Düster und poetisch
The Poet EmpressDas Bauernmädchen Wei kennt nur Armut und Hunger, jeder Tag ist ein Kampf ums Überleben, jedes Reiskorn kann den Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachen. Sie wünscht sich einen reichen Mann ...
Das Bauernmädchen Wei kennt nur Armut und Hunger, jeder Tag ist ein Kampf ums Überleben, jedes Reiskorn kann den Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachen. Sie wünscht sich einen reichen Mann zu heiraten, um ihrem Dorf zu helfen und ihrem Bruder den Schulbesuch zu ermöglichen. Als die Abgesandten der kaiserlichen Familie im ganzen Land nach einer Braut für den Erben des Kaisers suchen, sieht sie ihre Chance und schafft es tatsächlich, unter vielen Mädchen ausgewählt zu werden.. doch Prinz Terren ist für seine Grausamkeit bekannt und wird von allen gefürchtet. Auch Wei lernt seine brutale Seite kennen und muss sich entscheiden, ob sie Terren unterstützt oder ihn tötet, um dem Land ein Monster als Herrscher zu ersparen.
Zuerst meine Meinung zur Altersempfehlung: Das ist definitiv kein Jugendbuch. The Poet Empress ist ein sehr düsteres Werk, es gibt nur wenige schöne Momente und keine romantische Liebesgeschichte. Das sollte jedem klar sein, der dieses Buch liest. Es geschehen viele schreckliche Dinge und die Hauptpersonen sind in einer toxischen Beziehung gefangen, die nur mit dem Tod enden kann. Dabei erfahren wir nach und nach, wie aus einem kleinen Jungen der brutale Mörder werden konnte. Wie das Streben nach Macht aus zwei Brüdern Todfeinde gemacht hat. Ich hatte soviel Mitleid mit den beiden jungen Prinzen, aber natürlich rechtfertigt das keine ihrer späteren Taten.
Während Wei versucht, Intrigen zu durchschauen und selbst am Leben zu bleiben, wird ihr klar, dass sie selber über Macht verfügt und diese einsetzen muss. Sie lernt heimlich lesen und schreiben, sie verbündet sich mit anderen und versucht, ihr Schicksal und das ihres Volkes zu verändern. Sie wird zur Hoffnung für die Armen und hilft den Unterdrückten. So wird am Ende aus dem armen Bauernmädchen eine starke Kaiserin.
Der Schreibstil ist sehr poetisch und ruhig, was sehr gut zur Geschichte passt.
Für mich war die Geschichte ein richtiges Highlight, das viel Potential zum Nachdenken enthält und noch lange nachwirkt.