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Gisel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.09.2018

Warmherzige Geschichte über das Leben schlechthin

Die Wahrheit über Dinge, die einfach passieren
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Suzy ist zwölf Jahre alt, und sie hat beschlossen, nichts mehr zu sprechen, wenn es nicht wirklich Wichtiges zu sagen gibt. Das tut sie seit dem Tod ihrer Freundin Franny, die vor einigen Wochen im Urlaub ...

Suzy ist zwölf Jahre alt, und sie hat beschlossen, nichts mehr zu sprechen, wenn es nicht wirklich Wichtiges zu sagen gibt. Das tut sie seit dem Tod ihrer Freundin Franny, die vor einigen Wochen im Urlaub ertrunken ist. Suzy hat mehr und mehr das Gefühl, nicht verstanden zu werden. Sie sucht nach einem Grund, warum Franny ertrunken sein könnte, denn diese konnte doch so gut schwimmen. Vielleicht lag es an einem Quallenbiss, überlegt Suzy. Und während sie alle nur möglichen Informationen über Quallen zusammensucht, kommen ihr die Erinnerung an Franny, die ihr jahrelang die beste Freundin war, doch dann zum Schuljahresende hin zerbrach diese Freundschaft.

Der Autorin Ali Benjamin gelingt es wunderbar, sich in die Lebenswelt einer Zwölfjährigen hineinzudenken und den Leser ihre Geschichte miterleben lassen. Damit ist die Erzählung sehr nah an der eigentlichen Zielgruppe, man kann Suzys Gedanken gut nachvollziehen. Die eher kurzen Kapitel sind flüssig zu lesen, die Erinnerungen an Franny sind kursiv geschrieben und richten sich an die Freundin selbst, so dass der Leser gut durch die Geschichte geführt wird. Und obwohl das Buch von Anfang bis Ende Trauer atmet, ist eine Veränderung zu bemerken: So, wie Suzy beginnt, ihre Trauer anzunehmen als Teil des Lebens, so wird auch die Erzählung wieder langsam zuversichtlicher. Und am Ende des Buches hat Suzy eine gewaltige Erkenntnis für sich mitgenommen, über „Dinge, die einfach passieren“. Und ist damit ein gewaltiges Stück daran gewachsen. Dadurch wirkt das Buch auch ganz leicht philosophisch angehaucht.

Das Buch ist sehr schön aufgemacht, die Quallen, die Suzys Gedanken in Beschlag nehmen, begleiten durch die gesamte Erzählung, nicht nur auf dem Coverbild, sondern auch zu Beginn eines jeden Kapitels. Suzys Gedankenwelt wir dadurch gut gespiegelt.

Dieses warmherzige Buch empfehle ich sehr gerne weiter, nicht nur für Jugendliche, und vergebe auch sehr überzeugte fünf Sterne.

Veröffentlicht am 02.09.2018

Viel Teenie-Romantik mit einem dicken Schuss Geheimnis

Ein Augenblick für immer. Das erste Buch der Lügenwahrheit, Band 1
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June beschließt überraschend, ihr Abschlussjahr in Cornwall zu verbringen, im Haus ihres Onkels. Dort lernt sie ihre Cousins kennen, Blake und Preston. Die beiden scheinen ein großes Geheimnis zu hüten. ...

June beschließt überraschend, ihr Abschlussjahr in Cornwall zu verbringen, im Haus ihres Onkels. Dort lernt sie ihre Cousins kennen, Blake und Preston. Die beiden scheinen ein großes Geheimnis zu hüten. June entdeckt, dass auch sie ein Geheimnis in sich trägt. Von beiden Brüdern fühlt sie sich angezogen, und da sie adoptiert wurden, ist dies auch nicht verwerflich. Doch was hat das Geheimnis der drei jungen Menschen miteinander zu tun?

Die Autorinnen Ulrike Mayrhofer und Carmen Schmit schreiben gemeinsam unter dem Pseudonym Rose Snow. Dieser erste Band ihrer Trilogie um June ist ein äußerst romantischer Roman über ein Dreiecksverhältnis mit einer besonderen Anziehungskraft. Manches dieser sehr romantischen Elemente hätte man für mich durchaus etwas kürzen können, es wird aber sicher viele Leserinnen geben, für die diese Mischung genau richtig ist. Der Schreibstil der Autorinnen ist sehr flüssig, die Geschichte zieht die Leserin schnell in ihren Bann. Für mich hat der magische Anteil der Erzählung allerdings erst recht spät begonnen, im ersten Teil des Buches überwiegt der reine Liebesroman (mit einer Prise Geheimnis zwar, aber das wird bis dahin nur angedeutet).

Ich hätte mir für June etwas mehr Selbstbewusstsein gewünscht, meiner Meinung nach schwankt sie viel zu sehr hin und her zwischen den beiden Brüdern, und das durch das gesamte Buch hindurch. Deshalb vergebe ich für diese Lektüre 4 von 5 Sternen und empfehle es gerne weiter.

Veröffentlicht am 01.09.2018

Zauberhafter Welten-Express

Der Welten-Express 1 (Der Welten-Express 1)
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Flinn Nachtigall trauert ihrem Bruder nach, der vor zwei Jahren verschwand. Er schickte ihr eine Karte mit einem Zug darauf. Umso überraschter ist sie, als der Welten-Express tatsächlich am stillgelegten ...

Flinn Nachtigall trauert ihrem Bruder nach, der vor zwei Jahren verschwand. Er schickte ihr eine Karte mit einem Zug darauf. Umso überraschter ist sie, als der Welten-Express tatsächlich am stillgelegten Bahnhof ihres Heimatortes anhält und sie in letzter Minute aufspringen kann. Obwohl sie keine Fahrkarte hat, darf sie zwei Wochen im Zug bleiben. In dieser Zeit findet sie dort Freunde, vor allem aber versucht sie ihren Bruder zu finden, der seltsamerweise aus dem Zug verschwunden ist, und das kurz nach seiner Ankunft.

Der Welten-Express ist eine besondere Schule, die immer in Bewegung ist, so dass ihr Gründer nicht die Regeln eines bestimmten Landes einhalten musste, sondern seine eigenen Regeln machen konnte. Der Zug sammelt Kinder auf, die in ihrem häuslichen Umfeld nicht die geeignete Förderung für ihr besonderes Talent erhalten können. An Bord des Zuges gibt es aber nicht nur Regeln, sondern auch Magie und das große Geheimnis um das Verschwinden von Jonte Nachtigall (und anderen Schülern). Mit Flinn begibt sich der Leser auf die Spur dieses Geheimnisses und auf eine ganz besondere Zugfahrt. Es ist ein Eintauchen in eine Welt, die so viele andere Facetten bereithält als unser Alltag.

Flinns Abenteuer wird alle Leser in seinen Bann ziehen, die eine ganz besondere Geschichte voller Magie und entzückenden fantastischen Elementen suchen. Die Details dieser Erzählung über den Welten-Express lassen eine verzauberte Welt entdecken, die man gerne weiterverfolgt. Ich empfehle dieses Buch unbedingt weiter, bin auch schon gespannt auf die Fortsetzung und vergebe alle fünf möglichen Sterne.

Veröffentlicht am 31.08.2018

Äußerst originelle Idee

Oberons blutige Fälle
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Oberon ist der irische Wolfshund des Druiden Atticus. Wenn sich in ihrem Umkreis ein Kriminalfall ergibt, gehen die beiden den Weg der Gerechtigkeit. Sei es darum, dass mehrere Hunde entführt wurden oder ...

Oberon ist der irische Wolfshund des Druiden Atticus. Wenn sich in ihrem Umkreis ein Kriminalfall ergibt, gehen die beiden den Weg der Gerechtigkeit. Sei es darum, dass mehrere Hunde entführt wurden oder dass ein Mann ermordet wurde, der Atticus zum Verwechseln ähnlich sieht, sie finden die Täter heraus. Soweit möglich in Zusammenarbeit mit der Polizei, doch immer mit viel Grips und ganz eigenen Mitteln, die nur Hunden oder Druiden zur Verfügung stehen. Sowohl Oberon wie auch Atticus zeigen ein besonderes Talent zum Ermitteln, nicht umsonst befinden sie sich in den Fußstapfen des Sherlock Holmes.

„Wir waren der Polizei weit voraus auf dem Weg der Gerechtigkeit – und zur Bratensoße natürlich. Genau genommen ist das sowieso praktisch das Gleiche.“ (S. 159) Das findet Oberon, denn für ihn ist Ermitteln und Essen gleich wichtig. Das Buch ist aus seiner Sicht geschrieben, somit scheint das Essen an manchen Stellen durchaus wichtig, die wir Menschen ganz anders betrachtet hätten. Aber Oberon besticht selbstredend auch über seine Fähigkeit zum Schnüffeln wie auch zum Kombinieren. Dadurch entsteht eine ganz besondere Mischung aus Krimi und Fantasy, die manche Situation voller Komik entstehen lässt. Ganz am Rande wird auch das Geheimnis gelüftet, warum Eichhörnchen gefährlich sind…

Das Buch ist auf jeden Fall für alle Hundeliebhaber wie auch für die Fans der Reihe „Die Chronik des Eisernen Druiden“ zu empfehlen. Ich kenne diese Reihe nicht, dennoch habe ich mich schnell in diesem Fall zurechtgefunden, obwohl es sicherlich von Vorteil wäre, mehr Hintergründe zu dieser Reihe zu kennen. Dadurch bin ich neugierig geworden auf diese Fantasy-Reihe und für weitere Bände um den schnüffelnden Ermittler Oberon mit seinem Druiden Atticus. Gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe vier von fünf Sternen für eine äußerst originelle Idee.

Veröffentlicht am 30.08.2018

Eine Geschichte wie ein Blütenteppich

Der Blumensammler
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Peter Manyweathers entdeckt 1983 in einer Bibliothek einen alten Brief über sehr seltene Blumen. Damit befindet er sich am Anfang einer Leidenschaft, die sein Leben verändern wird: Aus dem Reinigungsfachmann ...

Peter Manyweathers entdeckt 1983 in einer Bibliothek einen alten Brief über sehr seltene Blumen. Damit befindet er sich am Anfang einer Leidenschaft, die sein Leben verändern wird: Aus dem Reinigungsfachmann wird ein Blumensammler, der dafür die entlegensten Winkel der Erde aufsucht. Dabei lernt er nicht nur den Gleichgesinnten Hens Berg kennen, sondern auch die Blumensammlerin Harum, in die er sich verliebt. Doch wie kommt es, dass der junge Dove plötzlich Peters Erinnerungen hat? Was haben die beiden Männer miteinander zu tun?

Auf wundersame Weise verknüpft der Autor David Whitehouse die Geschicke der beiden Männer, wobei es bis fast zum Schluss nicht klar ist, wie die Ereignisse zusammenhängen. Erinnerungsbruchstücke und Informationspuzzleteile verbinden sich erst am Ende der Erzählung zu einem prachtvollen Teppich mit der Lebensgeschichte der Protagonisten. Der poetische Schreibstil des Autors passt wunderbar zu dieser Geschichte.

Dieses Buch konnte mich sehr schnell in seinen Bann ziehen, deshalb vergebe ich sehr gerne 5 Sterne und spreche eine unbedingte Leseempfehlung aus.