Profilbild von Jadwiga

Jadwiga

Lesejury Star
offline

Jadwiga ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Jadwiga über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.03.2026

Gesellschaftssatire mit viel schwarzem Humor!

Luzifers Burnout
0

. Bist du auf der Suche nach einem Buch, das weit mehr zwischen seinen Seiten verbirgt, als sein Titel zunächst erahnen lässt?
Nach einer Geschichte, die dich unvorbereitet trifft mit überwältigenden Emotionen, ...

. Bist du auf der Suche nach einem Buch, das weit mehr zwischen seinen Seiten verbirgt, als sein Titel zunächst erahnen lässt?
Nach einer Geschichte, die dich unvorbereitet trifft mit überwältigenden Emotionen, rabenschwarzem Humor in seiner reinsten Form und einer schonungslosen, scharfzüngigen Gesellschaftskritik?
Dann wage den Blick in „Luzifers Burnout“!Ein Werk, das überrascht, erschüttert und zugleich auf verstörend schöne Weise unterhält. 5/5 ⭐️

. Aber was erwartet dich genau…
Luzifer;
Sinnbild des Bösen, Fürst der Finsternis und Meister der Versuchung, erkennt eines Tages mit beinahe nüchterner Ernüchterung, dass die Menschen des Teufels Beistand längst nicht mehr bedürfen, um Grausamkeit und Abgründe hervorzubringen. Und während die Welt sich auch ohne sein Zutun erstaunlich zuverlässig ins Verderben stürzt, spürt er selbst eine seltsame Müdigkeit in sich wachsen. Die Jahrhunderte der Verführung, die Ewigkeiten der Folter und des höllischen Pflichtprogramms haben ihre Spuren hinterlassen.
So reift in ihm ein unerhörter Gedanke:
Vielleicht ist es an der Zeit sich mal eine Auszeit zu gönnen…

. In Luzifers Burnout folgen wir Luzifer durch die Wirrnisse dieser Geschichte und doch ist er nicht der einzige Erzähler, der uns begegnet. Es gibt Stimmen in diesem Roman, die man nicht nur kennenlernt, sondern ins Herz schließt. Welche das sind, lasse ich mit einem vielsagenden Lächeln im Raum stehen. 😎
Flachs Figuren sind mit bemerkenswerter Sorgfalt ausgearbeitet, vielschichtig, widersprüchlich, lebendig. Besonders die Protagonisten bestechen durch Tiefe und Kontur. Frauen wie Männer erhalten Raum, Ecken und Kanten, Schwächen und Stärke…
sie wirken nicht erdacht, sondern gelebt!


. Die Handlung entfaltet sich erfrischend, mitreißend und von einer Leichtigkeit getragen, die trügerisch ist,
denn unter dem funkelnden, rabenschwarzen Humor brodelt eine kluge, fein gesponnene Gesellschaftskritik.
Es ist eine Satire, die nicht laut verkünden muss, dass sie eine ist!
Sie flüstert und trifft dabei umso präziser.
. Durch Flachs eindringliche Darstellung von Dämonen und Engeln erscheinen diese erstaunlich menschlich. Ihre Konflikte, ihre Zweifel, ihre Erschöpfung lassen sich mühelos in unsere Wirklichkeit übertragen. Die Geschichte von Identitätskrise, Burnout, Depression und unerbittlichen Erwartungshaltungen könnte ebenso gut in den Fluren eines internationalen Konzerns spielen, wie in den Sphären des Jenseits.
. Gleichzeitig wagt der Roman eine kritische Auseinandersetzung mit Religion! Scharf, aber nie respektlos, hinterfragend, doch nicht blasphemisch.
. Und über allem schwebt die eine, alles entscheidende Frage:
Was ist gut? Was ist böse?
Gibt es eine klare Grenze oder verläuft sie vielleicht mitten durch uns selbst?
Auch lange nach der letzten Seite hallt diese Frage nach. Man ertappt sich dabei, Antworten zu suchen und vielleicht die Perspektive zu wechseln.
. Würde ich nach dieser Lektüre die Seiten tauschen?
Vielleicht.
Und womöglich wäre ich gar keine so schlechte Dämonin… 😎
. Vor allem bei diesem fulminanten, von mir sehnsüchtig erwarteten Ende.
. Alles in allem ist dieser Roman eine leise, aber treffsichere Gesellschaftssatire, klug komponiert und voller Biss. Eine Geschichte, die ich dir wärmstens ans Herz lege, vorausgesetzt, du bist bereit, dich zumindest gedanklich auf die „böse“ Seite zu schlagen. 😘

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.02.2026

Keine Urlaubslektüre!

