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Veröffentlicht am 09.05.2026

3,5 Sterne - Durchhalten lohnt sich!

When Shadows Darken the Sun
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Was habe ich mich gefreut, als ich „When Shadows Darken the Sun“ von Nina Schilling in meiner Bücherei entdeckt habe – ganz ohne Warten oder Vorbestellen, einfach so im Regal stehend.

Dann kam leider ...

Was habe ich mich gefreut, als ich „When Shadows Darken the Sun“ von Nina Schilling in meiner Bücherei entdeckt habe – ganz ohne Warten oder Vorbestellen, einfach so im Regal stehend.

Dann kam leider die Ernüchterung. Ich bin nicht in das Buch reingekommen. Während die ersten 70 Seiten vor sich herdümpelten, hatte ich bereits zwei andere Bücher verschlungen. Lag es an mir oder dem Buch?

Die Grundstory – zwei verfeindete Reiche, deren Kronerben in einem epischen Duell gegeneinander antreten müssen, gepaart mit Licht- und Schattenmagie – alles genau mein Ding.

Leider war der Plot für mich aber viel zu vorhersehbar. Den großen Twist hatte ich bereits nach den ersten paar Seiten erahnt, was dem Buch bis dahin für mich fast sämtliche Spannung nahm.

Dabei waren mir die beiden Hauptfiguren, die Zofe Cass und der Kronprinz Nox, sogar sehr sympathisch. Ihre Dynamik hat mir gut gefallen, und ihre Hintergründe waren gut angelegt. Ich mochte die wechselnden Perspektiven und konnte mit den beiden mitfühlen.

Auch das Worldbuilding hat mir richtig gut gefallen, mit einer Welt voller Nacht, die bis auf die Lichter der Sterne fast komplett düster ist. Dazu gefährliche Kreaturen, die in den Nebeln lauern, und Schattenpanther und Lichtwölfe, die eine wilde Schönheit ausstrahlen.

Auch der Schreibstil von Nina Schilling hat mir sehr gut gefallen. Aber ja, dadurch, dass der Plot zu vorhersehbar war, ist bei mir einiges an Lesevergnügen verloren gegangen. Im zweiten Drittel wurde es tatsächlich schon etwas besser, aber erst das letzte Drittel hat es bei mir geschafft, einen richtigen Lesefluss zu erzeugen.

Das Finale hat mich dann endlich für mein Durchhaltevermögen belohnt. Es war tatsächlich sogar so gut, dass ich, was ich mir zu Beginn gar nicht vorstellen konnte, den nächsten Teil unbedingt lesen möchte. Denn ich habe den Eindruck, dass die Story erst jetzt so richtig losgeht, und das möchte ich nicht verpassen.

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Veröffentlicht am 07.05.2026

Bitte den zweiten Band. Jetzt!

Der Prinz des Nachtreichs 1. Midnight Spy
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"Der Prinz des Nachtreichs. Midnight Spy" von Sandra Regnier hat mich allein vom Klappentext her sofort angesprochen. Die junge Heldin Letty, die in einer Parallelwelt als Agentin im Auftrag des Erlkönigs ...

