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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.04.2024

Inhaltslos

Not Worth Saving
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Brooke kehrt für die Sommerferien nach Hause zurück und hat keinen Haustürschlüssel zum Elternhaus mehr? Scheint mir sehr ungewöhnlich, aber mit der Zeit erkennt man, dass man die Familie um Brooke auch ...

Brooke kehrt für die Sommerferien nach Hause zurück und hat keinen Haustürschlüssel zum Elternhaus mehr? Scheint mir sehr ungewöhnlich, aber mit der Zeit erkennt man, dass man die Familie um Brooke auch nicht wirklich als Familie bezeichnen kann. Sie fluchen oder ignorieren sich andauernd. Die Mutter kommt beispielsweise gar nicht vor.

Die Geschichte wird sowohl aus der Sicht von Brooke als auch von Noah abwechselnd erzählt, aber eigentlich gibt es nicht viel, was man als Geschichte bezeichnen kann. Sie gehen auf zwei Partys, beide haben eine schlimme Backgroundstory, aber wirklich aufgeschlüsselt wird nicht viel. Es bleibt extrem viel vage. Stattdessen gibt es einen Fokus auf ihre vielen gemeinsamen Bettgeschichten, die manchmal nicht im Bett stattfinden. Es ist also eine klassische Geschichte, in der sich die Protagonisten von der ersten Sekunde an scharf finden und sie aber die verbotene Frucht darstellen, weil Noah der beste Freund Brookes Bruder ist. Der Roman wirkte auf mich unrealistisch und die Liebe der beiden auf lange Sicht zum Scheitern verurteilt.

Im Abschlusskapitel gibt es eine Szene, die ich widerlich fand. Außerdem ist der Roman nicht in sich abgeschlossen, sodass man gezwungenermaßen für das grande finale Band 2 lesen muss. Davon bin ich kein Fan, denn bis Band 2 herauskommt, habe ich die angedeuteten Details der Probleme der beiden völlig vergessen.

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Veröffentlicht am 30.03.2024

Der Blick hinter die Kulissen

That Girl
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Das Cover finde ich hässlich. Die Farben sind sehr matt und pastellig, wobei hierfür definitiv mehr Weiß hineingemischt werden müsste. Deutlich kräftiger oder heller würde auf mich harmonischer wirken. ...

Das Cover finde ich hässlich. Die Farben sind sehr matt und pastellig, wobei hierfür definitiv mehr Weiß hineingemischt werden müsste. Deutlich kräftiger oder heller würde auf mich harmonischer wirken. Ansonsten erkennt man klar die Ähnlichkeit zu Instagram. Als Cover eine Schale Pommes in kräftigem Gelb und Rot hätte mich in einer Buchhandlung zu diesem Buch mehr greifen lassen.

Inhaltlich geht es um Tess, die gerade frisch aus einer schrecklichen Beziehung kommt und dabei auf Leo trifft, der so ziemlich das Gegenteil ihres Ex verkörpert... Ihr Job ist dabei Influencerin, die zudem über ihr Datingleben Bücher schreibt... Somit lässt sie die Leser einen Blick hinter die Kulissen und die Fassade der Influencer werfen.

Im Roman kombiniert Santos de Lima verschiedene Stilelemente. Normalerweise bin ich kein Fan davon, aber hier fand ich es nicht unangenehm. Der überwiegende Teil ist in Standartromanform geschrieben. Ein paar Kapitel voller Nachrichtenverläufe und ein paar als Auszüge aus dem fiktionalen Roman der Protagonistin Tess, um ihren Hintergrund näher zu durchleuchten.

Auf der Rückseite verspricht der Klappentext, es sei kein Liebesroman und das stimmt! Es ist absolut keine Liebesgeschichte im klassischen Sinn. Es geht viel tiefer um die ganze Datingszene der aktuellen Jugend und um Kritik an der Männerwelt. Das hätte ich mir aber etwas ausgeprägter gewünscht, quasi als kraftvolles Statement, das noch lange nach dem Beenden des Romans noch in sich nachhallt und nicht so schnell in Vergessenheit gerät.

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Veröffentlicht am 27.03.2024

Oberflächlich

Rosa und Leo
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Von Rosa und Leo wusste ich bisher gar nichts und habe mich auf historische Wissenserweiterung gefreut. Rosa Luxemburg aus Warschau ist eine erstaunliche Frau mit starker Persönlichkeit. Absolut bewundernswert, ...

Von Rosa und Leo wusste ich bisher gar nichts und habe mich auf historische Wissenserweiterung gefreut. Rosa Luxemburg aus Warschau ist eine erstaunliche Frau mit starker Persönlichkeit. Absolut bewundernswert, was sie alles als Frau in damaligen Zeiten erreicht hat! Dabei hatte sie gesundheitlich gesehen alles andere als eine schöne und einfache Kindheit. Sie ist in gut situierten Verhältnissen aufgewachsen, was auch ihren starken Drang und Kampf für eine Revolution und einen Sozialstaat erklärt.

