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Veröffentlicht am 14.09.2025

Spannende Geschichte über Außenseiter in einer mittelalterlichen Gesellschaft

Hiobs Brüder
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Ich mag die neue Gestaltung des Buches ehrlich gesagt deutlich lieber als die ursprüngliche. Das liegt vor allem daran, dass sie nun deutlich besser zu den anderen Teilen der Reihe passt und dass es ein ...

Ich mag die neue Gestaltung des Buches ehrlich gesagt deutlich lieber als die ursprüngliche. Das liegt vor allem daran, dass sie nun deutlich besser zu den anderen Teilen der Reihe passt und dass es ein absolutes Schmuckstück im Regal ist.

Die Story hat mich auch dieses Mal wieder gereizt: Gegen seinen Willen wird Simon de Clare, Sohn einer angesehenen normannischen Familie, auf eine abgelegene Inselfestung abgeschoben und das nur weil er seit seiner Kindheit an der Fallsucht leidet. Zusammen mit anderen Ausgestoßenen, wie Losian, der sich weder an seinen Namen noch an sein Leben vor der Festung erinnern kann, Edmund, der sich für den verstorbenen Märtyrerkönig hält und dem Mörder Regy fristen sie ein Leben abseits der Gesellschaft, weil sie nicht zu den Kindern Gottes gehören. Doch dann eröffnet sich nach einem schweren Unwetter plötzlich ein Weg in die Freiheit. Unter der Führung von Losian, der unbedingt herausfinden will, wie sein Leben aussah, bevor er sein Gedächtnis verloren hat, machen sie sich auf den Weg durch England. Mitten im Bürgerkrieg versuchen sie ihren Platz in der Gesellschaft zu finden, doch nicht für alle ist das möglich und als Losian mehr über sich herausfindet, ist er sich nicht sicher, ob er sich nicht besser nicht erinnert hätte.

Ich liebe den Schreibstil von Rebecca Gablé einfach. Sie hat eine unnachahmliche Art, mich in die Geschichte zu ziehen und mich für die Handlung zu begeistern, sodass ich nur so durch das Buch fliege und unbedingt mehr über den historischen Kontext wissen will.

Das liegt aber auch an den Charakteren, die ich wirklich schnell in mein Herz geschlossen habe. Bei Losian fiel mir das zu Beginn ein bisschen schwer, weil er ja selbst nicht wusste, wer er ist. Dadurch fiel es mir auch ein bisschen schwer, am Anfang eine Beziehung zu ihm aufzubauen. Je mehr er sich aber für die anderen Menschen auf der Insel einsetzt, desto mehr habe ich ihn in mein Herz geschlossen. Ich mochte, dass er sich trotz aller Schwierigkeiten, besonders außerhalb der Insel, immer für seine ehemaligen Mitbewohner einsetzt. Dabei spielt es auch keine große Rolle, dass er ab einem gewissen Punkt nicht mehr wirklich einer von ihnen ist. Aber genau das war es, was dieses Buch so besonders macht. Es stehen hier vor allem Menschen im Mittelpunkt, die in vielen anderen historischen Romanen keinen Platz haben, weil sie auch in der mittelalterlichen Gesellschaft eher eine Außenseiterrolle einnehmen. Deswegen fand ich es so spannend zu sehen, wie verschiedene Behinderungen oder Krankheiten in diesem Buch behandelt werden. Natürlich ist klar, dass dies immer nur Beispiele sind und beispielsweise Oswald vielleicht unter anderen Umständen seine Kindheit gar nicht überlebt hätte oder sogar bewusst von seiner Familie als Baby sich selbst überlassen worden wäre, sobald aufgefallen wäre, dass er krank ist. Es wird immer wieder deutlich, dass er mit seinem schwachen Herzen bei Anstrengungen auch schon in der Kindheit ohne Weiteres hätte sterben können. Gerade deswegen fand ich es aber so spannend, wie unterschiedlich verschiedene Menschen damit umgehen und dass viele der Menschen auf der Insel eigentlich ein recht normales Leben hätten führen können, wenn klar gewesen wäre, was genau ihre Krankheit ist oder wie man damit hätte umgehen können. Das macht das ganze auch so tragisch, weil man heute vielen der Menschen hätte helfen können und sie vielleicht nicht einmal starke Beschwerden gehabt hätten, aber alleine durch den Glauben der Kirche, dass diese Menschen aus irgendwelchen Gründen bestraft werden und deswegen oft gar nicht nach Möglichkeiten gesucht wurde, ihnen zu helfen.

