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Veröffentlicht am 17.01.2026

Verschüttete Erinnerungen

Der Engelsbaum
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Wir befinden uns in Wales im Jahr 1985. Im Herrenhaus Marchmont wird Weihnachten gefeiert und es findet sich die ganze Familie ein, die, die noch leben und die, die in den Erinnerungen noch lebendig sind. ...

Wir befinden uns in Wales im Jahr 1985. Im Herrenhaus Marchmont wird Weihnachten gefeiert und es findet sich die ganze Familie ein, die, die noch leben und die, die in den Erinnerungen noch lebendig sind. Greta kommt nach sehr vielen Jahren wieder an den Ort, der ihr einst Zuflucht und Verhängnis wurde, doch das weiß nur der Leser, denn Greta hat keine Erinnerungen mehr an das, was vor vielen Jahren passiert ist. Ihr langjähriger Freund David, Besitzer von Marchmont, hat sie nach langen Jahren endlich überzeugen können doch mal wieder mitzukommen...

Greta unternimmt Spaziergänge durch das Herrenhaus, dass ihr vor vielen Jahren Heimat geworden ist, so wurde es ihr erzählt und durch die wunderbar verschneite Landschaft und den Wald rundherum. Dabei stößt sie auf einen verwitterten Grabstein, dessen Inschrift ihr klar macht, dass dort ein kleiner Junge begraben wurde. Nun beginnen die Erinnerungen und Ereignisse nach und nach ans Licht zu kommen, denn Greta ist sofort klar, dass es ihr Sohn war, der dort begraben ist. Der Kokon des Vergessens wurde aufgebrochen und die Wahrheiten, die nun ans Licht kommen, fordern von Greta alles was sie an Kraft und Mut aufbringen kann, denn Wahrheit hat die Eigenschaft, nicht immer schön zu sein, doch wer sich ihr nicht stellt, hat keine Aussicht auf wahren inneren Frieden in der Gegenwart und Hoffnung auf eine Zukunft. In diesem Prozess steht ihr langjähriger Freund David hilfreich zur Seite.

Es ist mein erstes Buch von Lucinda Riley und sie versteht es sehr gut eine Familiengeschichte mit den verschiedenen Charakteren so bildhaft und lebendig zu schildern, dass man das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen kann. Der Leser wird mit den auftauchenden Erinnerungen von Greta auf eine Zeitreise in die Vergangenheit mitgenommen, die nicht nur für die Protagonistin erschreckend und schockierend sind. Vor allem erlebt sie, dass trotz sehr viel Schlechtem das Gute nicht zu zerstören ist. Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen, auch wenn ich mit der jungen Greta so meine Schwierigkeiten hatte, wurde sie mir mit zunehmendem Alter sympathischer. Zu meinen Lieblingsfiguren gehören auf jeden Fall L.J., Davids Mutter und Ava, Gretas Enkelin, doch das darf jeder Leser für sich selbst herausfinden.

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Veröffentlicht am 16.01.2026

Hoffnung verbunden mit Glauben

Wenn der Hoffnung Flügel wachsen
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Wir befinden uns in Kanada im Jahr 1930. Die junge Beth Thatcher kehrt nach einem einjährigen Aufenthalt im Westen Kanadas wieder in den Osten zu ihrer Familie zurück. Dieses Jahr, in dem sie als Lehrerin ...

Wir befinden uns in Kanada im Jahr 1930. Die junge Beth Thatcher kehrt nach einem einjährigen Aufenthalt im Westen Kanadas wieder in den Osten zu ihrer Familie zurück. Dieses Jahr, in dem sie als Lehrerin in einem Bergarbeiterort arbeitete, hat ihren Blick auf das Leben in sehr vielfältiger Weise verändert. Sehr wohlhabend und privilegiert aufgewachsen erlebte sie mit, wie andere Menschen um ihren Lebensunterhalt und das schlichte Überleben kämpften. Doch nicht nur dieses ganz andere Leben, auch die Begegnung mit dem Monty Jarrick Thornton verändert Beth. In diesem zweiten Band kann der Leser bereits zu Beginn der Lektüre ahnen, dass sich zwischen den beiden jungen Menschen eine ernsthafte Liebesbeziehung anbahnt und Janette Oke versteht es vortrefflich, die damalige Gesellschaftssituation gerade für junge Frauen in einer der damaligen Zeit angemessenen, feinen und auch tiefgehenden Sprache einzufangen.

