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Veröffentlicht am 24.01.2019

Zauberhafte Geschichte über eine kleine Hexe, einen sprechenden Staubsauger und eine Eulenrassebande

Die kleine Eulenhexe (1). Willkommen im Zauberwald
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Inhalt:
Die kleine Hexe Petunia Olivia von und zu Nadelbaum staunt nicht schlecht, als eines Tages sieben kleine Eulen vor ihrer Baumhaus-Tür stehen. Mit dabei eine Botschaft von Tante Aurora: Wenn Petunia ...

Inhalt:
Die kleine Hexe Petunia Olivia von und zu Nadelbaum staunt nicht schlecht, als eines Tages sieben kleine Eulen vor ihrer Baumhaus-Tür stehen. Mit dabei eine Botschaft von Tante Aurora: Wenn Petunia es schafft, die sieben Rotzschnäbelchen zu wohlerzogenen kleinen Eulen zu erziehen, dann bekommt sie das berühmte Eulenhexen-Diplom. Und das will Petunia natürlich unbedingt! Wären da nur nicht ihr eifersüchtiger Flugstaubsauger Herr Spiegelei, der hundsgemeine Zwerg Griesgram und nicht zuletzt die frechen Streiche der kleinen Eulen selbst, die Petunias Eulenhexen-Traum zum Platzen bringen könnten …

Meinung:
Die junge Hexe Petunia Olivia von und zu Nadelbaum lebt zusammen mit ihrem sprechenden Flugstaubsauger im Finsterwald. Eines Tages stehen sieben kleine Eulen vor ihrer Baumhaustür und haben eine Nachricht von Petunias Tante Aurora dabei. Diese möchte Petunia das Eulenhexen-Diplom überreichen, wenn sie es schafft, die sieben kleinen Eulen zu wohlerzogenen und lieben Eulen zu erziehen. Dies gestaltet sich allerdings alles andere als einfach.

Anhand des süßen Covers und dem lustig klingenden Klappentextes bin ich sehr neugierig auf diese Geschichte geworden.
Die sieben kleinen Eulen bringen Petunias Leben und vor allen Dingen das Leben ihres Flugstaubsaugers Herr Spiegelei gehörig durcheinander. Dabei sind die sieben Eulen aber nie zu böswilligen Streichen aufgelegt, sondern möchten meistens einfach nur Helfen und Spaß haben. Ich war jedes Mal aufs Neue gespannt, was die kleinen Eulen sich als Nächstes einfallen lassen würden.

Aber nicht nur die sieben Eulen sind so goldig, auch die restlichen Bewohner des Finsterwalds sind absolut liebenswert. So z. B. der direkte Nachbar von Petunia - Waschbär Fredi, der in einem alten Zylinderhut wohnt und eine Wäscherei (wie passend für einen Waschbär) betreibt. Dabei unterstützt ihn seine heißgeliebte Clementine-Waschmaschine.
Postbote Paul ist ein Fuchs und liebt Hühnersuppe. Blöd nur, dass seine Frau Vegetarierin ist und daher nur Kräuterknödel und Co. bei Familie Fuchs auf dem Essensplan stehen.
Und dann ist da natürlich noch Flugstaubsauger Herr Spiegelei, der in Petunias Haushalt für Ordnung sorgt. Ihm kommt es alles andere als gelegen, dass plötzlich sieben kleine Eulen in ihrem Haus wohnen.

Wie in jedem guten Buch darf natürlich auch in dieser Geschichte der Bösewicht nicht fehlen. Und das ist Zwerg Griesgram, der nie lächelt und in einem Tresor mitten im Wald lebt. Sein treuer Diener ist der Geist Eberhard, der immer gut gelaunt und freundlich ist.

Katja Alves hat hier wirklich viel Liebe ins Detail gesteckt und ganz zauberhafte Charaktere ins Leben gerufen. Schon alleine die lustigen Namen und Eigenschaften der Charaktere sorgten bei mir für ein Schmunzeln.
Ich bin mir sicher, dass Kinder ab vier Jahren großen Spaß mit dieser sehr unterhaltsamen Geschichte haben werden.