Die Holländerinnen
0

Wenn du Lust hast auf ein Buch wie einen Arthouse-Film…
still, eigenwillig und von eigentümlicher Sogkraft…
dann könnte diese Geschichte für dich sein!
Hast du Lust auf einen Roman voller Nebenwege, die ...

Wenn du Lust hast auf ein Buch wie einen Arthouse-Film…
still, eigenwillig und von eigentümlicher Sogkraft…
dann könnte diese Geschichte für dich sein!
Hast du Lust auf einen Roman voller Nebenwege, die sich als Hauptstraßen entpuppen.
Voller Geschichten in Geschichten, die einander spiegeln, durchdringen und verwandeln.
„Die Holländerinnen“ ist kein Buch für nebenbei. Es ist keine leichte Unterhaltungslektüre, sondern ein literarischer Raum, der Aufmerksamkeit fordert! 3/5 ⭐️

. Aber was erwartet dich genau…
Eine namenlose Schriftstellerin erhält einen überraschenden Anruf eines gefeierten Theatermachers, der sie für ein tropisches Theaterprojekt gewinnen will. Kurz darauf schließt sie sich der Gruppe auf einer Expedition in den Urwald an, wo ein realer Fall rekonstruiert werden soll.



. „Die Holländerinnen“ ist ohne Zweifel ein kühner, mit dem deutschen Buchpreis ausgezeichneter Roman, ein Werk, das seinen literarischen Anspruch nicht nur behauptet, sondern mit bemerkenswerter Konsequenz einlöst. Elmiger entfaltet ein dicht gewobenes Geflecht aus Motiven, Perspektiven und gedanklichen Verästelungen, das intellektuell herausfordert und in seiner Konstruktion bestechend präzise wirkt.
Gerade diese formale Strenge jedoch macht die Lektüre oder in meinem Fall das Hören, zu einer fordernden Erfahrung. Die verschachtelte Erzählung, eine Sie-Erzählerin innerhalb einer weiteren Sie-Erzählerin, eine Geschichte in der Geschichte in der Geschichte, erzeugt eine kunstvolle, aber auch irritierende Tiefenstaffelung. Der wenig lineare Aufbau verlangt ungeteilte Aufmerksamkeit, Geduld und die Bereitschaft, sich immer wieder neu zu orientieren. Dieser Roman will nicht nur gelesen, sondern aktiv durchdrungen werden.
Seine Themen sind vielschichtig und reflektiert, doch sie gönnen kaum Atempausen. Als Hörbuch intensivierte sich dieses Empfinden noch! Immer wieder beschlich mich das Gefühl, einen entscheidenden Faden verloren zu haben, sodass ich am liebsten zurückgesprungen wäre, um die Zusammenhänge neu zu knüpfen. Es war, als bewegte ich mich auf einer Feier rastlos von Gespräch zu Gespräch, angeregt, aber nie ganz angekommen. Ein entspanntes Eintauchen in die Erzählung wollte sich so kaum einstellen.
Und doch gab es Momente der Nähe, Augenblicke, in denen ich mich plötzlich im Boot mit der Protagonistin wiederfand, als hätte mich der Text unmerklich in seine Strömung gezogen. Diese Passagen zeugen von einer poetischen Kraft, die das Werk zweifellos besitzt.
Ich erkenne die literarische Kunstfertigkeit und den intellektuellen Ehrgeiz dieses Romans sehr an, jedoch fragte ich mich oftmals mitunter…
Was ist noch einmal der Kern dieser Geschichte? Befinde ich mich noch im selben Buch?
Als Kunstwerk ist „Die Holländerinnen“ beeindruckend und seiner Auszeichnung mehr als würdig. Für mich persönlich jedoch ist es kein literarisches Meisterwerk, das sich mühelos erschließt oder das jede Leserin und jeder Leser gleichermaßen genießen kann. Sondern eher ein anspruchsvolles, herausforderndes Werk, das Bewunderung weckt, ohne zwingend Nähe zu erzeugen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.02.2026

Ein wahrer Pageturner!

Der Geisterwald
0

. Hier erwartet dich ein Gothic-Thriller von beschwörender Intensität.
„Der Geisterwald“ verwebt düstere Gothic-Atmosphäre, feine Horrorelemente und nervenaufreibende Spannung mit der schonungslosen Wirklichkeit, ...