Der Roman umfasst mehrere Zeitabschnitte detailliert, die alle zwischen 1888 und 1919 stattfanden. Roth beginnt mit Rosas Zeit in Zürich, wo sie studiert und bald darauf Leo kennenlernt, der ganz begeistert von ihrem Mut und ihren Ideen ist. Roth hat sehr ausführlich recherchiert und die Geschichte rund um Rosa und Leo detailreich und literarisch untermalt. Historisch kommt man beim Lesen gut mit und kann die Handlung gut verfolgen. Politisch blieb mir dafür alles auf der Strecke. Sie verteilt Flugblätter, hält Reden, engagiert sich als Journalistin und schreibt Unmengen von Artikeln, wird mehrfach verhaftet, aber direkter wird Roth dabei leider nicht. Zunächst ist sie für einen Sozialstaat, kann dann nicht mehr nach Polen bzw. Russland reisen, aber konkreter wird nichts erklärt. Schließlich wenden sie sich ab und gründen die KPD. Wie kam es zu diesem Wandel? Wirklich klar wurde ich aus dem Roman nicht in diesem Aspekt. Aber eines ist klar, beide haben sich für ihre Ideen und Werte absolut verausgabt und die Liebe dabei hintenangestellt. Nun stellt sich mir die Frage: Wie weit sollte man für seine Ideologie gehen? Ist die Ideologie wichtiger als die große Liebe?

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Veröffentlicht am 23.03.2024

Proritäten

Alles gut
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Jess, schwarz und liberal trifft auf Josh, weiß und republikanisch an der Uni und da bleibt es nicht. Er ist auch ihr Mentor in ihrem ersten Job. Sie können sich nicht leiden. Konnten es schon im Studium ...

Jess, schwarz und liberal trifft auf Josh, weiß und republikanisch an der Uni und da bleibt es nicht. Er ist auch ihr Mentor in ihrem ersten Job. Sie können sich nicht leiden. Konnten es schon im Studium nicht. Ihre Ansichten sind zu verschieden. Nicht kompatibel. Aber ist das wirklich relevant, wenn alles andere stimmt? Wenn man sich auf jeder anderen Ebene sympathisch findet und sich perfekt ergänzt? Kann das funktionieren?

Ich habe ein paar historische Aspekte nicht verstanden, da ich mich nicht allzu sehr für die US-amerikanische Geschichte interessiere. Ein paar Finanzaspekte ebenfalls nicht, da ich nicht in diesem Sektor arbeite. Das waren aber wenige Randnotizen. Im Großen und Ganzen hat mir der Roman sehr gefallen. Denn im Grunde geht es darum, dass eine emanzipierte, intelligente Frau sich in der Welt zurechtfinden will. Sie ist schwarz, definiert sich sehr darüber und gleichzeitig hängt das sehr an der Erziehung durch ihren Vater. Denn selbst hängt sie nur mit Weißen ab, steht auf Weiße. Ihre innere Zerrissenheit zwischen ihrer Ideologie, ihrem Denken und Verstand und ihrem gegensätzlichen Handeln wird sehr deutlich. Auf jeden Fall sehr spannend zum Lesen. Absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 21.03.2024

Kühl

Die Entflammten
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Das Cover ist sehr passend. Man erkennt direkt van Goghs besonderes Stil heraus. Inhaltlich klingt der Roman auf den ersten Blick auch sehr spannend. Jo, Schwägerin des berühmten Malers, wird zur Witwe ...

Das Cover ist sehr passend. Man erkennt direkt van Goghs besonderes Stil heraus. Inhaltlich klingt der Roman auf den ersten Blick auch sehr spannend. Jo, Schwägerin des berühmten Malers, wird zur Witwe mit Sohn und ist dabei noch keine 30. Also nimmt sie sich vor, das Arsenal an Werken, die ihr Schwager erschaffen hat, so zu vermarkten, dass sie mit ihrem Sohn problemlos durch die Runden kommt.

Die erste Hälfte besteht darin, dass sich Jo und ihr Mann Theo, der Bruder Vincent van Goghs, kennenlernen, heiraten und zu einem halbwegs geregelten Alltag finden, wobei Vincent eine große Rolle in der Ehe spielt, im Roman aber eher nebensächlich behandelt wird. Jo ist im Vordergrund und noch dazu Gina, deren Handlungsstrang 100 Jahre später abspielt und nichts zum eigentlichen Inhalt beiträgt. Ihr Abschnitt drehte sich sowohl um die Recherche zu Jo für ihre Uni, als auch über Probleme ihres Vaters. In meinen Augen sind beide Personen keine besonders berauschend interessanten Personen, sodass die Abschnitte für mich unwichtig blieben.

Die zweite Hälfte handelt dann nur noch knapp über den geteaserten Klappentext, sodass ich schon ein wenig enttäuscht war, wie wenig man hier von Jos Handlungen und Aktionen zum Verkauf erfährt.

Stilistisch ist der Roman sehr distanziert und kühl verfasst. Es gibt keinerlei Emotionen noch Spannung. Die Sachlichkeit hat hier Vorrang.

Wer sich für Vincent van Gogh interessiert und gern mehr über seine Schwägerin erfahren möchte, dem empfehle ich den Roman, wenn die genannten Kritikpunkte nicht abschrecken sollten.

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