Untermalt wird die Handlung von den herrlichen Zeichnungen von Marta Balmaseda. Dank ihrer Zeichnungen gibt es immer viel zu sehen und zu staunen und gerade die kleinen Waldbewohner werden dadurch noch greifbarer. Zudem sind die Zeichnungen kunterbunt gemalt, was ich absolut passend zu dieser lustigen Geschichte fand.

Fazit:
Absolut umwerfend und einfach zauberhaft schön, erzählt Katja Alves die Geschichte von der kleinen Hexe Petunia und ihren sieben kleinen Eulen. Jede Menge lustige Abenteuer warten auf die kleinen Leser und die herrlichen Zeichnungen lassen einen noch tiefer in den Finsterwald eintauchen.
5 von 5 Hörnchen für dieses süße Eulen- und Hexenabenteuer.

Veröffentlicht am 24.01.2019

Neumodische wilde Hühner die begeistern

Schwesterherzen 1: Eine für alle, alle für DICH!
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Inhalt:
Bonnie hat sich schon immer eine Schwester gewünscht. Eine Verbündete, die mit ihr durch dick und dünn geht, und sie vor allem gegen nervige Brüder, voll fiese Lehrer und verständnislose Eltern ...

Inhalt:
Bonnie hat sich schon immer eine Schwester gewünscht. Eine Verbündete, die mit ihr durch dick und dünn geht, und sie vor allem gegen nervige Brüder, voll fiese Lehrer und verständnislose Eltern verteidigt! Smilla, Nuca, Monti und Jo geht es ganz genauso. Die fünf Mädchen sind zwar nicht gerade die allerbesten Freundinnen, aber aus der Not heraus beschließen sie viel mehr zu sein als das nämlich: Sicret Sistahz – total geheime Schwesterherzen! Gemeinsam kämpfen die fünf für Gerechtigkeit, mehr Taschengeld und die Weltherrschaft!

Meinung:
Bonnie wünscht sich neben einem Smartphone und einem eigenen Pferd nichts sehnlicher als eine Schwester. Dies ist durchaus verständlich, muss sie sich doch Zuhause mit drei nervigen Brüdern herumschlagen. Daher beschließt Bonnie kurzerhand die Mädchengruppe "Schwesterherzen" ins Leben zu rufen. Ganz begeistert von dieser Idee sind auch die Mädchen Smilla, Monti, Nuca und Jo.

Ein neues Buch von Lucy Astner steht ganz weit oben auf meiner Leseliste, da die Autorin mich mit ihren Polly Schlottermotz Geschichten restlos begeistern konnte. So musste ich natürlich auch so schnell es geht "Schwesterherzen" lesen. Es erinnerte mich anhand des Klappentextes sehr an "Die wilden Hühner" was ich als Kind wahnsinnig gerne gelesen habe.

Der Einstieg in die Geschichte fiel mir relativ leicht, was größtenteils an der lustigen Art von Protagonistin Bonnie liegt. Sie steckt voller toller Ideen und wünscht sich einfach nichts so sehr wie eine Schwester.
Dass der Weg zur Mädchengruppe "Schwesterherzen" oder auch "Sicret Sistahz" alles andere als leicht ist, veranschaulicht die Autorin in diesem Buch.

Denn die fünf Mädchen sind unterschiedlich wie Tag und Nacht. Gerade Bonnie möchte z. B. nicht, dass Monti mit in ihre Schwesterngruppe aufgenommen wird. Doch wie es nun mal auch im wirklichen Leben ist, man kann sich seine Schwester nicht aussuchen.

So kommt es zu vielen kleineren aber auch größeren Streitereien unter den Mädchen. Genau dies gefiel mir beim Lesen ausgesprochen gut, denn seien wir mal ehrlich, so sieht nun mal das wahre Leben aus. Doch natürlich wird sich immer wieder vertragen und nach und nach werden die fünf Mädchen zu einer eingeschworenen Gemeinschaft.

Vor allen Dingen ihr Leitspruch "Eine für alle, alle für dich" klingt dabei immer wieder durch das Buch und wird von Abenteuer zu Abenteuer immer mehr mit Leben gefüllt.

