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Veröffentlicht am 20.10.2020

Nette Unterhaltung für Zwischendurch

Das kleine Café am Pier
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Bereits das zauberhaft schöne Cover lässt vermuten, dass es sich bei Helen Rolfes im März 2020 beim HEYNE Verlag erschienenen Roman um eine Feel-Good-Story handelt. Ich habe das Buch in einer kalten, düsteren ...

Bereits das zauberhaft schöne Cover lässt vermuten, dass es sich bei Helen Rolfes im März 2020 beim HEYNE Verlag erschienenen Roman um eine Feel-Good-Story handelt. Ich habe das Buch in einer kalten, düsteren Jahreszeit gelesen und allein das in hellen Blau- und Rosatönen gestaltete Cover, das in Bezug auf die Handlung perfekt gewählt worden ist, erzeugte bei mir schon Sehnsucht auf einen Ausflug ans Meer.

Dorthin, genauer gesagt, ins idyllische Städtchen Salthaven-on-Sea, verschlägt es die weibliche Hauptfigur. Jo hatte bisher in Edinburgh gelebt, richtig Wurzeln schlagen konnte sie in der Großstadt jedoch nie. Ohne zu zögern folgt sie daher dem Hilferuf ihrer Großeltern, die dringend Unterstützung in ihrem Café benötigen. Kaum ist Jo wieder zurück in Salthaven-on-Sea, entdeckt sie den Ort ihrer Kindheit, den sie einst mit gebrochenem Herzen verlassen hatte, aufs Neue. Mit Feuereifer stürzt sie sich in ihre neue Aufgabe im Café, kreiert köstliche Gerichte und fühlt sich bald herzlich aufgenommen von der kleinen Gemeinde. In ihrem Tatendrang startet sie zudem eine Aktion namens "Abend der Liebe" – Jo möchte Amor spielen und macht sich daran, die Stammkunden des Lokals zu verkuppeln, indem sie Blind Dates arrangiert. Ob ihr Vorhaben von Erfolg gekrönt sein wird…? Und wer ist der heimliche Verehrer, der Jo geheimnisvolle Postkarten schickt…?

Erzählt wird in der dritten Person (aus Jos Perspektive - bis auf eine kurze Ausnahme gegen MItte der Handlung). Den Einstieg in die Geschichte, die sich über ein ganzes Jahr erstreckt, habe ich als etwas schnell (und auch ein wenig zu nüchtern) empfunden und hatte so meine Zweifel, ob es mir im Laufe des doch an die 450 Seiten umfassenden Romans gelingen würde, mich in Jo hineinzuversetzen. Tatsächlich waren es eher die Nebenfiguren, die für mich das Highlight der Story bildeten. Jo ist nicht unsympathisch, im Gegenteil - sie hat stets das Wohl anderer Menschen im Sinn und liebt ihre Familie über alles, aber ihre Figur blieb dennoch leider recht blass. (Nur als Beispiel: Als ich mich mit einer Freundin über unsere jeweilige aktuelle Lektüre austauschte, fielen mir zig andere Charaktere des Werkes ein, nur an Jos Namen konnte ich mich erst nach kurzem Grübeln erinnern und das, obwohl sie die Hauptfigur ist.) Jos Großeltern hingegen sind einfach zum Knuddeln und auch sämtliche Stammkunden des Cafés schließt man direkt ins Herz. Neben dem Café-Alltag, auf dem eindeutig der Hauptfokus der Handlung liegt, bilden die Schicksale der Stammkundschaft das interessanteste Element. Auch das Zerwürfnis zwischen Jos Mutter und deren Eltern (- jenes Familiengeheimnis, über das die Großeltern partout keine Auskunft geben wollen -) sowie die anonymen Postkarten heben die Spannungskurve etwas an.

