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Veröffentlicht am 21.03.2021

Interessanter Einstieg, starke Mitte, schwaches Ende

Du kannst kein Zufall sein
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Es sollte der perfekte Heiratsantrag im London Eye werden - doch Joshs Freundin Jade nutzt die Gelegenheit lieber, um mit ihm Schluss zu machen. Josh verliert dabei nicht nur seine Liebe, sondern auch ...

Es sollte der perfekte Heiratsantrag im London Eye werden - doch Joshs Freundin Jade nutzt die Gelegenheit lieber, um mit ihm Schluss zu machen. Josh verliert dabei nicht nur seine Liebe, sondern auch Wohnung und Job. Kurz vor der 30 zieht Josh also wieder zu seinen Eltern und ist auch noch verzweifelt auf Jobsuche. Rückblickend hat Josh seiner Meinung nach viele schlechte Entscheidungen getroffen, was ihn zu seiner vorerst letzten Entscheidung führt: Zukünftig soll ein Münzwurf für ihn entscheiden - und zwar alles. Monate später begegnet Josh dann seiner Traumfrau im Londoner Kunstmuseum, doch er verliert sie später in der Menge, ohne sie nach ihrem Namen oder ihrer Telefonnummer gefragt zu haben. Nun liegt es an der Münze zu entscheiden: Soll Josh sich auf die Suche nach dieser Frau machen, obwohl sie überall auf der Welt leben könnte?

Josh ist mir als Protagonist sehr ans Herz gewachsen. Er ist selbstironisch, gern auch mal sarkastisch und lässt uns vollständig an seinen Gedanken teilhaben, die mich oft zum Schmunzeln gebracht haben. Auch seine besten Freunde Jake und Jessie sind sehr liebenswert. Die ersten ca. 120 Seiten plänkelt die Geschichte ein wenig vor sich hin. Wir lernen die Charaktere kennen und begleiten Josh durch seinen "neuen Alltag" mit dem Münzwurf. Ab genannter Seitenzahl trifft Josh dann aber endlich auf seine mögliche Traumfrau - die Frau, die Van Goghs Bild der Sonnenblumen so sehr liebt. Fortan nennen Joshs Freunde sie daher die Sonnenblumen-Frau. Man merkt von Anfang an wie sehr es bei Josh gefunkt hat und das ist wirklich sehr süß und unterhaltsam. Spätestens ab hier hat mir das Buch sehr viel Spaß gemacht.

Doch dann kamen die knapp letzten 100 Seiten. An einer Stelle erzählt eine Romanfigur, dass sie die Bücher, die sie liest, nie zu Ende liest, sondern stattdessen dann zu lesen aufhört, wenn die Geschichte gerade am schönsten ist und sich das Ende lieber selbst ausmalt. Das hätte ich für dieses Buch auch lieber mal beherzigen sollen. Denn die für mich beste Stelle war tatsächlich kurz vor der 300. Seite, danach nahm die Geschichte nach meinem Geschmack sehr unschöne und vorhersehbare Wendungen. Im Nachhinein hätte ich also tatsächlich lieber dort mit dem Lesen aufgehört.

Zusammengefasst ein unterhaltsamer Einstieg, eine starke und spannende Mitte und ein schwaches Ende, wofür ich insgesamt 4 Sterne vergeben kann.

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Veröffentlicht am 17.03.2021

Eine Hommage an die Freundschaft

Pension Herzschmerz
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Die drei Freundinnen Louise, Anna und Kim sind erstmals alle drei gleichzeitig Single und zwei von ihnen plagt auch noch der Herzschmerz. Was gibt es da besseres als dem Kummer entgegenzusteuern? Zum Beispiel ...

Die drei Freundinnen Louise, Anna und Kim sind erstmals alle drei gleichzeitig Single und zwei von ihnen plagt auch noch der Herzschmerz. Was gibt es da besseres als dem Kummer entgegenzusteuern? Zum Beispiel mit einer eigenen Pension für Liebeskranke. Auf diese Idee kommen die Freundinnen bei einem Besuch auf Kims Wahlheimat Norderney. In die Insel verlieben sich auch Anna und Louise sofort. Und die ein oder andere verliert ihr Herz nicht nur an die Landschaft.

