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Veröffentlicht am 02.02.2025

Leben im mittelalterlichen Wales

Die Tochter der Drachenkrone
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Das Leben von Gwenllian, einer walisische Fürstentochter, wird sehr bewegend erzählt. Im Laufe des Romans durchlebt sie eine persönliche Entwicklung von einem ungebändigten jungen Mädchen hin zu einer ...

Das Leben von Gwenllian, einer walisische Fürstentochter, wird sehr bewegend erzählt. Im Laufe des Romans durchlebt sie eine persönliche Entwicklung von einem ungebändigten jungen Mädchen hin zu einer gereiften Frau, die ihre Interessen zu wahren weiß.
In den Auseinandersetzungen zwischen Walisern und Normannen waren Frauen oftmals Spielball von politischen Interessen, um Bündnisse zu schmieden und zu festigen. Diesem sieht sich Gwenllian auch ausgesetzt, sogar ihre Brüder versuchen sie für eigene, aber nicht übereinstimmende, Ziele einzusetzen.
Das Buch stellt den Auftakt einer neuen historischen Reihe dar, ist aber in sich abgeschlossen. Laut der Autorin wird im Folgeband jedoch die Geschichte einer anderen Generation erzählt.
Vom Schreibstil her liest sich der Roman sehr gut, über die für uns komplizierten Namen bin ich zu Beginn etwas gestolpert. Um zwischen den zahlreichen Protagonisten nicht den Überblick zu verlieren, helfen das Personenverzeichnis zu Beginn und die Stammbäume am Ende des Buches, ich musste einige Male nachschlagen. Man merkt beim Lesen, dass die Geschichte auf der Grundlage einer intensiven Recherche entstanden ist. Nicht nur die Orte und historischen Personen, sondern auch die Lebensumstände, der Alltag und die politischen Verflechtungen werden interessant und über weite Strecken hinweg spannend erzählt. Das Nachwort sollte man auch unbedingt lesen, denn dort erfährt man, was historisch belegt und was fiktional ist.
Liebhabern historischer Romane kann ich diesen Roman empfehlen. Es lohnt sich, die 600 Seiten durchzuhalten, man wird mit einem spannenden Ende belohnt. Für mich hätte es sogar noch dramatischer sein können.

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Veröffentlicht am 09.01.2025

Konnte mich nicht richtig begeistern

Der Weihnachtsmannkiller. Ein Winter-Krimi aus Ostfriesland
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Der Krimi las sich nicht so spannend, wie erwartet. Die Handlung war vorhersehbar, die Personen, insbesondere die Kommissarin fand ich sehr blass angelegt, ich fand keinen Bezug. Das einzig interessante ...

Der Krimi las sich nicht so spannend, wie erwartet. Die Handlung war vorhersehbar, die Personen, insbesondere die Kommissarin fand ich sehr blass angelegt, ich fand keinen Bezug. Das einzig interessante waren die Gedankengänge des Killers, wer es war, offenbarte sich recht rasch.
Ich habe für das (in der Länge überschaubare) Buch doch länger gebraucht, als sonst bei meinem üblichen Lesetempo. Da es mich nicht fesseln konnte, hatte ich immer mal wieder eine Lesepause eingelegt. Der Schreibstil konnte mich einfach nicht packen. Ganz nett zu lesen aber nicht überzeugend. Die Fortsetzung werde ich nicht lesen.
Bewertung: 2,5 Sterne

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Veröffentlicht am 28.12.2024

Überlebensmodus einschalten – sofort!

One Perfect Couple
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Vorneweg: Von Realityshows halte ich herzlich wenig, jedoch hat mich die Story mit dem darin steckenden Konfliktpotential interessiert. Ruth Ware hat mich auch nicht enttäuscht, denn sie hat dieses Unterhaltungsformat ...

Vorneweg: Von Realityshows halte ich herzlich wenig, jedoch hat mich die Story mit dem darin steckenden Konfliktpotential interessiert. Ruth Ware hat mich auch nicht enttäuscht, denn sie hat dieses Unterhaltungsformat durchaus kritisch gewürdigt und hinterfragt die Methoden während der Challenges.

Kurz zum Inhalt: Lyla und Nico nehmen an einer Realityshow auf einer kleinen, einsamen Insel im Indischen Ozean teil. Lyla als Virologin eher unfreiwillig, um Nicos Schauspielkarriere nicht im Wege zu stehen. Das Vorsprechen verläuft eher hastig und ehe sie es sich versehen, sind beide gemeinsam mit vier weiteren Paaren unterwegs auf einer Yacht ins tropische Paradies. Ein verheerender Sturm lässt die traumhafte Kulisse zu einem Alptraum mutieren, bei dem es letztendlich darum geht, die Tage zu überleben, bis Hilfe kommt.

Meine Sicht auf das Buch: Die Geschichte lässt sich langsam an, erzählt wird aus der Sicht von Lyla. Auf der Insel angekommen, nimmt die Handlung an Fahrt auf, mit dem Sturm dann bleiben nur noch wenig Atempausen. Der Schreibstil von Ruth Ware liest sich flüssig und mit den oft kurzen Kapiteln kann jeder dem eigenen Leserhythmus nachgehen.

Stilistisch gelingt es der Autorin durch die Einblendungen aus Tagebucheinträgen und den Versuchen, Funksprüche abzusetzen, die Ernsthaftigkeit der Situation und die Verzweiflung der Protagonisten herauszuarbeiten. Wobei man die Tagebucheinträge erst gegen Ende richtig einordnen kann.
Jede der Hauptpersonen spielt seine Rolle mit den ureigenen Stärken und Schwächen. Die Notlage führt dazu, dass man dabei entweder über sich hinauswachsen und neue Fähigkeiten erwerben muss oder auch erkennt, wer versucht die Situation für eigenen Machtspielchen auszunutzen. Der ein oder andere bleibt dabei auf der Strecke. Ob dies immer realitätsnah ist, kann man hinterfragen, aber auch mit der isolierten, spannungsgeladenen Situation der Überlebenden erklären.

Fazit: Ein durchaus lesenswerter Thriller, der alles andere als langweilig ist. Am Schluss löst sich das Wesentliche auch auf, jedoch hat mich das Ende nicht völlig zufriedengestellt, der große, erwartete Paukenschlag blieb irgendwie aus.

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Veröffentlicht am 21.12.2024

Kurzweiliger, spannender Roman

Nachtflut
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Eine Sturmflut an der Ostseeküste bedroht den Ort, in dem die traumatisierte Elisa lebt. Es muss evakuiert werden, aber Elisa zögert so lange, bis ein Entkommen nicht mehr möglich ist. Den Nachbarn gegenüber ...

Eine Sturmflut an der Ostseeküste bedroht den Ort, in dem die traumatisierte Elisa lebt. Es muss evakuiert werden, aber Elisa zögert so lange, bis ein Entkommen nicht mehr möglich ist. Den Nachbarn gegenüber war die Flucht vor der Flut auch nicht mehr möglich. Alle tragen ihre Geheimnisse mit sich und nun stecken sie zusammen fest und müssen auf Hilfe hoffen.
Vorneweg: Das Buch liest sich einfach weg, an zwei Abenden hatte ich es beendet. Es ist sehr gut lesbar geschrieben, die Geschichte hat einiges an Facetten zu bieten und nach und nach kommen die verborgenen Heimlichkeiten ans Licht. Erzählt wird aus unterschiedlichen Sichten, was dem Lesespaß keinen Abbruch tut, im Gegenteil. Dadurch öffnen sich die Beweggründe der Protagonisten dem Leser einfacher. Zwischendurch bangt und hofft man mit den Hauptpersonen mit und gegen Ende wird man auch noch überrascht. Ein gelungener Schluss lässt den Leser zufrieden zurück. Für die volle Anzahl der Sterne reicht es nicht ganz, denn es handelt sich nicht um ein literarisches Meisterwerk. Aber es bleibt eine interessante Story für zwischendurch, die es schwer macht, das Buch aus der Hand zu legen.

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Veröffentlicht am 07.12.2024

Eine psychopathische Psychotherapeutin

Mordscoach
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Wer hier ein Buch erwartet, welches an die Richter-Reihe von Thorsten Schleif oder an die Achtsam-Krimis von Karsten Dusse heranreicht, wird etwas enttäuscht werden. Die Grundidee des Romans, eine psychoanalytische ...

Wer hier ein Buch erwartet, welches an die Richter-Reihe von Thorsten Schleif oder an die Achtsam-Krimis von Karsten Dusse heranreicht, wird etwas enttäuscht werden. Die Grundidee des Romans, eine psychoanalytische Supervisorin zu einer Serienmörderin mutieren zu lassen, hat durchaus Witz und ich bin auch der Meinung, dass man das Buch nicht zu ernst nehmen darf. Eine Therapeutin, die zunächst wider Willen zu mörderischer Hochform aufläuft, ist keine literarische Durchschnittskost. Zumal der Krimi voll mit ausführlichen therapeutischen Ausführungen gespickt ist, was mir mit der Zeit doch zu viel war und mich dazu brachte, auch mal längere Lesepausen einzulegen. Am Ende fehlt der richtige Schlusspunkt, so dass sicher Band zwei folgen wird. Ob ich dem dann folge, kann ich noch nicht sagen
Dennoch hat mich der Krimi auf seine eigene Art doch noch unterhalten, die ganzen Umstände des Handelns von Sophie Stach und die Tatsache, dass sie selbst auch therapiert wird, ist amüsant. Daher auch die 3 Sterne.

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