Der Schreibstil ist angenehm und sehr detailreich, aber teilweise viel zu ausschweifend; die ganze Geschichte hätte sich locker auch auf deutlich weniger Seiten erzählen lassen können. Insgesamt blicke ich etwas zwiegespalten auf das Werk zurück. - Der Humor in den Dialogen, das Setting einer süßen englischen Hafenstadt und die große Frage, wer denn nun Jos heimlicher Verehrer ist, fand ich sehr unterhaltsam. Doch wirklich Herzklopfen kam bei mir nicht auf und auch für einen allgemeinen (nicht romantischen) Wohlfühlroman zog sich die Abfolge der Ereignisse einfach zu sehr in die Länge; ich hatte häufig am Ende einer Seite das Gefühl, dass im Grunde nichts passiert sei und nichts vorwärts geht. Lediglich gegen Ende, in den letzten Kapiteln und im Epilog, gewinnt das Ganze an Fahrt (und an Emotionen) – diese Intensität hätte ich mir für das gesamte Werk gewünscht. Auch die Enttarnung Jos Verehrers hat mich positiv überrascht.

Fazit: Ein netter, locker geschriebener Unterhaltungsroman, der aufgrund der zahlreich erwähnten Köstlichkeiten gewiss für Appetit beim Lesen sorgen wird!

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Veröffentlicht am 18.10.2020

Absolut bezaubernd - eines meiner Jahreshighlights!

Audrey Hepburn und der Glanz der Sterne (Ikonen ihrer Zeit 2)
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Juliana Weinbergs biographischer Roman über das Leben Audrey Hepburns hat mich restlos begeistert! Selbstverständlich war mir der Name der berühmten Schauspielerin und Stilikone schon zuvor ein Begriff ...

Juliana Weinbergs biographischer Roman über das Leben Audrey Hepburns hat mich restlos begeistert! Selbstverständlich war mir der Name der berühmten Schauspielerin und Stilikone schon zuvor ein Begriff gewesen, verkörpert sie doch zeitlose Eleganz wie keine andere. Doch dieses Werk, das für mich den besten Frauenroman seit Langem darstellt und welches ich nur als absoluten Glücksgriff bezeichnen kann, hat mir nicht nur unzählige Facetten von Audreys Persönlichkeit und ihrem vermeintlich schillernden Leben nähergebracht, sondern mein ohnehin schon reges Interesse an ihr dermaßen befeuert, dass ich gleich im Anschluss an die Lektüre sämtliche im Roman erwähnten Namen gegoogelt habe und nun, da ich die Hintergründe kenne, unbedingt alle Hepburn-Filme anschauen möchte!

Man spürt in jeder Zeile die Bewunderung der Autorin sowie den Respekt für die viel zu früh verstorbene Schauspielschönheit, deren Stern am Filmhimmel zwar heller als kaum ein anderer gestrahlt hatte, die sich im Grunde ihres Herzens jedoch stets nur eine stabile, liebevolle Familie wünschte, die sie "mit Liebe überschütten" könnte. Die Rolle der Holly Golightly in "Breakfast at Tiffany’s" machte sie unsterblich, aber die größte Rolle ihres Lebens war die als Mutter. Ihre Söhne Sean und Luca, beide von unterschiedlichen Vätern, waren ihr Ein und Alles. Zu gerne hätte ich sowohl Mel Ferrer (Ehemann Nr. 1) und Andrea Dotti (Gatte Nr. 2), die ihre eigenen Interessen stets über das Wohl Audreys stellten, gehörig die Meinung gegeigt!

Wir begleiten Audrey von ihrer Kindheit im nazibesetzten Holland über ihre Jugend in London (- wo ihr Traum einer Karriere als Primaballerina zerbricht -) bis hin zu ihrem kometenhaften Aufstieg, den sie selbst nie ganz begreifen konnte. Der Vater hatte die Familie verlassen, als Audrey gerade mal sechs Jahre alt gewesen war – ein traumatisches Erlebnis, das sie dauerhaft prägte. Durch die puritanische Erziehung ihrer Mutter (einer einstigen Baronin, die den Adelstitel abgelegt hatte) reift Audrey zu einer Frau heran, die nie viel Aufhebens um sich selbst macht und sich nicht als etwas Besonderes sieht, nicht einmal, als sie sämtliche Preise der Filmbranche (Oscar, Tony Award, Emmy, Grammy) verliehen bekommt. Sie ist bekannt für ihre charmante, bodenständige Art, ihre überaus disziplinierte Arbeitsweise und ihr Pflichtgefühl sowie für ihr herzensgutes Wesen. Viele dieser Eigenschaften sind ausschlaggebend dafür, dass sie es sich nach ihrer Filmkarriere zur Mission macht, als UNICEF-Botschafterin die Ärmsten der Welt zu unterstützen.

Die Autorin nimmt die Leser mit hinter die Kulissen, wir erleben Audreys Erlebnisse an diversen Filmsets, erhalten Einblick in ihre privaten Beziehungen und Arbeitsbekanntschaften. Connie, Ehefrau des Filmproduzenten Jerry Wald, wird ihre beste Freundin. Es ist eine aufrichtige, loyale Freundschaft, die weit über die lockeren Gartenparties in Beverly Hills hinausgeht. Mit dem französischen Modedesigner Hubert de Givenchy verbindet Audrey Zeit ihres Lebens eine innige Freundschaft; er betrachtet sie als seine Muse und widmet ihr sein allererstes Parfüm (L’Interdit). Gregory Peck, an dessen Seite sie 1953 in der Romanze "Ein Herz und eine Krone" spielt (- ein Film, der ihren Durchbruch in Hollywood bedeutet und für den sie den Oscar für als 'Beste Hauptdarstellerin' gewinnt -), ist fortan einer ihrer engsten Vertrauten. Es scheint, als könne sich niemand Audreys Liebenswürdigkeit, ihrer oftmals von Schüchternheit und Unsicherheit geprägten Art entziehen.

Ich hatte beim Lesen mehrmals Tränen in den Augen, so einfühlsam beschreibt die Autorin die dunkelsten Stunden in Audreys Leben – ihre langanhaltende Depression nach drei Fehlgeburten, ihre Sehnsucht nach jener tiefgründigen Liebe, die keiner ihrer Ehemänner ihr zu geben vermochte. Oftmals galten Filmdiven dieser Epoche ja als flatterhaft und unbeständig, viele stürzten sich von einer Beziehung in das nächste amouröse Abenteuer. Nicht so Audrey. Ihr größter Wunsch war es, Ehefrau und Mutter sein - alles was sie im Gegenzug erwartete, war aufrichtige Liebe und Treue. Ich möchte betonen, dass trotz gelegentlich trauriger Momente die Grundstimmung des Werkes niemals in Negativität versinkt, im Gegenteil. Audreys sympathischer, humorvoller Charakter, ihre Stärke, Professionalität und Güte gegenüber anderen Menschen stehen im Vordergrund.

Der angenehme, emotional fesselnde Schreibstil der Autorin ist wahrhaft ein Genuss! Ich habe das über 600 Seiten umfassende Werk, für das Juliana Weinberg sich größtenteils an wahren Begebenheiten orientiert hat, innerhalb eines Tages verschlungen und fühlte mich danach auf solch besondere Weise mit Audrey Hepburn verbunden, als wäre sie eine Freundin von mir. Die atmosphärischen Beschreibungen der Lokalitäten, die Dialoge – alles wirkt so authentisch und greifbar, als wäre man selbst mittendrin im Geschehen.

Fazit: Dieses Buch ist ein Geschenk! Welch wundervolle Hommage an eine bezaubernde und in vielerlei Hinsicht beeindruckende Persönlichkeit! Perfekt für alle Liebhaber von biographischen Romanen und ein absolutes Muss für alle Fans der legendären, unvergessenen Audrey Hepburn!

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Veröffentlicht am 16.10.2020

Leider mehr Drama als Wohlfühlfaktor

Träume in Meeresgrün
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Nachdem die Autorin mich bereits mit ihren Romanen "Sommer in Atlantikblau" und "Sommer unter Sternen" begeistert hatte, ging ich mit hohen Erwartungen an dieses im Mai 2020 beim Heyne Verlag erschienene ...

Nachdem die Autorin mich bereits mit ihren Romanen "Sommer in Atlantikblau" und "Sommer unter Sternen" begeistert hatte, ging ich mit hohen Erwartungen an dieses im Mai 2020 beim Heyne Verlag erschienene Werk heran. Aufgrund des in wunderschönen, hellen Farben gestalteten und ganz im maritim-sommerlichen Look gehaltenen Covers von "Träume in Meeresgrün" sowie basierend auf dem Klappentext, hatte ich mir eine Wohlfühlgeschichte zum Entspannen und Träumen erhofft.

