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Veröffentlicht am 05.10.2022

Denkmal für alle Frauen des Widerstands im Zweiten Weltkrieg

Die Wagemutige
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Caroline Bernard greift in ihrem Roman „Die Wagemutige“ das Leben der Widerstandskämpferin Lisa Fittko in der Zeit zwischen 1940 und 1941 auf und betrachtet es in Hinblick auf deren Gefühle beim täglichen ...

Caroline Bernard greift in ihrem Roman „Die Wagemutige“ das Leben der Widerstandskämpferin Lisa Fittko in der Zeit zwischen 1940 und 1941 auf und betrachtet es in Hinblick auf deren Gefühle beim täglichen Kampf für die Résistance. Lisa Fittko ist eine historisch verbürgte Person, die selbst zwei autobiographische Bücher geschrieben hat, die der Autorin als Grundlage dienten. Sie war Jüdin und entwickelte schon als Jugendliche eine sozialistische und kommunistische Einstellungen. Später verlor sie ihre Stelle bei einer Bank in Berlin aufgrund ihrer Gesinnung und musste untertauchen. Weiterhin half sie bei der Verbreitung von Flugblättern mit antinazistischem Inhalt. Der Titel des Buchs trifft den Kern ihres Charakters.

Im Jahr 1940 wird Lisa Fittko als feindliche Ausländerin von den Deutschen, die inzwischen Frankreich besetzten, in das Camp de Gurs, einem Internierungslager für Frauen am Rand der französischen Pyrenäen gebracht. Caroline Bernard lässt die schwierigen Bedingungen in den Barackenunterkünften lebendig werden. Ihre Protagonistin entwickelt behutsam einen Plan zur Flucht aus dem Lager. Es wird deutlich, dass sie sich dort Sorgen um ihre Liebsten macht, um ihren festen Freund Hans, ihren Bruder und seine Familie sowie ihre Eltern, fast mehr als um sich selbst.

Sie flieht nach Marseille und versucht dort, Ausreise-Visa für sich und Hans zu erhalten. In dieser Zeit lernt sie einen Mann kennen, von dem sie sich angezogen fühlt. Diese Figur ist fiktiv und steht für den möglichen Wunsch von Lisa nach einem Leben in Frieden und Freiheit. Die Autorin beschreibt ihren inneren Aufruhr darüber, sich zwischen Liebe und Widerstandskampf entscheiden zu müssen. Als Leserin konnte ich nachvollziehen, dass es nicht einfach ist, sich dem Schicksal zu ergeben. Ich fand es bedauerlich, dass Hans zu diesem Zeitpunkt in ihrem Herzen keinen größeren Platz eingenommen hat. Lisas Entscheidung für die Résistance hat später vielen Menschen das Leben gerettet.

Dank der sehr guten Recherche ist Caroline Bernard das Bild einer forschen starken Frau gelungen, die sich nicht blind einer Idee verschreibt, sondern auch Zweifel hat und sich selbst hinterfragt. Die Entschlossenheit von Lisa Fittko machte anderen Mut, obwohl sie in ihrem Leben auch von der ständigen Angst aufzufliegen, begleitet wurde. Sie war eine Meisterin im Organisieren. Viele Male geleitete sie bekannte und unbekannte Persönlichkeiten ihrer Zeit über eine feste Fluchtroute von Frankreich nach Spanien. Dabei stellt sie sich jedes Mal ihren eigenen Ängsten. Die Aktivitäten bleiben nicht unbemerkt und schließlich fliehen Hans und sie selbst.

Caroline Bernard setzt mit ihrem Roman „Die Wagemutige“ allen Frauen, die im Verborgenen im Widerstand gegen die Nationalsozialisten kämpften, ein Denkmal. Einfühlsam gelingt es ihr, eine gefühlvolle Seite der historisch verbürgten Person Lisa Fittko zu zeigen. Gerne empfehle ich das Buch weiter.

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Veröffentlicht am 03.10.2022

Einfühlsame Beschreibung einer persönlichen Krise und ihrer Folgen

Morgen ist alles schön
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Amy Ashton, die Protagonistin im Roman „Morgen ist alles schön“ von Eleanor Ray, sammelt Dinge, die sie thematisch sortiert in Kartons verpackt. Inzwischen sind es so viele, dass sie kaum noch ein Stück ...

