Zwischen Yeti, Geheiminstitut und Sofaabenteuern
Schon auf den ersten Seiten liegt dieses leise Kribbeln in der Luft, das sagt: Hier wird es seltsam, geheim und richtig gut. Smeralda Bohm meldet sich direkt zu Wort, warnt, droht, flüstert zwischen den ...
Schon auf den ersten Seiten liegt dieses leise Kribbeln in der Luft, das sagt: Hier wird es seltsam, geheim und richtig gut. Smeralda Bohm meldet sich direkt zu Wort, warnt, droht, flüstert zwischen den Zeilen – und zack, sitzt man mitten in einem Bestiarium, das sich anfühlt wie ein verbotenes Notizbuch, das man eigentlich gar nicht lesen dürfte.
Beim gemeinsamen Lesen auf dem Sofa gab es ständig diese Momente, in denen Blicke hin und her gingen. „Glaubst du, die gibt es wirklich?“, kam von nebenan, während eine Illustration von Helge Vogt für kurzzeitige Stille sorgte. Kurz darauf ein „Okay, das ist jetzt echt gruselig“, gefolgt von einem breiten Grinsen. Genau diese Mischung trägt das ganze Buch: Forschergeist, Humor und dieses köstliche Gefühl, Teil eines Geheimnisses zu sein.
Smeralda ist klug, eigensinnig und wunderbar unbeirrbar. Keine überzeichnete Heldin, sondern ein Mädchen mit Notizbuch, Mut und einer ordentlichen Portion Trotz gegenüber dem ominösen Geheimen Institut. Besonders schön: Die Geschichte nimmt junge Leser ernst, erklärt nicht von oben herab und lädt ständig zum Mitdenken ein. Zwischen Yeti, Phantomkatze und Chupacabra wurde immer wieder pausiert, diskutiert, spekuliert. „Wenn es das Institut wirklich gäbe, wären wir längst aufgeflogen“, hieß es – und ja, genau so fühlt sich das Lesen an.
Die Illustrationen sind dabei mehr als Schmuck. Sie verstärken die Atmosphäre, machen neugierig und lassen Raum für Fantasie. Dieses Buch will nicht einfach nur vorgelesen werden, es will geteilt werden. Seite um Seite entstand dieses stille Einverständnis: weiterlesen, noch eins, noch ein Wesen.
Am Ende blieb das Gefühl, gemeinsam etwas entdeckt zu haben. Ein Buch, das Mut macht, Fragen stellt und zeigt, dass Wissen gefährlich sein kann – aber Neugier noch viel stärker ist. Genau die Sorte Geschichte, die lange nachhallt und beim Zuklappen ein leises „Was, wenn doch?“ hinterlässt.