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Veröffentlicht am 07.12.2024

Von Nekromantie, Geisterbeschwörung und fehlgeleiteter Loyalität.

Artefakt des Todes
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„Artefakt des Todes“ ist der neue Dark-Fantasy-Roman von Gina Riot, in der dunkle Magie durch die Düsternis wabert.

Wir erleben das Geschehen aus drei Perspektiven, sodass wir die Protagonisten samt ihren ...

„Artefakt des Todes“ ist der neue Dark-Fantasy-Roman von Gina Riot, in der dunkle Magie durch die Düsternis wabert.

Wir erleben das Geschehen aus drei Perspektiven, sodass wir die Protagonisten samt ihren unterschiedlichen Leben(seinstellungen) genau kennenlernen können. Hofmagier Weidemar, der Uhlia Fortrest hörig untertan ist, erbittet von einem Studienfreund Hilfe für einen Auftrag von Wichtig- und höchster Dringlichkeit. Zwar ist er selbst in Nekromantie bewandert – einem Fach, das in weiten Teilen der Erdenwelt als schändlich gilt und verboten ist –, jedoch nicht in Geisterbeschwörungen. Dandrian – der sein Leben der (Er)Forschung von geisterhaften Erscheinungen widmete und gewiss weiß, wie mit etwaigen Probleme, die in den verfluchten, von Kreaturen besetzten Wäldern warten, umzugehen ist – könnte die Suche nach dem benötigten Relikt vereinfachen. Dabei wird lediglich in vagen Legenden von dessen Existenz – und Beschützer – berichtet. Doch der Baron setzt jegliche Hoffnung in dieses Artefakt, um einem nahenden Krieg entgegenzuwirken. … Loras schließt sich seinem Bruder an, kann er bestimmt mit seinen verwerflichen Talenten der (s*xuellen) Betörung von Nutzen sein. Und so treffen die Männer nach Jahren wieder aufeinander, begeben sich in unerwartete Gefahren, in eine längst vergangene Tragödie; riskieren, Verstand und Leben zu verlieren. Um am Ende vor der Frage zu stehen, ob es das wert gewesen war?!

Wie gewohnt schafft es Riot, eine einnehmende, dunkle Atmosphäre zu kreieren und durchweg aufrechtzuerhalten. Alle drei Magier wurden mit Eigenheiten ausgearbeitet und zeigen auf ihrer mysteriösen Mission Seiten von sich, die rasch den anfänglichen Eindruck revidieren. In diesem Buch befinden wir uns in einem Teil der – von der Autorin für ihre Geschichten aufwendig erschaffenen – Erdenwelt. Hintergründe über Magie und Politik, diverse Gegebenheiten und Strukturen von Scór sowie Erklärungen über Geisterwesen, ihre Arten und Rituale sind schlüssig im Verlauf integriert. Da der Fokus auf der Suche nach dem Artefakt des Todes und Dandrians Expertise liegt, bleiben die Nebenfiguren im Hintergrund, dafür ist der Wald mit seinen Irrungen und schaurigen Wesen, alles, was sich dort ereignet, lebhaft beschrieben. Spannende, interessante Sequenzen wechseln sich mit Längen ab – wenn sich auch bedrohliche und aufschlussreiche Ereignisse, hin und wieder ein Hauch Humor und Überraschungen in der Storyline finden, waren vor allem die letzten Kapitel tempo- und wendungsreicher Natur.

Obgleich die Dialoge dem – für High-Fantasy oft historisch anmutenden– Setting und den strikten Hierarchien angemessen und gewissermaßen respektvoll formuliert wurden, empfand ich das ständige »(Mein) Lieber« unglaublich nervig, übertrieben und alles andere als natürlich. Auch gab es einiges, was den Verlauf zum Stillstand verleitete – ob kreisende Dialoge oder Dandrians anstrengende »Hinhalte-Taktik« – und Aussagen/Beschreibungen, die sich wiederholen. Im dichten, dunklen Grün sind es nicht nur angriffslustige Erscheinungen und Ungewissheit, die die Gefährten beschäftigen. Auch sorgen moralische Belange und die zweifelhaften Fragen der Brüder für Reibereien – doch Waldemarts Treue ist unverrückbarer … und so wächst die Kluft, die mit Anspannung und Ärger gefüllt ist …

Was auch immer die Kameraden zu finden erwartet haben, das, was sie bekommen, war es sicher nicht – Magie, Geister, Krieg und (Liebes)Tragik, Trauer sowie Manipulation, blinder Gehorsam und die Gier nach Macht sind nur einige der Elemente, die von Gina Riot integriert wurden. „Artefakt des Todes“ war eine gute Dark-Fantasy-Story, die mich zwar nicht vollkommen von sich überzeugen oder fesseln, aber dennoch unterhalten konnte.

