und mich hat sie auch bis zum Ende nicht mehr losgelassen.

Das liegt auch, vielleicht sogar vor allem an den Figuren. Ich habe sowohl Simon als auch Alissa als auch einen Großteil der Nebencharaktere direkt in mein Herz geschlossen und bin so froh, wenn ich sie im nächsten Buch wiedersehen darf. Alissa wirkt zunächst einmal unglaublich taff und selbstbewusst, einfach wie jemand, der sich von niemandem etwas sagen lässt, doch man stellt extrem schnell fest, dass man sich da täuscht. Ihr familiärer Hintergrund belastet sie während des ganzen Buches enorm und man merkt vor allem, wenn sie alleine ist, wie schlecht es ihr noch immer geht. Das hat mir jedes Mal wieder das Herz gebrochen, vor allem wenn man miterlebt, wie schlecht ihre Schwester sie noch immer behandelt. Genau deswegen mochte ich Simon auch so gerne, weil er sie nie drängt, ihm etwas zu erzählen, aber sie dennoch bei jedem Schritt bedingungslos unterstützt und immer geduldig mit ihr bleibt, obwohl er selbst eine nicht so einfache Vergangenheit hat. Mir gefiel einfach unglaublich gut, dass beide locker Teil meines Freundeskreises hätte sein können, weil sie so nahbar wirkten. Weder Simon noch Alissa sind total abgeklärt, was Dating angeht, sondern sind vor jedem Treffen nervös und fragen sich, ob es überhaupt richtig ist, sich zu treffen und ob es genug Themen gibt, über die sie sprechen können. Das hat es mir noch einmal leichter gemacht, sie in mein Herz zu schließen und sie fest darin zu verankern, trotz aller Probleme, die sie miteinander hatten.

Alles in allem ist die Geschichte als solche vielleicht gar nicht so innovativ, die Art zu erzählen und die Gestaltung der Charaktere macht es aber zu einem ganz besonderen Buch. Durch die poetische, leichte Art wird man direkt in die Geschichte gezogen und durch die sympathischen Charaktere will man auch gar nicht mehr aus dieser auftauchen. Der einzig negative Punkt ist vermutlich, dass ich noch bis zum nächsten Jahr auf die Geschichte von Calla und Jasper warten muss, obwohl ich sie jetzt schon gerne mit einem heißen Kakao in meinem Lesesessel lesen würde.

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