Profilbild von Furbaby_Mom

Furbaby_Mom

Lesejury Star
offline

Furbaby_Mom ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Furbaby_Mom über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.01.2026

Kreativ, spannend und mit wichtiger Thematik

Remember, Remember - Denn keine Tat ist je vergessen
0

Schon mit ihrer Matching-Night-Dilogie hatte Stephanie Hasse mich damals vollkommen begeistert, weshalb ich sehr gespannt auf ihr neues Werk war - und ich kann direkt sagen: Auch diesmal hat sie mich wieder ...

Schon mit ihrer Matching-Night-Dilogie hatte Stephanie Hasse mich damals vollkommen begeistert, weshalb ich sehr gespannt auf ihr neues Werk war - und ich kann direkt sagen: Auch diesmal hat sie mich wieder überzeugt.

Zunächst ein paar Worte zur Optik:
Die weinrote Coverfarbe wirkt gleichzeitig geheimnisvoll und elegant - ein perfektes Match zur elitär-mystischen Atmosphäre der Geschichte, ebenso die große, ungeschnörkelte Schrift des Buchtitels. Farbschnitt: Wunderschön! Auch die Gestaltung der Innenseiten gefiel mir total (Charaktertexte sowie kleine Details zum Mireille-Zug).

Der rundum mitreißende, lebendige und routinierte Schreibstil der Autorin - just wow! (Erzählt wird aus zwei Perspektiven.) Ich war von der ersten Seite an gefesselt und habe das Buch tatsächlich in einem Rutsch durchgelesen, was in meinem aktuellen Alltag wirklich etwas heißt.

Das hier ist nicht einfach nur eine kreative Story à la "Gefahr im Luxuszug" , sondern ein emotionaler Konflikt, der aus Schuld, Angst, Machtmissbrauch, Liebe und Verzweiflung entsteht. Ein Klassentreffen in einem schicken Zug, der hundert Stunden ohne Halt quer durch Europa rast = ein abgeschlossenes Setting, das schnell eine beklemmende, fast klaustrophobische Atmosphäre entwickelt. Grandiose Location! Von wegen "Wunder" (Mireille) - hinter der glitzernden Fassade lauern Geheimnisse, alte Verletzungen, Machtspiele und eine stetig wachsende Bedrohung. Gerade dieser Kontrast zwischen oberflächlichem Luxus und innerer Dunkelheit bzw. Ungewissheit hat mich total angesprochen.

Mein Highlight des Ganzen war tatsächlich der Thrill-Anteil. (Für mich steht bei Romantic Suspense so gut wie immer die Spannung im Vordergrund, und die Romanze passiert eher "nebenbei". Genau so habe ich es hier auch empfunden.) Die Geschichte lebt von ihrer düsteren Grundstimmung, den Rätseln, den Enthüllungen und der stetigen Unsicherheit. Die Spannung baut sich konstant auf und hält sich bis zum Schluss. Für mich mich blieb dies der wahre Kern der Story: der tragische Hintergrund, der sich nach und nach offenbart.

Dennoch: Auch wenn mein Fokus nicht primär auf ihrer Liebesgeschichte lag, waren mir die beiden Hauptfiguren Lara und Aarón gleich sympathisch. Ihre Annäherung und die brodelnde Chemistry zwischen ihnen kam herrlich intensiv und mitunter sehr (gelungen) spicy rüber. Ich sage nur: Forced Proximity, Only One Bed, Rivals to Lovers!

Der Plot ist kreativ, stark, komplex und gut durchdacht. Nach und nach fügen sich die Puzzleteile zusammen, und je mehr man erfährt, desto tragischer wird das gesamte Geflecht aus Geheimnissen.

Ich kann gar nicht genug betonen, wie wichtig ich die zentrale Grundidee finde, die ein sehr ernstes und bedeutsames Thema aufgreift. Dass dieses Thema hier überhaupt Raum bekommt, verdient vollen Respekt! Ich wünschte wirklich, wir würden öfter in Romanen darüber lesen, da es im wahrsten Sinne das Leben eines Menschen verändern, retten kann.