"Der Prinz des Nachtreichs. Midnight Spy" von Sandra Regnier hat mich allein vom Klappentext her sofort angesprochen. Die junge Heldin Letty, die in einer Parallelwelt als Agentin im Auftrag des Erlkönigs unterwegs ist, klang für mich nach einer Geschichte ganz genau nach meinem Geschmack.
Und tatsächlich war ich von dem Hörbuch absolut begeistert. Das liegt natürlich zum einen an Vanida Karun und Flemming Stein, die die Geschichte so gut sprechen, dass ich ihnen sehr, sehr gerne zugehört habe.
Mich hatte aber auch die Story nach ganz kurzer Zeit komplett gefesselt. Die Wechsel zwischen Lettys Leben in Nottingham und ihrer Zeit in Annwn fand ich sehr stark und auch zeitlich gesehen gut durchdacht. Man merkt Letty an, wie sehr sie an der fantastischen Welt und natürlich Will, dem Nachtmahr, der ihr den Weg in diese Welt eröffnet hat, hängt.
Gerade das Zusammenspiel zwischen Will und Letty hat mir besonders gut gefallen, insbesondere weil es eben nicht bloß um Liebe geht, wie in vielen anderen Geschichten, sondern immer auch um ihre Freundschaft, die durch viele gemeinsame Jahre gewachsen ist.
Die magische Welt Annwn hat mich von Beginn an begeistert. Sie ist etwas düster und voller Gefahren. Letty ist an verschiedenen Orten immer wieder als Agentin undercover unterwegs, wobei sehr viel Spannung aufkommt. Außerdem mochte ich die Bezüge zum Erlkönig sehr gerne und fand es spannend, wie Sandra Regnier die Kälte der Nachtmahre immer wieder in die Geschichte einbaut und sich auf das berühmte Gedicht um den Erlkönig bezieht.
Vom Stil her hat mich "Der Prinz des Nachtreichs. Midnight Spy" ein wenig an die Bücher von Kerstin Gier erinnert. Daher würde ich allen ab etwa 14 Jahren, die solche fantastischen Geschichten mit Parallelwelten, einer jungen Heldin und einer starken Freundschafts-Liebesdynamik mögen, sehr empfehlen. Lediglich vor dem fiesen Cliffhanger am Ende muss ich warnen. Denn ich brauche bitte den zweiten Band jetzt, sofort und auf der Stelle.

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Veröffentlicht am 06.05.2026

Fantastische Geschichte voller Kreativität, Herz und lebendiger Magie

Faye Fableheart, Band 1 - Das magische Schloss
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Bei dem Buch "Faye Fableheart. Das magische Schloss" von Ryan Graudin waren mein Sohn und ich uns ganz schnell einig: Wir lieben diese fantasievolle Geschichte.
Faye lebt in einer Welt voller Magie: das ...

Bei dem Buch "Faye Fableheart. Das magische Schloss" von Ryan Graudin waren mein Sohn und ich uns ganz schnell einig: Wir lieben diese fantasievolle Geschichte.
Faye lebt in einer Welt voller Magie: das Schloss Celurdur, das sich nach Lust und Laune verändern kann, der Drache Neil, der im Garten ruht, und der sprechende Kater Puck sind nur ein kleiner Teil davon. Eigentlich soll nur der Zauberer des Westens Magie wirken. Doch dieser ist gerade verstorben und hat versäumt, einen Nachfolger zu bestimmen. Gerade jetzt da Celurdur die größte Gefahr überhaupt droht. Ob das Turnier, das zur Suche nach einem Nachfolger veranstaltet wird, noch etwas retten kann?
Die Suche nach dem neuen Zauberer des Westens hat uns beiden richtig gut gefallen. Es gibt viele Momente voller Spannung, andere, die uns einfach nur verzaubert haben, und einige, die trotz der drängenden Probleme witzig waren.
Uns haben die vielen Formen kreativer Magie, die diese Geschichte erfüllen, außerordentlich gut gefallen. Von Sonnenuntergängen, die an den Himmel gemalt werden, über fliegende Keksdrachen bis hin zu Zaubertränken, die alles in Käse oder Eiscreme verwandeln. Wir haben alles daran geliebt. Ganz besonders toll fanden wir auch, dass das Schloss Celurdur fast schon eine eigene Persönlichkeit hat und so richtig lebendig wirkt.
Auch Faye als Hauptfigur fanden wir richtig klasse, da sie ein gutes Herz hat, viele helfende Ideen und alles dafür tut, diese magische Welt zu retten. Dazu kommen aber noch viele andere spannende Charaktere, wie die königlichen Geschwister, die gegen die ihnen aufgezwungenen Rollen rebellieren, oder der verrückte Zauberer West, der zwar viel vermasselt, aber irgendwie doch gar nicht so schlecht ist.
Ganz besonders gut gefallen hat mir persönlich, dass in der ganzen Geschichte die Botschaft mitschwingt, dass egal welches Geschlecht man hat oder welche Rolle einem zugesprochen wird, man sein oder werden kann, wer man möchte. Dass Traditionen hinterfragt werden müssen, wenn diese nicht mehr zeitgemäß sind, und dass aus der Konzentration von Macht auf ein paar wenige Menschen nie etwas Gutes entstehen kann.
So ist es am Ende eben nicht nur Faye allein, die etwas Großes bewirkt, sondern alle, die ihren Teil zu dieser magischen Geschichte beigetragen haben und sie für uns zu etwas ganz Besonderem gemacht haben.
Wir empfehlen "Faye Fableheart. Das magische Schloss" daher allen Kindern, die am liebsten magische Geschichten mit vielen fantastischen Ideen verschlingen, und jenen, die die Freiheit lieben, das zu tun, was sie am meisten mögen.
Besonders gut ist auch das Hörbuch gelesen von Leonie Landa, die dieses magische Abenteuer durch ihre angenehme Stimme und die spannungsvolle Lesung noch zauberhafter macht.

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Veröffentlicht am 04.05.2026

Wieder ein schönes Abenteuer mit der School of Talents

School of Talents Mission 1: Achtung, Alien!
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Mein 8-jähriger Sohn hat bisher jede Geschichte aus der School of Talents von Silke Schellhammer sehr gerne gemocht. Viele haben wir gelesen, aber am liebsten mag er tatsächlich die Hörbücher. Zuletzt ...

Mein 8-jähriger Sohn hat bisher jede Geschichte aus der School of Talents von Silke Schellhammer sehr gerne gemocht. Viele haben wir gelesen, aber am liebsten mag er tatsächlich die Hörbücher. Zuletzt hat er "School of Talents Mission 1: Achtung, Alien!" gelesen von Marian Funk gehört und war wieder richtig begeistert.
In diesem Band gehen Alva und Elwin auf eine Mission in eine Sternwarte. Was nach einem tollen Einsatzort klingt, stellt sich zunächst als sehr langweilig heraus. Das Ferienprogramm, das sie begleiten, ist alles andere als spannend. Doch Elwin sorgt für Abwechslung, indem er sich vor allen Kindern in ein Alien verwandelt.
Was sonst noch Spannendes passiert, werden wir natürlich nicht verraten. Meinem Sohn hat dieses neuerliche Abenteuer mit den Figuren der School of Talents aber wieder sehr gut gefallen. Dabei stehen nicht nur die besonderen Talente der Kinder im Fokus, sondern auch ein paar kniffelige Geheimnisse und Sabotageakte rund um die Sternwarte. Der neue Einsatzort und neue Figuren sorgen dafür, dass es nicht langweilig wird.
Da die Geschichte aber auf den vorangegangenen School of Talents-Büchern aufbaut, ist es natürlich besser, zumindest den ersten Band der Reihe einmal gelesen oder gehört zu haben. Im Grunde versteht man jedoch auch so recht schnell, wie das mit den besonderen Talenten der Kinder funktioniert. Die Hauptfiguren Alva und Elwin lernt man auch in diesem Abenteuer sehr gut kennen.
Die Hörbuchversion hat meinem Sohn wieder besonders gut gefallen. Das liegt vor allem an Marian Funk, der es schafft, allen Figuren das gewisse Extra zu verleihen, sodass allein durch die unterschiedlichen Stimmen, die Charaktere der Kinder sehr gut dargestellt werden.
Wir empfehlen die Hörbuchversion daher allen Kindern, die gerne die School of Talents-Reihe mögen oder gerne Geschichten über Kinder mit besonderen Fähigkeiten lesen oder hören.