. Hier erwartet dich ein Gothic-Thriller von beschwörender Intensität.
„Der Geisterwald“ verwebt düstere Gothic-Atmosphäre, feine Horrorelemente und nervenaufreibende Spannung mit der schonungslosen Wirklichkeit, der Frauen und Mädchen in den 1960er-Jahren ausgesetzt waren.
Ein vielschichtiger, beklemmender und überraschender Roman! 4,5/5 ⭐️

. Aber was erwartet dich hier genau…
1965 wird die junge Pearl zur Entbindung nach Lichen Hall gebracht, ein abgelegenes, gotisches Herrenhaus inmitten der schottischen Wälder. Dorthin werden unverheiratete Frauen geschickt, um fernab neugieriger Blicke im Verborgenen ihre Kinder zur Welt zu bringen.
Doch in Lichen Hall ist nichts so sicher, wie es scheint.
Nimm dich vor der Pilzen in Acht…

. In „Der Geisterwald“ begleiten wir nicht allein Pearl auf ihrem Weg, sondern auch Mabel, ein junges Mädchen, das selbst einst schwanger zur Geburt nach Lichen Hall kam. Der Roman entfaltet sich in zwei Zeitebenen. Einmal Mabels Geschichte, die in der Vergangenheit wurzelt und Pearls Geschichte, die in der Gegenwart spielt. Beide Erzählstränge verlaufen kunstvoll parallel und verweben sich zu einem dichten Geflecht, das uns Lichen Hall und den benachbarten Geisterwald in all ihrer unheimlichen Präsenz nahebringt.
. Schon die Ankunft auf dem Anwesen ist von einer eigentümlichen Schwere durchzogen. Lichen Hall scheint aus der Zeit gefallen; seine Mauern, die Schatten des Waldes, selbst die Lebensweise seiner Bewohner tragen wenig vom Geist der 1960er Jahre in sich. Vielmehr fühlt man sich, als Leserin und Leser ebenso wie als Figur in das 18. Jahrhundert zurückversetzt. Jeder Flur, jedes Rascheln im Gehölz atmet Vergangenheit.
Ebenso ranke sich um das Herrenhaus Mythen und Geschichten…
vom Geisterwald, in dem eine Hexe hausen soll und von den Besitzern des Anwesens, deren Schicksal wie ein Fluch nachhallt. Gewiss, das klingt nach vertrauten Motiven des Gothic-Horrors und ja, diese Elemente sind präsent. Doch „Der Geisterwald“ versteckt sich nicht in nur hinter düsteren Kulissen und wohligen Schauern.
Hinter der spannungsgeladenen Oberfläche eines Gothic-Thrillers verbirgt sich eine eindringliche Auseinandersetzung mit dem Leben von Mädchen und Frauen vergangener Zeiten: mit den Erwartungen, die man an sie stellte, mit der Ächtung, die sie erfuhren, wenn sie es wagten, sie selbst zu sein und mit den Rechten, die ihnen verwehrt blieben, während sie Männern selbstverständlich zustanden.
Und trotz aller Geheimnisse, trotz der Schatten, die sich über Lichen Hall legen, gelingt es Cooke, der Geschichte ein stimmiges, würdiges Ende zu verleihen! Auch wenn einzelne Fragen,
wie leise Echos im Raum stehen bleiben.
. So ist „Der Geisterwald“ ein feministischer Roman im Gewand eines Gothic-Thrillers, durchzogen von einem Hauch dunkler Magie.
Genau dieser Zauber
macht dieses Buch zu einen wahren Pageturner.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.02.2026

Aggressionen einer Frau!

Gelbe Monster
0

. Suchst du nach einem starken, unbequemen, zutiefst emotionalen Buch? Einem Buch, das dich schon während des Lesens ins Stocken bringt, dich zwingt, hinzusehen, und dich noch lange danach nicht loslässt?
Nach ...

. Suchst du nach einem starken, unbequemen, zutiefst emotionalen Buch? Einem Buch, das dich schon während des Lesens ins Stocken bringt, dich zwingt, hinzusehen, und dich noch lange danach nicht loslässt?
Nach einer Geschichte, die nachhallt, weil sie weibliche Wut nicht glättet oder erklärt, sondern sie in all ihrer Widersprüchlichkeit zeigt…
als etwas, das sich nicht sofort entschlüsseln lässt?
Dann solltest du „Gelbe Monster“ lesen und dich auf eine intensive, fordernde Reise einlassen! 4,5/5 ⭐️

. Aber worum geht es in diesem Roman genau…
Mathematikstudentin Charlie muss wegen eines Vorfalls an einem Antiaggressionstraining teilnehmen. Das ist der Wunsch ihrer besten Freundin. Charlie kommt diesem nach, fragt sich jedoch zunächst wie sie in dieses Training passt und warum sie genau dabei ist.