Amy Ashton, die Protagonistin im Roman „Morgen ist alles schön“ von Eleanor Ray, sammelt Dinge, die sie thematisch sortiert in Kartons verpackt. Inzwischen sind es so viele, dass sie kaum noch ein Stück Flur in ihrem Haus erkennt, beim Treppensteigen Stufen überschlagen muss und die Kleiderschranktür nicht mehr zu öffnen ist. Ihr Haus darf darum niemand außer ihr betreten. Die Covergestaltung deutet an, dass leere Flaschen, Vögel und Vasen mit zu ihrer Sammlung gehören. Es sind alles Gegenstände, die sie an eine Zeit erinnern, in der sie im gleichen Haus glücklich mit ihrem Freund und ihrer besten Freundin zusammenwohnte. Beide verschwanden vor elf Jahren von einem Tag auf den anderen. Aber bis heute hat Amy die Hoffnung nicht aufgegeben, dass die sie zu ihr zurückkehren.

Amy, Ende 30 Jahre alt, hat Kunst studiert bis aus ihrem Nebenjob im Büro eine Vollzeitbeschäftigung wurde. In jeder Sache sieht sie eine eigene Schönheit, die von anderen nicht immer wahrgenommen wird. Die Autorin erklärt beispielhaft Amys Eindruck an einigen Gegenständen. Eines Tages bekommt Amy neue Nachbarn. Charlie, der ältere der beiden Söhne ist acht Jahre alt. Durch ihre spröde, abweisende Art lässt er sich nicht abweisen und Schritt für Schritt bekommt die von ihr um sich errichtete Mauer durch seine Hartnäckigkeit Risse.

Amy mag Charlie für seine Hilfsbereitschaft ihr gegenüber, die er aber auch zeigt, indem er sich um seinen jüngeren Bruder kümmert. Seine Altklugheit führt zu mancher amüsanter Szene. Sie fühlt sich Charlie verbunden, denn beide haben Verluste zu bewältigen und auch der Junge hat eine Sammelleidenschaft, wenn auch nicht so übertrieben wie Amy. Die beiden sind nicht die einzigen Figuren im Roman, die mir als Leserin sympathisch wurden. Zwischen ihnen gibt es nicht nur Einvernehmen, sie haben ebenfalls Ärgernisse zu überwinden. Aussprachen führen zu Verständnis füreinander, sorgen aber auch für Einsichten und Konsequenzen.

Erst ein zufälliger Fund von Amy bringt die Protagonistin dazu, ihre beständig wachsende Sammlung aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Die Kapitel im Jahr 2019 wechseln sich ab mit solchen auf einer zweiten Handlungsebene, die in der Zeit von 1998 bis 2008 spielen. Darin erfuhr ich mehr darüber, wie es zum Verschwinden von Amys Freund und ihrer besten Freundin kommen konnte. Das Zusammenleben mit den beiden war nicht immer einfach, aber alle drei hielten zueinander. Zum Ende hin gibt es eine überraschende Wendung mit der Erklärung, warum die beiden sich nicht mehr bei Amy gemeldet haben.

Der Roman „Morgen ist alles schön“ von Eleanor Ray zeigt, wie eine persönliche Krise sich in mancher Hinsicht hemmend auf das weitere Leben einer jungen Frau auswirkt. Durch ihr Verhalten und ihre Handlungen weckte Amy mein Mitgefühl beim Lesen. Der einfühlsame Schreibstil ist nicht nur bewegend, sondern auch unterhaltsam. Gerne empfehle ich den Roman weiter.

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Veröffentlicht am 28.09.2022

Raubkunst im 2. WK - geschickte Verbindung zwischen Fiktion und Fakten

Das neunte Gemälde
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Im Kriminalroman „Das neunte Gemälde“ von Andreas Storm steht das Thema Raubkunst im Mittelpunkt und in Bezug auf den Titel. Die Handlungszeit der Geschichte reicht von der Gegenwart zurück bis in das ...

Im Kriminalroman „Das neunte Gemälde“ von Andreas Storm steht das Thema Raubkunst im Mittelpunkt und in Bezug auf den Titel. Die Handlungszeit der Geschichte reicht von der Gegenwart zurück bis in das Jahr 1943, der kurze Prolog spielt im Sommer 1914. Die vordere und hintere Klappe des Buchs wurde ansprechend mit zwei Karten von Handlungsschauplätzen versehen.

