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Veröffentlicht am 25.09.2025

Gute Idee, insgesamt nette Story mit Schwächen

Prinzessin der tausend Diebe – Betrayed
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„Prinzessin der tausend Diebe – Betrayed“ ist der Auftakt einer Dilogie, die stellenweise unerwartet brutal ist, Sora an ihre körperlichen, psychischen und moralischen Grenzen treibt und die Frage aufwirft: ...

„Prinzessin der tausend Diebe – Betrayed“ ist der Auftakt einer Dilogie, die stellenweise unerwartet brutal ist, Sora an ihre körperlichen, psychischen und moralischen Grenzen treibt und die Frage aufwirft: Wie weit würdest du gehen – um zu retten und dich zu rächen?

Seit Sora und ihre kranke Mutter verstoßen wurden, halten sie sich mit einem kleinen Café auf der Insel Jeju über Wasser und aneinander fest. Doch die 21-Jährige kann sich bis heute nicht der Wut entziehen, die sie bei dem Gedanken an ihren Vater, an den Clan, der aus Mördern und Dieben besteht, und an den Platz, der ihr genommen wurde, überkommt. Bei der Erinnerung an ihren Makel. Denn sie ist die einzige der Hong-Familie, die ohne Mana – ohne Magie – zur Welt kam. Eine Schande. Der Grund, warum ihre Mutter in dieses Leben gedrängt, gedemütigt wurde.
Als plötzlich ein Brief ihres Vaters eintrifft, in dem er sie nach Busan und auf den Sitz des verdorbenen Imperiums einlädt, ändert sich für Sora alles – drastischer, als sie jemals wollte …

Thea Hong erzählt in einem einfachen und klaren Stil, der uns die Ereignisse lebendig verfolgen lässt und uns die Kulisse vor Augen führt. Obgleich sich blutige und grausame Szenen, Kampf und Verlust, Tragik und Enttäuschungen häufen, die Melancholie in einer subtilen Note mitschwingt, sind Monologe und Gespräche häufig in einem sarkastischen, trockenen Ton dargelegt, sodass ein gewisser Humor nicht zu kurz kommt.
Sora, durch die wir die Geschehnisse verfolgen, ist die Verbitterung anzumerken, ihr Schmerz, ihre Scham. Zwar war sie auf die menschlichen Gefahren der Hong-Dynastie, die Gewaltbereitschaft von Jia und die fadenscheinigen Ausreden des Patriarchen Hong gefasst, aber mit der raschen Wendung, die ihr Aufenthalt in Busan nimmt, konnte sie nicht rechnen. Von einem auf den anderen Augenblick besitzt sie berauschendes Mana, hat einen Gott beraubt und diesen an der Backe. Als wären das nicht genügend Komplikationen, wird sie langsam von der gestohlenen Macht in ihrem Inneren umgebracht und eh sie sich’s versieht, wird sie gezwungen, sich in zehn – grotesken – Prüfungen mit ihrer Halbschwester zu messen. Auf Leben und Tod. Aufgaben, für die Sora nicht ausgebildet ist. Solche, die sie in die verschiedenen Höllenkreise führen, ihr Stück für Stück Gewissen, Güte und Menschlichkeit nehmen. Doch die junge Frau ist nicht gewillt, zu scheitern, und bereit, für ihren rechtmäßigen Platz alles zu geben und sämtliche Grenzen zu überschreiten.
Dass es gerade Ran ist, dem sie in dieser Welt aus Mord, Gewalt und Verrat, aus Machtgier und veralteten Strukturen vertraut, ist nicht einzig dem Versprechen, das sie dem Tigergott gab, und ihrer Reue geschuldet …

Obgleich mich der Roman nicht komplett überzeugen konnte, hat „Betrayed“ viel Interessantes und Gutes zu bieten – da wären die zwischenmenschlichen Entwicklungen, die ebenso wie einige Enthüllungen und Pläne für Überraschungen sorgen. Sora, die sich auf eine Weise verändert, die im Angesicht von Verlust und schweren Entscheidungen, von Blutvergießen und Leid nachvollziehbar wirkt. Einblicke in ihre Vergangenheit und das ärmliche Leben, das sie mit Heesun führte, geben ihrem Wesen zusätzlich Tiefe. Die Höllenprüfungen hielten spannende Momente bereit und die Auswirkungen von Macht(Gier), Druck und Trauer wurden anschaulich integriert. Auch die romantische Komponente, die großteils einem Hintergrundrauschen gleichkommt und sich nur hin und wieder in schmachtenden Sequenzen zeigt, war insgesamt passend und trug zur Auflockerung bei. Ran blieb (zumindest in diesem Band) eher blass, doch aktuell verspüre ich nicht das Bedürfnis, herauszufinden, ob sich das im finalen Teil ändert. Warum?
Im Text finden sich reichlich (inhaltliche und Wort-)Wiederholungen sowie Fehler. Mehrfach hatte ich den Eindruck, dass einzelne Passagen (auch Verhaltensweisen/Reaktionen) nicht stimmig und Szenen wirr waren. Letztlich empfand ich die Story weder ausreichend fesselnd noch gänzlich rund. Außerdem: Hört man auf, wenn die große Schlacht geschlagen und „alles“ vorerst geklärt ist, ist „Prinzessin der tausend Diebe“ [der Titel erschloss sich mir übrigens nicht] ein – lässt man meine Kritik außen vor – guter Fantasy-Standalone.


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Veröffentlicht am 23.09.2025

Gute Idee, solide Story mit Schwächen

Bite the Bride (Darkthorn Archives 1)
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Seit „Bite the Bride“ angekündigt wurde, hibbelte ich auf die Veröffentlichung – eine Fantasy-RomCom mit Vampiren, einer taffen Protagonistin und einer Fake-Ehe? Und dann noch inszeniert in einem düsteren ...

Seit „Bite the Bride“ angekündigt wurde, hibbelte ich auf die Veröffentlichung – eine Fantasy-RomCom mit Vampiren, einer taffen Protagonistin und einer Fake-Ehe? Und dann noch inszeniert in einem düsteren Akademie-Setting inmitten der 20er Jahre? Das kann doch nur gut werden, oder? ODER?

Positiv zu erwähnen ist der Stil von Penny Juniper, der uns in einem leichten und direkten, gleichzeitig malerischen und sehr atmosphärischen Ton durch die Geschehnisse führt. Tatsächliche Ereignisse der gewählten Epoche, Unterdrückung und die aufkommende Umbruch-Stimmung, glamouröse Partys und realistische Konventionen wurden stimmig in die lebendige Handlung integriert, wenn sich auch hier und da eine sehr moderne Wortwahl einschlich. Ebenso gut gelungen sind der Humor, der maßgeblich zum Unterhaltungsfaktor beiträgt, und die spritzigen Wortgefechte – insofern es denn mal zur Kommunikation zwischen den Protagonisten kam. Denn hier liegt einer der für mich größten Kritikpunkte …

Kat und Ethan sind prinzipiell interessante Charaktere. Er, der unverschämt attraktive, reservierte Bibliothekar, zusätzlich auch ein Vampir. Sie, die schlagfertige, alles Übernatürliche verabscheuende, ihren FreundInnen gegenüber loyale Diebin. Dass sich gerade Kat schon bald in einer Ehe mit Ethan wiederfinden würde, hätte die junge Frau, die nur mal schnell ein Buch klauen wollte, niemals für möglich gehalten. Denn ein Fluch, der verlangt, dass sie sich regelmäßig einem Vampirbiss aussetzt, nistet sich in ihr ein. Zwar ist Ethan mehr oder weniger bereit, sie zu retten, aber um selbst keine strafrechtlichen Konsequenzen fürchten zu müssen, ist eine Hochzeit die einzige Lösung. Von nun an teilen die beiden alles miteinander und obgleich ihr Zusammensein nur Show ist, ist Ethan bereit, seine Angetraute vor jeglichen – natürlichen wie widernatürlichen – Gefahren zu schützen … Erzählt wird aus wechselnder Perspektive, was uns die Hauptfiguren, ihre Lebensstile und Gedankenwelten näherbringt. Im Verlauf kristallisieren sich die Gegebenheiten und Richtlinien der hier erschaffenen urbanen Fantasywelt sowie deren verschiedene BewohnerInnen – u. A. Hexen, Untote und GestaltwandlerInnen – heraus. Die Rahmenhandlung, den Fluch zu brechen, ist theoretisch interessant und ereignisreich, doch leider sorgt die mangelnde Kommunikation zwischen dem Ehepaar, künstlich inszenierte Missverständnisse und Drumherumreden dafür, dass das Tempo der Story rege gedrosselt wird, es zu Längen und Stillstand kommt. Echte und klare Gespräche wären mit Sicherheit der Spannung zuträglich gewesen und hätten gleichzeitig Platz für ernstzunehmende Konflikte und deren Lösungen geschaffen. Auch dem Ausbau der romantischen Entwicklung fehlte es mMn ebenso sehr an Tiefe wie dem Fluch, der eher willkürlichen Regel folgt. Im Verlauf begegnen wir mal mehr, mal weniger sympathischen Nebenfiguren, die jedenfalls so lange Abwechslung brachten und für Neugier sorgten, bis sie plötzlich kein/kaum mehr Thema waren. Aber: Nichtsdestotrotz hält „Bite the Bride“ auch immer wieder spaßige, actionreiche und gefühlvolle Momente, inkl. expliziter Szenen und der einen oder anderen Überraschung bereit. Dann kam das Ende – auf das die ganze Zeit hingefiebert wurde … und verpuffte in einer erzwungenen, rosa Dunstwolke. Rasant abgehakt, viel zu einfach, zu seicht und überhaupt nicht passend. So war diese knapp 600 Seiten starke, romantische Fantasy-Komödie angefüllt mit einer interessanten Idee, einem tollen Setting und einigen aufregenden Momenten, aber leider auch mit viel, sehr viel Luft und einem Finale, das ernüchternd auf die Geschichte blicken lässt.

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Veröffentlicht am 23.09.2025

Winterlich-romantisch mit ernsten Themen

Kiss me in Winter. Eine sugar coated Romance
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Es geht zurück nach ,Dream Harbor' – dieses Mal zur Winterzeit.

Kira North, neuestes Mitglied der neugierigen Gemeinde, hatte nur ein Ziel: unabhängig von ihren Eltern und weit weg von deren Einfluss ...

Es geht zurück nach ,Dream Harbor' – dieses Mal zur Winterzeit.

Kira North, neuestes Mitglied der neugierigen Gemeinde, hatte nur ein Ziel: unabhängig von ihren Eltern und weit weg von deren Einfluss auf eigenen Füßen zu stehen. Nun ist sie Besitzerin einer Weihnachtsbaumfarm, obwohl sie das Fest hasst, pleite und am Erfrieren. Denn es gibt kaum eine Stelle des Anwesens, die nicht baufällig und besorgniserregend marode ist. Jetzt versucht Kira bemüht, ihren, zugegeben wenig einladenden, ersten Eindruck bei den BewohnerInnen der Kleinstadt wettzumachen, um die kaufwütige Meute zu sich zu locken.

Trotz ihrer anfänglichen Weigerung, Hilfe anzunehmen, schafft es gerade ein nerdiger Hundemensch mit tatkräftigen Ratschlägen Kiras emotionale Sperre zu durchbrechen.

Bennett Ellis will nichts anderes, als bei seiner Schwester auszuspannen und zwischendurch in einträglicher Ruhe zu arbeiten. Stattdessen kommt ihm sein Helferkomplex ständig in die Quere. Jemand ruft – Bennett springt. Und das wissen die meisten Menschen zu nutzen, so ist er auch dazu auserkoren, das vermeintliche Geheimnis der Weihnachtsbaumfarm aufzudecken. Als er mit seinen Hunden auf dieser spazieren geht, ahnt er nicht, dass die neue, in eine Decke gehüllte und schlecht gelaunte Besitzerin zwar ein Herz für Tiere, jedoch nicht für Menschen zu haben scheint. Und doch weckt Kira mit ihrer abweisenden und unterkühlten Haltung seine Aufmerksamkeit …

Wie schon „Love me in Autumn“ ist auch die dritte Geschichte aus der Reihe „Dream Harbor“ eine kurzweilige Cozy-Romance, die zu unterhalten weiß.

Erzählt wird aus wechselnder Perspektive, sodass wir die unterschiedlichen Protagonisten kennenlernen und ihr Zusammenfinden von Anfang an verfolgen können. Im Verlauf kristallisiert sich heraus, wieso sich die privilegiert aufgewachsene, junge Frau – überstürzt – in das Weihnachtsbaum-Geschäft geflüchtet hat. Zusätzlich sind es Einblicke in eine rebellierende Version ihres Selbst und der Wunsch, auszubrechen, sowie gegenwärtige Empfindungen – Sehnsucht und Einsamkeit –, die Kiras Verhalten etwas Greifbares und Echtes geben. Hinter der taffen, robusten Fassade verbergen sich Selbstzweifel und Verletzlichkeit, etwas, das sie mit Bennett teilt.

Der ist ein rücksichtsvoller, von seinen Erfahrungen gezeichneter People-Pleaser, der (meistens) aus seinen Fehlern gelernt hat. Nie wieder würde er alles für eine Frau aufgeben, aber der Anziehung zwischen ihm und Kira kann er sich nicht verwehren und was spricht schon gegen eine unverbindliche Affäre während der Feiertage?

Laurie Gilmore schreibt in einem leichten und klaren Ton, der die Ereignisse lebendig werden lässt und mit (Selbst)Ironie zum Schmunzeln verführt. Da die Themen und Probleme ernsterer Natur sind, laden vordergründig das Setting und die liebenswürdigen Nebenfiguren zum Wohlfühlen ein.
Die Annäherung zwischen Bennett, der eine unerwartet dominante Seite verbirgt, und der grummeligen Grinchin ist, trotz anfänglicher Distanz und Vorsicht, so süß wie die Wortgefechte amüsant sind.
Je mehr wir über das Couple erfahren, umso nachvollziehbarer werden ihre Verhaltensweisen. Charakterlich ist es vor allem Kira, die sich entwickelt, während sie langsam Fuß im Ort fasst und beginnt, sich eine Zukunft in ,Dream Harbor' auszumalen – selbst wenn Bennett in dieser keine Rolle spielen kann. Oder?

Zwar waren manche der spicy Szenen weder notwendig noch passend und das Wort „Pforte“ fand mMn viel zu oft Verwendung, dennoch ist „Kiss me in Winter“ eine knackige, winterliche Romance, die zum Lachen und Seufzen verführt.

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Veröffentlicht am 19.09.2025

Gute Story

Carnal Urges
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Als Sloane Keller erwacht, befindet sie sich in den Fängen der irischen Mafia – und schlittert mitten hinein in einen blutigen Krieg. Statt mit verängstigtem Blick, tränennassen Wangen und zitternder Stimme ...

Als Sloane Keller erwacht, befindet sie sich in den Fängen der irischen Mafia – und schlittert mitten hinein in einen blutigen Krieg. Statt mit verängstigtem Blick, tränennassen Wangen und zitternder Stimme um ihre Freiheit zu betteln, stellt sich die Yogalehrerin ihrem Entführer Declan O’Donnell mit bissigem Humor und saftigen Sprüchen. Die furchtlose Gefangene schafft es sogar, mit ihrem bezaubernden Charme seine Truppe aus gestandenen, skrupellosen Männer zu ihrer zu machen.
Während Sloane den berüchtigten Mafiosi zur Weißglut treibt, wird sie zu seiner kostbarsten Eroberung … Doch in Declans Welt bedeutet Liebe Risiko …

Auch der zweite Teil der Romance-Reihe „Queens and Monsters“ besticht durch eine Menge Witz und eine taffe Protagonistin. Ehrlich, ich musste so oft herzlich lachen! Wir werden in eine Welt gezogen, die aus Gefahren und Bedrohungen besteht, aus Leidenschaft und Mordlust.
Erzählt wird aus wechselnder Perspektive, was uns die Figuren und ihre Situationen, ihr Zueinanderfinden näherbringt. Zwar spielt die Mafia-Komponente nur eine hintergründige Rolle, fokussiert sich J.T. Geissinger merklich auf die zwischenmenschliche, romantische Entwicklung, und der Spice-Anteil gewinnt erst ab der Hälfte der Story an Gewicht, jedoch ist „Carnal Urges“ reich an Überraschungen – sowohl den Iren als auch Keller betreffend. Beide haben Eigenheiten und Vorlieben, unsichtbare Narben, denen auf den Grund gegangen wird, sodass Gefühle, Verhalten und Reaktionen stimmig sind. Bereichert wird die Handlung durch die Männer unter O’Donnells Führung und durch Kage und Natalie – das Paar, das wir bereits aus „Ruthless Creatures“ kennen. Gekonnt und aufregend verknüpft die Autorin die Schicksale der Freundinnen und ihrer konkurrierenden, von Hass getriebenen Partner miteinander.

Stilistisch lesen wir eine locker-flockige, von Misstrauen und Vorsicht durchzogene Romance, die amüsiert und unterhält. Es warten Wendungen und Hürden, Action, Blut wie auch gefühlvolle und heiße – sehr anschauliche – Sequenzen. Eine wichtige Rolle spielen Themen um Selbstwert, Vertrauen, Loyalität und Freundschaft.
Ohne das „Bonuskapitel“ wäre „Carnal Urges“ rund abgeschlossen, jedoch schlägt Geissinger mit diesem einen unerwarteten Bogen zur Fortsetzung, in der Natalie und Sloane sowie die Rivalität zwischen Kage und Declan mit Sicherheit eine Rolle spielen werden. Verrat, Intrigen, Geheimnisse – ich bin bereit!


„No. I think you look like Rockefeller Center at Christmas, Japan in cherry blossom season, and the thousand vivid shades of green in the wild moors of Northern Ireland, all rolled into one.”

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Veröffentlicht am 19.09.2025

Schwächster Teil der Reihe

My Dark Prince
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»𝗕𝗮𝗯𝘆, 𝗶𝗰𝗵 𝗹𝗶𝗲𝗯𝗲 𝗱𝗶𝗰𝗵 𝗺𝗲𝗵𝗿 𝗮𝗹𝘀 𝗣*𝗿𝗻𝗼𝘀, 𝗣𝗶𝘇𝘇𝗮 𝘂𝗻𝗱 𝗲𝗶𝗻 𝗸𝗮𝗹𝘁𝗲𝘀 𝗯𝗲𝗹𝗴𝗶𝘀𝗰𝗵𝗲𝘀 𝗕𝗶𝗲𝗿 𝗮𝗻 𝗲𝗶𝗻𝗲𝗺 𝗔𝘂𝗴𝘂𝘀𝘁𝗻𝗮𝗰𝗵𝗺𝗶𝘁𝘁𝗮𝗴 (…)«

Willkommen zurück auf der 𝗗𝗮𝗿𝗸 𝗣𝗿𝗶𝗻𝗰𝗲 𝗥𝗼𝗮𝗱 – hier ist das Wetter kalt und die Männer noch kälter ...

»𝗕𝗮𝗯𝘆, 𝗶𝗰𝗵 𝗹𝗶𝗲𝗯𝗲 𝗱𝗶𝗰𝗵 𝗺𝗲𝗵𝗿 𝗮𝗹𝘀 𝗣*𝗿𝗻𝗼𝘀, 𝗣𝗶𝘇𝘇𝗮 𝘂𝗻𝗱 𝗲𝗶𝗻 𝗸𝗮𝗹𝘁𝗲𝘀 𝗯𝗲𝗹𝗴𝗶𝘀𝗰𝗵𝗲𝘀 𝗕𝗶𝗲𝗿 𝗮𝗻 𝗲𝗶𝗻𝗲𝗺 𝗔𝘂𝗴𝘂𝘀𝘁𝗻𝗮𝗰𝗵𝗺𝗶𝘁𝘁𝗮𝗴 (…)«

Willkommen zurück auf der 𝗗𝗮𝗿𝗸 𝗣𝗿𝗶𝗻𝗰𝗲 𝗥𝗼𝗮𝗱 – hier ist das Wetter kalt und die Männer noch kälter – eigentlich …

15 Jahre sind vergangen, seit Oliver wortlos aus dem Leben von Briar verschwunden ist und ihre Selbstzweifel gefüttert, ihre Abscheu geschürt hat. Bis heute blieb ihr der unverschämt reiche Unternehmer-Sohn sowohl eine Erklärung als auch eine Entschuldigung und einen endgültigen Abschluss schuldig.
Dem milliardenschweren Partyhengst war immer bewusst, dass das erste Aufeinandertreffen mit seiner Rose kein kuscheliges Wiedersehen wird, aber dass Briar prompt durch einen Unfall ihr Gedächtnis verliert und er binnen weniger Augenblicke von der verhassten Jugendliebe zum besorgten Verlobten aufsteigt, ist eine Wendung, die vor allem seine besten Freunde köstlich amüsiert – ganz im Gegensatz zu Oli selbst. Denn sein Anwesen, verborgen in den hintersten Winkeln, teilt er sich bereits mit etwas – oder jemandem –, der jeden Funken Glück absorbiert …

Schon in den vorigen Bänden haben wir Oliver von Bismarck, seine anzüglichen Sprüche und seine unbeschwerte Einstellung kennenlernen und genießen dürfen. Nun zeigt sich, dass hinter dem Image des „unterbelichteten, ziellosen Playboys“ weitaus mehr steckt: von einer arbeitsintensiven Karriere über ein nicht überwundenes Trauma bis hin zu zerfressenden Schuldgefühlen und Angst.
Während er alles versucht, um seine Scharade, die Briars Amnesie erfordert, glaubhaft zu inszenieren und aufrechtzuerhalten, ahnt er nicht, dass das Mädchen seiner Jugend – getroffen von der Hinterlist, erschüttert vom Lügengerüst – im Begriff ist, zurückzuschlagen.
Der Klappentext von 𝐌𝐲 𝐃𝐚𝐫𝐤 𝐏𝐫𝐢𝐧𝐜𝐞 verspricht eine düstere, perfide, von Abscheu getragene Story – letztlich ist der dritte Band der Billionaire-Romance-Reihe von L. J. Shen & Parker S. Huntington im Vergleich zu 𝐌𝐲 𝐃𝐚𝐫𝐤 𝐑𝐨𝐦𝐞𝐨 und 𝐌𝐲 𝐃𝐚𝐫𝐤 𝐃𝐞𝐬𝐢𝐫𝐞 deutlich softer und seichter, weniger prickelnd und aufregend. Kein ernstzunehmender Funke von Enemies-to-Lovers. Das heißt nicht, dass die Wortgefechte keinen Spaß machen, die Figuren langweilig sind oder die Schicksale und Themen nicht berühren. Jedoch hinterlassen inkonsequente Aussagen und Vorhaben, die nicht umgesetzt werden und den Protagonisten ihre Glaubhaftigkeit nehmen, einen faden Geschmack. Aufgrund von unnötigem Hin und Her kam es mehrfach zu Längen und Stillstand. Es wird von Verlassen und Loslassen gesprochen, um im nächsten Satz zu bleiben und einen Versuch zu wagen, von Rache, die nie serviert wird. Lässt man irrelevante Überlegungen und Augenblicke außen vor, findet man hinter der detailverliebten Aufmachung eine amüsante, gefühlvolle Second-Chance-Liebesgeschichte über zwei Menschen, die Schweres ertragen mussten, deren Vergangenheit Narben hinterlassen hat. Schmerz, Schuld und Bürden.

„𝗘𝘀 𝘄𝘂𝗲𝗿𝗱𝗲 𝗺𝗲𝗶𝗻 𝗧𝗼𝗱 𝘀𝗲𝗶𝗻, 𝗱𝗶𝗲𝘀𝗲𝗻 𝗠𝗮𝗻𝗻 𝗹𝗼𝘀𝘇𝘂𝗹𝗮𝘀𝘀𝗲𝗻.“

Shen und Huntington führen uns in einem modernen, direkten und bildhaften Ton durch ihre Romance, die mit einem traumhaft dekadenten Setting zum Schwärmen verführt. Durch die wechselnden Perspektiven in der Gegenwart und die Einblicke in das Damals zeigt sich deutlich, dass sich beide verändert und weiterentwickelt haben. Nicht mehr die sind, die sich einst liebten.
Musste Briar Rose durch ihr Aufwachsen als unerwünschtes Anhängsel, zahlreiche Tiefschläge und zuletzt durch Olis Verrat auf die harte Tour lernen, allein klarzukommen, ist sie heute eine Frau mit Prinzipien, die sich ihren Erfolg hart erarbeitet hat; stets darauf bedacht, keine Schwäche zu zeigen. Dass die Intimitätskoordinatorin in der Lage ist, für sich einzutreten und jedem/r die Stirn zu bieten, werden schon bald ihre vermeintlichen Freundinnen aus der „Nachbarschaft“, der Mann, der ihr das Herz gebrochen, und die Frau, die sie geboren hat, am eigenen Leib erfahren.
Oli hingegen kam nie über das hinweg, was er seiner ersten Liebe und seiner Familie angetan hat, quält sich des Nachts und vermeidet es, echte Freude zu empfinden. Festgefahren in dem Versuch, Buße zu tun, erhofft er sich täglich Vergebung, ohne sich selbst zu verzeihen; trägt eine Fassade zur Schau, die die Wahrheit und sein echtes Selbst verbirgt.
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Im Verlauf kristallisiert sich nach und nach heraus, was vor anderthalb Jahrzehnten geschah, welchen Einfluss ein tragischer Unfall auf die Bismarcks und Briar hatte. Fragen werden beantwortet und eine nachvollziehbare Basis geschaffen. Auch Briars erschütternde, berührende (Familien)Geschichte wird näher beleuchtet und hält (Un)Erfreuliches bereit. Zusätzlich wird das Geschehen durch die Nebenfiguren und deren Eigen- und Besonderheiten bereichert: Frankie, Dallas, Romeo, Zachary und Farrow sowie Sebastian sind ein tragender, wichtiger Bestandteil der Story. Diesen ungewöhnlichen GesellInnen verdanken wir allerhand unterhaltsame, skurrile und interessante Momente und Dialoge. Der rege, trockene Schlagabtausch zwischen Oliver und seiner „Knuddelmaus“, die „Entwicklung ihrer Beziehung“, das erwachsene, neue Kennenlernen sorgen für einige Lacher, Romantik und Spaß. Anstelle von Spice, moralischer Verwerflichkeit und Dunkelheit, wie von einer Geschichte aus der 𝗗𝗮𝗿𝗸 𝗣𝗿𝗶𝗻𝗰𝗲 𝗥𝗼𝗮𝗱 erwartet, fokussieren sich die Autorinnen auf Themen wie Vergebung, Wachstum, Kompromisse und die Anerkennung der eigenen Relevanz. Billionaire-Boys, Found-Family und Second-Chance statt deepe Dark-Romance.

Insgeheim hoffe ich darauf, dass L. J. Shen & Parker S. Huntington auch für Frankie und Sebastian noch eine Liebe (er)finden und „My Dark Prince“ nicht unser letzter Besuch in der von Dekadenz und ungewöhnlichen Persönlichkeiten durchzogenen Straße war …

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