. In „Gelbe Monster“ begleiten wir Charlie als Ich-Erzählerin durch die Bruchlinien ihrer eigenen Geschichte. Nah, fast schon schmerzhaft nah, lernen wir sie kennen und ihre Gedanken, ihre Rechtfertigungen, ihre blinden Flecken. Charlie ist klug, oft witzig, im Grunde zutiefst sympathisch. Und doch trägt sie etwas in sich, das immer wieder an die Oberfläche drängt. Eine Unruhe, eine Wut, deren Ursprung im Dunkeln bleibt. Was genau in ihrer Kindheit geschehen ist, erfahren wir nicht. Aber wir spüren, wie sehr es sie geformt hat. So sehr, dass selbst ihre beste Freundin Ella sie eindringlich bittet, sich Hilfe zu suchen.
. Der Roman setzt an jenem Punkt ein, an dem ein Vorfall alles ins Rollen bringt. Von hier aus beginnt Charlies tastender, widerwilliger Weg in Richtung Aufarbeitung. Zunächst zweifelt sie daran, ob ein Antiaggressionstraining ihr wirklich helfen kann. Zu groß ist ihr Bedürfnis, die Schuld außerhalb ihrer selbst zu verorten.
. Die Handlung ist in der Gegenwart verankert, doch in Rückblenden entfaltet sich nach und nach die Geschichte jener Beziehung, die in die Eskalation führte. Erst gegen Ende wird das Geschehene in seiner ganzen Tragweite sichtbar.
Charlies letzte Partnerschaft ist geprägt von Selbstzweifeln, Schuldgefühlen, Selbsttäuschung, Sehnsucht, Unehrlichkeit und unterdrückter Wut. Eine toxische Dynamik, die beide verletzt und erniedrigt zurücklässt. Und doch ist die Schuldfrage komplexer, als sie zunächst scheint. Zwischen den Zeilen formuliert der Roman eine leise, aber scharfe Gesellschaftskritik: Wie schnell wird Verantwortung derjenigen Person zugeschrieben, die am sichtbarsten aus der Rolle fällt und wie selten wird genauer hingesehen.
Ja, Charlie trägt Aggression in sich.
Aber sie entsteht nicht im luftleeren Raum. Es gibt Trigger, Verletzungen, alte Muster. Ohne zu viel vorwegzunehmen, zeigt ihre Geschichte, wie bereitwillig wir uns mit einfachen Erklärungen zufriedengeben, wenn die Wahrheit komplizierter und unbequemer ist. Wer dieses Buch liest, wird verstehen, was ich damit meine.
. Während der Lektüre reflektiert man unweigerlich das eigene Denken. Leinemann versteht es, Fragen zu stellen, die bleiben. Besonders berührend ist Charlies Unsicherheit darüber, wer sie eigentlich ist. Dieses ständige Schwanken zwischen Anpassung und innerer Leere, zwischen dem Wunsch dazuzugehören und dem Gefühl, keinen festen Kern zu besitzen. Sie ist eine intelligente Frau und es schmerzt zu sehen, wie gering sie sich selbst schätzt. Wie verzweifelt sie versucht, sich Identitäten überzustreifen, Rollen zu erfüllen, Erwartungen gerecht zu werden, weil ihr der Zugang zu sich selbst abhandengekommen ist. Aus diesem inneren Konflikt speist sich letztlich alles, was aus dem Ruder läuft.

. Der Roman macht eindrücklich deutlich, wie wichtig es ist, innezuhalten und in sich hineinzuhören. Sich nicht ständig neu zu erfinden, um äußeren Ansprüchen zu genügen, sondern den eigenen Ursprung zu erkunden. Vergangenheitsaufarbeitung erscheint hier nicht als Selbstzweck, sondern als Möglichkeit zur Befreiung von Scham, von Zuschreibungen, von gesellschaftlichem Druck.
. Gern hätte man Charlie noch ein Stück weiter begleitet, hätte gesehen, wohin ihr neu gewonnenes Bewusstsein sie trägt.
. Auch der Titel ist klug gewählt. „Gelbe Monster“…
das sind vielleicht jene aufgestauten Gefühle, die sich verzerren und verselbstständigen, wenn sie zu lange verdrängt werden. Und „Gelb“als Farbe der grellen, kaum zu bändigenden Wut, die sich ihren Weg sucht.