An den Schreibstil der Autorin musste ich mich zunächst etwas gewöhnen. Geschrieben ist der Roman aus Louises Ich-Perspektive, da aber meistens eine der Freundinnen oder jemand anderes um sie herumschwirrt, dominieren die Dialoge in diesem Buch. Gerade zum Anfang fand ich das etwas schwierig, denn ich hatte den Eindruck, dass auf diese Weise kaum Emotionen rüberkamen. Der Schreibstil war da eher einfach gehalten. Die Autorin verwendet hauptsächlich kurze Sätze. Später wurde es aber besser - oder ich hatte mich daran gewöhnt. Damit vergingen aber auch etwa 70 Seiten bis die Geschichte so richtig losging und es erst richtig interessant wurde.

Dafür hat das Buch einen interessanten Aufbau in 5 Phasen - für jede Station des Liebeskummers eine, angefangen beim Schock und endend bei der Heilung. Das ist eine super schöne Idee der Aufmachung und verleiht der gesamten Geschichte zusätzlichen Reiz. Kapitelunterteilungen gibt es dazwischen dennoch.

Thematisch steht bei diesem Buch allerdings - anders als erwartet - weniger eine Liebesgeschichte als die Freundschaft im Mittelpunkt. Der Roman ist quasi eine Hommage an die Freundschaft. Außerdem geht es darum, sich selbst zu verwirklichen und den Mut zu finden, sich auch mal etwas zu trauen, um seine Träume zu verwirklichen. Die vermittelte Message ist auf jeden Fall angekommen. Anders als ich es nach dem Lesen des Klappentextes erwartet habe, stand die Liebesgeschichte hier jedoch sehr im Hintergrund. Sie entwickelt sich nur sehr langsam und schleichend - was mir erst mal gut gefallen hat, denn es fügte sich so sehr authentisch in die Handlung. Dafür ging es auf den letzten 30 Seiten dann alles ganz schnell - zu schnell, hier hätte die Autorin definitv früher ein paar Sätze mehr auf die Liebesgeschichte verwenden können. Das war mir zum Schluss dann etwas zu abrupt abgewickelt, sodass es dann schon wieder überstürzt wirkte. Das fand ich wirklich schade.

Ansonsten hatte ich aber ein sehr schönes Leseerlebnis und sehne mich dank der Pension Herzschmerz schon nach dem nächsten Urlaub am Meer.

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Veröffentlicht am 12.03.2021

Ein sehr gemischtes Leseerlebnis

Meeresglühen (Romantasy-Trilogie, Bd. 1)
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Wie jeden Sommer verbringt die 17-jährige Ella einen Teil ihrer Ferien in Cornwall, in dem Cottage ihrer verstorbenen Oma. Normalerweise reist sie mit ihrer Mutter an, doch da diese bei Ärzte ohne Grenzen ...

Wie jeden Sommer verbringt die 17-jährige Ella einen Teil ihrer Ferien in Cornwall, in dem Cottage ihrer verstorbenen Oma. Normalerweise reist sie mit ihrer Mutter an, doch da diese bei Ärzte ohne Grenzen im Ausland festhängt, verbringt Ella zunächst eine Woche allein in Cornwall. Bei ihrem ersten Strandspaziergang entdeckt sie dann einen scheinbar leblosen Surfer auf seinem Surfbett im Wasser. Nach einer heiklen Rettungsaktion fischt Ella den gar nicht so leblosen Aris aus dem Wasser. Doch irgendwas stimmt nicht so recht mit ihm. Seinen Körper verzieren seltsame Male, bei einer Berühung fängt er an zu glühen und seltsam gekleidet ist er auch noch. Bis sich herausstellt: Aris ist nicht so ganz aus unserer Welt. Und Ella hilft ihm, in seine zurückzukehren.

Der Plot ist wirklich grandios. Der Titel deutet schon an in welche Richtung es geht, daher ist es wohl kein großes Geheimnis, dass Aris' Welt im Meer liegt. Damit greift die Autorin einen faszinierenden Mythos auf, was ich per se schon spannend finde. Und natürlich tauchen wir auch als Leser in diese Welt ein, die von Fantasie nur so sprüht. Der Grundgedanke stimmt hier also auf jeden Fall. Mit der Umsetzung bin ich allerdings nicht so ganz zufrieden.

Unsere Protagonistin Ella ist von Anfang an ein aufgewecktes Mädchen, das uns tief in ihre Seele blicken lässt. Das interessante an ihr jedoch: Sie hat eine sehr dominante innere Stimme, die regelmäßig in einen "Dialog" mit ihr tritt. Zu Beginn fand ich das ganz unterhaltsam, mit der Zeit wurde es ein wenig anstrengend. Zumal ihre innere Stimme irgendwann begann, Ella ständig mit "Schätzchen" anzureden. Für eine innere Stimme finde ich das schon speziell. Und durchweg pessimistisch und bösartig war sie natürlich auch. Mir wäre statt der inneren, "ermahnenden" Stimme ein Mittelweg lieber gewesen. Denn Ella ist tatsächlich äußerst naiv, nur dass sie ihre innere Stimme nicht von zahlreichen Dummheiten, die sie begeht, abhält. Ella wurde aufgrund dessen im Laufe des Buches immer anstrengender für mich, weshalb ich leider nicht so richtig mit ihr warm werden konnte.

Natürlich sprühen hier auch ordentlich die Funken zwischen Ella und Aris. Nach meinem Geschmack war das etwas zu schnell etwas zu viel, aber ich denke, das ist wirklich Geschmackssache. Und zum Ende dieses ersten Bandes kommen sicher alle auf ihre Kosten. Hier wird es noch mal ordentlich spannend und emotional, auch wenn der Cliffhanger nicht allzu groß ist.

Für mich war es insgesamt ein sehr gemischtes Leseerlebnis, da mir die Spannung leider meist etwas auf der Stecke blieb. Das Ende hat aber einiges rausholen können, sodass ich momentan dennoch dazu tendiere, auch Band 2 zu lesen.

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Veröffentlicht am 06.03.2021

Die erste Liebe eingebettet in einen gelungenen Jugendroman

Mit dir bin ich unendlich
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Olivia ist aufgrund schlechter Noten von der teuren Privatschule geflogen und muss nun auf die örtliche Highschool gehen - sehr zum Leidwesen ihrer Eltern. Ihr Vater ist Politiker und angehender Bürgermeister ...

Olivia ist aufgrund schlechter Noten von der teuren Privatschule geflogen und muss nun auf die örtliche Highschool gehen - sehr zum Leidwesen ihrer Eltern. Ihr Vater ist Politiker und angehender Bürgermeister der Stadt und fürchtet, dass seine Tochter - egal was sie tut - seinen guten Ruf schädigen könnte. Dabei ist Olivia alles andere als eine aufmüpfige Schülerin. Stehts bemüht ihren Vater nicht in ein schlechtes Licht zu rücken, ist sie extrem introvertiert, hat keine Freunde und kriegt vor Fremden kaum ein Wort über die Lippen. Nicht anders geht es ihr auf ihrer neuen Schule. Aber zum Glück findet sie in der offenen, herzlichen Aria schnell eine Freundin und mit Nathan noch einen heimlichen Schwarm.

Das hier ist so ein Buch, dass man am besten in eins durchlesen kann. Mit jeder Zeile wollte ich mehr von Olivia und Nathan und ihren tiefsten Gedanken erfahren, sodass es schwer viel, das Buch zwischendurch mal aus der Hand zu legen.

Geschrieben ist das Buch abwechselnd aus der Perspektive von Olivia und von Nathan, was dem Buch nicht ansatzweise Spannung nimmt, sondern es ermöglicht, die Charaktere voll und ganz ins Herz zu schließen und über ihre verworrenen Gedankengänge zu schmunzeln. Insbesondere Nathans Sichtweise ist zum Anfang höchst spannend, denn er hält Olivia für das eingebildete reiche Politikertöchterin, dass sie in Wirklichkeit so gar nicht ist. Aber woher soll er das wissen, wenn sie nie ein Wort spricht? Man mag Olivia aufgrund ihrer Schweigsamkeit vielleicht für seltsam halten, doch liest man die Zeilen aus ihrer Perspektive, so wird einem direkt warm um das Herz und man kann intensivst mit ihr mitfühlen.

Warum Olivia es - trotz aller Reichtümer - in ihrem Leben so schwer hat, wird dem Leser nach und nach klarer, was beweist, dass dieses Buch nicht nur junge Liebe, sondern auch wichtige Themen angehender junger Erwachsener thematisiert.

An die Autorin muss ich daher ein großes Lob aussprechen. Zum Einen für diese berührende, zarte und unschuldige Liebesgeschichte, die mich völlig gebannt hat und die ich mit jeder Faser nachempfinden konnte; zum Anderen hat Mila Summers hier unfassbar liebenswerte Charaktere geschaffen, in deren Inneres sie auch noch sehr tief einblicken lässt. Aber das gilt nicht nur für die Protagonisten: Auch die "Sidekicks" sind ihr in Form von Sammy und Aria mehr als gelungen.

Ich habe mich in dieses Buch verliebt und bin froh, dass es mir so einen wunderschönen, romantischen Start in den Frühling eröffnet hat.