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Ein fesselnder, dynamischer Read, der mich bis zur letzten Seite nicht losgelassen hat - thematisch bedeutungsvoll, atmosphärisch, rasant, emotional, düster, knisternd und voller Geheimnisse und Nervenkitzel. Klare Leseempfehlung für alle, die Romantic Suspense mit Tiefgang lieben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.01.2026

Blick hinter die Kulissen von Reality TV

Was die Nacht nie vergisst
0

Ich wollte dieses Buch vor allem wegen des Reality-TV-Settings lesen, denn wer mich kennt, weiß : diese Welt fasziniert mich einfach. Die glitzernden Inszenierungen ebenso wie die dunklen Seiten hinter ...

Ich wollte dieses Buch vor allem wegen des Reality-TV-Settings lesen, denn wer mich kennt, weiß : diese Welt fasziniert mich einfach. Die glitzernden Inszenierungen ebenso wie die dunklen Seiten hinter der Kamera. Serien, Filme, Shows - alles, was sich mit Medien und Öffentlichkeit beschäftigt, hat für mich seit jeher eine ganz besondere Anziehungskraft. Als ich dann gelesen habe, dass dieser Roman genau dort ansetzt, war klar: Das möchte ich lesen.

Und eines vorweg: Justine Pust schreibt atmosphärisch, bildreich und mit einem sehr klaren, eigenen Ton. Ihr Stil trägt mühelos durch die Seiten, und gerade die ersten Kapitel haben mich sofort abgeholt.

Das Setting der Reality-Show ist detailgetreu, realistisch und erschreckend glaubwürdig. Man spürt, dass hier viel Recherche und Herzblut hineingeflossen sind, besonders in die Darstellung der TV-Welt hinter den Kulissen.

Die Grundidee: Grandios! - Mona, die Protagonistin, ist eine starke, (zu Recht) wütende Figur. Ihr Antrieb ist nicht Ruhm oder Geld, sondern die Suche nach der Wahrheit. Ihre beste Freundin Fine ist nach der Teilnahme an einer Show nicht mehr dieselbe, und Mona will herausfinden, warum.

Was mich allerdings persönlich etwas auf Abstand gehalten hat, war die sehr direkte, von Beginn an präsente "Me-too"-Thematik. Die Botschaft selbst ist super wichtig, keine Frage, nur die Umsetzung geschah mir hier einen Tick zu frontal … sehr eindeutig und ohne Zwischentöne. Ich hätte mir hier mehr Subtilität, mehr Spannung im Aufbau, vielleicht einen kreativeren Weg in diese Thematik hinein gewünscht. Stattdessen wusste ich früh, wohin die Reise geht, und das hat für mich einen Teil der emotionalen Wucht genommen.

Der Suspense-Anteil hingegen ist stark. Düster, beklemmend, stellenweise kaum auszuhalten und voller Abgründe. Das Buch schreckt definitiv nicht davor zurück, sehr schwere Themen aufzuzeigen. Mein Ratschlag: Bitte beachtet unbedingt die Liste sensibler Inhalte im Anhang.

Die Liebesgeschichte konnte mich nicht 100%ig catchen, leider. Sie war da, hatte auch durchaus ihre Momente, aber das ganz große Gefühl, das Prickeln blieb für mich aus. Ich habe die Verbindung zwischen Mona und Samu eher verstanden als gefühlt - vielleicht weil ich von Anfang an hauptsächlich auf die Enthüllung der Hintergründe/den Suspense-Aspekt fokussiert war.

Was mir dafür wieder sehr gefallen hat:
❏ das realistische Show-Setting
❏ die finnischen Vibes und das bildreiche Szenario
❏ das wunderschöne Innencover mit den Steckbriefen
❏ die Themenvielfalt, die weit über Romance und Me too hinausgeht: Tierliebe/Tierschutz, freundschaftlicher Zusammenhalt, Umgang mit Verlust, Schuld, Frauenpower, …

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Interessanter NA-Roman der etwas anderen Art - dafür mit einer umso wichtigeren Message.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.01.2026

Toller YA-Read - nur Dera war nicht so meins 🙈

Run Like A Girl
0

"Run Like a Girl" startet direkt mit viel Energie und trägt eine starke, aktuelle Botschaft mit sich - dennoch hat mich dieser YA-Read mit gemischten Gefühlen zurückgelassen. Aber der Reihe nach.

Im Mittelpunkt ...

"Run Like a Girl" startet direkt mit viel Energie und trägt eine starke, aktuelle Botschaft mit sich - dennoch hat mich dieser YA-Read mit gemischten Gefühlen zurückgelassen. Aber der Reihe nach.

Im Mittelpunkt steht Chidera (= Dera), ein Mädchen mit einem großen Traum: Sie will es über den Sport aufs College und bis zur Olympiade schaffen. Leichtathletik ist ihr Halt, ihr Ziel, ihr Antrieb. Als ihre Mutter ihr eröffnet, dass sie vorübergehend zu ihrem entfremdeten Vater nach Texas ziehen muss, bricht für Dera eine Welt zusammen. Vier Stunden entfernt, in einer schicken Villa in Harmony Hills, trifft sie auf einen Vater, den sie kaum kennt … und auf eine völlig neue Realität.

Was mir von Anfang an unglaublich gut gefallen hat, ist der lebendige, moderne, flüssige, wirklich gelungene, rundum mitreißende Schreibstil. Das Buch liest sich locker und leicht, schnell und gleichzeitig auch mit Tiefe - genau so, wie man es sich von einem zeitgemäßen Jugendroman wünscht. Auch das peppig gestaltete Cover mit seinem comicartigen Stil passt perfekt zur Geschichte und spiegelt ihre Energie wunderbar wider.

In Harmony Hills stellt Dera schnell fest, dass es für Mädchen kein Laufteam gibt. Also trainiert sie fortan mit den Jungs - und stößt damit bei vielen auf Misstrauen oder direkte Ablehnung. Was in Bezug auf Deras Wesen zunächst nach Mut und Durchhaltevermögen klingt, wird schnell zu einem täglichen Spießrutenlauf: Konfrontationen, Gerüchte, Neid und offenes Mobbing begleiten sie auf jedem Schritt.

Hier setzt der Roman an vielen wichtigen Stellen an: Er thematisiert Diversity, kulturelle Unterschiede, Rassismus, Body-Themen wie Körperbau, Haare, etc., Zugehörigkeit und Ausgrenzung. Das geschieht auf eine sehr zugängliche, greifbare Weise, ohne belehrend zu wirken. Besonders das Thema Mobbing wird ernst genommen und zeigt, wie verletzend und zerstörerisch Worte und Taten sein können.

Dera selbst ist eine Kämpferin. Sie gibt nicht auf, sie läuft weiter, sie glaubt an sich, auch wenn alles gegen sie zu sprechen scheint … das hat mich beeindruckt. Und doch war genau SIE für mich der Knackpunkt dieses Romans. - So nachvollziehbar ihre Gedanken und Ängste auch geschildert werden - als Figur blieb sie mir emotional fern. Dera ist sehr ichbezogen, oft enorm egozentrisch und stellt ihre eigenen Bedürfnisse fast immer über alles andere. (Das wird sogar im Buch mehrfach von anderen Charakteren angesprochen.)

Besonders schwierig fand ich ihren Umgang mit dem Thema Mobbing. Dass sie sich wehrt, ist absolut richtig. Doch die Art, wie sie es tut - z.B. indem sie ihrer Widersacherin die Haare abschneidet - wirkte auf mich problematisch und hat bei mir ein ungutes Gefühl hinterlassen Gerade weil sie selbst weiß, wie schmerzhaft so eine Erfahrung ist, hätte ich mir hier eine andere, stärkere, vorbildlichere, sensiblere Lösung gewünscht.

Was ich wiederum sehr mochte, war die intensive Schilderung der Familien-Dynamik. Die Beziehung zu ihrem Vater, die langsame, vorsichtige Annäherung, die unausgesprochenen Verletzungen zwischen ihnen allen (Dera & ihrem Vater, ihrem Vater & ihrer Mutter) - all das las sich emotional und glaubwürdig. Mein Highlight: Joyce, die neue Freundin ihres Vaters - so liebenswert, warmherzig, unterstützend und voller Licht. Ohne sie hätte dieses Buch ein Stück Seele verloren.

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Ein wichtiger, dynamisch-kraftvoller Jugendroman mit aktuellen Themen, viel Herz und einem großartigen Schreibstil. Für mich hätte er ein echtes Herzensbuch werden können, wenn ich mich der Hauptfigur emotional näher gefühlt hätte. So bleibt es ein gutes, berührendes Buch mit Luft nach oben, das ich gerne weiterempfehle.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.01.2026

Queer Romance

The Next Chapter
0

Kennt ihr das? - Manchmal fühlt man sich einfach magisch von einem Buch angesprochen - nicht wegen des Inhalts, sondern wegen des Gefühls, das der Anblick in einem auslöst. Genau so ging es mir mit dem ...

Kennt ihr das? - Manchmal fühlt man sich einfach magisch von einem Buch angesprochen - nicht wegen des Inhalts, sondern wegen des Gefühls, das der Anblick in einem auslöst. Genau so ging es mir mit dem vorliegenden Werk! Das Cover (die leuchtenden Pink- und Orangetöne, die verspielte Gestaltung, der RomCom-Vibe) hat direkt meine Frühlingssehnsucht befeuert. Ich habe mir einen warmen, humorvollen, romantischen Read erhofft, und der Klappentext klang durchaus vielversprechend - eine queere Notting-Hill-Hommage, die das Herz berührt und mich zum Lächeln bringt.

Und ja, auf eine ganz bestimmte Weise hat die Geschichte das auch geschafft.

Schreibstil: Wundervoll. Da gibt’s gar nix zu beanstanden - humorvoll, fließend, modern, absolut warmherzig. Camille Kellogg schreibt leicht, lebendig und emotional, ohne kitschig zu werden. Man spürt sofort die Liebe zu ihren Figuren. Apropos: Jude und Kat sind beide auf ihre Art sympathisch, verletzlich und fühlten sich unfassbar 'echt' an. Ich hatte sie direkt vor Augen. Ihre ersten Begegnungen sind zart, witzig, voller Chemie, und ich konnte mir jede Szene lebhaft vorstellen. Würde ich mir eine Verfilmung der Story anschauen? 100% ig!

Aber … es gibt leider ein mittelgroßes Aber.
Für mich drehte sich die Geschichte gefühlt auf jeder Seite darum, DASS sie eine Queer-Romance ist, und nicht einfach darum, dass zwei Menschen sich verlieben. Begriffe, Labels, Coming-out, Sichtbarkeit, sexuelle Orientierung, all das wurde so stark und permanent thematisiert, dass die eigentliche Liebesgeschichte kaum Raum bekam, um wirklich zu atmen.

Die Romanze beginnt mit einer sofortigen Anziehung - so cute! … entwickelt sich dann aber nur sehr zaghaft, weil der Fokus immer wieder auf Erklärungen, Einordnungen und Botschaften gelenkt wird. Es fühlte sich stellenweise so an, als wolle das Buch ständig sagen: "Schau her - ich bin eine queere Romance!“ Statt einfach eine zu sein. Und das fand ich unglaublich schade. Denn hätte man es einfach dabei belassen, dass sich hier zwei Frauen begegnen, sich kennenlernen, sich langsam ineinander verlieben - ohne es fortlaufend zu thematisieren und zu labeln - hätte diese an sich bezaubernde Geschichte für mich eine ganz andere Magie entfalten können.

Auch das Gendern, das dey-Pronomen, die Sternchen-Schreibweise haben mich persönlich immer wieder aus dem Lesefluss gerissen. Das ist kein inhaltlicher Vorwurf, sondern schlicht mein Lesegeschmack. Für mich wirkt es in Romanen stilistisch oft sperrig und künstlich, dabei wünsche ich mir gerade in Liebesgeschichten ein Gefühl von Leichtigkeit. Ich verstehe natürlich die Intention dahinter und ich weiß, wie wichtig Sichtbarkeit ist, doch für mich stand die Message zu oft vor der Emotion.

