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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.01.2022

Nicht überzeugend

Weißes Gold - Im Sog der Gier
1

„Fesselnd und spannend bis zum Schluss“, behauptet das Divemaster Magazin. Das kann man leider so nicht unterschreiben. Die Story an sich hat schon mitreißendes Potential. Da geht es um die Themen Überfischung, ...

„Fesselnd und spannend bis zum Schluss“, behauptet das Divemaster Magazin. Das kann man leider so nicht unterschreiben. Die Story an sich hat schon mitreißendes Potential. Da geht es um die Themen Überfischung, Elfenbeinschmuggel und die in diesem Zusammenhang stehenden unfassbaren Gräuel an den Elefanten, aber auch um die Themen Pädophilie, Kinderprostitution und -handel. Auch diese an Scheußlichkeit nicht zu überbieten. Im Mittelpunkt ein Meeresbiologe, der mit seinem Team die Folgen der Überfischung dokumentiert und aufzuhalten trachtet und daher Opfer so mancher Anschläge auf Material und Menschen wird. Der dazu seine Nase in die Ermittlungen bzgl. Elfenbeinschmuggel und schließlich auch Pädophilenringe und Kinderprostitution steckt, in der sein Freund bei der Polizei ermittelt. Alles hängt irgendwie zusammen und so gerät er auch in die Optik der Drahtzieher. Als sein Freund angeschossen wird, läuft er zur „Hochform“ auf und klärt quasi im Alleingang mit einem weiteren Freund die Zusammenhänge auf und löst den Fall. Wird dabei mehrfach entführt, gefangen, zusammengeschlagen, geht aber aus diesen „Scharmützeln“ irgendwie immer fast unbeschadet hervor. Und das macht es leider ziemlich unglaubwürdig. Der „unbedarfte“ Meeresbiologe als Überheld gegen mafiöse Strukturen und Organisationen.

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Veröffentlicht am 15.01.2022

Zwiespältig

Und leise klopft der Tod
0

Eine sehr aufwühlende Geschichte, die den Leser zwiespältig zurücklässt. Ein aufgrund eines Traumas in seiner Kindheit zutiefst Gestörter beginnt Jahrzehnte später mit einer Mordserie an Polizisten. Für ...

Eine sehr aufwühlende Geschichte, die den Leser zwiespältig zurücklässt. Ein aufgrund eines Traumas in seiner Kindheit zutiefst Gestörter beginnt Jahrzehnte später mit einer Mordserie an Polizisten. Für die - in völlig falscher Richtung - ermittelnden Detectives beginnt ein Wettlauf mit der Zeit, denn niemand weiß, wer oder wie viele noch auf der Liste des Mörders stehen. Sehr ausführlich wird in die Gedankenwelt der Ermittler wie des Täters hinein geblickt. Dabei offenbart sich, welches „Päckchen“ Nathan Cody zu tragen hat und die Leserschaft muss sich fragen, wieso jemand, der derart ausrastet, Aussetzer hat, sich völlig überschätzt und sich definitiv nicht im Griff hat, noch im Dienst, und noch dazu an dieser Stelle ist. Das heftige Ende hinterlässt die Leser zweifelnd, denn viele der Aktionen Codys, aber auch seiner Vorgesetzten und Mitstreiter sind mehr als fragwürdig.

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Veröffentlicht am 15.12.2021

Hochaktuell

Mord im Milieu
0

Wieder eine sehr komplexe Geschichte, mit zunächst mehreren losen Enden, die sich dann aber verknüpfen lassen. Ein Clochard wird brutal zusammengeschlagen, ein anderer ermordet. Ein Zeuge wird sofort als ...

Wieder eine sehr komplexe Geschichte, mit zunächst mehreren losen Enden, die sich dann aber verknüpfen lassen. Ein Clochard wird brutal zusammengeschlagen, ein anderer ermordet. Ein Zeuge wird sofort als Verdächtiger ins Visier genommen, denn er ist ein "Ausländer", farbig dazu. Es scheint, dass auch die neugegründete Front National damit zu tun haben könnte, aber inzwischen ist die rechtsnationale Gesinnung soweit im Polizeiapparat bis in die höchsten Ebenen durchgedrungen, dass den Ermittlern mehr oder minder die Hände gebunden sind. Und dann kommt auch noch Organhandel ins Spiel. Eine sehr mühselige Ermittlung beginnt, denn man ist im St. Tropez der 70er Jahre, da geht es noch sehr mühselig zu, so ohne Handy und leistungsfähige Computer. Die Geschichte ist dennoch hochaktuell, man braucht sich ja nur umzusehen. Flott geschrieben, die menschlich-zwischenmenschlichen Aspekte nicht außer Acht gelassen. Zum Schluss die Aufklärung, aber ohne die Konsequenzen, die sie haben müsste. Ernüchterung bei den Ermittlern. Und ein Plan. Muss man halt die Fortsetzung abwarten. Lohnt sich bestimmt.

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Veröffentlicht am 12.12.2021

Guter Spannungsbogen

Der Herzgräber
0

Was für eine Geschichte, in der ein Kind zu einem Monster herangezogen wird, nachdem es seine Mutter umbrachte. In Retrospektiven wird erzählt, wie es dazu kam, was sich "früher" alles ereignete und wie ...

Was für eine Geschichte, in der ein Kind zu einem Monster herangezogen wird, nachdem es seine Mutter umbrachte. In Retrospektiven wird erzählt, wie es dazu kam, was sich "früher" alles ereignete und wie sich der "Werdegang" zum Monster vollzog. Nur, was hat das alles mit dem Freitod von Heathers Mutter zu tun, die einen eher kryptischen Abschiedsbrief hinterließ? Und was hat es mit der neuerlichen Mordserie auf sich, die einer 20 Jahre zurückliegenden verblüffend ähnlich ist? Heather versucht, zusammen mit Ben Parker, der mit den Ermittlungen beauftragt ist, Licht ins Dunkel zu bringen, vertraut dabei aber auf die falschen Menschen und alles droht, aus dem Ruder zu laufen. Trotz der ungeheuerlichen Taten, die hier geschehen, eine sehr ruhige erzählte Geschichte, eher unaufgeregt. Durch die kurzen Kapitel, Szenenwechsel, unterschiedlichen Blickwinkel und Retrospektiven auf hohem Spannungsniveau gehalten. Längelt ab Kapitel 30 doch etwas. Weniger Details und mehr Drive hätten zu mehr Tempo beitragen können. Die Figur der Heather ist etwas ambivalent. Insgesamt eine verstörende Geschichte, aber dennoch eine lohnenswerte Lektüre. Etwas mehr Korrekturlesen hätte gut getan.

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Veröffentlicht am 28.11.2021

Pageturner

606
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Der Albtraum aller Gefängnisdirektoren:innen schlechthin, ja der gesamten Strafverfolgungsbehörden: Ein Massenausbruch aus einem Hochsicherheitsgefängnis. Nicht 20, 50 oder 100 Insassen, die gleichzeitig ...

Der Albtraum aller Gefängnisdirektoren:innen schlechthin, ja der gesamten Strafverfolgungsbehörden: Ein Massenausbruch aus einem Hochsicherheitsgefängnis. Nicht 20, 50 oder 100 Insassen, die gleichzeitig fliehen. Es sind (fast) alle Insassen, die - teils recht verwundert und arg verunsichert - das Weite suchen. Unter ihnen gefährliche Killer, Psychopathen und Gewalttäter. Aber durchaus auch "kleine" Lichter, im Gefängnis nach Trakten untergebracht, die passenderweise Minimum, Medium und Maximum benannt sind. Einer unter ihnen will seine Unschuld beweisen, hat aber einen gefährlichen Psychopathen unfreiwillig im Schlepptau und eine verbissene Aufpasserin auf den Fersen. Eine ziemlich hektische Verfolgungsjagd beginnt, geleitet von einer US-Marshall, die "keine Gefangenen macht". Abwechslungsreich werden hier die Fluchten verschiedener Protagonisten geschildert, ihre Erfolge und Misserfolge, auch von Alex, der eigentlich nicht vor hatte, zu fliehen. Dazwischen immer wieder die Fluchtstationen von John Kradle auf der Suche nach dem Mörder seiner Familie und die Umstände seiner Verurteilung. Und der verzweifelte Versuch, ein neuerliches Massaker eines ebenfalls entwichenen rechtsextremen Terroristen zu vereiteln Sehr spannend, aber auch sehr zynisch erzählt, u.a., was die Einstellung der ermittelnden Behörden zu den - welchem Grund auch immer - Verurteilten betrifft. Allen voran US-Marshall Trinity Parker. Erschütternd zu lesen, wie teilweise mit Verdächtigen und Beweisen umgegangen wird, aber auch, zu welcher Brutalität die Entflohenen fähig sind. Pageturner.

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