Die 34-jährige Amelie ist seit Jahren unglücklich verliebt in Lars, den Freund ihrer Schwester Nele…der gemeinsam mit ihrer Familie einen Urlaub in Kanada verbringt. Als wäre dies nicht unangenehm genug, leidet Amelie zudem immer noch unter einem tragischen Verlust, der ihr Leben vor 13 Jahren komplett aus der Bahn geworfen hat. Zu allem Überfluss stellt sich heraus, dass ihr Vater über viele Jahre hinweg ein schwerwiegendes Geheimnis gehütet hat, das nun mit aller Gewalt an die Oberfläche drängt. Und dann ist da auch noch der attraktive Hobby-Musiker Callum, der so gar nicht Amelies Typ ist, ihr aber dermaßen unter die Haut geht, dass sie beginnt, ihr Leben neu zu überdenken und sich aus ihrem Schneckenhaus zu wagen.

Der Schreibstil von Miriam Covi besticht durch realistische Dialoge und kreative, bildreiche Metaphern, die den Lesern einen perfekten Einblick in die Gedankenwelt ihrer Figuren geben. Eine besondere Auszeichnung hat die ungemein atmosphärische Darstellung der Location verdient. Lunenburg ist mehr als nur das Backgroundsetting zur Handlung - man spürt in jeder Zeile, dass die Autorin ein großer Fan dieser Region ist. Es würde mich nicht wundern, wenn das idyllische kanadische Hafenstädtchen in Zukunft einen Tourismus-Boom erleben würde! Von den bunten Holzhäuschen über die kleinen, urigen Geschäfte bis hin zum Hafen mit seinen Segelbooten und den herzlichen Einwohnern – man ist beim Lesen gedanklich vor Ort und es herrscht Urlaubsfeeling pur.

Mit den Figuren wurde ich nur bedingt warm. Insbesondere in der ersten Hälfte der Handlung erschien mir das verhuschte, duckmäuserische Verhalten von Amelie, aus deren Perspektive erzählt wird, völlig übertrieben. Auf gefühlt jeder zehnten Seite bricht sie in Tränen aus und/oder stolpert in jemanden hinein. Dem sympathischen Callum gegenüber reagiert sie so unreif und patzig, dass man sich fremdschämt. Ihre permanente Selbstgeißelung und ihr deprimierendes Selbstmitleid nervten mich ziemlich. Hier wäre weniger mehr gewesen. Selbiges gilt für zahlreiche, mit negativen Assoziationen und Emotionen behafteten Elemente des Plots. Mir ist bewusst, dass auch traurige Momente zum Leben (und folglich zu Romanen darüber) gehören. Doch hier erschien es mir, als hätte sich die Autorin zum Ziel gesetzt, auf Krampf eine ganz besonders tiefgründige Geschichte zu verfassen. Abgesehen von einer alles andere als harmonischen Familiendynamik geht es alle paar Seiten um Themen wie Tod, Trauer(-bewältigung), Schuld und Reue, Krankheiten (Krebs, Alzheimer, Schlaganfälle, …), Wut und Frustration. Das wiederum hat mich frustriert. Positiv überrascht war ich davon, wie früh das Familiengeheimnis gelüftet wurde. In der zweiten Hälfte des Werks ist mir vor allem Callum ans Herz gewachsen, der ebenfalls kein leichtes Leben gehabt hat bisher, aber ganz anders damit umgeht als Amelie. Weiterhin gefiel mir gut, dass Musik eine bedeutende Rolle spielte in der Story.

Fazit: Größtenteils tragisch bis bittersüßer Familienroman, der sich erst kurz vor knapp zur Romanze entwickelt. All dies jedoch vor traumhafter Kulisse.

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Veröffentlicht am 13.10.2020

Süße Weihnachtsromanze in meiner Lieblingsbuchhandlung

Winter in Bloomsbury
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"Winter in Bloomsbury" ist der vierte Band von Annie Darlings Bloomsbury-Reihe. Jeder der romantisch-herzlichen Romane hat eine in sich geschlossene Handlung und kann einzeln gelesen werden. Ich habe die ...

"Winter in Bloomsbury" ist der vierte Band von Annie Darlings Bloomsbury-Reihe. Jeder der romantisch-herzlichen Romane hat eine in sich geschlossene Handlung und kann einzeln gelesen werden. Ich habe die Reihe von Anfang an begeistert verfolgt und hoffe inständig, dass diesem Werk noch viele weitere folgen werden, da sich die Protagonisten rund um den zauberhaften Buchladen allesamt in mein Herz geschlichen haben!