Das Setting gefiel mir ebenfalls wirklich gut, auch wenn das Buch wirklich umfangreich ist. Es passiert eben in der Zeit auch politisch so viel, dass es schwierig ist, alles in diesem Buch unterzubringen. Rebecca Gablé gelingt das aber doch wieder einmal recht gut. Ich fand die Zeit extrem spannend erzählt und auch wenn die Perspektive zunächst ungewöhnlich war, hat man dennoch viel über die Machtkämpfe und politische Verstrickungen in England erfährt. Dabei fand ich besonders den Anfang fast schon erfrischend anders, weil man die politischen Gegebenheiten anders als in ihren anderen Bücher eher am Rande mitbekommt. Vor allem Regy und Simon sind, weil sie aus einflussreichen Familien kommen, gut informiert, aber auf der Insel sind alle so isoliert, dass es eben keine Rolle spielt, ob gerade König Stephan oder Kaiserin Maud an der Macht sind. Selbst als sie von der Insel entkommen, ist das erst einmal kein zentrales Thema, vielmehr geht es darum, zu überleben und einen Platz zu finden, an dem sie alle sicher sind. Dadurch wird deutlich, wie austauschbar für viele Menschen die Herrschenden sind, wenn sie nicht unmittelbar im Kreise dieser handeln.

Alles in allem ist das Buch wieder einmal extrem gelungen, besonders weil die ungewöhnliche Perspektive, die Außenseiter in den Fokus rückt, einen neuen Zugang zur mittelalterlichen Geschichte schafft, die im Gedächtnis bleibt.

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Veröffentlicht am 14.09.2025

Emotionale Geschichte über toxische Beziehungen und Neuanfänge

Lost Girls − Breathing for the First Time
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Die Gestaltung des Buches ist wirklich hervorragend gelungen. Ich finde, dass das dunkle Violett, das manchmal fast in ein schwarz übergeht, in Kombination mit der goldenen Schrift ästhetisch schon sehr ...

Die Gestaltung des Buches ist wirklich hervorragend gelungen. Ich finde, dass das dunkle Violett, das manchmal fast in ein schwarz übergeht, in Kombination mit der goldenen Schrift ästhetisch schon sehr gelungen ist. Es passt aber auch mit der Darstellung der fliegenden Scherben nahezu perfekt zum Inhalt des Buches.

Die Geschichte hat mich ebenfalls direkt gereizt: Nach außen hin führt die 21-jährige Darcy Sullivan ein perfektes Leben. Sie ist mit dem erfolgreichen Quarterback Jason Miller verheiratet, der sie auf Händen trägt und wohnt in einem wunderschönen Strandhaus. Doch in Wahrheit ist ihr Leben ein wahrer Albtraum. Jason kontrolliert jeden ihrer Schritte und erwartet absolute Perfektion von seiner Frau. Wenn sie einen Fehler macht, wird sie bestraft. Jeden Tag plant Darcy ihre Flucht, immer mit der Angst, dass ihr Mann entdecken könnte, was sie vorhat. Während ihrer Vorbereitungen trifft sie auf den Engländer Ellis, der scheinbar auf den ersten Blick erkennt, was Darcy so verzweifelt zu verbergen versucht. Doch sie kann sich auf keinen Fall erlauben, einen anderen Menschen in ihre Nähe zu lassen, schließlich weiß sie genau, dass Jason sie erst gehen lassen wird, wenn sie tot ist.

Ich bin immer ein bisschen unsicher, wenn in Büchern toxische Beziehungen behandelt werden, weil sie nicht immer als solche eingeordnet werden, sondern zum Teil romantisiert werden. Doch ich mochte die vorherigen Bücher von Nikola Hotel immer sehr gerne und wollte mal sehen, wie es hier umgesetzt wurde. Ich bin froh, dass ich das getan habe, weil das Buch mich wirklich mitreißen konnte. Dazu trägt der Schreibstil sein Wesentliches bei. Ich habe in letzter Zeit einige gute Bücher gelesen, aber es ist schon eine Weile her, dass ich noch bis tief in die Nacht gelesen habe, um zu wissen, wie die Geschichte ausgeht. Doch dieses Buch hat es geschafft, die gelungene Mischung aus Zeitungsartikeln und der Geschichte sorgt dafür, dass ich nur so durch die Seiten geflogen bin.

Aber auch die Story als solche fand ich wirklich gut. Man merkt auf jeder Seite, wie groß die Angst von Darcy vor Jason ist und wie gut er es schafft, diese aufrechtzuerhalten. Seine Unberechenbarkeit sorgt dafür, dass sie sich nie sicher sein kann, welche Person sie gerade antrifft und seine Beliebtheit dafür, dass sie sich niemandem anvertrauen kann. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie schrecklich es sein muss, immer in dieser Anspannung leben zu müssen und sich niemals sicher zu fühlen, während man komplett isoliert von der Außenwelt ist und niemanden hat, dem man sich anvertrauen kann. Ich fand, dass gut gezeigt wurde, wie er Darcy genau in diese Position bringen konnte und es ihr dadurch so schwer macht, sich von ihm zu lösen. Zunächst fand ich es nicht ganz nachvollziehbar, warum sein Verhalten nach den drei Jahren, die sie jetzt zusammen sind, plötzlich eskaliert, aber mit der Zeit wird deutlich, dass er seine Art mit ihr umzugehen sich einfach nur weiterentwickelt, weil er merkt, dass sie versucht, sich ihm zu entziehen. Ich mochte den Gegensatz den Ellis zu Jason darstellt. Er ist sich den Grenzen immer bewusst und überschreitet sie nie, selbst wenn es Darcy schwerfällt, überhaupt welche zu setzen, sie durfte es in ihrer Beziehung schließlich nie. Außerdem ist er deutlich reflektierter, er hinterfragt vieles, egal ob es Gespräche mit Darcy oder patriarchale Strukturen sind, was ihn mir wirklich sympathisch gemacht hat.

Alles in allem hat mir das Buch trotz des schwierigen Themas wirklich gut gefallen, ich musste ein paar Mal tief durchatmen, weil ich mit dem toxischen Umfeld von Darcy so schwer umgehen konnte und es mir weh tat, wie viel Schmerz sie in der Beziehung erleiden musste. Umso mehr hätte ich mir ein bisschen anderes Ende der Geschichte gewünscht, aber leider ist es so deutlich realistischer.

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Veröffentlicht am 07.09.2025

Grandioser Historischer Roman

Das zweite Königreich
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Ich mag die neue Gestaltung des Buches wirklich gerne, weil es das ursprüngliche Design perfekt einfängt und neu interpretiert. Außerdem ist der Farbschnitt einfach wunderschön.

Die Story mag ich immer ...

Ich mag die neue Gestaltung des Buches wirklich gerne, weil es das ursprüngliche Design perfekt einfängt und neu interpretiert. Außerdem ist der Farbschnitt einfach wunderschön.

Die Story mag ich immer noch ebenso gerne wie beim ersten Mal: Die Kindheit von Caedmon of Helmsby endet jäh, als dänische Piraten das benachbarte Dorf überfallen und ihm einen Pfeil ins Bein schießen. Auch wenn seine Mutter eine erfahrene Heilerin ist, bleibt das Bein steif und sein Vater gibt ihn bei nächster Gelegenheit Harold Godwinson mit, als der in Normandie zu Herzog William reist. Gegen seinen Willen bleibt Caedmon dort als Übersetzer für den Herzog zurück und wird zum Krieger ausgebildet. Jahre später kehrt er mit dem Erobererheer von William zurück und gerät in eine Vermittlerrolle, die er nie wollte. Er wird einer der engsten Berater des neuen Königs, bis sich Caedmon in die falsche Frau verliebt.

Ich liebe die Art, wie Rebecca Gablé schreibt. Sie hat einfach eine besondere Art, den Leser ab der ersten Seite zu fesseln und komplett in die Geschichte zu ziehen. Ich kenne wenige Autorinnen und Autoren, die es schaffen, mich so sehr für eine Geschichte zu begeistern und dafür zu sorgen, dass ich unbedingt mehr über die Zeit erfahren will und gar nicht mehr aufhören kann zu lesen.

Das liegt auch daran, dass ich die Charaktere so gerne mochte. Caedmon tat mir besonders zu Beginn der Geschichte extrem leid. Nicht nur hat er einen älteren Bruder, der eine sadistische Ader hat, die er nur zu gerne auslebt und dann wird er auch noch so schwer verletzt, dass er seine vorherigen Aufgaben nicht mehr erledigen kann. Und dann wird er auch noch von seinem Vater in die Normandie geschickt, was für ihn einer Strafe gleichkommt, schließlich will er einfach nur in seiner Heimat bleiben. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie einsam er sich in einem fremden Land ohne irgendwelche Freunde fühlen muss und er dann auch noch von seinen Landsmännern zurückgelassen wird. Dennoch sorgt es dafür, dass er sich unabhängig vom kleinen Helmsby entwickeln kann und dadurch in die Welt der englischen Könige eintauchen.

Ich finde das Setting des Buches ebenfalls gelungen. Ich fand es spannend, einen Einblick in das Leben am Hof zu bekommen und dadurch auch, wie unterschiedlich die verschiedenen Kulturen sind. Es ist wirklich faszinierend, dass viele der Eigenschaften, die man heute mit dem englischen Mittelalter verbindet ursprünglich in der Normandie von Bedeutung waren und erst mit König William ihre Tradition in England bildeten.

Alles in allem habe ich das Buch wirklich gerne gelesen, einmal weil ich den Schreibstil von Rebecca Gablé wirklich liebe, zum anderen weil ich Caedmon einfach wirklich ins Herz geschlossen habe und unbedingt wollte, dass er sein Glück findet

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Veröffentlicht am 07.09.2025

Toll gestaltete Graphic Novel

Kiss Me Once: Die Graphic Novel (Kiss the Bodygard, 1)
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Ich mag die äußere Gestaltung des Buches richtig gerne. Es gefällt mir wirklich gut, dass es eine große Ähnlichkeit zu dem ursprünglichen Buch gibt, aber durch die Abbildung von Ivy und Ryan auf dem Cover ...

Ich mag die äußere Gestaltung des Buches richtig gerne. Es gefällt mir wirklich gut, dass es eine große Ähnlichkeit zu dem ursprünglichen Buch gibt, aber durch die Abbildung von Ivy und Ryan auf dem Cover wird direkt deutlich, dass es sich hierbei um die Graphic Novel handelt.

Die Geschichte gefiel mir direkt gut: Ivy will auf der Universität of Florida endlich das Leben einer normalen Studentin führen, ohne dass ihre Kommilitonen wissen, wie viel Geld sie hat oder wer ihr Vater ist. Gleich nach ihrer Ankunft lernt sie Ryan kennen, der sie mit seinen frechen Art und seinen beeindruckenden Tattoos direkt aus der Bahn wirft. Schnell kommen sie sich näher, doch dann erkennt Ivy, dass es sich bei Ryan keineswegs um einen normalen Studenten handelt, sondern um ihren Bodyguard, der sie im Auftrag ihres Vaters im Auge behalten soll. Genervt versucht Ivy soweit wie möglich Abstand von Ryan zu halten, doch das ist schwierig, wenn er auf sie aufpassen soll und sie dummerweise immer noch diese Anziehung fühlt.

Ich habe das Buch von Stella Tack schon seit Ewigkeiten in meinem Regal stehen und habe es dennoch nie gelesen. Umso mehr habe ich mich über die Graphic Novel gefreut, weil ich die Geschichte so auf eine andere Art erleben zu können. Ich mochte die graphische Gestaltung wirklich gerne, weil mir zum einen die Darstellung der Charaktere wirklich gefiel und ich zum anderen die Farben in Schwarz, Weiß und Pink extrem passend fand. Mein einziges Problem war, dass manche Bilder und vor allem die Gedanken von Ryan und Ivy wirklich extrem klein waren und ich mich oft echt anstrengen musste, um alles lesen zu können. Zumal ich die Reihenfolge der Panels nicht immer logisch fand und manchmal eine Seite dann nochmal in der richtigen Reihenfolge lesen musste. Dennoch passte die fast schon chaotischen Bilder mit vielen Infos perfekt zu Ivys leicht verpeilten Art.

