Bei diesem Roman hat mich zunächst der Titel neugierig gemacht. Von der Autorin hatte ich bisher noch nichts gelesen, aber der Klappentext klang spannend.
Im Mittelpunkt der Handlung steht Hella Karl, ...
Bei diesem Roman hat mich zunächst der Titel neugierig gemacht. Von der Autorin hatte ich bisher noch nichts gelesen, aber der Klappentext klang spannend.
Im Mittelpunkt der Handlung steht Hella Karl, Feuilletonchefin einer großen Zeitung. Sie erfährt, dass ein bekannter wie umstrittener Theaterintendant, über den sie zuletzt noch einen kritischen Artikel verfasst hatte, sich das Leben genommen hat. Nun fragt sich die Kulturjournalistin, ob sie zumindest eine Mitschuld an dessen Selbstmord trägt oder ihn gar in den Tod getrieben hat.
Diese Fragestellung und die Aufarbeitung der Vorgeschichte fand ich sehr spannend, auch, weil sie Einblicke in die Kulturszene lieferte. Mir wäre es jedoch lieber gewesen, hätte sich die Autorin darauf beschränkt und nicht zugleich noch ihre eigene Beziehung und dabei insbesondere ihr Sexleben unter die Lupe genommen. Das war mir persönlich etwas viel, auch wenn es vielleicht typisch für den Stil der Autorin ist.
Ich habe das Hörbuch angehört, das von der Verfasserin selbst eingesprochen wurde, was es sehr authentisch macht. Das Lesetempo war dabei angenehm, sodass man der Handlung gut folgen kann.
Mit Exilliteratur und dem Leben deutscher Schriftsteller im Exil habe ich mich bisher hauptsächlich im Zusammenhang mit Bertolt Brecht befasst, der dann doch ein ganz anderer Charakter war als Thomas Mann ...
Mit Exilliteratur und dem Leben deutscher Schriftsteller im Exil habe ich mich bisher hauptsächlich im Zusammenhang mit Bertolt Brecht befasst, der dann doch ein ganz anderer Charakter war als Thomas Mann und auch ganz anders arbeitete. Daher fand ich es interessant nun, in dessen Jubiläumsjahr, mehr über Thomas Manns Zeit im kalifornischen Exil und die Menschen, von denen er dort umgeben war und zu denen ja wiederum auch Brecht zählte, zu erfahren. Das Cover empfand ich als recht passend gewählt, da das Bild einerseits friedlich wirkt, aber es auch recht einsam dort zu sein scheint.
In der Erzählung, verfasst nach sicher sehr ausgiebiger Recherche, was auch die Literaturverweise zeigen, nähert man sich dem großen deutschen Schriftsteller und Nobelpreisträger an, wie er mit Deutschland hadert, an dem er weiterhin sehr hängt, weil er wesentlich konservativer eingestellt ist, als sein Bruder Heinrich oder eben Bertolt Brecht. In Anekdoten und Begegnungen mit anderen Exilanten und auch Amerikanern lernt man Thomas Mann näher kennen und stellt fest, dass er, verglichen mit anderen Exilanten gar nicht zu sehr von seinem gewohnten Lebensstandard und Tagesablauf und seiner Art des Arbeitens abweichen musste. Nichtsdestotrotz machten ihm das Leben im Exil und das Wissen darüber, was zeitgleich in Deutschland passiert, aber schwer zu schaffen. Vollkommen nahe fühlte ich mich ihm dabei dennoch nicht, es blieb eine recht große Distanz. Der Schreibstil des Autors war aber gut nachvollziehbar und auch dem Sprecher des Hörbuchs konnte man gut folgen. Seine Stimme passte zur Atmosphäre des Buches.
Mit Exilliteratur und dem Leben deutscher Schriftsteller im Exil habe ich mich bisher hauptsächlich im Zusammenhang mit Bertolt Brecht befasst, der dann doch ein ganz anderer Charakter war als Thomas Mann und auch ganz anders arbeitete. Daher fand ich es interessant nun, in dessen Jubiläumsjahr, mehr über Thomas Manns Zeit im kalifornischen Exil und die Menschen, von denen er dort umgeben war und zu denen ja wiederum auch Brecht zählte, zu erfahren. Das Cover empfand ich als recht passend gewählt, da das Bild einerseits friedlich wirkt, aber es auch recht einsam dort zu sein scheint.
In der Erzählung, verfasst nach sicher sehr ausgiebiger Recherche, was auch die Literaturverweise zeigen, nähert man sich dem großen deutschen Schriftsteller und Nobelpreisträger an, wie er mit Deutschland hadert, an dem er weiterhin sehr hängt, weil er wesentlich konservativer eingestellt ist, als sein Bruder Heinrich oder eben Bertolt Brecht. In Anekdoten und Begegnungen mit anderen Exilanten und auch Amerikanern lernt man Thomas Mann näher kennen und stellt fest, dass er, verglichen mit anderen Exilanten gar nicht zu sehr von seinem gewohnten Lebensstandard und Tagesablauf und seiner Art des Arbeitens abweichen musste. Nichtsdestotrotz machten ihm das Leben im Exil und das Wissen darüber, was zeitgleich in Deutschland passiert, aber schwer zu schaffen. Vollkommen nahe fühlte ich mich ihm dabei dennoch nicht, es blieb eine recht große Distanz. Der Schreibstil des Autors war aber gut nachvollziehbar und auch dem Sprecher des Hörbuchs konnte man gut folgen. Seine Stimme passte zur Atmosphäre des Buches.
Der historische Roman hat mein Interesse geweckt, weil mir Louise Otto als Vorkämpferin für Frauenrechte bereits aus anderen historischen Romanen ein Begriff war, sie dort aber immer nur eine Randfigur ...
Der historische Roman hat mein Interesse geweckt, weil mir Louise Otto als Vorkämpferin für Frauenrechte bereits aus anderen historischen Romanen ein Begriff war, sie dort aber immer nur eine Randfigur war. Der Titel des Buchs passt meiner Meinung nach sehr gut zur Thematik und auch die Covergestaltung ist stimmig.
Die Handlung ist um das historisch bedeutsame Jahr 1848 angesiedelt. Neben Louise Otto steht Susanne im Mittelpunkt. Sie stammt aus ärmlichen Verhältnissen und versucht, sich und ihre Mutter irgendwie über Wasser zu halten. Zugleich hat sie ein ausgeprägtes Gespür für Gerechtigkeit und so beginnen sich die Wege der beiden Frauen in dieser aufregenden Zeit, in der sich die einfachen Menschen gegen die Obrigkeit aufzulehnen beginnen, regelmäßig zu kreuzen.
Mir hat der historische Roman gut gefallen. Der Schreibstil der Autorin war anschaulich und gut nachvollziehbar. Die beiden Protagonistinnen waren mir trotz aller Unterschiede jede auf ihre Art sympathisch und ich fand es sehr interessant, so nun mehr über Louise Otto Peters und ihren Einsatz, von dem wir auch heute noch profitieren, zu erfahren.
Das Kinderbuch "Die Sekundenochs" weckt mit seinem lautmalerischen Titel und den bunten Illustrationen auf dem Cover direkt das Interesse.
Bei den Sekundenochs handelt es sich um ein Volk, das unter der ...
Das Kinderbuch "Die Sekundenochs" weckt mit seinem lautmalerischen Titel und den bunten Illustrationen auf dem Cover direkt das Interesse.
Bei den Sekundenochs handelt es sich um ein Volk, das unter der Erde lebt und trödeln muss, anstatt zu essen oder zu trinken, um am Leben zu bleiben. Die Sekundenochs sind viel kleiner als wir Menschen und einer von ihnen landet eines Abends unter Smillas Bett. Smilla würde gerne alles etwas entspannter angehen und nicht immer zu bestimmten Zeiten irgendwo sein müssen, obwohl sie eigentlich gerade viel lieber etwas Anderes machen würde. Da kommt ihr der Überraschungsbesuch gerade recht.
Ich finde das Bilderbuch sehr gelungen. Sowohl die altersangemessenen Texte als auch die bunten und humorvollen Illustrationen sorgen für viel Unterhaltung beim Vorlesen. Es gibt auf den Seiten auch immer wieder viele Details zu entdecken, was es für Kinder spannend macht. Auch die Botschaft hinter dem Buch, nicht immer zu hetzen, sondern sich auch mal Zeit für weniger vernünftige Dinge zu nehmen, finde ich gut.
Der Protagonist dieses Gegenwartsromans, Felix Licht, meint sich am Ziel der Karriereleiter, dem Chefredakteursposten des wichtigsten deutschen Magazins, angekommen. Jahrelang hat er darauf hin gearbeitet, ...
Der Protagonist dieses Gegenwartsromans, Felix Licht, meint sich am Ziel der Karriereleiter, dem Chefredakteursposten des wichtigsten deutschen Magazins, angekommen. Jahrelang hat er darauf hin gearbeitet, dem Verleger nach dem Mund geredet und seinen alten Förderer und bisherigen Chefredakteur zugunsten seiner eigenen Ambitionen geopfert. Doch dann bekommt überraschend nicht er den Posten, sondern Zoe Rauch, seine ehemalige Volontärin, die er seit einem Vorfall vor zwölf Jahren nicht mehr gesehen hat. Sie ist nicht nur wesentlich jünger als er, sondern gilt auch als "woke" und passt somit eigentlich gar nicht zur bisherigen Ausrichtung des Magazins. Das alles wirft Felix Lichts Lebensplanung komplett über den Haufen.
Ich empfand die Geschichte als sehr unterhaltsam und (leider) auch realitätsnah, immer wieder gab es Bezüge zu echten Ereignissen aus der jüngeren Vergangenheit und auch die Charaktere sind authentisch gestaltet. Dennoch oder auch deshalb gab es immer wieder humorvolle, vielleicht zum Teil auch sarkastische Szenen. Die Handlung wies zudem immer wieder überraschende Wendungen auf, sodass der Ausgang lange nicht vorhersehbar war. Der Schreibstil des Autors ist sehr wortgewandt und er bedient sich dabei bewusst immer wieder des typischen Vokabulars seiner Hauptpersonen, was deren Verhalten teils auch zusätzlich etwas ins Lächerliche zieht. Ich habe das Hörbuch angehört und empfand den Sprecher als passend gewählt. Man konnte ihm sehr gut folgen.