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Veröffentlicht am 13.02.2026

Ein Thriller ohne Thrill

Tödliches Angebot
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Eigentlich wollte ich nach meinem ersten Psychothriller direkt im Genre bleiben, weil mich diese Mischung aus Spannung, Psychologie und düsteren Geheimnissen total gepackt hatte. Also griff ich zu Tödliches ...

Eigentlich wollte ich nach meinem ersten Psychothriller direkt im Genre bleiben, weil mich diese Mischung aus Spannung, Psychologie und düsteren Geheimnissen total gepackt hatte. Also griff ich zu Tödliches Angebot. Leider wurde ich ziemlich enttäuscht.

Im Mittelpunkt steht das Ehepaar Ian und Margo. Die beiden versuchen, schwanger zu werden, und sind gleichzeitig auf der Suche nach einem Haus. Ein Großteil der Geschichte beschäftigt sich mit ihrer Beziehung, ihren familiären Hintergründen und vergangenen Konflikten. Wir erfahren, wie sie sich kennengelernt haben, welche Probleme sie mit sich herumtragen und verfolgen über weite Strecken hauptsächlich ihre Eheprobleme. Als Margo schließlich ein Haus findet, in das sie sich regelrecht verliebt, setzt sie alles daran, es zu bekommen. Sie beginnt, intensiv über die bisherigen Besitzer zu recherchieren. Dabei gibt es Ansätze von Stalker-Motiven und obsessivem Verhalten, doch leider entwickeln diese kaum echte Spannung.

Schreibstil

Den Schreibstil mochte ich tatsächlich. Er ist stellenweise humorvoll und lebt von inneren Gedankengängen, diesen typischen „Gedankenkarussellen“, die gut zu einem Psychothriller passen. Figuren springen in ihren Überlegungen hin und her, stellen sich selbst Fragen, analysieren Situationen, das hat mir gefallen.

Ein interessantes Stilmittel ist außerdem, dass sich Margo gegen Ende direkt an die Leserinnen beziehungsweise Hörerinnen wendet. Dieser Perspektivwechsel und auch die Veränderung ihrer Figur zum Schluss fand ich spannend umgesetzt. Das waren für mich klare Pluspunkte.

Meine Meinung

Die Grundidee fand ich tatsächlich originell. Ein Haus als Auslöser für eine psychologische Abwärtsspirale, das hätte richtig gut werden können. Aber die Umsetzung war für mich leider sehr langatmig.

Bis etwa drei Viertel des Buches habe ich kaum echte Thriller-Elemente wahrgenommen. Stattdessen wirkt die Geschichte über weite Strecken wie ein Beziehungsroman mit leichtem Spannungsansatz. Margos Handlungen bleiben dabei zu harmlos, um wirklichen Nervenkitzel auszulösen. Ich habe darauf gewartet, dass sich früh größere Geheimnisse andeuten, dass moralische Grenzen überschritten werden oder zumindest ein Gefühl entsteht, dass sie mit etwas auffliegen könnte. Dieses Mitfiebern blieb jedoch aus.

Mein größter Kritikpunkt betrifft den Spannungsaufbau. Die entscheidende Dynamik entsteht nahezu ausschließlich durch die Auflösung am Ende, wenn plötzlich alles ans Licht kommt. Der Weg dorthin, also die schrittweise psychologische Entwicklung, das langsame Abrutschen, das bewusste Überschreiten von Grenzen, wird jedoch kaum ausgearbeitet. Statt diesen Prozess mitzuerleben, entsteht ein Bruch: Man begleitet zunächst eine relativ normale Protagonistin, dann folgt ein deutlicher Sprung, und plötzlich steht die Enthüllung im Raum.

Gerade bei einem Psychothriller erwarte ich, diesen inneren Wandel nachvollziehen zu können. Ich möchte verstehen, wie und warum eine Figur in eine Abwärtsspirale gerät. Da dieser Aufbau hier fehlt, wirkt der finale Umschwung zwar überraschend, aber nicht nachvollziebar.

Nach rund 90% des Buches kommt zwar dieser große Switch, doch die "Spannung" konzentriert sich fast ausschließlich auf diese finale Phase. Die letzten Minuten erzeugen keine klassische Spannung, sondern eher einen Überraschungsmoment, verbunden mit einem gewissen Entsetzen. Man ist kurz irritiert und vielleicht etwas vor den Kopf gestoßen, doch echtes Mitreißen oder anhaltender Nervenkitzel stellen sich nicht ein. Letztlich konzentriert sich die gesamte Wirkung auf diese Schlussphase, was für mich zu wenig war, um die zuvor eher ereignisarme Strecke auszugleichen.

Fazit

Ich wollte einen intensiven Psychothriller mit konstantem Spannungsbogen, psychologischer Entwicklung und echtem Mitfiebern. Bekommen habe ich eine sehr langsame Geschichte, in der die entscheidenden Schritte übersprungen werden und "Spannung" erst ganz am Ende entsteht. Für mich bleibt unverständlich, wie man diese Geschichte als wirklich spannend bezeichnen kann.

Tödliches Angebot hat mich insgesamt nicht überzeugen können, weshalb ich keine Lese- oder Hörempfehlung ausspreche. Rein inhaltlich hätte die Geschichte für mich nur einen Stern verdient, doch durch den angenehmen Schreibstil reicht es am Ende dennoch für zwei Sterne.

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Veröffentlicht am 11.02.2026

Spannendes Hörspiel über Freundschaft und düstere Geheimnisse

Joshua Jackelby
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Joshua Jackelby hat mir wirklich sehr gut gefallen. Das Hörspiel ist eine gelungene Mischung aus Hörbuch und klassischem Hörspiel: Ein Erzähler mit einer sehr angenehmen Stimme führt durch die Geschichte ...

Joshua Jackelby hat mir wirklich sehr gut gefallen. Das Hörspiel ist eine gelungene Mischung aus Hörbuch und klassischem Hörspiel: Ein Erzähler mit einer sehr angenehmen Stimme führt durch die Geschichte und wird von vielen weiteren Sprecherinnen und Sprechern unterstützt. Dazu kommen stimmige Geräusche und Musik, die für eine dichte Atmosphäre sorgen und einen tief in die Handlung hineinziehen.

Der Schauplatz London im Jahr 1851 wird sehr überzeugend eingefangen. Der düstere, teilweise raue Flair der Stadt ist ständig präsent und verleiht der Geschichte eine besondere Tiefe. Sehr gut gefallen hat mir auch die klare Struktur des Hörspiels: Immer wieder werden Datum und Uhrzeit genannt, sodass man genau nachvollziehen kann, wie viel Zeit vergangen ist und ob eine Szene am Nachmittag, am Abend oder mitten in der Nacht spielt. Dieses Stilmittel sorgt für Orientierung und verstärkt gleichzeitig die Atmosphäre.

Inhaltlich dreht sich die Handlung um eine kleine Gruppe von Straßenkindern und einen Diebstahl, der nach und nach größere Zusammenhänge und kleinere Mysterien offenbart. Zentrale Themen sind Freundschaft, Zusammenhalt, Entdecken und das Aufdecken von Geheimnissen. Es macht großen Spaß, die Kinder auf ihrem Weg zu begleiten und mit ihnen mitzufiebern.

Mit einer Laufzeit von etwa Stunden hat das Hörspiel für mich die perfekte Länge. Es wirkt weder gestreckt noch zu kurz, sondern bietet genug Raum für Charakterentwicklung und eine stimmige Handlung. Natürlich darf man von einem Kinderbuch keine extrem komplexen Wendungen erwarten, dennoch gibt es immer wieder Momente, die überraschen. Zwar gab es vereinzelt Szenen, in denen mir die Logik nicht ganz schlüssig erschien, doch das konnte ich gut verzeihen, da die Figuren glaubwürdig sind und man emotional mit ihnen mitfühlt. Insgesamt war es für mich genau das Richtige: eine unterhaltsame, spannende Geschichte für zwischendurch, die dennoch Tiefe besitzt.

Die Atmosphäre des Hörspiels ist insgesamt eher düster. Themen wie Hunger, Gewalt, Kinderarbeit, Ausbeutung und sogar Sklaverei werden nicht ausgespart. Daher würde ich Joshua Jackelby eher für ältere Kinder empfehlen, etwa ab 12 Jahren. Trotz der ernsten Themen gibt es jedoch immer wieder hoffnungsvolle Momente, die der Geschichte eine gute Balance verleihen.

Ein kleiner Kritikpunkt betrifft die technische Umsetzung: In etwa drei kurzen Szenen war die Musik so stark im Vordergrund, dass der Erzähler kaum noch zu verstehen war. Diese Momente dauerten jedoch nur wenige Sekunden und fielen innerhalb der achtstündigen Laufzeit kaum ins Gewicht.