Nachdem Beth in ihrem Zuhause angekommen ist, eröffnet ihr ihre Familie eine große Überraschung. Sie gehen alle zusammen auf eine Kreuzfahrt entlang der Ostküste Kanadas und Amerikas, d.h. ihre Mutter, ihre große Schwester Margret mit ihrem kleinen Sohn und Julie, der junge und kreativ begabte Wildfang. Der Vater muss derzeit geschäftlich nach Südamerika. Um den Anstand zu wahren, sehr wichtig in dieser Zeit und sehr schade, dass heute sehr viel davon abhanden gekommen ist, hat er einen älteren Freund damit beauftragt, die Damen zu begleiten. Eine Freundin von Beth Mutter mit ihrer Tochter Viktoria schließen sich der Reisegruppe an.

Nun darf der Leser an dieser gemächlichen Kreuzfahrt teilnehmen, die sich in keinster Weise langweilig gestaltet. Für Beth ist es von Anfang an nicht leicht, noch nicht wieder richtig zuhause angekommen, gleich wieder auf eine Reise zu gehen und allen Erwartungen der Familienmitglieder gerecht zu werden. Ganz besonders schwierig gestaltet sich das Verhältnis zu ihrer Mutter, ebenso den Kontakt mit Jarrick zu halten und sich darüber klar zu werden, was Gottes Wille für ihr weiteres Leben ist, denn Beth hofft eine feste Anstellung in der Schule im Westen Kanadas zu bekommen. Auf eine sehr ruhige und tiefgehende Art nimmt uns Janette Oke mit in Glaubensfragen des Lebens, die jeder Mensch kennt und es ist so wunderschön zu lesen, wie sich die Charaktere entwickeln.

Ebenso versteht sie alle Protagonisten so lebendig zu schildern, dass ich mich oft selbst wie ein Passagier auf dem Schiff gefühlt habe. Junge Frauen wuchsen damals unter strengen gesellschaftlichen Normen und Vorstellungen auf, sehr behütet und oft nicht in der Lage, die Menschen "draußen" wirklich einzuschätzen. Das können wir gut bei Julie miterleben, Beth jüngere Schwester und ein wahrer Wildfang. Ihre Unbekümmertheit und ihr Ungestüm lässt sie Freundschaften auf dem Schiff knüpfen, die eine sehr gefährliche Wendung nehmen und Beth und ihre Familie in tiefe Verzweiflung stürzen, denn Julie wird entführt und Beth fühlt sich für dieses Desaster verantwortlich....

Mir hat dieser zweite Band von Janette, den man auch gut unabhängig lesen kann, mit seiner feinen Sprache und seinem christlichen Tiefgang wirklich sehr gut gefallen und ich werde garantiert auch den ersten Band noch lesen. Vergebung und Versöhnung sind nicht nur leere Worte sondern werden mit Inhalt gefüllt

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Veröffentlicht am 14.01.2026

Wer beherrscht hier wen?

Die Goldene Schreibmaschine
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Emily ist ein aufgewecktes Mädchen, nicht gerade sehr angesagt in der Klasse, jedoch mit einigen originellen wertvollen Freunden gesegnet. Sie wächst bei ihren Großeltern auf, da ihre Eltern im Ausland ...