Die Geschichte ist perfekt für Mädchen ab 10 Jahren geeignet. Ich bin mir jedoch sicher, dass auch manch jüngere Leserin schon jetzt große Freude mit diesem Buch haben wird.
In dieser Geschichte werden zudem viele Probleme angesprochen, die Kindern in diesem Alter aus der Seele sprechen.

Nach diesem ersten tollen Abenteuer der Sicret Sistahz warte ich ganz ungeduldig auf die nächste Geschichte der fünf Mädels.

Fazit:
Dieses Buch darf in keinem Mädchenbücherregal fehlen. Wer "Die wilden Hühner" liebt, wird auch mit den "Schwesterherzen" seine wahre Freude haben.
Aus einer Gruppe sehr unterschiedlicher Mädchen mit verschiedenen Vorstellungen und Wünschen entwickelt sich eine eingeschworene Gemeinschaft.
Bitte mehr davon!
5 von 5 Hörnchen.

Veröffentlicht am 24.01.2019

Ein tolles Mitmachbuch aus dem Hause Magellan

Ich will Erster sein
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Inhalt:
Der Kleinste geht immer als Letzter. So ist das einfach bei den Elefanten. Aber Eli möchte so gerne auch einmal Erster sein! Als er gemeinsam mit seiner Familie einen Ausflug zum Wasserloch macht, ...

Inhalt:
Der Kleinste geht immer als Letzter. So ist das einfach bei den Elefanten. Aber Eli möchte so gerne auch einmal Erster sein! Als er gemeinsam mit seiner Familie einen Ausflug zum Wasserloch macht, hat Eli eine Idee. Doch dafür benötigt er die Hilfe der kleinen Leser …

Meinung:
Es ist schon seit Ewigkeiten ein ungeschriebenes Gesetz, dass der kleinste Elefant immer ganz hinten geht. Doch der kleine Elefant Eli kann dies nicht akzeptieren. Als seine Familie eines Tages wieder einen Ausflug zum Wasserloch unternehmen möchte, versucht Eli mit Hilfe der jungen Leser der erste in der Elefantenreihe zu werden.
Als mir das Buch auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellt wurde, war ich sofort Feuer und Flamme. Ich mochte die Idee, dass Eli mit tatkräftiger Unterstützung der kleinen Leser an sein Ziel, Erster zu werden, gelangt. Als mein Sohn dann auch noch die Elefanten auf dem Cover sah, mussten wir sofort zu diesem Buch greifen.

Kleine Leser kommen bei diesem Buch voll auf ihre Kosten. Eli verlangt nicht nur, dass an dem Buch so dolle gewackelt wird, wie es nur geht. Nein, auch soll lauthals der Name seiner Schwester gerufen werden. Zudem sollen Leser wie eine Schlange zischeln, wie ein Löwe brüllen oder wie eine Maus piepsen. Und auch als Erwachsener macht man bei dieser großen Gaudi natürlich sofort mit. So hatte nicht nur mein Sohn wahnsinnig viel Spaß mit Eli und seiner Familie, sondern auch ich habe mich prächtig amüsiert.

Die Aufmachung der Geschichte sticht mit bunten Farben sowie kurzen und humorvollen Dialogen sofort ins Auge. Mein Sohn mit seinen knappen 3 Jahren konnte der Geschichte daher ohne Probleme folgen.

Natürlich gibt es auch gegen Ende der Geschichte eine kleine Botschaft für junge Leser und ein schönes Happy End. Mein Sohn war so begeistert von der Geschichte, dass wir sie ungelogen fünfmal hintereinander lesen mussten. Was gibt es schöneres, als wenn das eigene Kind so begeistert von einem Buch ist?

Fazit:
Ein ganz tolles Mitmach-Buch aus dem Hause Magellan! Kleine Kinder werden mit dem Elefanten Eli und seinen Aufgaben wahnsinnig viel Spaß haben. Aber auch ich als erwachsener Leser habe tatkräftig mitgerufen, mitgebrüllt und mitgepiepst. Eine ganz klare Leseempfehlung für Kinder ab 2,5 Jahren.
5 von 5 elefantastische Hörnchen.