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Veröffentlicht am 02.05.2026

Berührendes Buch über einen Sommer zwischen Abschied, Freundschaft und Neuanfang

Der letzte Sommer vor dem Rest unseres Lebens
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Ich lese immer wieder gerne Coming-Of-Age-Geschichten, obwohl ich vom Alter her nicht mehr ganz zur Zielgruppe gehöre. Aber ich liebe es, mich an die eigene Jugend und Schulzeit zu erinnern. Zuletzt habe ...

Ich lese immer wieder gerne Coming-Of-Age-Geschichten, obwohl ich vom Alter her nicht mehr ganz zur Zielgruppe gehöre. Aber ich liebe es, mich an die eigene Jugend und Schulzeit zu erinnern. Zuletzt habe ich "Der letzte Sommer vor dem Rest unseres Lebens" von Daisy Garrison gelesen.
Wer bei diesem Buch eine leichte Sommerromanze mit einem einfachen Friends-To-Lovers-Trope erwartet, könnte enttäuscht werden. Denn es geht viel mehr um Freundschaft, Erinnerungen, Unsicherheiten, Zukunftsängste und schwierige Ereignisse in der Vergangenheit als nur um die Liebe zweier junger Menschen.
Besonders die Rückblicke in Minas und Caplans Kindheit, die ihre Freundschaft so stark gemacht hat, tragen dazu bei, dass die Hauptfiguren eine schöne Tiefe erlangen und man gut nachfühlen kann, wie es ihnen in den letzten Wochen vor dem Abschluss geht. So entsteht oft eine melancholische Stimmung, denn manchmal wünschen sich die Figuren, dass alles so bleibt, wie es ist. Doch manchmal könnte der Aufbruch in einen neuen Lebensabschnitt nicht schnell genug kommen.
Ja, auch die Liebesgeschichte, mit ein bisschen Drama und verirrten Wegen, ist schön aufgebaut. Gleichzeitig schafft es Daisy Garrison aber, ernste Themen in diese Geschichte einzubauen. So geht es auch immer wieder um Mobbing und andere schreckliche Ereignisse, die bei Mina noch immer Panikattacken auslösen.
Dabei spielt die Autorin mit Stereotypen und gibt den Figuren doch immer wieder eine gewisse Einzigartigkeit. Selbst die Nebenfiguren wie die mobbende Zicke erhalten so eine Hintergrundgeschichte und werden greifbarer, bleiben im Gedächtnis und entwickeln sich.
Besonders gerne mochte ich aber vor allem Mina selbst, die introvertiert ist, ein bisschen verkopft, sehr intelligent und gleichzeitig unsicher, welchen Weg sie nach der Schule einschlagen möchte. Mina macht eine starke Wandlung durch, die manchen vielleicht unrealistisch erscheinen mag. Ich konnte ihre Entwicklung jedoch sehr stark nachempfinden, da ihr Wunsch, auszubrechen und etwas Neues zu probieren, vermutlich in vielen introvertierten Menschen schlummert.
Dadurch, dass die Geschichte wechselnd aus Minas und Caplans Perspektive erzählt wird, erfährt man auch über Caplans Sicht der Geschehnisse sehr viel, was mir gut gefallen hat. Der Schreibstil ist recht einfach gehalten, gerade wenn es um die Dialoge geht, die ohne große Beschreibungen des Drumherum funktionieren. Dadurch kommt man schnell im Buch voran, und es entsteht ein sehr guter Lesefluss.
Mich hat das Buch tatsächlich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt und berührt. Jüngeren Leser*innen würde ich jedoch unbedingt empfehlen, die Triggerwarnung zu lesen, denn die angesprochenen Themen sind nicht unbedingt für alle 14-Jährigen geeignet. Es ist mit Sicherheit kein locker-leichter Sommerroman, den man hier zu lesen bekommt. Trotzdem gibt es fröhliche Szenen, schöne Sommermomente und eine Stimmung des Aufbruchs und der Melancholie, die die letzten Wochen eines Abschlussjahrgangs gut beschreiben - perfekt also für alle, die bald selbst diese Zeit erleben werden oder sich daran erinnern wollen.

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