Profilbild von Habbo

Habbo

Lesejury Star
offline

Habbo ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Habbo über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.11.2025

Ein bisschen zuviel von allem

Draussen
0

Eine sehr traurige, tragische Geschichte, der es allerdings stellenweise an Glaubwürdigkeit mangelt. Denn man fragt sich stets: Warum? Wieso sollte diese oder jene Person genau das tun, was sie in dem ...

Eine sehr traurige, tragische Geschichte, der es allerdings stellenweise an Glaubwürdigkeit mangelt. Denn man fragt sich stets: Warum? Wieso sollte diese oder jene Person genau das tun, was sie in dem Moment tut? Und warum in dem Moment? Und ist es glaubwürdig, dass die Personen, jeweils das können, was sie können? Und sind hier nicht einige Typen – insbesondere die Hauptprotagonisten - nicht womöglich einer gehörigen Gehirnwäsche unterzogen worden? Man kann hier nicht genauer werden, weil man dann spoilern würde. Aber insgesamt bleibt so Einiges fragwürdig. Die Geschichte ist vollgepropft mit allen möglichen Zutaten: fragwürdigen und unethischen Legionären, äußerst fragwürdigen, korrupten Lobbyisten und Politikern, Preppern und Verschwörungstheoretikern, einem Endzeitszenario, einer tragischen Familiengeschichte, rachsüchtigen Personen und Gewalttätern, sehr gewalttätigen und traumatischen Szenen. In Retrospektiven in Form des Tagebuchs eines der Protagonisten wird der Hintergrund für die aktuellen Ereignisse aufgerollt. Das Warum der siebzehnjährigen Cayenne ist allgegenwärtig. Der Sprach- und Erzählstil ist sehr gelungen und hält die Spannung hoch. Letztlich ist aber alles ein bisschen zuviel von allem.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.11.2025

Urig

Tod eines Wunderfitz'
0

Sehr schön, wie der bayerische Akzent auf den badischen und den württembergischen aufeinandertrifft. Urig zieht sich das durch das ganze Buch hindurch. Sehr „lehrreich“. Ein sympathisches Team, das sich ...

Sehr schön, wie der bayerische Akzent auf den badischen und den württembergischen aufeinandertrifft. Urig zieht sich das durch das ganze Buch hindurch. Sehr „lehrreich“. Ein sympathisches Team, das sich da um den Toten aus dem Fischteich kümmern muss. Wohlgemerkt Teich, nicht Weiher. Denn ein Weiher ist natürlich, der irgendwann mal verlandet. Ein Teich ist künstlich angelegt, um den sich wer kümmert. Nicht nur der Kommentar zieht sich mehrfach durch die Geschichte hindurch. Wie soll man sagen: Ein urbayerischer, urbadischer, urwürttembergischer Regiokrimi mit viel Herz und Humor. Die Kollegen mit den "Scherzen'"' mit Rosen und toten Mäusen sind widerlich. Aber es ist gut, dass das hier auch thematisiert wurde, denn leider findet man solche Vollpfosten überall.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.11.2025

Amüsant

Fadenkreuz
0

Ein Erstochener, der dann aber nicht am Erstechen verstorben ist. Eine Verdächtige, die durch Intervention von Staatsanwältin und Bürgermeisterin in Haft genommen und quasi vorverurteilt wird. Und die ...

Ein Erstochener, der dann aber nicht am Erstechen verstorben ist. Eine Verdächtige, die durch Intervention von Staatsanwältin und Bürgermeisterin in Haft genommen und quasi vorverurteilt wird. Und die sich darüber zu freuen scheint. Ein Strickclub, der sich sehr viel einfallen lässt, um die in Haft Genommene zu rehabilitieren. Ein Kommissar, der einen anderen Täter vermutet, aber nicht recht voran kommt und zusätzlich von Staatsanwältin und Bürgermeisterin ausgebremst wird. Erst die Hacker-Qualitäten seiner Partnerin bringen in auf die richtige Spur. Die Leser erwartet darüber hinaus viel Klugscheisserei, sowie gekonnte Wortspiele rund um die Begriffe Sticken, Stricken und Verwandtes. Fertig ist eine amüsante Lektüre. Ein quasi gemütlicher Krimi mit viel Lokalkolorit, ruhig und humorvoll erzählt, mit sympathischen Protagonisten*innen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.11.2025

Viel Drive

Das Forsthaus
0

Nach mehreren Fehlgeburten physisch und psychisch am Ende muss Katherina fassungslos feststellen, dass ihr Ehemann ein heruntergekommenes Haus im Westerwald erstanden hat und aufwendig renovieren will, ...

Nach mehreren Fehlgeburten physisch und psychisch am Ende muss Katherina fassungslos feststellen, dass ihr Ehemann ein heruntergekommenes Haus im Westerwald erstanden hat und aufwendig renovieren will, um so ein neues Zuhause für sie weitab von ihrem bisherigen Zuhause in Berlin zu schaffen. Vor vollendete Tatsachen gestellt, ist sie sowohl von dem Haus, als auch der Gegend völlig enttäuscht, aber auch von ihrem übergriffigen Ehemann, der einige Dinge zu verbergen hat. U.a., dass es sich bei dem Haus um ein Mordhaus handelt, in dem vor einem Jahrzehnt Flora ihren Ehemann ermordet und skalpiert haben soll. Während ihr Mann sich immer merkwürdiger verhält, die Dorfbewohner ihr mit zunehmender Feindseligkeit begegnen, stürzt sich Katharina in diesen Mordfall und deckt nach und nach sowohl in diesem, als auch im Fall eines Serientäters, der kleine Mädchen vergewaltigte und ermordete, Ungereimtheiten auf, was sie und den ehemaligen Anwalt von Flora zunehmend in Gefahr bringt. Aus wechselnden Zeitperspektiven und unterschiedlichen Blickwinkeln von Flora, Katherina und dem Serientäter erzählt, erhält die Geschichte viel Drive und Spannung und wird sehr wendungsreich vermittelt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.11.2025

Brisant

Die letzte Lügnerin
0

Um eine Leiche handelt es sich auch bei einem einzelnen Körperteil immer dann, wenn der Mensch ohne ebendiesen Körperteil nicht lebensfähig wäre. Was zweifellos auf einen Kopf zutrifft. Ein Gedanke, der ...

Um eine Leiche handelt es sich auch bei einem einzelnen Körperteil immer dann, wenn der Mensch ohne ebendiesen Körperteil nicht lebensfähig wäre. Was zweifellos auf einen Kopf zutrifft. Ein Gedanke, der Rechtsmediziner Dr. Justus Jarmer durch den Kopf geht, angesichts des Kopfes auf seinem Obduktionstisch. Sein Resümee: Selbstmord. Der Leser erfährt erst ganz zum Schluss, wie das möglich gewesen sein soll. Denn der eigentliche Fall ist ein geheim aufgenommenes skandalöses Video, das über alle Fernsehkanäle ausgestrahlt wird und den Berliner Bausenator um sein Amt bringt. Als der Tontechniker dieses Videos ermordet in einer Kneipe gefunden wird, geht es für diesen Bausenator nicht nur mehr um Korruption, Bestechung und Vorteilnahme, sondern auch um Totschlag. Strafverteidiger Rocco Eberhardt hat alle Hände voll zu tun, der erdrückenden Beweislast etwas entgegenzusetzen, denn ein Strippenzieher im Hintergrund sorgt für immer neue Indizien. Wahnsinnig rasant und emotionsgeladen, heißt es im Klappentext. Nun, so ganz trifft das nicht zu, denn Rocco agiert viel zu zögerlich, abgelenkt und sogar fehlerhaft. Aber in Rückschauen über mehrere Monate und auch aus der Perspektive des Strippenziehers erzählt, wird es für die Leser in der Tat sehr spannend bis zum überraschenden Ende. Somit eine empfehlenswerte Lektüre.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere