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Veröffentlicht am 02.02.2026

Gelungene Mixtur

ERBSCHULD
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Die Geschichte wogt ziemlich hin und her, wechselt in kurzen Abschnitten von Südafrika nach Österreich und Ostwestfalen, macht kurz Halt im Sauerland und springt wieder zurück. Was mit einem verschwundenen ...

Die Geschichte wogt ziemlich hin und her, wechselt in kurzen Abschnitten von Südafrika nach Österreich und Ostwestfalen, macht kurz Halt im Sauerland und springt wieder zurück. Was mit einem verschwundenen österreichischen Ehepaar beginnt, das in Ostwestfalen lebte und von dort zu einem Aufenthalt in Südafrika aufgebrochen, aber nicht mehr zurückgekommen war, weitet sich schnell zu Mehrfachmorden aus, Allesamt getarnt: als Unfall, Selbstmord, unglücklicher Verlauf einer Schönheits-OP und andere Unwägbarkeiten. Man muss aufpassen, den Anschluss nicht zu verlieren ob der verschiedenen Örtlichkeiten, Ermittler, Opfer und deren Umfeld, das die Ermittelnden nach und nach durchleuchten und zusammenführen. Der österreichische Sonderermittler in Südafrika, später in Bielefeld, der österreichische Postenkommandant in Fuschl, später ebenfalls in Ostwestfalen unterwegs, der sauerländische Kommissar, den es ebenfalls dorthin verschlägt und schließlich noch der Bielefelder Kriminalkommissar recherchieren akribisch und genauso wird die Geschichte auch dargestellt. Nicht ohne die Personen gehörig auf die Schippe zu nehmen, allein durch deren gegenseitige Vorurteile. Und auch die durch ihre „Nichtexistenz“ bekannte Stadt Bielefeld bekommt ihr Fett weg. Eine gelungene Mixtur, die Spannung und Augenzwinkern bietet. Der Titel sehr treffend.

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Veröffentlicht am 30.01.2026

Zutiefst verstörend

Wellengrab (Ein Fabian-Risk-Krimi 7)
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Nach einem Blackout, während dessen eine Bank überfallen wird, ein Kind verschwindet und eine Mitarbeiterin des Kraftwerkes mit dem Stromausfall erst vermisst, dann tot aufgefunden wird – angeblich an ...

Nach einem Blackout, während dessen eine Bank überfallen wird, ein Kind verschwindet und eine Mitarbeiterin des Kraftwerkes mit dem Stromausfall erst vermisst, dann tot aufgefunden wird – angeblich an einem Schlaganfall verstorben -, stehen die Ermittler zunächst etwas ratlos von dieser Anhäufung befremdlicher Ereignisse. Alles scheint zusammenhanglos zu sein – und doch: irgendwie vermuten Florian Risk und seine neue Kollegin Linn Hagman da Verbindungen. Sehr schnell scheint der Täter, oder einer der Täter des Banküberfalls festzustehen, aber der Verdächtige verhält sich extrem merkwürdig, ebenso wie die Nachbarn der zunächst Vermissten und dann tot Aufgefundenen. Mehrere weitere Vorfälle lassen sich ebenfalls nur schwer erklären. Während sich Florian, einer Ahnung folgend, sich früheren Fällen annimmt, insbesondere einem 25 Jahre zurückliegenden, übernehmen Säpo und MUST die Fälle. Das Team ermittelt dennoch weiter, stößt auf unglaubliche Hintergründe und Drahtzieher und bringt sich selbst in höchste Gefahr. Sehr intensiv erzählt, die schwedische Mentalität wird den Lesenden sehr nahegebracht. Die Spannung ist auch dadurch hoch gehalten, als die Drahtzieher der Ereignisse in eigenen Kapiteln zu Wort kommen und ihre Motivation offenbaren. Die Lesenden sind da den Ermittlern zumindest abschnittweise ein Stück weit voraus. Eine sehr umfangreiche Lektüre mit einer unfassbaren Story, die nahe am Pageturner anzusiedeln ist. Aber das Ende kommt dann doch ein wenig hektisch daher und viele Fragen bleiben bei der Leserschaft unbeantwortet

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Veröffentlicht am 26.01.2026

Sehr dicht, intensiv und abgründig

Grenzfall – Ihr Grab in den Fluten
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Eine Geschichte in einer Geschichte, neben einer Geschichte, die einer Geschichte zugrunde liegt. So kann man diese Lektüre wohl treffend beschreiben. Vordergründig mit der Koordination von Katastropheneinsätzen ...

Eine Geschichte in einer Geschichte, neben einer Geschichte, die einer Geschichte zugrunde liegt. So kann man diese Lektüre wohl treffend beschreiben. Vordergründig mit der Koordination von Katastropheneinsätzen mehr als ausgelastet, denn die Region Karwendel wird von verheerenden Unwettern heimgesucht, der Flutkatastrophe im Ahrtal nicht unähnlich, werden Alexa Jahn, Florian Huber und Bernhard Krammer neben zahlreichen Vermisstenfällen auch mit einem Toten, der ermordet wurde, und einer offenbar in falsche Gesellschaft geratenen, ohnehin traumatisierten Frau, die sich in Lebensgefahr zu befinden scheint, konfrontiert. Und dann auch noch die Geschehnisse um eine Gruppe junger Leute, die ebenfalls vom Unwetter überrascht wurde und in einer abgelegenen Hütte komplett von der Umwelt abgeschnitten ausharrt, wobei sich tiefe Abgründe auftun. Dazwischen immer wieder Briefe einer Mutter an ihre Tochter. Nach und nach wird dabei Schreckliches enthüllt. Sehr dicht gepackt, diese Geschichte, sehr intensiv die Situation der an ihre Belastungsgrenzen stoßenden Rettungskräfte und die unvorstellbare Gewalt der Natur beschreibend. Die Spannung hoch gehalten, dicht am Pageturner. Und immer wieder neue Aspekte und Abgründe. Am Schluss stößt man aus: Was für eine Geschichte.

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Veröffentlicht am 24.01.2026

Geschichtsträchtig

Spicy Files
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Eine veritable Geschichtsbewältigung Belgiens, eine ausführliche Stadtbegehung, eine Hommage an Jacques Brel ebenso wie an Hervé. Irgendwie ein bisschen versteckt darin die Geschichte eines geschassten ...

Eine veritable Geschichtsbewältigung Belgiens, eine ausführliche Stadtbegehung, eine Hommage an Jacques Brel ebenso wie an Hervé. Irgendwie ein bisschen versteckt darin die Geschichte eines geschassten Journalisten, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die versteckten Leichen in den Kellern der Politprominenz und anderer „VIPs“ zu finden. Darin hat er es zur Meisterschaft gebracht, um anschließend seine Rechercheopfer zu erpressen. Mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg. Jedenfalls enthalten die titelgebenden Spicey Files hunderte von Dossiers mit erheblicher Sprengkraft. Und mithin ebenso vielen Motiven, den Erpresser mundtot zu machen. Der fiel angeblich beim Vorhängeaufhängen in seiner Messie-Wohnung von der Leiter, was L‘inspecteur Marcel Vermeylen nie und nimmer glaubt. Eine ruhig erzählte Geschichte mit einem charmanten Ermittler, der aber etwas chaotisch daherkommt. Der eingangs erwähnten Geschichtsstunde, der Stadtführung und auch der Begeisterung für Brel wird vielleicht zu viel Raum gegeben. Die Ermittlungen laufen eher ein passant mit, der Spannung wird wenig Chance gegeben, bis auf einige Szenen ganz am Schluss. Trotzdem eine charmante Lektüre, die eben durch die Übermittlung von geschichtsträchtigen Details punktet.

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Veröffentlicht am 29.12.2025

Nahe am Pageturner

Lügennebel
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Was ein fröhlicher Skiausflug mehrerer Studienfreunde werden sollte, mündet in einem Horror. Sechs junge Menschen - Olivia und Fanny, Wille, Amir, Emil und Pontus - machen sich auf ins Skigebiet Are, um ...

Was ein fröhlicher Skiausflug mehrerer Studienfreunde werden sollte, mündet in einem Horror. Sechs junge Menschen - Olivia und Fanny, Wille, Amir, Emil und Pontus - machen sich auf ins Skigebiet Are, um dort eine Woche im luxuriösen Ferienhaus, das Willes Eltern gehört, zu verbringen, ausgelassen zu feiern und eben Ski zu fahren. Sehr zum Leidwesen der Nachbarn, denen das luxuriöse Anwesen ein Dorn im Auge ist, und das unmäßig laute Feiern ohnehin. Schon bei der Anreise geschehen merkwürdige Dinge. Ein Abend, bei dem Unmengen an Alkohol und Drogen im Spiel sind, läuft völlig aus dem Ruder und am nächsten Tag liegt eine von ihnen tot im Schnee. Ist sie im Vollrausch hinausgegangen und ist ahnungslos im Schnee erfroren? War es also ein Unfall? Aber wieso war sie dann fast völlig nackt? So benebelt kann man doch gar nicht sein. Oder doch? Oder hat da jemand nachgeholfen? Hanna Ahlander, die von ihrem neuen, geheim gehaltenen, Freund zu einem Kurzurlaub anlässlich ihres Geburtstags eingeladen wurde, unterbricht diesen sofort und nimmt mit Kollege Daniel die Ermittlungen vor Ort auf. Ein Fall, der wahrlich im Nebel stochern lässt. Wendungsreich erzählt, mit hoch gehaltenem Spannungsbogen und vielen menschelnden Zutaten, denn die Ermittler haben allesamt ihre eigenen Probleme zu meistern. Aus Sicht der verschiedenen Protagonisten erzählt, wird die Leserschaft bei der Stange gehalten bis zum überraschenden Schluss.

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