. Zusammengefasst ist „Gelbe Monster“ eine eindrucksvolle Mischung aus Leichtigkeit, schwarzem Humor und unbequemer Wahrheit. Mit feinem Gespür zeichnet Leinemann Charlies Weg aus einer Spirale aus Zweifel, Wut und Selbsthass nach und schafft damit einen Roman, der fordert, bewegt und lange nachwirkt.
Ein Buch, aus dem jede aufmerksame Leserin und jeder aufmerksame Leser etwas für sich mitnehmen kann.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.02.2026

Grandios! Ein Spiel aus Melancholie und Hoffnung!

Der andere Arthur
0

. Wie kann ein Buch zugleich von solcher Schönheit und von so durchdringender Traurigkeit sein?
Mit „Der andere Arthur“ erschafft Moore einen Roman, der Melancholie und Hoffnung kunstvoll ineinanderwebt ...

. Wie kann ein Buch zugleich von solcher Schönheit und von so durchdringender Traurigkeit sein?
Mit „Der andere Arthur“ erschafft Moore einen Roman, der Melancholie und Hoffnung kunstvoll ineinanderwebt und eine Geschichte, die das Herz umklammert, leise nachhallt und ihre Leserinnen und Leser auf eine intensive, tief emotionale Reise mitnimmt. 4,5/5 ⭐️

. Aber worum geht es im diesem Roman genau…
Arthur Opp, ein stark übergewichtiger ehemaliger Literaturprofessor, lebt seit Jahren völlig zurückgezogen in seinem Haus in Brooklyn. Nur wenige Kilometer entfernt versucht der junge Kel, mit einem Sportstipendium seinem schwierigen Umfeld zu entkommen und seinen Schulabschluss zu schaffen. Diese zwei völlig verschiedene Leben, sind jedoch auf eine unerwartete Weise miteinander verbunden.

. In „Der andere Arthur“ folgen wir zwei Leben, die lange nebeneinanderher verlaufen wie zwei Linien, die sich nicht zu berühren scheinen…
dem von Arthur und dem von Kel.
Kapitel für Kapitel wechseln wir die Perspektive, sehen die Welt einmal durch Arthurs, dann wieder durch Kels Augen und so nah, dass ihre Gedanken fast
die eigenen werden.
Und ob man will oder nicht man erkennt sich in Kel oder in Arthur, manchmal in beiden wieder. In ihren Zweifeln, in ihrem Ringen und in ihren leisen Sehnsüchten.

. Es ist ein stilles und behutsames Buch, getragen von fein gezeichneten Figuren und großer psychologischer Tiefe.
Themen wie Einsamkeit, Andersartigkeit und Verletzungen durchziehen die Geschichte wie ein kaum sichtbarer, aber stets spürbarer Faden. Mit sicherer Hand setzt Moore Spannungsmomente, die sich leise zuspitzen und einen festhalten, ohne laut zu werden, sodass man das Buch nur ungern aus der Hand legt.

. Arthur und Kel sind Außenseiter, jeder auf seine eigene Weise. Sie stehen immer wieder vor Entscheidungen, wählen Wege, die nicht die besten sind und gerade darin liegt ihre Wahrhaftigkeit. Sie wirken nicht konstruiert, sondern echt…
fehlbar, suchend, verletzlich!
Wie zwei Blätter im Wind treiben sie durch ihr jeweiliges Leben, manchmal ziellos, manchmal bestimmt von unsichtbaren Strömungen.

. Ohne Pathos und ohne Drängen zieht dieser Roman einen in seine Welt und lässt einen die eigene mit anderen Augen betrachten. Besonders berührend ist der Gedanke, dass wir nie wissen, welche Richtung das Leben nehmen wird; wie zufällig und zugleich schicksalhaft Begegnungen sind, wie leicht alles auch ganz anders hätte kommen können.

. Moore beweist einmal mehr ihr feines Gespür für Figuren im Spiel von Licht und Schatten. Und selbst im Dunkel blitzt stets ein Hoffnungsschimmer auf.
Dieses zarte, beinahe trotzige Leuchten im Negativen!
Die leise Botschaft: Du kannst etwas verändern. Vielleicht nicht alles.
Aber mehr, als du glaubst, wenn du den verlorenen Mut in dir wiederfindest.

. Gerne hätte ich die Geschichte der Beiden noch ein klein wenig länger weiterverfolgt.

. Nun gut…
„Der andere Arthur“ ist ein Roman, der nachhallt, der zum Nachdenken einlädt und Hoffnung schenkt!
Bitte lies ihn!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere