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Veröffentlicht am 13.12.2020

Wie kann ein Killer morden, wenn er hinter Gittern sitzt?

So blutig die Nacht
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Vor sechzehn Jahren gelang es der ehemaligen Polizistin Kate Marshall ihren alten Chef Peter zu überführen, da dieser sich als ein Serienmörder entpuppte. Dieses Ereignis belastete sie so stark, dass sie ...

Vor sechzehn Jahren gelang es der ehemaligen Polizistin Kate Marshall ihren alten Chef Peter zu überführen, da dieser sich als ein Serienmörder entpuppte. Dieses Ereignis belastete sie so stark, dass sie sich dazu entschied, ihre Polizeikarriere aufzugeben. Nun arbeitet sie an der Uni und unterrichtet Studenten. Doch eines Tages erhält sie eine E-Mail von einem Vater, der Kate um Hilfe bittet, das Mysterium seiner vor zwanzig Jahren verschwundene Tochter aufzuklären. Kate begibt sich somit in die Welt des Mörders zurück. So wie das Schicksal wollte, wird die Leiche eines jungen Mädchen in der Nähe von London gefunden. Die Leiche ist brutal zugerichtet und die Vorgehensweise ähnelt demselben Prinzip wie dem von ihrem alten Chef Peter alias Nine Elms Killer. Doch wie kann Peter der Täter sein, wenn er seit 15 Jahren hinter Gittern sitzt?

Als hätte ich nicht schon meine Thriller-Highlights für das Jahr 2020 gewählt, grätscht der Autor Robert Bryndza in meine Liste und stellt mit diesem Werk einen authentischen und gut strukturierten Thriller dar, welcher mich in vielen Aspekten begeistert hat. Schon als ich das Cover gesehen habe, vermutete ich, dass es ein gutes Buch sein wird. Das Buch startet mit dem Rückblick in das Jahr 1995, indem der Kampf zwischen der Protagonistin und dem Nine Elms Killer zur Handlung wird. Dieser Rückblick sorgte in meinen Augen schon für die ersten Gänsehautmomente. Dann folgt die Überleitung in die Gegenwart und der Plot beginnt.
Die Geschichte ist spannend konzipiert. Während man auf der einen Seite Kates clevere Ermittlungen mit Tristan, ihrem Hilfsstudenten/Assistenten, beleuchtet werden, verfolgen wir als Leser das Leben des Nine Elms Killer im Gefängnis und den Täter, der für die neuen Morde in London verantwortlich ist. Dadurch das man die Sichtweisen der Protagonistin sowie der beiden Antagonisten erfährt, liegt in diesem Buch eine gute Spannung vor, die sich bis zum Ende des Thrillers wiederfinden lässt. So wird das Buch durchgängig zum Pageturner, welches sich schlecht aus der Hand legen lässt.

Kate als ehemalige Ermittlerin zeigt sich in ihrer Vorgehensweise sehr stringent und detailliert. Mit Tristan bildet sie ein tolles Ermittlerduo. Besonders gelungen empfand ich die sehr realistische Darstellung der Protagonistin, da ihre Probleme nicht zu überspitzt dargestellt worden sind. Dadurch wirkte sie sehr sympathisch und man konnte zu ihr eine gute Bindung aufbauen. So erhoffe ich mir, dass Tristan in einem kommenden Band auch näher beleuchtet wird.

Wer also auf einen authentischen und grausamen Thriller Lust hat, der kommt mit diesem Buch voll auf seine Kosten. Es liegt eine durchgängige Spannung aufgrund der verschiedenen Perspektiven sowie kurzen Kapitel vor. Das Buch wird schnell zum Pageturner und bereichert den Leser noch einmal mit einem grandiosen Showdown am Ende des Buches. Klare Leseempfehlung !

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Veröffentlicht am 10.12.2020

Niemals vom Weg abkommen

Das Mädchen
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Kurz vorher saß die neunjährige Protagonistin namens Trisha mit ihrer kleinen Familie im Auto auf dem Weg in ein Waldgebiet. Die Wanderung begann und nach paar Metern kam Trisha vom Weg ab. Sie ist nun ...

Kurz vorher saß die neunjährige Protagonistin namens Trisha mit ihrer kleinen Familie im Auto auf dem Weg in ein Waldgebiet. Die Wanderung begann und nach paar Metern kam Trisha vom Weg ab. Sie ist nun auf sich allein gestellt und ist sich nicht dessen bewusst, dass sie vielleicht nie mehr herausfinden könnte. Dabei erwarten sie viele grausamen Dinge im Wald. Die Dunkelheit wird ihr Angst einjagen, der Durst wird aufkommen und sie wird sich mit wilden Tieren auseinandersetzen müssen. Doch eins muss noch gesagt werden: Sie kann nicht ahnen, was sie noch alles aufsuchen wird.

Im Roman „Das Mädchen“ von Stephen King begeben wir uns auf eine Wanderung an der Seite von Trisha durch den Wald. Dabei stoßt das neunjährige Mädchen auf viele Hürden, die sie überwinden muss. Für Trisha wird die Wanderung bzw. der Weg nach ihrer Rettung nicht leicht. Durst, Hunger und Verletzungen widerfahren Trisha. So verfolgen wir Trisha und können sehen, wie eine neunjährige um ihr Überleben kämpft. Dabei lässt uns King tief in die Psyche der jungen Protagonistin einblicken, wodurch man Trisha gut kennenlernen kann. Ihre Gedanken und ihre Handlungszüge in einer derartigen schwierigen Situation sind authentisch gestalten worden. Dennoch fand ich die Protagonistin für ihre neun Jahre im Mindset zu „reif“.
So fragt man sich beim Lesen: Wird Trisha überleben? Ist sie in der Lage einen Weg nach draußen zu finden? Interessante Gedankengänge und diese Fragen, die beim Lesen von „Das Mädchen“ aufkommen, sorgen dafür, dass man am Roman dranbleibt. Trotzdem fehlte mir in diesem Roman das gewisse „Etwas“, was die bisher von mir gelesenen Stephen Kings Bücher beinhalteten. Für mich war es somit kein Horrorbuch, sondern ein simpler Roman, in der die Fantasie der Protagonistin schlimme Streiche spielt.

Fazit: Wer auf einen mystischen Roman - wie man es vom Autor kennt – hofft, wird eher enttäuscht. Dieses Buch zeichnet sich durch eine einfache Handlung aus, in der die Psyche der Protagonistin stark beleuchtet wird. Also: Möchten Sie sich auf eine Reise durch den Wald mit Trisha begeben?

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Veröffentlicht am 06.12.2020

Tief im Wald.

Der Mädchenwald
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Elissa ist ein hochintelligentes Mädchen. Mit ihren 13 Jahren fährt sie schon zu zahlreichen Schachmeisterschaften. Auf dem Weg zum Jugendschachturnier wird sie plötzlich entführt. Als sie erwacht, merkt ...

Elissa ist ein hochintelligentes Mädchen. Mit ihren 13 Jahren fährt sie schon zu zahlreichen Schachmeisterschaften. Auf dem Weg zum Jugendschachturnier wird sie plötzlich entführt. Als sie erwacht, merkt Elissa, dass sie sich in einem dunklen Keller befindet. Sie hat sich mit ihrem Schicksal abgefunden. Doch an einem Tag besucht sie Elijah, der während ihrer Zeit im Keller, immer wieder kommt. Elijah ist nämlich in der Nähe, in einer abgeschiedenen Hütte im Wald, aufgewachsen. Er kennt die moderne Welt nicht. Handys? Computer? Das sind reine Fremdwörter für ihn. Und so entwickelt sich zwischen Elijah und Elissa eine Bekanntschaft, bei der Elijah merkt, dass es nicht richtig ist, Elissa in diesem Keller gefangen zu halten. Doch wenn er jemanden über Elissa erzählen würde, würde sein Leben im nächsten Augenblick zerstört werden. Denn niemand weiß, dass Elissa nicht die erste ist, die in den Mädchenwald gebracht wurde. Gelingt Elissa die Flucht aus dem Mädchenwald mit der Hilfe von Elijah? Parallel verlaufen die Ermittlungen zum Verschwinden von Elissa. Polizistin MacCullagh ist im Einsatz.
Sam Lloyd entwirft mit diesem Buch einen düsteren und psychologischen Thriller, der durchaus eine gute Spannung beinhaltet. Schon zu Beginn des Thrillers wird die düstere Stimmung dem Leser übermittelt. Der Leser darf den Plot aus verschiedenen Perspektiven geschildert bekommen. Um nicht viel vorwegzunehmen, spielt die Handlung aus den drei wichtigsten Perspektiven. Wir verfolgen Elissa in ihrer Gefangenschaft und können ihre Hilfslosigkeit beim Lesen total spüren. Elijahs Perspektive wird zudem auch beleuchtet. Beim Lesen merkt man, wie der Junge in seinen Gedankengängen und Prinzipien zurückgeblieben ist. Nichtsdestotrotz erweist sich Elijah in vielen Handlungszügen als schlau und emotional. Auf der anderen Seite verfolgt man die Ermittlungen der Hauptpolizistin. Dadurch verläuft die Handlung auf zwei verschiedenen Ebenen. Da ich ein großer Fan der Erzählweise bin, hat mir das Prinzip sehr gefallen. Zudem wird jede Sicht aus der Ich-Perspektive geschildert, wodurch man sich als Leser näher an der Geschichte befindet. Aus den drei Perspektiven hat mir Elissas Perspektive gut gefallen, da sie ihre Intelligenz gut einsetzt, um Vorteile aus der Bekanntschaft zu Elijah zu erhalten.
Insgesamt fand ich die Geschichte interessant, da es größtenteils sehr authentisch dargestellt worden ist. So habe ich den Plot bis zum zweiten Teil des Buches spannend verfolgt. Ab da wurde eine weitere Perspektive eingefügt und bei mir war die Luft raus. Ich kann aber nicht sagen, warum es der Fall war. Ich glaube, dass ich die Erzählung ab diesem Punkt teilweise unübersichtlich und unstrukturiert empfand, auch wenn viele Wendungen und zahlreiche Schockmomente vorzufinden waren. Zum Schreibstil kann ich noch sagen, dass der Autor den Kapiteln, Unterkapitel beifügt, wodurch man sich durch die Handlung rasant fortbewegen kann.
Zusammenfassend kann ich sagen: Wäre das Ende des Buches anders gestaltet, würde ich dem Buch die volle Punktzahl geben. Aber vielleicht wird dem Ein oder dem Anderen das Ende gefallen! Bis zu diesem Break war die Geschichte ein Knaller. Wirklich sehr gelungen!

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Veröffentlicht am 03.12.2020

Ein "anderer" Thriller

Mutter Seelen Allein
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Die Protagonistin Katharina führt ein Leben, wie viele andere Frauen es gerne hätten. Ihr wunderbarer Ehemann kümmert sich gut um sie, ihr Sohn Timo bereichert ihr Leben und von Sorgen gibt es keine Spur ...

Die Protagonistin Katharina führt ein Leben, wie viele andere Frauen es gerne hätten. Ihr wunderbarer Ehemann kümmert sich gut um sie, ihr Sohn Timo bereichert ihr Leben und von Sorgen gibt es keine Spur in ihrem Leben. Aber es wird immer Menschen geben, die einem so ein Leben nicht gönnen. Insbesondere ein Mensch gönnt es Katharina nicht. Dieser Mensch ist bereit über Grenzen zu gehen und entführt Katharinas Sohn Timo. Katharinas heile Welt bricht innerhalb ein paar Sekunden ein. Die Suche beginnt und um Timos Leben zu retten, muss die Protagonistin eine folgenschwere Entscheidung treffen. Wie weit wird sie gehen können?

Vorab kann ich sagen, dass es sich bei „Mutterseelenallein“, um keinen gewöhnlichen Thriller handelt. Bei meinem Verständnis vom Thrillern gibt es größtenteils Ermittler, Psychoterror sowie Gewalt. Hier lässt sich keinerlei Spur davon finden. Deswegen ist dieses Buch anders – positiv anders. In diesem Buch erhalten wir Einblicke in die verschiedenen Charaktere und ihre psychischen Probleme. Jeder der Charaktere hat was zu verbergen, was im Laufe des Buches offenbart wird. Dadurch kann man an diesem Buch gut am Ball bleiben, da die Spannung durch die Geheimnisse gut hochgehalten wird. Als Leser wird man in diesem Buch größtenteils auf den falschen Weg gelockt und durch die dadurch resultierten Wendungen geschockt. Dennoch muss ich sagen, dass ich eine längere Zeit – um die 80 Seiten - gebraucht habe, um mich im Buch zurecht zu finden. Irgendwie fiel mir der Einstieg recht schwierig. Woran es gelegen hat, ist schwer zu sagen. Ich gehe davon aus, dass ich mich mit dem Schreibstil recht schwergetan habe. Normalerweise bin ich beim Lesen eines neuen Buches recht schnell in einem „Leseflow“. Hier ist mir der Einstieg in den „Flow“ erst recht spät gelungen.

Die Autorin konstruiert die Geschichte mit verschiedenen Erzählperspektiven, die insgesamt gut gelungen sind. Dadurch konnte man die Sicht von verschiedenen Figuren besser wahrnehmen. Dennoch fiel es mir schwer zu allen Figuren außer Patrick eine Bindung aufzubauen. Diese wirkten zu mir als Leser recht distanziert. Um auf die positiven Dinge in diesem Buch zurückzukommen, kann ich sagen, dass das Tempo zum Schluss des Thrillers gut angezogen wird. Der Leser wird mit einem überraschenden und schlüssigen Finale verabschiedet.

Insgesamt kann ich sagen, dass die Autorin mit diesem Buch beweisen konnte, dass ein Thriller nicht immer blutrünstig und actionreich ist. Dieser Thriller kennzeichnet sich durch andere Dinge aus, welche positiv zu bewerten ist. Dieses Buch ist auf jeden Fall lesenswert für Thrillerfans, die eine andere Seite des Thrillersgenre kennenlernen möchten sowie für Neueinsteiger. Für mich persönlich war es jedoch schwer in dieses Buch einzusteigen und mir fiel der Kontakt bzw. die Auseinandersetzung mit den Figuren schwer.

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Veröffentlicht am 01.12.2020

Zweiter Fall für Kommawski

Verrückt
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Ein 14-jähriges Mädchen namens Lena wird im Berliner Park tot aufgefunden. Ihre Leiche ähnelt Schneewittchen. Nur einem kranken Mörder kann man eine derartige Tat zutrauen. In seinem zweiten Fall übernimmt ...

Ein 14-jähriges Mädchen namens Lena wird im Berliner Park tot aufgefunden. Ihre Leiche ähnelt Schneewittchen. Nur einem kranken Mörder kann man eine derartige Tat zutrauen. In seinem zweiten Fall übernimmt Kommissar Kammowski von der Kriminalpolizei Berlin die Ermittlungen. Dabei rückt der Sohn seiner Nachbarin unter Verdacht, da Oliver nicht nur mit dem Opfer befreundet war, sondern auch unter einer sehr schweren paranoiden Schizophrenie leidet. Oliver wurde schon zig male in die Psychiatrie eingewiesen, verweilte dort jedoch nicht länger als paar Tage, da keinerlei Hinweise auf Eigen- und Fremdgefährdung den Ärzten aufkamen. Nach paar Tagen verschwindet jedoch ein weiteres Mädchen aus Olivers Bekanntenkreis. Die Suche nach dem Täter beginnt.

Mit „Verrat“ startete die Autorin die Reihe um Kommissar Kammowski und nun steht der zweite Fall für den Protagonisten an. Das Buch lässt sich schon seit der ersten Seite flüssig lesen, worauf ich das Buch innerhalb eines Tages verschlungen habe. Da ich den Vorband nicht gelesen habe, konnte ich mich trotzdem recht schnell mit dem Protagonisten vertraut machen. Dieser erweist sich in vielen seinen Denkansätzen recht schlüssig und nachvollziehbar. In diesem Kriminalroman wird Kammowski von zwei Seiten detailliert beleuchtet, da man ihn von seiner privaten Seite gegenüber der Familie und der Seite im Job gut kennenlernen kann. Außerdem ist er trotz seiner schnellwechselnden Laune, ein sehr sympathischer Ermittler.
Die Geschichte bekommt ein gutes Tempo und durch die kurzen rasanten Kapitel wird die Spannung hochgehalten. Abseits der Ermittlungen erhalten wir Rückblicke von Lena und ihrer Zeit in der Psychiatrie. Dadurch erhält der Fall eine gute Tiefgründigkeit. Zugleich lesen sich die Rückblicke schwierig, da dem Leser ja bewusst wird, was dem Mädchen passieren wird. Dennoch hätte ich mir gewünscht, dass man im hauptsächlichen Handlungsstrang noch mehr Einblicke in die Psychiatrie erhält, da die Autorin auf diesem Gebiet ein enormes Wissen hat und die Einblicke in dieses Gebiet recht kurz waren. Mit dem Ende gebe ich mich nicht zufrieden, da es recht abrupt kam und sehr abgehackt wirkte. So kann ich aber über ein gutes Gesamtpaket sprechen.

Rundum hat mir der Kriminalroman „Verrückt“ ganz gut gefallen, da ein schlüssiger Fall den Ermittler erwartet hat. Der Ermittler Kammowski stellte für mich einen sehr gelungenen Protagonisten dar, da er authentisch und sympathisch wirkte. Ich freue mich auf jeden Fall auf die Fortsetzung!

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