Weihnachten hält Einzug im "Happy Ends", der wundervollen (leider fiktiven) Buchhandlung im Londoner Stadtteil Bloomsbury, die sich ganz und gar dem Verkauf von Liebesromanen aller Art verschrieben hat. Jeder um sie herum scheint sich wie verrückt auf das Fest der Liebe zu freuen - sehr zum Leidwesen von Mattie (der Betreiberin der angrenzenden Teestube) und Tom, dem mysteriösen, stets etwas introvertierten Angestellten des Bookstores, der aus seinem Privatleben schon immer ein großes Geheimnis gemacht hat. Als überraschend die gemütliche Wohnung über dem Laden frei wird, wollen sowohl Mattie als auch Tom, die einander noch nie wirklich leiden konnten und deren einzige Gemeinsamkeit die Verabscheuung des allgemeinen Weihnachtstrubels ist, unbedingt beide dort einziehen. Doch Posy, ihre Vermieterin und Chefin, weigert sich vehement, eine Wahl zwischen ihnen zu treffen – diesen Stress kann sie zusätzlich zu ihrem schwangerschaftsbedingten Hormonchaos nämlich rein gar nicht gebrauchen. So entsteht eine unfreiwillige Wohngemeinschaft, deren Konditionen Mattie und Tom des Öfteren an ihre Toleranzgrenze treiben und einander näherbringen, als sie sich zunächst eingestehen wollen...

Mattie ist eine sympathische junge Frau, die den eleganten Kleidungsstil von Audrey Hepburn übernommen hat und deren Herz ganz und gar für die Kreation kulinarischer Köstlichkeiten schlägt. Auch Weihnachten hat sie einst geliebt - bis zu dem tragischen Fest vor zwei Jahren, als sie (ausgerechnet in Paris, ihrem Sehnsuchtsort) furchtbar enttäuscht und hintergangen worden ist. Seitdem stellt jedes Weihnachtsfest für die hübsche Konditorin nur eine Erinnerung an ihre Einsamkeit dar, aller Bemühungen ihrer Familie und ihrer besten Freundin Pippa zum Trotz. Auch Tom ist ein absoluter Weihnachtsmuffel, der obendrein auf den ersten Blick ziemlich überheblich und unnahbar wirken kann.

Ich habe mich riesig über das Wiedersehen mit Posy, Nina und Verity gefreut, die mir mittlerweile alle so vertraut wie alte Freunde erscheinen. Während Posy mich in den letzten Bänden mit ihrem Hang zur Quengelei, ihrer Ungeduld und maßloser Übertreibung ein klein wenig genervt hatte, war ich diesbezüglich nun vollends versöhnt. Sie ist zwar immer noch eine Drama Queen, was übrigens rein auf ihre Schwangerschaft geschoben wird – doch in diesem Werk ist ihre Figur bewusst dermaßen überzeichnet worden, dass sie einen rein komödiantischen Effekt auf mich hatte, weil man sie schlichtweg nicht ernst nehmen kann. Äußerst angetan war ich auch von den reizenden Nebenfiguren, vor allem vom herzensguten Senior Cuthbert, der eine ganz wunderbare Ergänzung zum Team darstellt. Veritys übergewichtiger, vernaschter Kater Strumpet war natürlich auch wieder mit von der Partie.

Die Geschichte, die mit jedem Kapitel einen Countdown bis Weihnachten bildet, ist aus Matties Sicht in der dritten Person geschrieben worden. Wie auch in den Vorgängerbänden brilliert die Autorin mit schlagfertigen, frechen Dialogen, viel Humor und einem angemessenen Hauch von Romantik. Die Annäherung zwischen Mattie und Tom entwickelt sich langsam und ungemein glaubwürdig; ihre kleinen Zankereien, zaghaften Flirts und Missverständnisse im Laufe der Handlung wirkten stets nachvollziehbar und befeuerten die Funken, die zwischen den beiden Hauptfiguren sprühten. Die Hintergrundgeschichte zu Matties Verhalten (die erklärt, warum Mattie meint, dass sie es nicht wert sei, geliebt zu werden), ist sehr zeitgemäß (Stichwort: Gaslighting).