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Veröffentlicht am 01.12.2024

Es gibt so viele andere gute Bücher mit dieser Thematik.

My Body is a Cage
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Als Betroffene greife ich oft zu Romanen, die psychische Probleme aufgreifen; mit denen AutorInnen für ein bisschen mehr Achtsamkeit und Aufmerksamkeit sorgen (können). Weil unsichtbare Erkrankungen auch ...

Als Betroffene greife ich oft zu Romanen, die psychische Probleme aufgreifen; mit denen AutorInnen für ein bisschen mehr Achtsamkeit und Aufmerksamkeit sorgen (können). Weil unsichtbare Erkrankungen auch heute noch viel zu häufig abgetan, nicht verstanden werden und sich jede mentale „Störung“ so vielfältig und individuell äußert, wie die verschiedenen Geschichten geschrieben sind.
Und dann gibt es Bücher, in denen zwar Worte aneinandergereit wurden, doch ohne etwas zu sagen. Bedauerlicherweise zählt „𝐌𝐲 𝐁𝐨𝐝𝐲 𝐢𝐬 𝐚 𝐂𝐚𝐠𝐞“ für mich in diese Kategorie. Dass sich diese vermeintlich poetische, halbgar und unfertig anmutende Story an Jugendliche richtet, ist besonders enttäuschend.

Lara Schützsack beweist ohne Frage ein lyrisches Talent, weiß mit verschnörkelten Worten umzugehen und in Bildern zu erzählen. Auch der melancholische Ton sowie die düstere, beklemmende Atmosphäre waren den Intentionen dieses Romans angemessen. Aber erst auf den letzten 40 Seiten gab es einen Hauch Gefühl, Zeitdruck und Verzweiflung.

Malina, die ihre Angst um ihre Schwester auf ungesunde Art kompensiert, als „einfaches Kind“ hinten ansteht; Isa, die versucht, ihrer Verzweiflung mit Kälte und Zwang Ausdruck zu verleihen, und Frieder, der sich ruhig distanziert. Diese und weitere Arten, um mit der bedrohlichen, schweren Situation umzugehen, habe ich selbst in meinem Umfeld erlebt – und doch waren die Charaktere in diesem Büchlein flach und substanzlos, wie der Verlauf und die Erkrankung(en).

Weder gab es eine authentische Darstellung von Lucindas „Problemen“ und dem Befinden der Familie noch eine Aufarbeitung der zahlreichen Konflikte oder des Traumas, das sich im Verlauf zusätzlich in deren Leben schleicht. [Wobei ich hier den Sinn hinterfrage: Wenn das, was der Fokus sein soll, schon nicht greifbar ausgearbeitet wurde, wieso dann noch einen Schocker draufsetzen?]
Ebenfalls fehlte die bemühte, verständnisvolle Unterstützung seitens der Eltern, der Drang, verstehen zu wollen.

Da aus der Perspektive von Malina erzählt wird – die ihre große Schwester nicht nur vergöttert, sondern regelrecht in einer Co-Abhängigkeit gefangen ist – bekommen die LeserInnen keinen Eindruck von dem, was in der Älteren vorgeht. Hier und da wird zwar ersichtlich, dass diese psychisch krank ist – Depressionen, Essstoerung, Stimmungsschwankungen und Lebensmüdegedanken- sowie äußerungen –, sich mit Manipulation und Lügen durch das Familienleben windet, jedoch mangelt es an Mehr. Einem Bezug.
Man könnte vermuten, dass zumindest die erzählende Schwester Raum, Kontur bekommt?! Aber nein, auch deren Empfindungen bleiben verborgen, ist sie doch hauptsächlich Betrachterin von Geschehen und Veränderungen. Damit hält die Autorin nicht nur konstant eine wirre Ungewissheit aufrecht, sondern schafft auch Distanz.
Blass. Blass bleiben die Figuren, blass bleiben die Emotionen. Probleme sind deutlich vorhanden, doch keines wird besprochen oder gar gelöst; vage Andeutungen in einem Text, der nichts zu Ende bringt, ausführt oder erklärt, sorgen weder für Verständnis, Identifikation noch dazu, sich einzufühlen. Wie erwähnt gibt es eine weitere Komponente, die – wahrscheinlich anstelle eines klaren Abschluss' – unbedingt eingebracht werden musste, definitiv nicht ohne ist, aber unstimmig wirkt.

Ich lese seit über der Hälfte meines Lebens Bücher zum Thema Essstoerung und selten hat mich ein Roman, der Aufmerksamkeit schaffen sollte, derart fragend zurück gelassen.
⚠️ Außerdem muss gesagt werden, dass es sich bei diesem Buch um eine NEUAUFLAGE handelt. „My Body is a Cage“ erschien bereits vor ca. zehn Jahren unter dem Titel „Und auch so bitterkalt“.

🌺 Ihr sucht ein Buch mit einer Aussage, in dem es um liebende Schwestern geht, um den Kampf und die Tragik der Essstörung sowie die zerstörerischen Auswirkungen auf Familie/Umfeld? Dann solltet ihr euch „𝐖𝐚𝐬 𝐟𝐞𝐡𝐥𝐭 𝐰𝐞𝐧𝐧 𝐢𝐜𝐡 𝐯𝐞𝐫𝐬𝐜𝐡𝐰𝐮𝐧𝐝𝐞𝐧 𝐛𝐢𝐧?“ von Lilly Lindner anschauen. Einfühlsam, schmerzhaft und ECHT.

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Veröffentlicht am 01.12.2024

Ausbaufähig, aber zu empfehlen.

Maevis
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„𝐇е𝐮𝐭е 𝐢𝐬𝐭 𝐦𝐞𝐢𝐧 𝐆𝐞𝐛𝐮𝐫𝐭𝐬𝐭𝐚𝐠 𝐮𝐧𝐝 𝐝𝐞𝐫 𝐓𝐚𝐠, 𝐚𝐧 𝐝е𝐦 і𝐜𝐡 𝐬𝐭е𝐫𝐛𝐞𝐧 𝐦𝐨𝐞𝐜𝐡𝐭𝐞.“

In ihrem neuen Roman führt uns Laura Misellie mitten hinein in eine postapokalyptische Welt – ein Jahr ist vergangen, seit sich ein ...

„𝐇е𝐮𝐭е 𝐢𝐬𝐭 𝐦𝐞𝐢𝐧 𝐆𝐞𝐛𝐮𝐫𝐭𝐬𝐭𝐚𝐠 𝐮𝐧𝐝 𝐝𝐞𝐫 𝐓𝐚𝐠, 𝐚𝐧 𝐝е𝐦 і𝐜𝐡 𝐬𝐭е𝐫𝐛𝐞𝐧 𝐦𝐨𝐞𝐜𝐡𝐭𝐞.“

In ihrem neuen Roman führt uns Laura Misellie mitten hinein in eine postapokalyptische Welt – ein Jahr ist vergangen, seit sich ein Virus unerklärlichen Ursprungs in rasender Geschwindigkeit ausgebreitet und einen Großteil der Zivilisation ausgelöscht hat. Zurück blieben Straßen, in denen das Gesetz des Stärkeren herrscht, Anarchie und nur wenige, die weder infiziert wurden noch den Umständen, Banden oder den 'Frenzуs' zum Opfer fielen. Bisher. „Maevіѕ: Die Dunkelheit in uns“ ist der erste Teil aus dem „Fear thеm Univerѕum“, in sich abgeschlossen und erzählt die Geschichte von Mae – einer jungen Frau, die alles und jeden verloren hat, gänzlich allein und nicht mehr bereit ist, jeden Tag zu kämpfen. Doch ein nächtlicher Schrei hält sie von ihren Plänen ab. Ein Hoffnungsleuchten oder nur das Schicksal, dass sich einen Spaß erlaubt? Was auch immer Mae vorfinden wird: Die kommenden Monate halten Erfahrungen, Begegnungen und zarte Gefühlsregungen bereit, von denen sie nicht mehr zu träumen wagte … Auf wenigen Seiten schuf die Autorin ein Szenario, in das Einzutauchen schmerzlich ist. Durch einen nüchternen, distanzierten Stil waren die Schwere, die schiere Ausweglosigkeit allumfassend, die Atmosphäre stets düster und die Stimmung zu keiner Zeit leicht. Wir können nur erahnen, wie Mae einst war, doch ihre Veränderung, solche, die wohl jeder durchläuft, wenn nur ein Moment der Schwäche den eigenen Tod bedeutet, sich selbst zum Opfer machen könnte, wirkte echt. Verständlich. Überlebenswichtig.

