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Gisel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.11.2025

Rätselhafter Kriminalfall

Schwüre, die wir brechen
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Ein brutaler Serienmörder hinterlässt nicht nur menschliche Leichen mit einem Tierkopf, sondern verbindet diese noch mit geheimnisvollen Hieroglyphen. Kommissar Jon Nordh und seine Kollegin Svea Karhuu ...

Ein brutaler Serienmörder hinterlässt nicht nur menschliche Leichen mit einem Tierkopf, sondern verbindet diese noch mit geheimnisvollen Hieroglyphen. Kommissar Jon Nordh und seine Kollegin Svea Karhuu geraten schnell unter Druck, denn mit in den Fall involviert ist eine populäre True-Crime-Podcasterin, die die Geschehnisse für sich ausschlachten will. Bald stellt sich heraus, dass die Leichen mit der ägyptischen Mythologie verbunden ist, angelehnt an die Götter des Todes, die dargestellt werden als Menschen mit Tierköpfen. Doch was genau steckt hinter dem Tod der Opfer?

Die beiden Ermittler Jon Nordh und Svea Karhuu haben ihre eigene Geschichte, die in das Geschehen immer wieder hinein spielt. Das Buch ist der zweite Band der Reihe “Tatort Malmö”, schon der erste Fall mit den beiden hat mich schnell fesseln können. Die Mischung aus vergangenen Geschehnissen und den aktuellen, aus der Geschichte der beiden Ermittler und der ägyptischen Mythologie ergibt auch diesmal einen sehr spannenden Kriminalfall, der mit einigen Abgründen menschlichen Verhaltens aufwartet. Gut gefallen hat mir, wie sehr sich die beiden Ermittler zu einem guten Team zusammengefunden haben, das sich bestens ergänzt. Nicht so gut nachvollziehen konnte ich, wie sehr ihre Einsätze doch manchmal zu einem Himmelfahrtskommando werden.

Dieser Krimi hat mich von Anfang bis Ende fesseln können, ich freue mich bereits auf den nächsten Fall beim Tatort Malmö. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 21.11.2025

Diebstahl mit Zeitreise

Jahrmarkt der Zeitreisenden - Der gestohlene Kristall
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Liv ist aufgewachsen mit dem Leben auf dem Jahrmarkt, ihre Familie betreibt ein Karussell. Sie kennt jede Ecke bei den verschiedenen Schaustellern, springt da und dort ein und macht die schönsten Zuckerwattegebilde. ...

Liv ist aufgewachsen mit dem Leben auf dem Jahrmarkt, ihre Familie betreibt ein Karussell. Sie kennt jede Ecke bei den verschiedenen Schaustellern, springt da und dort ein und macht die schönsten Zuckerwattegebilde. Als der Kristall aus dem Karussell gestohlen wird, will Liv ihn unbedingt wieder finden, denn er soll angeblich alles zusammenhalten. Liv erinnert sich, einen seltsamen Jungen gesehen zu haben, mit Hosenträgern und Schiebermütze, ob er wohl der Dieb ist? Sie verfolgt ihn heimlich und landet überraschend in einem Jahrmarkt von vor hundert Jahren. Bald beschäftigt sie nicht nur die Suche nach dem Kristall, sie beginnt sich auch für den Jungen zu interessieren.

Liv ist mit dem Rummel groß geworden, sie kennt sich in allem bestens aus, was hier geschieht. Nicht alles an ihrem Verhalten war für mich nachvollziehbar, sie ist jedoch von Anfang an sympathisch, so dass man ihr gerne in ihr Leben auf dem Jahrmarkt folgt. Man kann auch gut ihren Eifer nachvollziehen, den Kristall unbedingt wiederfinden zu wollen. Überraschend ist das Geheimnis um den unbekannten Jungen, dem sie auf die Spur kommen will. Allerdings hat die erste Hälfte des Buches einige Längen. Insgesamt aber ist die Geschichte sehr spannend, mit dem verschwundenen Kristall und seinen Wurzeln, die in die Vergangenheit deuten. Das Ende dieses Buches kam mir etwas zu plötzlich und abgehackt, was jedoch die Freude auf den nächsten Band weckt. Es gibt noch jede Menge offene Fragen, die hoffentlich im weiteren Geschehen aufgedeckt werden.

Die Idee zu diesem Buch ist sehr spannend, ich freue mich bereits auf die Fortsetzung. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 13.11.2025

Gefährliche Geheimnisse

Unsere letzten wilden Tage
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Die Journalistin Loyal kehrt nach zehn Jahren zurück in ihr Heimatdorf Jacknife, weil ihre Mutter Anzeichen von Demenz zeigt. Loyal hat in dieser Zeit keinen Kontakt mehr zu ihrer ehemaligen Freundin Cutter ...

Die Journalistin Loyal kehrt nach zehn Jahren zurück in ihr Heimatdorf Jacknife, weil ihre Mutter Anzeichen von Demenz zeigt. Loyal hat in dieser Zeit keinen Kontakt mehr zu ihrer ehemaligen Freundin Cutter gehabt, das will sie nun ändern. Doch bevor die beiden sich treffen können, wird Cutter ermordet aufgefunden. Die Polizei geht von Selbstmord aus, so dass Loyal selbst anfängt Fragen zu stellen. Dabei deckt sie Geheimnisse auf, die besser nicht benannt werden sollten...

Jacknife in Louisiana ist ein Ort, an dem jeder jeden kennt und wo sich kaum etwas ändert. Mit Loyal taucht der Leser in diese kleine Welt ein, in der Cutter und ihre Familie einen schlechten Ruf hatte. Und gleichzeitig taucht Loyal auch in ihre eigenen Erinnerungen ein, denn bevor ihr vor zehn Jahren den Absprung aus Jacknife gelang, hatte sie sich mit Cutter gestritten. Umso mehr fühlt sie sich nun berufen, das Geheimnis um Cutters Tod aufzudecken. Man spürt von der ersten Seite an, dass hier etwas Bedrohliches lauert, und diese Gefahr geht nicht nur von den Alligatoren aus, die hier überall unter der Oberfläche des Wassers auf Beute warten. Die Geschichte besticht durch ihre dichte Atmosphäre. Der Krimi-Anteil ist eher zurückhaltend, auch wenn Loyals Ermittlungen die Geschichte vorantreibt.

Mich hat die Geschichte schnell in ihren Bann ziehen können. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe alle 5 möglichen Sterne.

Veröffentlicht am 11.11.2025

In Verbindung mit dem Kinderschutz-Rap unbedingt zu empfehlen

Nein ist Nein! Das gilt für Groß und Klein
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Wie lernt ein Kind, Nein zu sagen und damit wichtige Grenzen zu ziehen? Das Pappbilderbuch zeigt wichtige Schutzbotschaften in kindgerechten Bildern, die Kinder in Alltagssituationen zeigen.

Das Buch ...

Wie lernt ein Kind, Nein zu sagen und damit wichtige Grenzen zu ziehen? Das Pappbilderbuch zeigt wichtige Schutzbotschaften in kindgerechten Bildern, die Kinder in Alltagssituationen zeigen.

Das Buch passt bestens zu dem Kinderschutz-Rap, den man über einen QR-Code im Buch abspielen kann. Ich finde beides zusammen eine gute Möglichkeit, mit Kindern ins Gespräch zum Thema zu kommen und vor allem sie zu stärken, Nein sagen zu dürfen. Das Buch ohne den Rap finde ich allerdings zu wenig, hier kommt in meinen Augen zu wenig Inhalt rüber. Andererseits denke ich, dass Kinder ab 3 Jahren auch in der Kita mit diesem Song in Berührung kommen und so schon ganz gut informiert sind, wenn sie das Buch sehen. Die Illustrationen fangen die Situationen sehr kindgerecht ein, wann es angesagt ist, Nein zu sagen. Die Verbindung zum Song bringt alles auf ein spielerisches Lernen, was das gerade Gelernte noch mehr verstärkt, umso mehr als die Bewegungen gut mit Kindern nachgemacht werden können und dabei als weiterer Verstärker agieren. So gesehen, ist das Buch in Zusammenhang mit dem Kinderschutz-Rap eine gute Möglichkeit, das Thema mit Kindern ins Gespräch zu bringen und sie zu stärken.

Meine Empfehlung für dieses Buch gilt also unbedingt, das Buch mit dem Kinderschutz-Rap zu verbinden. Dann ist das Buch mit seinem Hintergrund auch für die Kleinen ab 3 Jahren unbedingt zu empfehlen. Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 11.11.2025

Eine etwas andere Familiengeschichte

Botanik des Wahnsinns
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Dem Erzähler bleibt nach der Zwangsräumung der Wohnung seiner Mutter nur der Abfall der eigenen Familiengeschichte, denn durch eine Verwechslung wurde alles von Wert in die Müllverbrennungsanlage gebracht. ...

Dem Erzähler bleibt nach der Zwangsräumung der Wohnung seiner Mutter nur der Abfall der eigenen Familiengeschichte, denn durch eine Verwechslung wurde alles von Wert in die Müllverbrennungsanlage gebracht. Das Wenige, was er noch erinnert, zeigt einen Stammbaum des Wahnsinns, denn alle seine Vorfahren waren psychisch erkrankt: die Großmutter bipolar (mit noch einer ganzen Menge weiterer Diagnosen), zwölf Suizidversuche, der Großvater auffallend oft in Steinhof, die Mutter Alkoholikerin, der Vater depressiv. Zwischen all seinen Erinnerungen schimmert die Angst durch, selbst verrückt zu werden. Er landet schließlich in der Psychiatrie – als Psychologe. Hier lernt er seine Patienten und ihre Geschichten aus einem anderen Blickwinkel kennen, ihre Diagnose wird weniger wichtig als das Zuhören.

Das Buch ist nicht einfach zu lesen, mit all den psychischen Erkrankungen in der Familie, die der Erzähler mit sich herumträgt. Sein Interesse für die psychischen Erkrankungen wird nachvollziehbar anhand seiner Geschichte. Seine Erzählung scheint recht sachlich zu sein, und doch schimmert immer wieder etwas Humor durch die Sätze hindurch, oft auch schwarzer Humor. Die Geschichte hört sich an nach einer Verarbeitung der eigenen Herkunft, das Ende scheint eine Versöhnung mit der eigenen Geschichte zu sein. Ich kam mir immer wieder vor wie jemand, der verstohlen in die Geheimnisse eines anderen Einblick erhält, fast schon wie ein Voyeur.

So gut ich die Idee hinter diesem Buch finde, hat mich die Geschichte letztendlich nicht ganz überzeugen können – vielleicht war es das Gefühl, wie ein Voyeur auf Leons Geschichte zu blicken? Genau kann ich das gar nicht sagen. Ich vergebe 4 von 5 Sternen.