Der Kunstexperte Lennard Lomberg mit festem Wohnsitz in Bonn, ein ehemaliger Mitarbeiter des Auktionshauses Christie‘s in London und ausgewiesener Experte für NS-Beutekunst, erhält einen seltsamen Anruf des Vertreters einer privaten Stiftung. Er wird, unter Androhung von persönlichen Konsequenzen, dazu aufgefordert, ein im Besitz der Stiftung befindliches Gemälde zurückzugeben. Der Anrufer behauptet, dass die Familie von Lomberg am Verschwinden des Bilds beteiligt war. Wenige Zeit später wird der Anrufer tot aufgefunden.

Der Autor erzählt detailliert, wie es im Jahr 1943 dazu kommen konnte, dass das Gemälde verschwindet. Den Raub siedelt er im Umfeld einer historisch verbürgten Verbrennung von Gemälden in Frankreich an. Lomberg versucht die Schatten aufzudecken, die über der Vergangenheit seines Vaters liegen. Er stößt dabei auf ein Netz von Alt-Nazis, die in den jungen Jahren der Bundesrepublik Deutschlands die Strukturen der Sicherheitsbehörden unterwandert haben.

Andreas Storm wählt für seine Darstellung der Ereignisse wieder den direkten Weg und lässt das Geschehen in den 1960er spielen. Die Nebenfiguren und -handlungen beschreibt er ausführlich, was meiner Meinung nach zu Längen führt und die Spannung ausbremste. Die Figuren sind vorstellbar gestaltet und gehören fast alle einer erlauchten Gesellschaft an, deren Umgangsformen an Konventionen und Förmlichkeiten gebunden sind.

Das Buch „Das neunte Gemälde“ greift unverbrauchte Themen auf. Geschickt verbindet Andreas Storm Fakten und Fiktion. Ich empfehle das Buch denjenigen, die Interesse haben an den Themen Kunstschutz der Nationalsozialisten im Zweiten Weltkrieg und Einfluss eines „Braunen Netzes“ beim Aufbau der Gefahrenabwehr der BRD.

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Veröffentlicht am 27.09.2022

Eine schicksalhafte Erzählung in naturverbundenem Setting

Die Rückkehr der Kraniche
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Im Roman „Die Rückkehr der Kraniche“ nimmt Romy Fölck die Lesenden mit in die Elbmarsch. Dort lebt seit Jahrzehnten die Familie Hansen in einem alten Resthof in einem kleinen Ort an der Binnenelbe. Großmutter ...

Im Roman „Die Rückkehr der Kraniche“ nimmt Romy Fölck die Lesenden mit in die Elbmarsch. Dort lebt seit Jahrzehnten die Familie Hansen in einem alten Resthof in einem kleinen Ort an der Binnenelbe. Großmutter Wilhelmine und ihre älteste Tochter Grete leben unter einem Dach, aber in zwei getrennten Wohnungen. Gretes Schwester Freya ist als junge Frau nach Berlin gezogen und hat sich dort ein Leben aufgebaut und Anne, Gretes Tochter Anne wohnt während ihres Studiums in Bremen. Aus beruflichen Gründen und, um ihrem heimlichen Wunsch zu folgen, erwägt Grete die Heimat zu verlassen. Durch den Sturz mit anschließender Bewusstlosigkeit ihrer Mutter kommen ihre Pläne ins Wanken.

Beeindruckend sind die Schilderungen der Natur und der Umgebung, in dem der Resthof liegt. Die fast 50-jährige Grete genießt jeden Tag in ihrem Beruf als Vogelwartin. Als Jugendliche hat sie von einem Studium geträumt und davon, die Welt zu sehen. Sie ist in einfachen Verhältnissen aufgewachsen. Ihr Vater ist gestorben als sie vier Jahre alt war. Den Namen des Vaters ihrer Tochter hat sie verschwiegen, so dass die Dorfgemeinschaft auch hierüber genug zu tuscheln hatte. Zwar ist der Zusammenhalt im Ort gegeben, aber wenn man sich außerhalb ungeschriebener Regeln bewegt, steht man schnell am Rand.

Als festgestellt wird, dass der Zustand von Wilhelmine kritisch ist, treffen die Hansen-Frauen sich auf dem Resthof. Wie Grete erst sehr viel später erfährt, lassen Freya und Anne dabei eigene Sorgen an ihrem Wohnort zurück. Untereinander herrscht eine angespannte Atmosphäre, weil niemand von ihnen über bestehende Probleme oder Vorstellungen für die Zukunft reden möchte und gleichzeitig über der Vergangenheit lange Verschwiegenes liegt. Die Autorin macht für die Lesenden sichtbar, was den Familienmitgliedern verborgen bleibt. Dadurch konnte ich die widerstreitenden Gefühle gut nachvollziehen, die Wilhelmine, Grete, Freya und Anne beschäftigen. In kleinen Schritten öffnen sie sich in einem schleichenden Prozess mit Rückschlägen füreinander.