Emily ist ein aufgewecktes Mädchen, nicht gerade sehr angesagt in der Klasse, jedoch mit einigen originellen wertvollen Freunden gesegnet. Sie wächst bei ihren Großeltern auf, da ihre Eltern im Ausland arbeiten, die auf ihre eigene Art und Weise sehr unkonventionell sind. Da ihre Oma in der städtischen Bibliothek arbeitet, kann Emily ihrem liebsten Hobby, dem Lesen frönen und ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Das tut sie auch manchmal im Unterricht, was ihren strengen und immer skrupelloseren Lehrer Dr. Dresskau, ein schlimmer Bösewicht, auf den Plan ruft, der sie auf gemeine Art und Weise schikaniert.

Eines Tages findet Emily heraus, dass es in der Bibliothek durch einen geheimen Zugang eine zweite geheime Bibliothek gibt mit einer goldenen Schreibmaschine. Nicht ahnend auf welches Abenteuer Emily sich einlässt, setzt sie sich an diese goldene Schreibmaschine, mit der man die Geschichten der Welt, ja die ganze Geschichte für immer verändern kann. Emily fängt mit den besten Absichten an zu schreiben, doch nun beginnt eine Dynamik, mit der sie nicht gerechnet hat und nicht nur Emily ist begeistert, die Geschehnisse der Welt mit Hilfe der goldenen Schreibmaschine zu ändern. Auch ihr charakterloser Lehrer Dr. Dresskau ist ihr dicht auf den Fersen und hegt ganz andere Pläne und Emily sieht sich Veränderungen in ihrer Welt gegenüber, mit denen sie so nicht gerechnet hat und die sie eigentlich auch nicht wirklich will. Doch wie kann sie das Rad der Geschichte anhalten und wieder in ihren Ursprung versetzen.

Da ich schon immer ein Buch von dem vielgelobten Autor Carsten Henn lesen wollte und mich die Inhaltsangabe besagter Geschichte sehr ansprach, fing ich einfach mal an....leider konnte mich dieses Buch überhaupt nicht begeistern. Für mich entwickelte es sich von einer anfänglich schönen Kindergeschichte in ein dystopisches, platt und klischeehaftes politisches Umerziehungsbuch und ich kann es leider nicht weiterempfehlen. Ich kenne Autoren, die diesen Spagat wesentlich besser formulieren können.

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Veröffentlicht am 31.12.2025

Ganze Familien in Sippenhaft

Geisterkinder
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Dieses Buch als Sachbuch deklariert, es liest sich jedoch nicht so, ist mein Highlight in diesem Jahr gewesen. Ich bin so dankbar über dieses Buchgeschenk. Gelesen in der Adventszeit hat mich der Glaube ...

Dieses Buch als Sachbuch deklariert, es liest sich jedoch nicht so, ist mein Highlight in diesem Jahr gewesen. Ich bin so dankbar über dieses Buchgeschenk. Gelesen in der Adventszeit hat mich der Glaube dieser mutigen Menschen, die Advents- und Weihnachtszeiten in Deutschlands dunkelster Zeit erlebt haben, auf Tiefste berührt und beeindruckt und ich kann nur jedem dieses Buch ans Herz legen.

Die Autorin Valerie Riedesel Freifrau zu Eisenach, Enkelin Cäsars von Hofacker und die Tochter von Anna-Luise von Hofacker, nimmt uns Leser mit in ein Kapitel ihrer Familiengeschichte, die von sehr viel Dunkelheit und Leid geprägt war und die dennoch ein Licht ausstrahlt, geprägt von Mut, Glauben und Vertrauen auf Gott, dass mich sehr, sehr bewegt hat. Wir dürfen ganz nah teilhaben, was der Familie von Hofacker und von Stauffenberg, sowie den anderen Widerstandsfamilien widerfahren ist. Das Buch ist ausgestattet mit der persönlichen Korrespondenz von Cäsar von Hofacker mit seinen Kindern und auch zahlreichen Fotos, das macht die Geschichte sehr lebendig und nahbar. Es ist mehr als ein Sachbuch, es ist ein Zeugnis für den Glauben und für die Überzeugung das Richtige zu tun, egal, welche Konsequenzen es nach sich zieht.

"Es gibt nun einmal in der ganzen bisherigen Geschichte keine geistige Macht, die so wie das Christentum es verstanden hat, die Menschen dazu zu bringen, ihre eigenen Grenzen zu erkennen, das Gute zu wollen und dem Schlechten zu widerstreben." Zitat aus einem Brief Cäsars von Hofackers an seine ältesten Kinder.

Doch nun zur Geschichte. Wir befinden uns im Jahr 1944. Die Geschichte des Attentats auf Hitler, verübt von Graf von Stauffenberg und seinen Mitkämpfern. Auch Cäsar von Hofacker, in Paris stationiert, ist einer der Menschen, die nur diesen Ausweg sehen, um Deutschland vor dem totalen Untergang zu retten. Doch wir kennen den Ausgang, das Attentat geht schief, der Widerstand bricht zusammen und wenige Tage später werden die "Verschwörer", darunter auch Cäsar von Hofacker verhaftet. Kurz danach werden auch alle Familienangehörige der Widerstandsgruppe, ob Eltern, Ehefrauen und die Kinder verhaftet, darunter auch Babys und Kleinkinder.

Lotte von Hofacker wird mit ihren fünf Kindern verhaftet, mit ihren ältesten Kindern Eberhard und Anna-Luise, kommt sie nach München in das berüchtigte Gestapo-Gefängnis, die drei kleineren Kinder Alfred, Christa und Lieselotte kommen in ein NS-Kinderheim in Bad Sachsa. Es folgt eine wahre Odyssee durch verschiedene Gefängnissse und Konzentrationslagern quer durch das "Deutsche Reich". Die Kinder dürfen nicht ihre Namen nennen, denn niemand soll wissen, wer denn die prominenten Insassen sind. Sie gehen als "Geisterkinder" in die Geschichte ein. Die fünfzehnjährige Anna-Luise, Ännerle, genannt, schreibt nach der Befreiung der Amerikaner die Geschichte ihrer Familie auf, Erlebnisse, die kein Kind erleben sollte. Dabei wurden sie teilweise aufs Schlimmste schikaniert und dann wieder wie rohe Eier behandelt, um sie als Pfand für die Amerikaner zu benutzen. Der Glaube an Gott und dass der Vater, über dessen Schicksal sie lange nicht informiert wurden, hielt sie in dieser schweren Zeit am Leben. Trotz aller traumatischster Erlebnisse hielt die Familie zusammen.

Mich hat die Geschichte dieser tapferen und mutigen Familien sehr beeindruckt und bewegt, für die Wahrheit und das Richtige einzustehen, egal was es kostet, für Cäsar von Hofacker eine sehr schwere Entscheidung, die von der Familie mitgetragen wurde, ohne dass sie wussten oder ahnen konnten, was auf sie zukommt.

"Warum haben wir gerade in heutiger Zeit Anlaß, uns mit besonderer Inbrunst zum christlichen Glauben zu bekennen? Weil wir fühlen, daß es bestimmte ewige Gesetze des Gutseins, des Edelmuts, der Gerechtigkeit gibt, die man nicht ungestraft verletzen darf." , Cäsar von Hofacker in einem Brief an seine Kinder Eberhard und Ännerle im April 1944.

Ein sehr lesenswertes Buch, gerade in unserer heutigen Zeit!

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Veröffentlicht am 27.12.2025

Schreiben aus Leidenschaft

Jane Austen und die Kunst der Worte
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"Mein Mut wächst mit jedem Versuch, mich einzuschüchtern."

Dieses großartige Zitat einer aufgeweckten und mutigen Frau, einer der größten Autorinnen aller Zeiten, inspiriert mich immer wieder aufs Neue. ...

"Mein Mut wächst mit jedem Versuch, mich einzuschüchtern."

Dieses großartige Zitat einer aufgeweckten und mutigen Frau, einer der größten Autorinnen aller Zeiten, inspiriert mich immer wieder aufs Neue. Die Autorin Catherine Bell nimmt uns mit in das Leben von Jane Austen, der wir die wunderbaren Romane wie "Verstand und Gefühl", "Stolz und Vorurteil", "Emma", "Überredung", "Northanger Abbey" und "Mansfield Park" verdanken. Etliche Lesestunden habe ich mit diesen wundervollen Romanen verbracht und ebenso viele Stunden zum Schauen der genial gelungenen Filme.

Jane Austen wurde 1775 in Steventon/England geboren und hatte eine Schwester Cassandra, mit der sie sich sehr verbunden fühlte, sowie sechs Brüder, was in der Biografie manchmal nicht so deutlich geschildert wurde. Zu ihrem Vater pflegte sie ebenfalls eine innige Beziehung, er ermutigte sie auch stets ihrer Berufung des Schreibens nachzugehen, zu ihrer Mutter eher distanziert, denn sie pflegte sich doch sehr um ihre Bedürfnisse zu drehen.

Wie auch in ihren Romanen oft genug beschrieben, waren die Eltern von Töchtern sehr bestrebt ihre Mädchen gut und standesgemäß zu verheiraten, damit sie auch abgesichert sind. Für nicht so gut betuchte Menschen, wie zum Beispiel den Austens, der Vater war Pfarrer, durchaus eine Herausforderung. In die Geschichte starten wir 1795 und erleben mit der aufgeweckten Jane, ihrer scharfen Beobachtungsgabe und ihrer Lebenslust, die jedoch oft von gesellschaftlichen Normen eingegrenzt wurde, einen der unzähligen Bälle, die auch etwas von einem Heiratsmarkt auf sich hatten. Für Jane keine Option, tanzen und flirten ja, doch ihre wahre Leidenschaft galt dem Schreiben, dem sie tage- und nächtelang frönte, regelmäßig tintenverschmierte Finger hatte und sehr genau wusste, was sie von einem Mann wollte und was nicht.

Catherin Bell lässt immer wieder Passagen von Janes Romanen einfließen und passt sich dem Schreibstil von ihr an. Da wir ja schon wissen, dass es Jane nicht vergönnt war zu heiraten und Kinder zu bekommen, der Leser hofft ja immer beim Romanlesen, war zu erwarten, dass es mit den beiden Männern, die sie kennenlernt, nichts wird aus den verschiedensten Gründen. Nichts genaues weiß man nicht, da die Familie Austen streng über den Nachlass von Jane waltete, doch Catherine Bell nimmt uns auf eine feine und ruhige Art mit in die romantischen Hoffnungen und Verwicklungen von Jane Austen. Wie zu erwarten verlief alles ruhig und mehr oder weniger unaufgeregt, genau wie in ihren Büchern beschrieben.

Genau das Schreiben, die Geschichten, das Brüten über das richtige Wort, die Entstehung der Protagonisten...alles das hat Catherine Bell sehr ausführlich beschrieben, wie schwierig es für eine Frau der damaligen Zeit war auf eigenen Beinen zu stehen und selbstständig zu sein. Jane verfolgt ihren Traum Romane zu schreiben ihr ganzes Leben lang, viele Rückschläge muss sie einstecken, Krankheit, Verlust und etliche Umzüge machen das Schreiben nicht gerade leichter. Ihre Entwicklung zu lesen, von der aufgeweckten jungen Frau, die ihre Familie mit ihren Geschichten unterhält zu einer gefeierten Autorin, die das gesellschaftliche Leben treffend, wahr und mit diesem feinen ironischen Humor beschreibt, hat mir einfach gut gefallen.

Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, weil ich Jane Austen einfach mag und es mich interessiert hat, dennoch hat es einige Längen und auch Zeitsprünge, die den Lesefluss manchmal etwas erschweren, dennoch lohnt sich die Geschichte, denn Jane konnte ihre Texte nicht einfach in einen Laptop fließen lassen, sie schrieb alles mit der Hand, schnitt oftmals die Wörter aus dem Text, die nicht passten und ersetzte sie mehrfach, sie entwickelte Frauenfiguren, die bis heute die Menschen beeinflussen und das hat Catherine Bell sehr gut eingefangen.

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