Ein Jammer! Denn "The Next Chapter" hätte für mich eine wunderschöne, zarte, moderne Liebesgeschichte sein können. Die Notting-Hill-Parallele ist da: berühmter Star, Buchladen, Magie beim ersten Blick, dieses leise "Was wäre, wenn …". All das funktioniert. Nur leider wurde es für mich von der permanenten Thematisierung überlagert.

Manchmal passt ein Buch nicht ganz zu uns. Und das ist auch okay. Für mich war es einfach nicht mein Cup of Tea, aber der Stil, die Figuren und die Autorin haben mich definitiv neugierig gemacht und ich würde jederzeit wieder zu einem Buch von Camille Kellogg greifen.

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Ich glaube, dieses Buch wird für sehr viele Lesende genau das sein, was sie suchen. Warm. Wichtig. Sichtbar. Ermutigend. Gerne spreche ich eine Empfehlung für Fans von Queer-Romance-Werken aus.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.01.2026

Spannend!

Never Safe - Wann wirst du sicher sein?
0

Warum ich dieses Werk unbedingt lesen musste, obwohl Thriller eigentlich eher selten mein Fall sind: der mega catchy Klappentext.

Es ging Knall auf Fall los, bereits der Einstieg steckte voller Nervenkitzel, ...

Warum ich dieses Werk unbedingt lesen musste, obwohl Thriller eigentlich eher selten mein Fall sind: der mega catchy Klappentext.

Es ging Knall auf Fall los, bereits der Einstieg steckte voller Nervenkitzel, hat mich sofort gepackt. Rasant, eiskalt, grausam - und so intensiv, dass ich Gänsehaut hatte. (Lest dieses Buch lieber nicht mitten in der Nacht, ich spreche aus Erfahrung.)

Wir erleben in Rückblenden das unfassbare Verbrechen an Karas Patchwork-Familie:
Heiligabend. Ein maskierter Mann. Tote Eltern, tote Brüder. Die kleine Kara wird von ihrer Schwester Marlie auf dem gruseligen Dachboden versteckt … und überlebt, während sich ihre Welt jenseits des Dachbodens auf einem Schlag in das pure Grauen verwandelt. Marlie verschwindet spurlos, der Halbbruder wird verurteilt, und Kara bleibt mit einem Leben voller Schuld und Angst zurück.

Zwanzig Jahre später lebt sie mehr schlecht als recht - ein wandelndes Trauma zwischen Therapie, Alkohol und dem Versuch, irgendwie zu funktionieren. Als ein Reporter Kontakt zu ihr aufnimmt, weil sein Vater damals ihr Leben gerettet hatte (und dabei verstorben ist), beginnen die Schatten der Vergangenheit erneut nach ihr zu greifen. Und plötzlich ist klar: Die Wahrheit ist noch lange nicht begraben.

Was mich begeistert hat:
❏ der Thriller-Faktor ist durchgehend spürbar
❏ Atmosphäre: düster, bedrückend und unglaublich nervenaufreibend, exakt so wie es sich für dieses Genre gehört
❏ Plot: an sich clever und voller emotionaler Sprengkraft
❏ Ende: für mich überraschend, aber verdient - und wohltuend hoffnungsvoll

Was für mich nicht ganz rund war:
❏ die enorme Vielzahl an Perspektiven hat mich stellenweise aus der Geschichte herausgerissen
❏ einige Szenen wiederholen sich aus neuen Blickwinkeln, wodurch der Sog manchmal ins Stocken gerät
❏ zu Kara blieb für mich eine kleine Distanz bestehen

Nichtsdestotrotz: Die Idee, das Setting, die Spannung und die tragische Wucht dieser Geschichte haben mich beeindruckt. Trotz kleiner Logikschwächen und erzählerischer Unebenheiten würde ich jederzeit wieder zu einem Thriller von Lisa Jackson greifen.

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Ein hochspannender Standalone-Thriller mit großem emotionalem Gewicht, düsterer Atmosphäre und einem Anfang, den man nicht vergisst. Definitiv fesselnd!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere