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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.03.2026

Schöne Lesestunden

Nordseeküsse schmecken besser
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Hach, was für ein herrlicher literarischer Ausflug an die Nordsee! Während der Lektüre von Tina Martens' aktuellem Werk fühlte ich mich immer wieder, als würde ich das Rauschen des Meeres hören und mir ...

Hach, was für ein herrlicher literarischer Ausflug an die Nordsee! Während der Lektüre von Tina Martens' aktuellem Werk fühlte ich mich immer wieder, als würde ich das Rauschen des Meeres hören und mir zwischendurch eine kleine Auszeit im Hofladen gönnen. Am Ende hatte ich tatsächlich das Gefühl, einen kleinen Kurzurlaub hinter mir zu haben.

Die Figuren sind mit viel Herz gezeichnet worden, vor allem Sina (aus deren Perspektive in der Ich-Form erzählt wird) war mir schnell sympathisch. Ihre Gedanken, Zweifel und Hoffnungen wirken sehr nahbar und authentisch, sodass man sie gerne durch ihre Geschichte begleitet.

Besonders positiv fand ich zudem die Entwicklung der Handlung in Bezug auf die Glaubwürdigkeit, denn: Sina fällt nicht einfach alles in den Schoß (- etwas, das in vielen Frauenromanen dieser Art leider häufiger vorkommt.) Natürlich gibt es auch hier glückliche Zufälle, doch sie wirken nie übertrieben oder konstruiert. Auch die im Klappentext angedeutete Dynamik zwischen ihr, Benno und Thilo empfand ich als nachvollziehbar und realistisch gelöst.

Ein weiteres Highlight war für mich Sinas Freundschaft zu Fenja. Diese Verbindung fühlt sich einfach ehrlich und warm an - von so einer innigen Freundschaft kann man wirklich nur träumen und sich glücklich schätzen, wenn man sie im eigenen Leben findet.

Das norddeutsche Flair hat die Autorin wunderbar eingefangen. Die Atmosphäre, die Landschaft und das typische Küstengefühl von Weite, Ruhe, Entschleunigung sind sehr stimmungsvoll beschrieben, sodass man sich beim Lesen wie von selbst inmitten der Szenerie wähnt.


𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Eine unterhaltsame Feel-Good-Story mit angenehmem Humor, tollem Küstenflair und liebenswerten Protas. Für mich waren es rundum schöne Lesestunden!

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Veröffentlicht am 10.03.2026

Zuckersüß!

Die kleine Schnecke Monika Häuschen: Einfach doof gelaufen!
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Mit diesem niedlichen Bilderbuch ist Autorin Kati Naumann erneut eine rundum liebevolle Geschichte gelungen, die kleine Zuhörer:innen ebenso begeistert wie die Vorleser:innen. Mein Sohn und ich kennen ...

Mit diesem niedlichen Bilderbuch ist Autorin Kati Naumann erneut eine rundum liebevolle Geschichte gelungen, die kleine Zuhörer:innen ebenso begeistert wie die Vorleser:innen. Mein Sohn und ich kennen bereits mehrere Bücher aus der Welt der kleinen Schnecke Monika Häuschen und auch dieses hier hat uns wieder ein sehr schönes gemeinsames Leseerlebnis beschert.

Dieses Mal steht allerdings nicht sie, sondern der Regenwurm Schorsch im Mittelpunkt, der an seinem Geburtstag ausgerechnet einen richtigen Pechtag erwischt. Kein Wunder, dass Schorsch immer trauriger und wütender wird. Man merkt beim Vorlesen sehr schön, wie sich seine Stimmung verändert und wie sehr ihn all die kleinen Missgeschicke belasten.

Zum Glück sind Monika und der Gänserich Herr Günter zur Stelle, die ihren Freund nicht allein lassen. Besonders schön finde ich die Botschaft dieser Geschichte: Mit guten Freunden an der Seite wird selbst ein schlimmer Pechtag irgendwann wieder heller. Am Ende verwandelt sich Schorschs miserabler Tag tatsächlich noch in einen richtig schönen, und sogar diejenigen, die zuvor gemein zu ihm waren, entschuldigen sich. Dass Schorsch ihnen verzeiht und sagt, bei ihm dürfe jeder mitspielen, fand ich so toll!

Ein ganz besonderes Highlight (wie generell bei allen Monika-Häuschen-Büchern): die entzückenden, farbenfrohen Illustrationen von Barbara Fiesinger, die voller liebevoller Details stecken. Gerade in diesem Werk (mit - im Vergleich zu den Sachbüchern - weniger Textanteil) kommen sie besonders zur Geltung und laden kleine Betrachter:innen immer wieder dazu ein, auf den Seiten Neues zu entdecken.

Auch beim Vorlesen macht das Buch richtig Spaß, immer wieder tauchen kleine Geräusche und Ausrufe auf ("Plitsch-Platsch", "Aua!" ..) –, die man wunderbar betonen kann. Dadurch wird die Geschichte lebendig und sorgt für viele kleine Schmunzelmomente. Typisch für die Reihe sind auch gewisse herrlich knifflige Wörter wie "Regenwurmschwanzspitzenzipfelchen", bei denen man als Vorleser:in manchmal richtig doll aufpassen muss, hihi.

Einziger kleiner Hinweis, allerdings kein wirklicher Kritikpunkt: Monika Häuschen selbst steht diesmal eher am Rand der Geschichte, denn es geht ja hauptsächlich um Schorsch. Da der Klappentext dies jedoch bereits ankündigt, ist das vollkommen okay.

Insgesamt ist es eine warmherzige, humorvolle und zugleich lehrreiche Geschichte für Kinder ab etwa vier Jahren, die zeigt, dass schlechte Tage zum Leben dazugehören, und dass es darauf ankommt, wie man sie angeht - gute Freunde können dir dabei helfen, schwierige Momente zu überstehen.

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Eine rundum gelungene, zauberhaft bebilderte Vorlesegeschichte über Freundschaft, Empathie, Zusammenhalt und das große Glück, nicht allein zu sein.

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Veröffentlicht am 10.03.2026

Stilistisch top

Was ist in meinem Alter sonst noch üblich?
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Dieses Buch war … anders. Anders im Sinne von besonders intensiv, schonungslos, künstlerisch … aber leider konnte es mich nicht emotional erreichen.

Zunächst einmal: Das Cover im Gemäldestil gefällt mir ...

Dieses Buch war … anders. Anders im Sinne von besonders intensiv, schonungslos, künstlerisch … aber leider konnte es mich nicht emotional erreichen.

Zunächst einmal: Das Cover im Gemäldestil gefällt mir außerordentlich gut. Es strahlt etwas Melancholisches, Reifes, Nachdenkliches aus, was ja die Grundstimmung des Romans visuell wunderbar einfängt. Auch sprachlich merkt man sofort: Hier schreibt jemand mit Anspruch - klar, reflektiert, enorm tiefgründig. Keine leichte Unterhaltung, sondern ein literarisches Sezieren von Sehnsucht, Altern, Körperlichkeit und Beziehungsmustern.

Der Einstieg in Triest gefiel mir noch recht gut, ist atmosphärisch dicht - die gepflasterten Straßen, das gelbe Licht der Bars, dieses leise Unbehagen unter der Oberfläche, weil Erika spürt, dass irgendetwas nicht im Reinen ist, es jedoch nicht benennen kann … das alles ist eindrücklich beschrieben worden. Überhaupt ist der Schreibstil sehr bildhaft, fast essayistisch; viele Gedanken kreisen um Vergänglichkeit, Begehren, den alternden Körper, um das Gefühl, entliebt worden zu sein - und auch darum, selbst einmal Verrat begangen zu haben. Genau an diesem Punkt begann mein innerer Abstand.

Es fiel mir schwer, tiefes Mitgefühl für Erika zu entwickeln. Denn sie selbst hatte ihren Mann Jahre zuvor betrogen - und auch wenn jede Beziehung ihre eigenen Dynamiken hat und nichts jemals schwarz-weiß ist, war es für mich keine sonderliche Überraschung, dass a) eine Beziehung nach solch einem Vorfall angeknackst sein kann und b) diese Wunde möglicherweise nie ganz verheilt. Das Vertrauen hat Risse bekommen, die Nähe ist kompliziert geworden. Vielleicht war genau diese Ambivalenz gewollt, bei mir führte sie jedoch eher zu Distanz als zu Empathie.

Was ich zudem ganz ehrlich sagen muss: Die sehr explizite, direkte Sprache in einigen Passagen war für mich schlicht nicht stimmig. Ich lese durchaus gerne Romane mit sinnlicher Note, give me anything spicy, I love it! - das ist überhaupt nicht der Punkt. Aber hier empfand ich die Wortwahl stellenweise als zu derb, vulgär … und vor allem als nicht passend zur sonst eher literarisch-künstlerischen Tonlage. Sicherlich werden viele Leser:innen genau diese Offenheit feiern, auf mich wirkte sie eher befremdlich.

Ich hatte schlicht andere Erwartungen. Der Klappentext (und auch die Empfehlung, der Read sei "warmherzig" und "witzig") ließ mich auf eine Geschichte hoffen, die trotz aller Tiefe auch Leichtigkeit trägt. Vielleicht etwas in der Art von Susanne Fröhlich - mit realistischer Note, aber stets mit einem Augenzwinkern und vor allem: mit Hauptfiguren, die ich von Herzen mag. Stattdessen empfand ich die Atmosphäre des vorliegenden Werkes als deutlich deprimierender, beklemmender, fast schwer auf der Brust liegend. Nach der Lektüre fühlte ich mich nicht bereichert oder hoffnungsvoll, sondern eher bedrückt … und so sollte sich Lesen, zumindest für mich persönlich, nicht anfühlen.

Das bedeutet jedoch nicht, dass dieses Buch schlecht ist, im Gegenteil: es ist literarisch höchst anspruchsvoll, reflektiert, kompromisslos ehrlich in seiner Auseinandersetzung mit Alter, Lust, Scham und Macht in Beziehungen. Es wird sicherlich viele Leser:innen finden, die genau diese Schonungslosigkeit schätzen und sich in Erikas Fragen wiederfinden. Für mich jedoch war es eindeutig nicht das richtige Buch zur richtigen Zeit. Daher vergebe ich 3 Sterne - aus Respekt vor der literarischen Qualität, auch wenn es inhaltlich einfach überhaupt nicht mein Fall war.

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Manchmal passt ein Buch … und manchmal eben nicht, auch das gehört zum Lesen dazu. Stilistisch: top, inhaltlich: Geschmackssache.

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Veröffentlicht am 09.03.2026

Ruhige Nordsee-Romanze

Das Glück liegt am Meer
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Ein Roman wie ein windstiller Tag am Meer: friedlich, schön … perfekt geeignet für einen gemütlichen Spaziergang entlang der Nordsee - ohne große Höhen und Tiefen, aber mit viel Weite. Genau so habe ich ...

Ein Roman wie ein windstiller Tag am Meer: friedlich, schön … perfekt geeignet für einen gemütlichen Spaziergang entlang der Nordsee - ohne große Höhen und Tiefen, aber mit viel Weite. Genau so habe ich den neuen Band der Küstenzauber-Reihe erlebt.

Das Cover im sanften Gemäldestil gefällt mir wirklich sehr. Es verspricht genau das, was man bekommt: Meer, Ruhe, nordische Gelassenheit und eine Geschichte, die sich Zeit lässt. Und Zeit nimmt sich dieser Roman definitiv.

Wir begleiten Bentje und Jasper, die gerade dabei sind, ihre Beziehung weiter zu festigen und ihre gemeinsame Zukunft zu planen. Dann zieht Julian, ein junger Pomologe, in die Pension "Lüttje Glück" ein, an sich ein vollkommen normaler Vorgang - doch dieser neue Gast bringt einen Hauch von Unruhe mit sich, zumindest für Jasper … und plötzlich keimt heftige Eifersucht auf. Mehr braucht es im Grunde nicht, um die Handlung zusammenzufassen.

Genau hier liegt für mich der Knackpunkt. - Stilistisch ist das Werk absolut solide, routiniert, atmosphärisch dicht. Susanne Oswald versteht es wie kaum eine andere, die norddeutsche Landschaft einzufangen. Man hört das Rauschen der Nordsee, spürt den Wind auf der Haut, sieht die Wildgänse über das Reetdach ziehen. Die Beschreibungen sind detailverliebt, mit fast schon meditativer Wirkung. Auch das Stricken darf natürlich nicht fehlen, es ist und bleibt schließlich das Herzensprojekt der Autorin. Die Strickwoche, das Miteinander, das Glück in Gemeinschaft, die Anleitungen im Anhang, alles wirkt harmonisch und wurde charmant und liebevoll umgesetzt. Für Fans dieser Elemente ist das sicher ein kleines Highlight.

Erzählt wird aus drei Perspektiven, hauptsächlich aus Bentjes und Jaspers Sicht, mit vereinzelten Einblicken in Julians Gedankenwelt. Das sorgt grundsätzlich für Abwechslung, auch wenn der Fokus klar auf dem Paar liegt, was für mich prima passte.

Inhaltlich blieb es mir jedoch zu ruhig. Wenn es rein um die Fakten geht: Der Klappentext verrät im Grunde bereits die gesamte Handlung. Die Eifersucht wirkt - zumindest auf mich - schnell konstruiert, das Drama bleibt überschaubar, und auch der "gefährliche" Moment gegen Ende löst sich zügig wieder auf. Ich wartete lange auf eine Wendung, überraschende Entwicklungen, eine tiefere Erschütterung, etwas, das mich emotional wirklich packt, doch es kam nichts in der Art.

Die Geschichte ist keineswegs schlecht geschrieben, im Gegenteil. Es ist einfach eine sehr unaufgeregte Handlung, ein Roman ohne große Abgründe, ohne dramatische Eskalationen, ohne wirkliches Risiko. Ist doch auch mal nett, oder? Für viele Leser:innen wird genau dieses Feeling perfekt passen, da bin ich mir sicher.

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Ich mag die Autorin, ihr Herz für ihre Figuren, ihre Liebe zur Küste und zum Stricken, das warme Grundgefühl in ihren Geschichten, daher empfehle ich das Werk gerne weiter. Wer sich nach einer ruhigen Liebesgeschichte mit viel Nordsee-Flair sehnt, nach einem Wohlfühlort zum Durchatmen, wird hier gut aufgehoben sein.

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Veröffentlicht am 09.03.2026

Highlight!

Und das Glück duftet nach Wolken und Meer
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Ich bin so begeistert von diesem einfühlsam geschriebenen, tiefgründigen, einfach nur rundum mitreißenden Werk! Es hat nicht nur meine seit jeher bestehende Sehnsucht nach Irland weiter befeuert, sondern ...

Ich bin so begeistert von diesem einfühlsam geschriebenen, tiefgründigen, einfach nur rundum mitreißenden Werk! Es hat nicht nur meine seit jeher bestehende Sehnsucht nach Irland weiter befeuert, sondern punktet obendrein mit vielen interessanten Fakten über die grüne Insel (zum Beispiel, dass bis 1979 Verhütung in Irland vollkommen verboten war).

Alles wirkt enorm authentisch, von den realistischen Gedankengängen und Dialogen der Figuren bis hin zu den traumhaft atmosphärischen Landschaftsbeschreibungen. Zudem lässt die Autorin auf zauberhaft leicht wirkende Weise Sitten und Bräuche Irlands in die Handlung einfließen (wie Quick Dips oder bekannte Lieder - einige davon kannte ich bereits und hatte sie während der Lektüre sofort im Ohr).

Ich habe Kaylas Entwicklung, die Beschreibung ihrer Freundschaften (mit Pina in Berlin sowie mit Maeve in Irland), die Dynamik innerhalb ihrer Familie (insbesondere mit ihrem Bruder Logan), das nach und nach voranschreitende Aufdecken ihres Familiengeheimnisses sowie natürlich das Ende so geliebt! Ohne viele weitere Worte: dieser wundervolle Roman verdient definitiv viel mehr Aufmerksamkeit und wird garantiert nicht das letzte Werk gewesen sein, das ich von dieser talentierten Autoren gelesen habe.

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Ganz ganz klare Leseempfehlung, nicht nur für Irland-Fans, sondern generell für alle Leser:innen von gefühlvollen Romanen, in denen die Liebe natürlich auch eine Rolle spielt, allerdings nicht im Fokus steht. Ich bin absolut hingerissen und freue mich sehr über diese tolle Entdeckung!

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