Misellie führt ihre Protagonistin – abgeklärt und hart – zu Clarke, zu weiteren Menschen, durch geplünderte Orte, zu einer Ahnung von Sicherheit und gibt der Truppe ein Ziel. Aber in diesen Zeiten ist nichts gewiss, nichts sicher. Weder die Zahl noch die Gesichter derer, mit denen man hofft, irgendwo anzukommen. Im Verlauf finden sich einige Hintergründe über den Virus, tragische Momente, beschwerliche Stunden und Abschiede. Blut wird vergossen, Menschlichkeit gesucht – und ein Hauch bitterer Hoffnung gefunden.

Aufgrund der Kürze fehlt es dem Geschehen jedoch an Tiefe, dadurch fiel es schwer, zu den einzelnen Charakteren, ihrer Dynamik eine Bindung aufzubauen oder sich vollkommen in die Story fallen zu lassen. Der Spannungsfaktor ging in der Schnelle, in der Wochen und Monate vergehen, leider unter. Auch die Ablenkung durch »Körperliches« erschließt sich mir in den hier geschilderten Umständen, in denen das eigene Ableben überall lauert, nicht. Hingegen fand ich das Finale sehr gut!

Man weiß nie, wozu man fähig ist, bis man überleben muss. …

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Veröffentlicht am 29.11.2024

Guter Roman mit wichtiger Botschaft.

When Women were Dragons – Unterdrückt. Entfesselt. Wiedergeboren: Eine feurige, feministische Fabel für Fans von Die Unbändigen
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Auf „When Women Were Dragons“ habe ich so lange hingefiebert – nicht nur, weil ich ein großer Drachenfan bin, sondern auch eine begeisterte Leserin von feministischen, zeitgemäßen Romanen.

Wenn ihr euch ...


Auf „When Women Were Dragons“ habe ich so lange hingefiebert – nicht nur, weil ich ein großer Drachenfan bin, sondern auch eine begeisterte Leserin von feministischen, zeitgemäßen Romanen.

Wenn ihr euch den Klappentext anschaut, wisst ihr bereits, wie die Ausgangslage aussieht und in welcher Situation wir uns befinden.

Kelly Barnhill führt uns in eine Welt, die unserer sehr ähnlich ist, geschmückt mit einer cozy Atmosphäre und dem typisch-amerikanischen Charme.
Nur, dass sich 1955 zahlreiche Frauen in Drachen verwandelten, jene zurückließen, denen keine Schuppen und Flügel wuchsen und aufbegehrten. Das System in Flammen aufgehen lassen, ihre Wut herausbrüllen wollten. Oder mussten?
Alex Green wächst in dem „danach“ auf, hat, wie andere auch, unzählige Fragen, doch das Thema ist tabu. Jedoch sind die Veränderungen in der Gesellschaft, die verhärteten Fronten seit diesem Ereignis unübersehbar. Und die Welt? Die hat nicht gelernt, versucht weiterhin, das weibliche Geschlecht kleinzuhalten, ungebildet, still, hörig …

Das hier gezeichnete patriarchalische System entstand leider nicht aus der Fiktion, daher war ich sehr gespannter auf die Hintergründe der Wandlung, auf die „heutige“ Entwicklung von Green und ihren Geschlechtsgenossinnen sowie die kommenden Ereignisse.
Auf intelligente und einprägsame Art zeigt die Autorin, wie eine Welt aussehen könnte, in denen Frauen die Macht, das Ansehen hätten. Zeigt gleichermaßen, in welchen Belangen – unterschwellig, zart – diese noch immer Unterdrückung, Bevormundung und Vorurteilen ausgesetzt sind. „When Women's were Dragons“ wurde klar und einfühlsam geschrieben, die Wichtigkeit und die Komplexität, die dem Geschehen inne liegen, kommen deutlich zur Geltung. Bringen etwas zum Klingen, lösen Emotionen ob der Ungerechtigkeit aus. Zusätzlich regt Barnhill zum Nachdenken an, lässt die Leserschaft in sich gehen, während sie von dem nie endenden Kampf um Freiheit, Selbstbestimmung, Gleichheit des weiblichen Geschlechts spricht.
Aber – mir fehlte es an dem gewissen Mehr. Versteht mich nicht falsch: Thema und Botschaft sind relevant, sind gut. Die ersten Kapitel drehen sich, wie im gesamten Verlauf die Gedanken, rege im Kreis. Statt Zorn und Aufbegehren bleibt der Ton oft leise. Es fehlte an Spannung, Vorankommen, Kraft und – wenn schon mit echten Fantasy-Elementen gespielt wird – an einer schlüssigen und bis zum Ende durchdachten Ausarbeitung.

Ein interessanter Roman mit ungemein wichtiger Botschaft, starken Themen, denen es öfter an Kraft fehlte.

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Veröffentlicht am 25.11.2024

Kurzweilige, spannende Unterhaltung.

Das Kalendermädchen
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Mit „𝐃𝐚𝐬 𝐊𝐚𝐥𝐞𝐧𝐝𝐞𝐫𝐦𝐚𝐞𝐝𝐜𝐡𝐞𝐧“ schrieb #SebastianFitzek einen spannenden Psychothriller, der nicht nur mit seiner düsteren Stimmung und der auslösenden Beklemmung hervorragend in die Weihnachtszeit passt. ...


Mit „𝐃𝐚𝐬 𝐊𝐚𝐥𝐞𝐧𝐝𝐞𝐫𝐦𝐚𝐞𝐝𝐜𝐡𝐞𝐧“ schrieb #SebastianFitzek einen spannenden Psychothriller, der nicht nur mit seiner düsteren Stimmung und der auslösenden Beklemmung hervorragend in die Weihnachtszeit passt.

Erzählt wird auf verschiedenen Zeitebenen sowie aus wechselnden Perspektiven. Dieser Umstand hält die LeserInnen dazu an, das Geschehen mit Aufmerksamkeit zu verfolgen, um nichts zu verpassen. Zugleich erwachen durch diesen Aufbau eigene Vorahnungen – ich kam jedenfalls nicht umhin, Mutmaßungen anzustellen, mich in dem undurchdringlichen Netz, welches der Autor gekonnt sponn, zu verlieren.

Im Vergleich zu anderen deutschen, hochgelobten Autoren von Thrill & Crime finde ich den Stil von Fitzek wirklich gut. Zu keiner Zeit entsteht der Eindruck von Monotonie oder „einfach so runtergeschrieben“. Worte wurden ebenso bedacht gewählt, wie Twists präzise platziert.
Obgleich die Erzählweise eine gewisse Distanz aufrechterhält, unabhängig der Perspektive, schwingt neben entsprechenden Emotionen, Verzweiflung und nagender Angst auch Wahnsinn mit. Die Abgeklärtheit eines Psychopathen.
Die kreierte, stets bedrohliche Atmosphäre samt der Ungewissheit sorgen für eigenes Unbehagen abseits der Buchseiten. Vor allem Almas Situation, Olivias Hoffnung und die Einblicke in die Vergangenheit lassen mitfühlen und schaffen es, zu berühren.

Wenn die Storyline auch stellenweise konstruiert, einige „Zufälle“ mindestens too much waren, im Gesamten die Glaubwürdigkeit fehlte; die psychische Betrachtung der „Täter“ und der Strang um das „Kalendermädchen“ sicher noch mehr Gänsehautmomente bereitgehalten hätten, fesselte mich dieser Thriller mit seinen Schockern und Offenbarungen so, dass ich keine 24 Stunden brauchte, um das neuste Fitzek-Werk zu beenden.

Außerdem werden mMn auch einige wichtige Punkte thematisiert: sei es Adoption, Stammzellenspende, religiöser Fanatismus oder das Verhalten von Opfern und die (fehlenden) Reaktionen der Gesellschaft auf „unglaubliche“ Taten. 
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