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Veröffentlicht am 27.02.2021

Süße Highschool-Geschichte mit kleinen Makeln

Girl At Heart
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Charlie spielt als einziges Mädchen im Baseball-Team ihrer Highschool - und ist darin auch noch wahnsinnig gut! Drei ihrer Teamkollegen sind ihre dicksten und einzigen Freunde, mit denen sie bereits aufgewachsen ...

Charlie spielt als einziges Mädchen im Baseball-Team ihrer Highschool - und ist darin auch noch wahnsinnig gut! Drei ihrer Teamkollegen sind ihre dicksten und einzigen Freunde, mit denen sie bereits aufgewachsen ist. Dabei nehmen ihre Freunde sie allerdings kaum als Mädchen war, was Charlie irgendwann langsam reicht - zumal sie noch in ihren besten Freund Eric verknallt ist, der sie aber als potenzielle Freundin überhaupt nicht wahrnimmt. Das will sie schleunigst ändern, also holt sie sich Hilfe bei einer Cheerleaderin und ihrem Zwillingsbruder Jace, der auch noch Teamkapitän von Charlies Baseball-Team ist und schon länger ein Auge auf sie geworfen hat.

In "Girl at heart" begleiten wir Charlie einerseits dabei, wie sie sich auf die Suche nach ihrem wirklichen Ich begibt und versucht, herauszufinden, wer sie eigentlich sein möchte. Andererseits ist Charlie das erste Mal in ihrem Leben verliebt - und das nicht nur in ihren heimlichen Schwarm Eric, sondern auch Jace lässt die Schmetterlinge bei ihr aufflattern. Darauf folgen ein lauter erste Male für Charlie: Das erste Mal, dass sie ein Junge um ein Date bittet, das erste Mal, dass ein Junge ihre Hand hält und, und, und. Charlie ist mit all dem völlig überfordert und es hat mir riesigen Spaß gemacht ihr bei diesen Erfahrungen zuzuschauen. Sie ist mit ihrer Unerfahrenheit einfach unheimlich süß! Die Liebesgeschichte gestaltet sich in diesem Roman also entsprechend authentisch. 

Ob wir es hier mit einem Liebesdreieck zu tun haben, sei nicht verraten. Zumindest blieb mir der Ausgang der Geschichte lange ein Rätsel, was ja letztendlich sehr für das Buch spricht. 

Natürlich ist auch Baseball ein Thema in diesem Roman - aber eher ein Rahmen gebendes als eines, dass im Mittelpunkt der Geschichte steht. Ganz klar, ohne Charlies Baseball-Hintergrund wäre dieses Buch nicht das, was es ist. Aber es ist definitiv nicht zwingend erforderlich Baseball zu mögen, um dieses Buch zu mögen, oder sich gar damit auszukennen. Gelegentlich fallen Baseball-Fachbegriffe, wenn es um ein Spiel o.ä. geht. Ich kannte keinen einzigen dieser Begriffe, aber das hat mich so gar nicht gekratzt. Das Buch las sich trotzdem ziemlich gut. 

Am Schreibstil der Autorin habe ich lediglich auszusetzen, dass sie manchmal Dinge unnötigerweise erklärt - zum Beispiel, warum Charlie innerlich in einer bestimmten Situation gerade ausflippt, obwohl ich es mir dann auch so schon relativ gut denken kann. Das empfand ich dann eher als störend. 

Außerdem wirkt Charlies Welt auf mich ein wenig realitätsfern. Ich kann mir auf dieser Welt keine Highschool vorstellen, in der nahezu sämtliche Schüler dermaßen harmonisieren - Cheerleader, Footballer, Baseballer, einfach alle. Zwar bedient die Autorin nicht das Klischee der eingebildeten Cheerleaderinnen, aber unglaublich hübsch sind diese hier trotzdem. Und Mädchenklischees füllen sie auch vollends aus. Und da Charlie sich auch endlich wie ein Mädchen benehmen will, muss sie natürlich auch anfangen zu kichern und zu quietschen - ein bisschen vermittelt das den Eindruck, als kann man kein richtiges Mädchen sein ohne Kichern und Quietschen. Dabei sind das meiner Meinung nach weder zwingend erforderliche noch positive Eigenschaften. Aber gut, man sollte diesen Roman nicht in der Tiefe analysieren und auseinandernehmen wollen, sondern sich eher oberflächlich von ihm unterhalten lassen. Dann kann man auch über die ein oder andere Übertreibung hinwegsehen und richtig viel Spaß mit diesem Buch haben. So erging es zumindest mir.

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