Viel zu schnell hatte ich die letzte Seite des Romans erreicht; eine Tatsache, die mir lediglich aufgrund des tollen Cupcake-Rezepts im Anhang etwas versüßt wurde. Dank des traumhaft schönen, mit Glitzerpartikeln veredelten Wintermotiv-Covers macht das Werk auch optisch im Bücherregal richtig was her.

Fazit: Angenehm lockere Unterhaltung, liebenswerte Figuren und viel Humor - die ideale Einstimmung auf Weihnachten! Eine klare Leseempfehlung für alle Liebhaber von Feel-Good-Stories und ein Muss für Fans der Bloomsbury-Reihe!

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Veröffentlicht am 13.10.2020

Perfekte Einstimmung auf Weihnachten

Ich dachte, wir schenken uns nichts?!
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Schon lange hatte ich auf das neue Werk dieses überaus sympathischen Autorinnen-Duos hingefiebert – erst recht, als bekannt wurde, dass es sich um ein "Überlebenstraining für Weihnachtselfen und Festtagsmuffel" ...

Schon lange hatte ich auf das neue Werk dieses überaus sympathischen Autorinnen-Duos hingefiebert – erst recht, als bekannt wurde, dass es sich um ein "Überlebenstraining für Weihnachtselfen und Festtagsmuffel" handeln würde! Das Cover ist – wie immer bei Werken von Lucinde Hutzenlaub und Heike Abidi – ein absoluter Eyecatcher: gehalten in knalligem Lila und verziert mit zwei niedlichen kleinen Eulen; ich liebe es! Für mich ist Weihnachten, speziell die Vorweihnachtszeit, die schönste Zeit des Jahres und somit war mir diese wahrlich festliche Lektüre natürlich auch schon im frühen Herbst mehr als willkommen. Erneut habe ich mich königlich amüsiert und bin absolut begeistert! (Nicht, dass ich von L. Hutzenlaub und H. Abidi etwas anderes erwartet hätte!)

Das in vier größere Abschnitte unterteilte Werk wird eingerahmt von einem sehr persönlichen Vor- und Nachwort und ist abwechselnd aus der Sicht von Lucinde und Heike geschrieben worden, die mit einem Augenzwinkern von ihren schönsten, witzigsten, rührendsten und skurrilsten (Stichwort: Babysitting 1980) Erlebnissen rund um Weihnachten berichten. Auch Silvester und die 'Zeit zwischen den Jahren' kommen dabei nicht zu kurz, stets in herrlich humorvoller Manier.

Ob weihnachtliches Bullshit-Bingo, Weihnachtsquiz oder die überraschende Vielfalt an Weihnachtswichteln-Versionen – man kommt aus dem Schmunzeln nicht mehr heraus, wozu auch die kreativen Kapitelüberschriften und häufig eingestreuten Tipps der Autorinnen beigetragen haben. Überhaupt fühlte sich das Lesen an wie ein Gespräch unter guten Freundinnen, mit denen man gemeinsam die ersten Lebkuchen verputzt und über das Leben sinniert. Der Schreibstil ist pointiert, durch und durch angenehm und einladend – stets blättert man erwartungsfroh die nächste Seite um und viel zu schnell ist das Nachwort erreicht.

Hinsichtlich Weihnachtsfeeling bin ich (ob Lieblingsweihnachtsfilm, -gedicht oder -lied) ganz klar im 'Team Lucinde' - auch mir kann es gar nicht glitzernd und besinnlich genug zugehen; wobei ich entdeckt habe, dass Heike gar nicht solch ein Grinch ist, wie sie behauptet und ich mich häufig auch in ihren Beiträgen ein wenig wiedergefunden habe. Ich habe nicht nur leckere Rezepte, klassische (internationale) Traditionen, interessante Bräuche (wie das Christbaumloben) und mir bisher unbekannte Weihnachtssongs aus dem Werk mitnehmen können, sondern auch jenes wohlig warme Gefühl, das sich stets einstellt, wenn man mit lieben Menschen Zeit verbringt. Ich hoffe, die Autorinnen werden uns noch mit ganz vielen weiteren gemeinsamen Büchern beglücken!

Fazit: Das perfekte Weihnachtsgeschenk – auch für jene Familien, in denen es alle Jahre wieder heißt: "Ich dachte, wir schenken und nichts?!"

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