Fazit

Unterm Strich hat mir Joshua Jackelby sehr viel Spaß gemacht. Es ist ein atmosphärisches, hochwertig produziertes Hörspiel. Ich hätte definitiv Interesse daran, noch mehr Geschichten in diesem Stil oder aus diesem erzählerischen Universum zu hören. Sollte Benedikt Mirow weitere Hörspiele veröffentlichen, werde ich diese auf jeden Fall im Blick behalten.

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Veröffentlicht am 11.02.2026

Verdacht. Verwirrung. Wahrheit?

Station 22. Wo bist du sicher?
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Unvoreingenommener Einstieg – und positiv überrascht

Ohne vorher auf Bewertungen oder Rezensionen zu achten, habe ich mich allein vom Klappentext leiten lassen und wurde im Großen und Ganzen absolut überzeugt. ...

Unvoreingenommener Einstieg – und positiv überrascht

Ohne vorher auf Bewertungen oder Rezensionen zu achten, habe ich mich allein vom Klappentext leiten lassen und wurde im Großen und Ganzen absolut überzeugt. Ich wollte einen spannenden Psychothriller lesen, habe auch mit bestimmten Elementen gerechnet, aber das Buch hat mich auf einer anderen Ebene noch einmal deutlich mehr abgeholt als erwartet.

Ruhiger Beginn mit starker Atmosphäre

Der Thriller startet zunächst sehr ruhig. Erzählt wird aus der Perspektive von Ida, einer Krankenschwester auf der psychiatrischen Station 22. Zu Beginn lernen wir ihren Alltag, die Klinik und vor allem ihre Gedankenwelt kennen. Die Spannung baut sich langsam auf – fast schleichend.

Erst als die ersten Figuren verschwinden, beginnt sich die Geschichte enger zuzuziehen. Die Verstrickungen zwischen den verschiedenen Personen sind dabei sehr gelungen konstruiert. Nach und nach entfaltet sich ein komplexes Netz aus Beziehungen, Geheimnissen und Andeutungen.

Der Schreibstil – fordernd, aber wirkungsvoll

Der Schreibstil ist stark gedankengeprägt und teilweise sehr sprunghaft. Ida reflektiert viel, stellt sich selbst Fragen, verliert sich in Gedankenspiralen. Diese Gedankenfetzen werden oft direkt und ohne große Übergänge eingebunden. Viele Leserinnen und Leser hatten offenbar Schwierigkeiten damit, ich persönlich empfand diesen Stil jedoch als sehr passend.

Gerade im Hörbuch wurde dieser innere Monolog hervorragend umgesetzt. Man bekommt das Gefühl, direkt in Idas Kopf zu sein: ihre Angst, ihre Wut, ihre Unsicherheit und ihr Gedankenkarussell sind intensiv spürbar. Das hat für mich enorm zur Atmosphäre beigetragen.

Natürlich gibt es Szenen, die sehr abrupt wechseln: von einer Krankenhaus-Szene direkt in eine völlig andere Situation, etwa in eine Bar, ohne klare Übergänge oder Kapitelmarkierungen. Das kann herausfordernd sein und verlangt Aufmerksamkeit. Doch genau dieses Stilmittel verstärkt die zentrale Frage des Buches:
Was ist real – und was nicht?

Amnesie, Hypnose und wachsende Spannung

Ein zentrales Element ist Idas Amnesie. Sie versucht verzweifelt, ihre verlorenen Erinnerungen zurückzuerlangen. Mit Beginn von Hypnosesitzungen nimmt die Spannung deutlich zu.

Ab diesem Punkt wird es wirklich fesselnd. Als Leser oder Zuhörer schwankt man ständig zwischen verschiedenen Theorien. Kaum glaubt man, eine Ahnung zu haben, wird diese wieder erschüttert. Verdächtigungen wechseln, neue Hinweise tauchen auf, alte Vermutungen werden wieder verworfen. Dieses permanente Hin- und Her hat mir sehr gefallen, es hält die Spannung konstant hoch.

Die Auflösung und Fazit

Das Finale war überraschend und hat mich emotional gepackt. Dennoch bleiben zwei Kritikpunkte: Die Auflösung wirkte stellenweise etwas zu überhastet und ließ für meinen Geschmack ein paar Fragen offen. Einige Aspekte hätten etwas ausführlicher erklärt werden können. Der Schreibstil ist fordernd und nicht für jeden geeignet, entfaltet aber besonders im Hörbuch... eine starke Wirkung.

Das Buch ist ein atmosphärischer, psychologisch intensiver Thriller, der sich Zeit nimmt, seine Figuren und deren innere Konflikte aufzubauen. Trotz kleiner Schwächen in der Auflösung bleibt die Geschichte im Kopf. Sie hat mich gepackt, überrascht und begeistert.

Abschließend würde ich für „Station 22 – Wo bist du sicher?“ tatsächlich eher eine Hörempfehlung aussprechen. Der gedankensprunghafte, fragmentarische Schreibstil kann beim Lesen stellenweise herausfordernd sein und verlangt viel Aufmerksamkeit.

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Veröffentlicht am 11.02.2026

Verdacht. Verwirrung. Wahrheit?

Station 22. Wo bist du sicher?
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Unvoreingenommener Einstieg – und positiv überrascht

Ohne vorher auf Bewertungen oder Rezensionen zu achten, habe ich mich allein vom Klappentext leiten lassen – und wurde im Großen und Ganzen absolut ...

Unvoreingenommener Einstieg – und positiv überrascht

Ohne vorher auf Bewertungen oder Rezensionen zu achten, habe ich mich allein vom Klappentext leiten lassen – und wurde im Großen und Ganzen absolut überzeugt. Ich wollte einen spannenden Psychothriller lesen, habe auch mit bestimmten Elementen gerechnet, aber das Buch hat mich auf einer anderen Ebene noch einmal deutlich mehr abgeholt als erwartet.

Das Hörbuch – großartig gesprochen

Ein besonderes Lob geht an Sprecherin Sarah Dorsel. Sie hat Idas Gedankenwelt grandios transportiert, mit feinen Nuancen, Betonungen, Pausen und emotionaler Tiefe. Gerade bei einem so gedankenlastigen Stil ist eine gute Sprecherin entscheidend und hier wurde das wirklich hervorragend umgesetzt.

Ruhiger Beginn mit starker Atmosphäre

Der Thriller startet zunächst sehr ruhig. Erzählt wird aus der Perspektive von Ida, einer Krankenschwester auf der psychiatrischen Station 22. Zu Beginn lernen wir ihren Alltag, die Klinik und vor allem ihre Gedankenwelt kennen. Die Spannung baut sich langsam auf – fast schleichend.

Erst als die ersten Figuren verschwinden, beginnt sich die Geschichte enger zuzuziehen. Die Verstrickungen zwischen den verschiedenen Personen sind dabei sehr gelungen konstruiert. Nach und nach entfaltet sich ein komplexes Netz aus Beziehungen, Geheimnissen und Andeutungen.

Der Schreibstil – fordernd, aber wirkungsvoll

Der Schreibstil ist stark gedankengeprägt und teilweise sehr sprunghaft. Ida reflektiert viel, stellt sich selbst Fragen, verliert sich in Gedankenspiralen. Diese Gedankenfetzen werden oft direkt und ohne große Übergänge eingebunden. Viele Leserinnen und Leser hatten offenbar Schwierigkeiten damit, ich persönlich empfand diesen Stil jedoch als sehr passend.

Gerade im Hörbuch wurde dieser innere Monolog hervorragend umgesetzt. Man bekommt das Gefühl, direkt in Idas Kopf zu sein: ihre Angst, ihre Wut, ihre Unsicherheit und ihr Gedankenkarussell sind intensiv spürbar. Das hat für mich enorm zur Atmosphäre beigetragen.

Natürlich gibt es Szenen, die sehr abrupt wechseln: von einer Krankenhaus-Szene direkt in eine völlig andere Situation, etwa in eine Bar, ohne klare Übergänge oder Kapitelmarkierungen. Das kann herausfordernd sein und verlangt Aufmerksamkeit. Doch genau dieses Stilmittel verstärkt die zentrale Frage des Buches:
Was ist real – und was nicht?

Amnesie, Hypnose und wachsende Spannung

Ein zentrales Element ist Idas Amnesie. Sie versucht verzweifelt, ihre verlorenen Erinnerungen zurückzuerlangen. Mit Beginn von Hypnosesitzungen nimmt die Spannung deutlich zu.

Ab diesem Punkt wird es wirklich fesselnd. Als Leser oder Zuhörer schwankt man ständig zwischen verschiedenen Theorien. Kaum glaubt man, eine Ahnung zu haben, wird diese wieder erschüttert. Verdächtigungen wechseln, neue Hinweise tauchen auf, alte Vermutungen werden wieder verworfen. Dieses permanente Hin- und Her hat mir sehr gefallen, es hält die Spannung konstant hoch.

Die Auflösung und Fazit

Das Finale war überraschend und hat mich emotional gepackt. Dennoch bleiben zwei Kritikpunkte: Die Auflösung wirkte stellenweise etwas zu überhastet und ließ für meinen Geschmack ein paar Fragen offen. Einige Aspekte hätten etwas ausführlicher erklärt werden können. Der Schreibstil ist fordernd und nicht für jeden geeignet, entfaltet aber besonders im Hörbuch... eine starke Wirkung.

„Station 22 – Wo bist du sicher?“ ist ein atmosphärischer, psychologisch intensiver Thriller, der sich Zeit nimmt, seine Figuren und deren innere Konflikte aufzubauen. Trotz kleiner Schwächen in der Auflösung bleibt die Geschichte im Kopf. Sie hat mich gepackt, überrascht und begeistert.

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Veröffentlicht am 11.02.2026

Eine märchenhafte Fantasy für zwischendurch

Eventyr-Saga 1: Tochter des Nebelwalds
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Tochter des Nebelwalds ist ein märchenhaftes, atmosphärisches Fantasy-Buch über Hexen, Armut, Geheimnisse und den Zusammenhalt von Familie und Gemeinschaft. Die Geschichte wird aus der Perspektive eines ...

Tochter des Nebelwalds ist ein märchenhaftes, atmosphärisches Fantasy-Buch über Hexen, Armut, Geheimnisse und den Zusammenhalt von Familie und Gemeinschaft. Die Geschichte wird aus der Perspektive eines Erzählers geschildert, der uns von Ava und Lynn berichtet; zwei Schwestern, die inmitten eines geheimnisvollen Waldes aufwachsen, in einer Welt voller Hunger, Kälte und Magie.

Schon früh verlieren die beiden ihre Mutter und wachsen fortan allein mit ihrem Vater auf. Das Leben ist hart, Essen ist knapp, und die Welt außerhalb des Waldes wirkt ebenso bedrohlich wie rätselhaft. Besonders gelungen fand ich die geheimnisvolle Atmosphäre rund um den Wald und die Vergangenheit der Familie. Stück für Stück werden kleine Mysterien aufgebaut, man rätselt mit, hinterfragt Motive anderer Figuren und fragt sich immer wieder: Wer ist hier eigentlich gut? Wer verfolgt eigene Ziele? Schwarz-Weiß-Denken gibt es in dieser Geschichte nicht und genau das macht sie so spannend.

Ein großes Highlight war für mich das originelle Magiesystem. Zwar greift das Buch klassische Hexenmotive auf, schlägt dabei aber einen frischen, eigenen Weg ein. Die Magie fühlt sich anders an als in vielen anderen Fantasy-Geschichten vertraut und doch neu interpretiert. Das hat der Geschichte eine besondere Note verliehen.

Besonders eindrucksvoll ist Avas Innenleben dargestellt. Man bekommt tiefe Einblicke in ihre Gedanken, Zweifel und Entscheidungen. Der zentrale thematische Kern: Zusammenhalt zwischen Schwestern, Familie, Freunden und letztlich auch einer Gemeinschaft aus Straßenkindern und Bettlern wird ruhig und harmonisch erzählt. Es sind keine epischen Schlachten oder gewaltigen Wendungen, sondern kleine, bedeutungsvolle Handlungen, die zeigen, wie wichtig Solidarität und Mitgefühl sind. Gerade dieser Fokus auf Gemeinschaft verleiht Ava als Protagonistin einen starken, glaubwürdigen Charakter.


Zwar könnte man es grundsätzlich auch einer jüngeren Zielgruppe empfehlen, allerdings spielen Themen wie Hunger, Armut, Tod und Verlust eine wichtige Rolle. Diese werden zwar sensibel und in einem magisch-verklärten Setting behandelt, sind aber dennoch ernst präsent.

Für mich ist Tochter des Nebelwalds eine ruhige, atmosphärische Geschichte über ein junges Mädchen, das zu sich selbst findet, schwierige Entscheidungen trifft und gemeinsam mit anderen Kindern versucht, das Richtige zu tun.

Ich vergebe 3,5 bis 4 Sterne – besonders empfehlenswert für alle, die eine märchenhafte, etwas leisere Fantasygeschichte mit Herz und Geheimnissen suchen.

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