Das naturverbundene Setting des Romans „Die Rückkehr der Kraniche“ von Romy Fölck wirkte entschleunigend auf mich als Leserin. Dennoch ist es kein Rundum-Wohlfühlroman, denn für die vier Frauen der Familie Hansen, die in der Geschichte im Mittelpunkt stehen, ist es ein langer Weg sich einander anzunähern und die seit langem bestehenden Differenzen zu überwinden sowie das verlorene Vertrauen zueinander zurück zu gewinnen. Und fast ist es dafür zu spät. Gerne empfehle ich das Buch an naturverbundene Leser von schicksalhaften Erzählungen weiter.

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Veröffentlicht am 26.09.2022

Einfach umsetzbare vegane Rezepte

Omi, ich bin jetzt vegan!
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Erdbeerkuchen, Auflauf und Bowl auf dem Titel des Kochbuchs „Omi, ich bin jetzt vegan!“ machten mir Appetit auf die erwarteten Rezepte. Zwei fröhliche Köchinnen scheinen viel Spaß bei der Zubereitung zu ...

Erdbeerkuchen, Auflauf und Bowl auf dem Titel des Kochbuchs „Omi, ich bin jetzt vegan!“ machten mir Appetit auf die erwarteten Rezepte. Zwei fröhliche Köchinnen scheinen viel Spaß bei der Zubereitung zu haben. Es sind Angelique Vochezer und ihre Großmutter Ingeborg Teßmann, die sich Gedanken darüber gemacht haben, wie sie die Gerichte, die Angelique aus ihrer Kindheit kennt, vegan zubereiten können.
Das Buch beginnt zunächst mit einem Statement der beiden Autorinnen, wie das vorliegende Buch entstanden ist. Anstoß dazu war die Umstellung von Angeliques Ernährung auf vegan aus gesundheitlichen Gründen. Im Folgenden findet sich eine Begründung dafür, warum man vegan leben sollte. Kapitel 4 gibt Tipps, worauf bei einem veganen Lebensstil zu achten ist, damit der Körper rundum versorgt wird. Im Anschluss daran, erfuhr ich mehr über ein planvolles Einkaufen unter Berücksichtigung der jeweils erhältlichen Gemüse- und Salatsorten sowie Obst. In einer mehrseitigen Übersicht ist deren Saison gelistet, nach der man sich richten sollte. Danach empfehlen die Autorinnen den Einbezug der Familie in die Ernährungsumstellung, bevor sie in einer Auflistung von A bis Z Vorschläge dazu unterbreiten, wie verschiedene tierische Lebensmittel bestens ausgetauscht werden können.
Die 72 Rezepte nehmen den größten Teil des Kochbuchs ein und unterteilen sich in Suppen, Basics wie beispielsweise gefüllte Paprikaschoten, Salate, Einmachen, Geburtstagsfeier mit vielen Kuchen, Ostern und Weihnachten. Eine Übersicht findet sich auf den ersten Seiten des Buchs.
Dem Anspruch, dass die Rezepte die Lieblingsgerichte aus der Kindheit auf vegane Weise umsetzen, wie es im Untertitel heißt, wird das Buch gerecht. Ich habe viele Gerichte gefunden, die es auch bereits in meiner Kindheit gegeben hat. Manchmal ist die Umsetzung leichter als erwartet, indem man statt tierischer Milch zum Beispiel Hafer- oder Mandelmilch nimmt. Ingeborg Teßmann und Angelique Vochezer haben jedes Rezept gekocht und probiert. Sascha Kern, der Freund von Angelique hat appetitanregende Fotos der fertigen Gerichte erstellt ebenso wie sie selbst. Im Buch befindet sich auch ein Rezept für Suppengemüsepaste, die vielfach genutzt werden kann und sich über mehrere Monate im Kühlschrank hält. Sie ersetzt die übliche Brühe im Gericht. Ich nutze sie nach einem sehr ähnlichen Rezept und empfehle sie gerne.
Das Buch bietet vor allem für Anfänger im Bereich des veganen Kochens eine verständliche Übersicht. Die Rezepte sind einfach umsetzbar und machen Mut dazu, sich weiterhin vegan zu ernähren.

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