✎ Joanne K. Rowling - Harry Potter 7 und die Heiligtümer des Todes
Harry Potter und die Heiligtümer des Todes (Harry Potter 7)Der siebte und (vor)letzte Band der Harry-Potter-Reihe von Joanne K. Rowling hebt sich in meinen Augen deutlich von seinen Vorgängern ab - nicht nur, weil Hogwarts als Hauptschauplatz größtenteils fehlt. ...
Der siebte und (vor)letzte Band der Harry-Potter-Reihe von Joanne K. Rowling hebt sich in meinen Augen deutlich von seinen Vorgängern ab - nicht nur, weil Hogwarts als Hauptschauplatz größtenteils fehlt. Stattdessen begleiten wir Harry, Hermine und Ron auf einer Art magischem Roadtrip quer durch Großbritannien. Was zunächst nach einer spannenden Abwechslung klingt, entpuppt sich streckenweise als zäh und langatmig.
Gerade im Mittelteil zieht sich die Handlung wie Kaugummi. Man wartet auf den nächsten echten Fortschritt, doch stattdessen scheint sich die Geschichte im Kreis zu drehen. Dieser fragmentierte Erzählstil nimmt leider viel von der Dynamik, die frühere Bände so lebendig gemacht hat.
Was mir schon in den vorherigen Teilen aufgefallen ist, wird hier besonders deutlich: JKR nimmt es mit ihrer eigenen Welt manchmal nicht ganz so genau. Zufälle reihen sich aneinander, Logiklücken tun sich auf, und manche Wendungen wirken eher konstruiert als überzeugend. Es fühlt sich streckenweise so an, als würde die Autorin ihren eigenen Plot ignorieren - oder ihn zumindest nur dann aufgreifen, wenn es gerade passt. Es gibt so viele Sachen aus den ersten Bänden, die man hätte einflechten können, die jedoch keine Erwähnung finden. Stattdessen werden Lesende mit neuen, teilweise schwer nachvollziehbaren magischen Elementen geködert, die vorher nie eine Rolle gespielt haben. Ich empfand das als „nachgeschobene Rettungsanker“, die der Geschichte eher schadeten als halfen.
Erschwerend kommt hinzu, dass liebgewonnene Figuren wie beiläufig aus der Geschichte verschwinden. Der Tod bedeutender Charaktere war schon immer Teil der Reihe, doch in diesem Finale wirken manche Entscheidungen nahezu beliebig. Die emotionale Wucht bleibt aus - nicht etwa, weil einem die Figuren egal wären, sondern weil ihre Tode weder dramaturgisch noch inhaltlich wirklich tragen.
„Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“ hätte ein würdiger Abschluss sein können - wenn man konsequenter erzählt, alte Handlungsstränge sinnvoll eingebunden und das Erzähltempo besser austariert hätte. So jedoch bleibt bei mir vor allem das Gefühl zurück, dass dieser Abschluss eher Pflicht als Kür war.
©2025 Mademoiselle Cake