Die Story mochte ich ebenfalls recht gerne, was vor allem an Ivy und Ryan selbst lag. Man merkt ihre Verbindung direkt, vor allem als sie noch nicht wissen, wer der jeweils andere ist. Ich mochte Ivys Wille, sich endlich alleine und ohne das Geld ihres Dads zu behaupten, auch wenn er es leider nicht zulässt. Aber wahrscheinlich ist das sogar nachvollziehbar, schließlich gibt es eine tatsächliche Gefahr, dass sie wegen des Geldes und ihres Namens entführt wird. Auch Ryan habe ich direkt ins Herz geschlossen. Er ist einfach ein guter Kerl, der sich für die Menschen einsetzt, die ihm etwas bedeuten, in dem Fall vor allem Ivy. Sie passen einfach gut zusammen und ich mochte, dass sie einander immer wieder herausfordern, sich aber auch dabei unterstützen, sie selbst zu sein. Allerdings hatte ich manchmal ein wenig das Gefühl, dass mir Einzelheiten der Geschichte fehlen, als ich die Geschichte gelesen habe, aber das ist vermutlich nachvollziehbar, schließlich ist es schwierig, eine recht lange Geschichte in wenigen Bildern und Worten wiederzugeben.

Alles in allem mochte ich die Graphic Novel wirklich gerne. Ich habe sie an einem Tag durchgelesen und mochte die Charaktere wirklich gerne, allerdings hatte ich manchmal das Gefühle, die Geschichte nicht in seiner Gänze erfassen zu können, weil mir ein paar Einzelheiten fehlten, wahrscheinlich werde ich das Buch noch einmal komplett lesen, damit ich auch die ganze Geschichte von Ivy und Ryan erleben kann.

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Veröffentlicht am 29.08.2025

Tolles Setting, das leider nicht genutzt wird

The waves that swept us away (Lifeguard 2)
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Achtung Spoiler für alle, die den ersten Teil nicht gelesen haben.

Ich mag das Cover recht gerne, es passt perfekt zum ersten Teil, unterscheidet sich aber farblich doch sehr, dass man auch auf den ersten ...

Achtung Spoiler für alle, die den ersten Teil nicht gelesen haben.

Ich mag das Cover recht gerne, es passt perfekt zum ersten Teil, unterscheidet sich aber farblich doch sehr, dass man auch auf den ersten Blick erkennen kann, welches Buch der erste und welches der zweite Band ist. Allerdings sticht es für mich ebenso wie der erste Teil nicht so richtig aus der Masse heraus, sondern sieht aus wie ein typisches Sommerbuch.

Die Story hingegen fand ich spannender, weil sie genau dort weitergeht, wo der erste Teil endet: Mit der Verhaftung von Jackson für den Tod Clarissa. Layla ist vollkommen geschockt, schließlich hat sie sich in den letzten Wochen mit ihm angefreundet und sogar mehr für ihn empfunden, auch wenn sie es vor ihm nicht zugeben würde. Sie kann nicht glauben, dass ausgerechnet der fröhliche, immer gut gelaunte Jackson für den Tod ihrer ehemaligen Mitbewohnerin verantwortlich sein soll und beginnt nachzuforschen. Als Jackson entlassen wird, wendet er sich an Layla, die ihm als Einzige zu glauben scheint und beginnt ihr seine Welt zu zeigen, die viel glamouröser ist, als sie erwartet hätte. Während sie immer tiefer in die glitzernde Hollywood-Welt eintaucht, beginnt sie sich zu fragen, was überhaupt noch echt ist und ob Jackson nicht doch etwas vor ihr verbirgt.

Mich konnte der erste Teil der Geschichte nicht vollkommen überzeugen, aber ich wollte dennoch wissen, wie es ausgeht und vor allem warum Clarissa sterben musste. Leider bin ich auch von dieser Geschichte nicht so ganz überzeugt. Dabei ist der Schreibstil recht gut. Ich habe auch hier ein bisschen gebraucht, um mich an ihn zu gewöhnen, aber als ich einmal in der Geschichte war, bin ich nur so durch sie geflogen.

Größere Probleme hatte ich hingegen mit den Charakteren. Man kennt beide ja schon aus dem ersten Teil, aber ich habe dennoch das Gefühl, nicht wirklich zu wissen, wer sie sind. Bei Jackson fand ich das noch halbwegs realistisch, weil er sich einfach eine Rolle ausgedacht hat, die er der Welt präsentiert und seine Herkunft spielt dabei keine Rolle. Außerdem konnte ich gut verstehen, dass er durch die Verhaftung plötzlich damit konfrontiert ist, dass er die Fassade nicht mehr wirklich aufrechterhalten kann. Deswegen fand ich es sehr nachvollziehbar, dass man ihn noch einmal vollkommen neu kennenlernen musste. Ich fand dennoch den Wandel von dem lustigen, immer gut gelaunten Rettungsschwimmer, der gerne auf Partys geht, zu dem Sohn einer berühmten Schauspielerin, der der Oberflächlichkeit Hollywoods nichts abgewinnen kann, etwas extrem. Es hätte geholfen, wenn es schon im ersten Teil mehr Andeutungen in diese Richtung gegeben hätte, aber der Fokus lag da so stark bei Sutton und Ben, dass alle Personen um sie herum so verblasst sind, dass sie nur reine Statisten waren. Noch auffälliger fand ich das bei Layla. Ich hatte eigentlich gedacht, dass ich schon einen ganz guten Eindruck von ihr hatte und in gewisser Hinsicht stimmte das auch, aber manche Sachen passten irgendwie nicht so ganz in das Bild. Natürlich wusste ich, dass sie gerne liest und sich am liebsten in fantastische Welten flüchtet, während sie in sozialen Settings immer ein bisschen zurückhaltend ist. Aus diesem Grund habe ich nie so richtig verstanden, warum sie unbedingt zu den Rettungsschwimmern wollte. Ich habe gedacht, dass man das in diesem Buch besser verstehen könnte, aber ich fand die Begründung weiterhin etwas dünn und unverständlich. Auch dass sie Filmwissenschaften studiert, passte für mich überhaupt nicht zu dem Bild, das ich mir von ihr gemacht habe. Das bedeutet überhaupt nicht, dass ruhige, zurückhaltende Frauen sich nicht für Filme, für Screenwriting oder Schauspielerei interessieren dürfe, aber ich fand es komplett absurd, dass Sutton es im ersten Teil nicht zumindest erwähnt, wenn sie über ihre beste Freundin nachdenkt. Genau diese Kleinigkeiten sind für mich das größte Problem der Reihe. Ich hatte das Gefühl, dass die Personen nur innerhalb der Geschichte existieren und kein Leben außerhalb Malibus haben, obwohl das ja nicht zutrifft. Layla und Sutton leben eigentlich in Bakersfield und befinden sich nur für den Sommer in Malibu. Das wird natürlich kurz zu Beginn thematisiert, spielt danach aber keine Rolle mehr. Beide telefonieren nicht mit ihrer Familie und reden erstaunlich wenig über ihr Leben abseits des Sommers, was es schwierig macht, die Personen kennenzulernen. Ich hatte fast ein wenig das Gefühl, dass gewisse Hobbies oder Berufe nur erwähnt werden, wenn es gerade zur Handlung passt, sodass ich mein Bild der Person immer wieder sehr stark anpassen musste.

Dadurch hatte ich auch ein bisschen Probleme damit, die Geschichte richtig zu genießen. Mir fehlte auch hier ein bisschen, Jackson und Layla dabei zu begleiten, wie sie als Rettungsschwimmer arbeiten. An einer Stelle überlegt Layla, alles an den Nagel zu hängen, weil sie sich unsicher ist, ob sie die Rolle gut ausfüllt und ihr Vorgesetzter zählt im Anschluss auf, was sie alles in den letzten Wochen alles gemacht hat und wie wichtig sie deswegen für das Team ist. Ich hätte all das gerne mehr miterlebt, weil der Beruf als Rettungsschwimmer eigentlich die zentrale Rolle im Sommer für Layla, Sutton, Ben und Jackson spielen sollte und es wird vielleicht mal in einem halben Kapitel erwähnt. Bei Jackson hat mich das sogar noch mehr gestört, weil das sein Hauptjob ist, nicht nur etwas, das er den Sommer über macht.

Alles in allem habe ich das Buch trotz aller Kritik gerne gelesen und bin ab einem gewissen Punkt nur so durch die Seiten geflogen, auch weil ich wissen wollte, was mit Clarissa passiert ist. Ich hätte allerdings gerne die Charaktere und das Setting in Malibu noch besser kennengelernt, weil es so viel Potenzial für ein spannendes Sommerbuch gehabt hätte, was nicht so richtig genutzt wurde. Dafür stand die Beziehung zwischen Layla und Jackson einfach zu sehr im Mittelpunkt und ließ zu wenig Raum für andere Dinge.

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