Veröffentlicht am 24.01.2019

Nicht ganz nach meinem Geschmack, dennoch ein lesenswertes Buch

Der 1000-jährige Junge
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Inhalt:
Der Wunsch nach ewigem Leben ist so alt wie die Menschheit – aber nach tausend Jahren muss es auch mal genug sein, findet Alfie Monk.
Die Wikinger in England? Alfie erinnert sich, als wäre es gestern ...

Inhalt:
Der Wunsch nach ewigem Leben ist so alt wie die Menschheit – aber nach tausend Jahren muss es auch mal genug sein, findet Alfie Monk.
Die Wikinger in England? Alfie erinnert sich, als wäre es gestern gewesen. In den letzten tausend Jahren hat er als ewig Elfjähriger so einiges erlebt. Doch als seine Mutter, eine Nimmertote wie er, bei einem tragischen Unfall doch stirbt, muss er sein abgeschottetes Leben aufgeben und sich der modernen Welt stellen – inklusive Smartphones und Schulfieslingen.
Zum Glück kann er sich auf seine neuen Freunde Aidan und Roxy verlassen, denn die Mission, die nun auf ihn wartet, birgt jede Menge Abenteuer: Er muss einen Weg finden, sein ewiges Leben loszuwerden.

Meinung:
Alfie Monk ist über tausend Jahre alt, denn er ist ein Nimmertoter. Gemeinsam mit seiner Mutter hat er die Jahrhunderte zusammen gelebt und das ein oder andere geschichtsträchtige Ereignis hautnah miterlebt. Doch dann stirbt seine Mutter bei einem tragischen Unfall und Alfie steht plötzlich ganz alleine da. Zum Glück nicht ganz alleine denn seine neuen Freunde Aidan und Roxy stehen ihm in dieser Zeit zur Seite. Gemeinsam versuchen die Freunde an die letzte "Lebensperle" heranzukommen. Diese würde es Alfie nämlich ermöglichen, genau wie alle anderen Menschen, normal zu altern und irgendwann zu sterben.

Ich wollte schon lange ein Buch von Ross Welford lesen. Als ich dann auf dieses Buch aufmerksam geworden bin, konnte ich nicht länger widerstehen, da ich die Vorstellung von einem 1000-jährigen Jungen recht faszinierend fand.

Zu Beginn lernt der Leser auch gleich den Jungen Alfie kennen und erfährt, wie es dazu kommen konnte, dass er ein Nimmertoter (ein Mensch der niemals altert) ist. Spannend an dem Szenario fand ich dabei, dass die Nimmertoten zwar nicht altern können, aber dennoch, genau wie andere Menschen, an einer Krankheit oder an einer Verletzung sterben können.

Schnell wird einem klar, was für eine enge Beziehung Mutter und Sohn über all die Jahrhunderte geführt haben. Schließlich hatten die beiden nur einander. Freunde gab es nur ganz wenige, da das Geheimnis der Beiden viel zu groß war um es jemand anderem anzuvertrauen.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Alfie und dem Jungen Aidan erzählt. Bei wechselnder Perspektive steht über dem nächsten Kapitel der Name des Jungen der nun seine Geschichte erzählt. Dabei fand ich es etwas unglücklich, dass die darauf folgenden Kapitel (aus der Sicht des jeweiligen Jungen) dann ohne Namensangabe versehen sind. Liest man das Buch in einem Zug hat man keine Probleme damit zu wissen, welcher Junge gerade erzählt. Legt man jedoch längere Pausen ein, so muss man sich am Anfang eines Kapitels immer kurz orientieren, welcher Junge denn nun gerade berichtet.

Zudem wird nicht nur die Perspektive gewechselt, auch springen wir gemeinsam mit Alfie immer wieder in die Vergangenheit. Mich haben diese Zeitsprünge teilweise ein wenig aus der Geschichte herausgerissen. Obwohl ich es natürlich furchtbar spannend fand, mehr von Alfies Vergangenheit zu erfahren. Denn diese Vergangenheit spielt auch für die Zukunft eine wichtige Rolle.

Die Geschichte ist sehr abwechslungsreich und unterhaltsam geschrieben. Ständig passiert etwas neues - sei es in der Vergangenheit oder in der Gegenwart.
Gegen Ende hin wurde es mir stellenweise aber etwas zu viel des Guten. Dies liegt an der Tatsache, dass Alfie anfängt zu klauen und zu stehlen um an die wichtige Lebensperle zu gelangen. Dabei kommt er auch immer mit einem blauen Auge davon. Ich mochte die Botschaft nicht, die den Kindern und Jugendlichen damit vermittelt wird.

Da Alfie bisher sehr zurückgezogen gelebt hat, hat er ganz eigene Ansichten auf manche Dinge. So kommt es zu lustigen Szenen, z. B. wenn es darum geht, dass Alfie kein Handy besitzt und das dies für Kinder in seinem Alter nur schwer verständlich ist.
Zudem hat Alfie aufgrund seiner vielen Lebensjahre eine sehr altkluge Ansicht, die für Außenstehende doch etwas komisch wirkt, da Alfie schließlich erst 11 Jahre alt sein soll.

Fazit:
Mein erstes Buch von Ross Welford hat mich gut unterhalten. Dies liegt schon alleine an der sehr faszinierenden Thematik. Gerade die Sprünge in die Vergangenheit fand ich sehr spannend, dennoch haben sie mich auch teilweise aus der eigentlichen Geschichte herausgerissen. Zudem gefiel es mir nicht, was für eine Botschaft in Bezug auf Klauen und Stehlen den Kindern und Jugendlichen stellenweise vermittelt wurde.
Knappe 4 von 5 Hörnchen.

Veröffentlicht am 14.01.2019

Sehr starker Auftakt von Poznanskis Dystopie

Die Verratenen
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Inhalt:
Sie ist beliebt, privilegiert und talentiert. Sie ist Teil eines Systems, das sie schützt und versorgt. Und sie hat eine glänzende Zukunft vor sich - Rias Leben könnte nicht besser sein. Doch dann ...

Inhalt:
Sie ist beliebt, privilegiert und talentiert. Sie ist Teil eines Systems, das sie schützt und versorgt. Und sie hat eine glänzende Zukunft vor sich - Rias Leben könnte nicht besser sein. Doch dann wendet sich das Blatt: Mit einem Mal sieht sich Ria einer ihr feindlich gesinnten Welt gegenüber und muss ums Überleben kämpfen. Es beginnt ein Versteckspiel und eine atemlose Flucht durch eine karge, verwaiste Landschaft. Verzweifelt sucht Ria nach einer Erklärung, warum ihre Existenz plötzlich in Trümmern liegt. Aber sie kann niemandem mehr vertrauen, sie ist ganz auf sich allein gestellt.

Meinung:
Nach dem Zusammenbruch der bisherigen Welt wachsen die meisten Menschen in sogenannten Spähren auf. Diese gläsernen Blasen beschützen ihre Bewohner vor der Außenwelt und dessen unwirtlichen Lebensbedingungen Eine dieser Bewohnerinnen ist die 18-jährige Studentin Ria. Ria zählt zu den besten Studenten ihrer Akademie und eine große Zukunft steht ihr bevor. Doch dann kommt alles anders, als Ria eines Tages ein Gespräch belauscht, in welchem sie und fünf weitere Studenten des Verrates am Spährenbund bezichtigt werden. Auch ihr Freund Aureljo ist unter den genannten Verrätern. Für Ria gestaltet es sich als recht schwierig die anderen Studenten zu warnen und eine Flucht ist unmöglich. Doch das Schicksal hat einen besonderen Weg für die sechs Jugendlichen vorgesehen.

Über diese Trilogie von Ursula Poznanski hatte ich bereits wahnsinnig viel Gutes gehört. Die Bücher befinden sich auch bereits seit Jahren in meinem Bücherregal, jedoch noch ungelesen. So habe ich die Chance genutzt und habe zum Hörbuch gegriffen.

Ob dies die bessere Entscheidung war als das Buch zu lesen, wage ich im Nachhinein zu bezweifeln. Denn ich hatte doch ein paar Probleme mit der Hörbuchsprecherin Julia Nachtmann. Die Stimme, die sie der Protagonistin verleiht, war mir oftmals zu emotionslos und gelangweilt. Die anderen Charaktere vertont Julia Nachtmann dann doch etwas emotionaler, wenn auch hier die großen Gefühle in der Stimme für mich fehlten.
Zudem war ich zu Beginn von CD 1 doch reichlich verwirrt, ob ich denn nun auch wirklich mit der richtigen CD gestartet bin. Es gibt kein Intro, in dem darauf hingewiesen wird, wie der Titel des Hörbuches lautet oder wer dieses Hörbuch überhaupt vorliest. Dies fand ich doch äußerst ungewöhnlich und schade.

Trotz diesen kleineren Problemen bin ich schnell in der Geschichte angekommen. Da ich sehr gerne Dystopien lese, war ich gespannt auf die in dieser Geschichte erdachte Welt. Die Autorin nimmt sich dabei wirklich genug Zeit und erläutert, was es mit dieser zukünftigen Welt auf sich hat, wie das Leben in dieser Welt aussieht und welche verschiedenen Bewohner auf unserer Erde leben. Schon nach kurzer Zeit war ich von der Idee begeistert und fieberte mit der Protagonistin Ria mit.

In diesem Hörbuch gibt es sehr viele Stellen die spannend beschrieben sind. Denn kurz nach der Einführung in die Geschichte muss Ria feststellen, dass sie und fünf andere Studenten des Verrats bezichtigt werden. So beginnt eine abenteuerliche Reise, bei der mir mehrmals der Atem gestockt ist. Reichlich verzwickte Situationen haben die Freunde zu bestehen. Ganz besonders gut gefallen haben mir hier die zwischenmenschlichen Nuancen. Ich fand es authentisch dargestellt, wie Ria und ihre Freunde von den Prims (Bewohner der Außenwelt) aufgenommen aber auch abgelehnt werden. So kommt es zu offensichtlichen Anfeindungen und Hassgebärden. Und über all dem thront irgendwann der Verdacht eines Verrats.
Dieser höchst explosive Mix sorgte bei mir dafür, dass ich so schnell es geht wissen wollte, wie die Geschichte weitergeht.

Die Gruppe der sechs Studenten bietet jede Menge verschiedene Persönlichkeiten. So kann sich jeder Leser mit mindestens einem der Charaktere identifizieren. Da die Studenten an der Uni zu jeweils verschiedenen Experten ausgebildet wurden, besitzt auch jedes Mitglied der Gruppe eine andere Begabung oder Eigenschaft in der er ganz besonders hervorsticht.
So gibt es Protagonistin Ria, die gelernt hat sich zu verstellen und andere Menschen zu manipulieren, um an ihr Ziel zu kommen. Ihre Freundin Tomma hingegen ist total anders und es wirkt immer ein wenig so, als würde sie in ihrer eigenen Welt leben. Teilweise erscheint Tomma daher sehr naiv und verweichlicht. Flemming ist der Arzt der Gruppe, Tycho überzeugt durch sein technisches Geschick und Dantorian ist ein begnadeter Zeichner. Und dann ist da noch Aureljo der geheime Anführer der Gruppe.

Ich für meinen Teil werde diese Reihe definitiv weiterverfolgen und verstehe nun die ganzen begeisterten Stimmen hierzu. Unschlüssig bin ich nur noch, ob ich Ria und ihre Freunde per Buch oder per Hörbuch weiter begleiten werde.

Fazit:
Ich habe viel erwartet und viel bekommen. Die Lobeshymnen auf Ursula Poznanskis Dystopie Auftakt sind total gerechtfertigt. Man bekommt viel Spannung und Action sowie einige Geheimnisse geboten. Die verschiedenen Charaktere innerhalb der Gruppe sorgen für zusätzliche Dynamik und die Idee rund um diese dystopische Welt hat mir sehr gut gefallen. Ich hoffe, dass das hohe Niveau auch in Band 2 gehalten werden kann. Einzig die Hörbuchsprecherin konnte mich nicht wirklich überzeugen, sodass ich am Ende gute 4 von 5 Hörnchen vergebe.