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Veröffentlicht am 09.03.2026

Wie wichtig doch Freundschaft ist

Zum ersten Mal
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Ich möchte vorneweg schicken, dass mir der Podcast der Beiden zuvor nichts sagt, irgendwie gibt es in den letzten Jahren immer mehr so "Laberpodcasts" und ich muss gestehen, dass das nicht ganz mein Genre ...

Ich möchte vorneweg schicken, dass mir der Podcast der Beiden zuvor nichts sagt, irgendwie gibt es in den letzten Jahren immer mehr so "Laberpodcasts" und ich muss gestehen, dass das nicht ganz mein Genre ist. Um so gespannter war ich nun auf dieses Buch, gerade eben weil es vom Klappentext her so "wie die Faust aufs Auge" zu meiner Lebensrealität passt.

Das Buch an sich ist in einzelne Episoden unterteilt, die sich dann wieder rum in unterschiedliche Anekdoten der beiden Autorinnen zu unterschiedlichen Zeiten ihres Lebens aufgliedern. An diesen Stil musst ich mich zunächst etwas gewöhnen, für mich war der Podcast-Erzählstil verschriftlich in den ersten Seiten etwas gewöhnungsbedürftig, aber das legte sich mit dem weiteren Verlauf. Insgesamt lässt sich eindeutig als Stärke dieses Buches verzeichnen, dass mehr oder weniger ungeschönt von Unsicherheiten, Fehlentscheidungen und anderen Stolpersteinen erzählt. Die einzelnen Themen werden
dabei so offen und direkt erzählt, dass man eindeutig das Gefühl bekommt, dass es keine Tabus gibt und manches auch einfach mal erzählt werden muss.
Die Freundschaft der Autorinnen zieht sich wie ein roter Faden durch all die unterschiedlichen Erzählungen, aber auch die andere Freundschaften zeigen auf, wie relevant ein stabiles, soziales Netzwerk aus Personen ist, denen man vertrauen kann, gerade wenn man in seinen Zwanzigern das Gefühl bekommt, dass alles über einem zusammenbricht.

Ich würde sagen, ein toll geschriebenes, humorvoll und dennoch auch informativ gehaltenes Buch, das weniger mit einem Ratgeber zu tun hat, sondern mehr darauf setzt durch die Erfahrungen der Autorinnen den Leser:innen nahe zu bringen, dass sie nicht allein in dieser so prägenden und deshalb häufig auch so überfordernden Phase sind.

Es ist ein Buch, dass vermutlich eher Leserinnen in ihren Zwanzigern anspricht, die eine ähnliche Lebensrealität wie Annika und Gesina haben, also eher urban und akademisch geprägt sind. Dennoch kann es auch für alle anderen spannend sein, die vielleicht verstehen möchten, was junge Frauen gerade in dieser Zeit alles beschäftigen und belasten kann.

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Veröffentlicht am 07.03.2026

Beklemmend realistischer Thriller

EDEN - Wenn das Sterben beginnt
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Marc Elsberg entwirft hier eine super packende und an einigen Stellen echt beängstigend realistische Geschichte über den Kollaps der natürlichen Lebensgrundlagen und die Folgen für unsere global vernetzte ...

Marc Elsberg entwirft hier eine super packende und an einigen Stellen echt beängstigend realistische Geschichte über den Kollaps der natürlichen Lebensgrundlagen und die Folgen für unsere global vernetzte Welt. Im Zentrum stehen dabei ein KI‑System, das die ökologische Superkrise voraussagt sowie eine Handvoll ungleicher Protagonist:innen, die versuchen, diese Warnung gegen politische und wirtschaftliche Interessen hörbar zu machen.

Auch wenn ich einen Moment gebraucht habe mit dem schnellen Erzählstil, den vielen Perspektivsprüngen und all den wissenschaftlichen Fakten klar zu kommen, hat mich dieses Buch über seine ganzen 768 Seiten gefesselt. Und um all die wissenschaftlichen Zusammenhängen wirklich zu verstehen hab ich es tatsächlich schon zweimal habe. Und die Sache mit den Verweisen auf "Blackout" ( ein anderes Buch von ihm) hab ich auch erst dann einordnen können, dieses Buch war halt doch mein erstes, aber sicherlich nicht letztes Buch von Herrn Elsberg. Denn die Brisanz des Themas für unserer reale Welt, die über den gesamten Verlauf der Geschichte immer mitschwingt und dennoch auch der Charakter eines fiktiven Umweltthrillers ergeben zusammen einfach ein total interessantes Bild und lassen mich auch für seine anderen Bücher auf packende Geschichten schließen.

Und am Ende bleibt nicht nur ein fesselndes Leseereignis, sondern auch die verstärkte Überzeugung, dass es ( auch wenn manches sicherlich zunächst überspitzt dargestellt scheint) unsere erste Priorität sein sollte, genau solche Szenarien durch unser Verhalten zu verhindern. Denn an einigen Stellen sind wir gar nicht mehr so weit davon entfernt, aber genau solche Geschichten führen uns das nochmal eindrücklicher vor Augen. Denn ohne Verhaltensänderungen schaffen wir uns stückchenweise unseren eigenen Umweltthriller.

Abschließend ein grandioses Buch mit unglaublicher Relevanz, die es in den nächsten Jahren hoffentlich noch ausbauen wird.

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Veröffentlicht am 23.02.2026

Feministisch ? Naja.

Ich, die ich Männer nicht kannte
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Ich möchte zunächst mit meinen Beweggründen, die mich dazu gebracht haben dieses Buch unbedingt lesen zu wollen, beginnen: wie auch schon im Klappentext erwähnt wird ist in den letzten Jahren ( vorwiegend ...

Ich möchte zunächst mit meinen Beweggründen, die mich dazu gebracht haben dieses Buch unbedingt lesen zu wollen, beginnen: wie auch schon im Klappentext erwähnt wird ist in den letzten Jahren ( vorwiegend zunächst im englischen Raum) ein gewisser Booktook-Hype entstanden und auch der Vergleich mit Margaret Atwood "Die Magd" haben mich in meinem Willen bestärkt, jetzt da die deutsche Übersetzung da ist, auch mal dieses Werk zu lesen. Und ich muss sagen, ich habe gemischte Gefühle.
Die Grundidee ist super interessant ( auch wenn ich es räumlich noch nicht ganz einordnen kann) und anfangs dachte ich auch, dass mich diese Empfindung auch weiterbegleiten wird, dem war aber leider nicht so. Die Umsetzung ist an einigen Stellen leider sehr schräg und ich weiß nicht, ob man vielleicht mit dem Marketing nicht auch etwas arg ambitioniert war.
Denn ich für meinen Teil kann eher wenig Feministisches darin erkennen; die älteren Frauen sehen sich doch recht stark wieder nach dem Vorher mit Männer. ( Interessanter Satz gleich zum Anfang: "Die Männer, Kleine, das war das Leben. Was sind wir schon ohne Zukunft, ohne Nachkommen") und wenn die "Kleine"/Ich-Erzählerin ( man möchte meinen die Anderen hätten ihr in all der Zeit vielleicht mal einen Namen gegeben, aber nein) Fragen stellt, wird sie zumeist mit dem Vorwand, dass es ja nichts bringen würde abgewiegelt. Unter feministischen Handeln hätte ich mich doch ein bisschen mehr Drang zur Veränderung, zum Umbruch, wenn sie schonmal aus dem Keller entkommen sind und weniger Resignation vorgestellt.

Es ist ein Buch mit durchaus Potential für Diskussionen, man empfindet glaub ich abhängig von der eigenen Lebenserfahrung ganz unterschiedlich dazu. Mich persönlich konnte es nur zu Teilen fassen, dazu war auch zu viele Lücken, die meiner Meinung nach nicht hätten sein müssen und eben irgendwie diese, mir nicht ganz verständliche Definition von feministischem Handeln.

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Veröffentlicht am 20.02.2026

Streift wichtige Themen modernen Datings

Open Hearts
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Im Zentrum dieses Romans steht die frisch verlassene Misty, die nachdem sie wieder in ihr altes Kinderzimmer in Brighton eingezogen ist, über eine Dating-App einen charmanten Mann namens Christopher kennenlernt, ...

Im Zentrum dieses Romans steht die frisch verlassene Misty, die nachdem sie wieder in ihr altes Kinderzimmer in Brighton eingezogen ist, über eine Dating-App einen charmanten Mann namens Christopher kennenlernt, der im Gegensatz zu ihr aber gerade nicht Single ist, sondern mit seiner Frau Sara in einer offenen Beziehung lebt. Die Autorin entwickelt aus diesem Konstrukt eine ( grundsätzlich erstmal wohlbekannte) Geschichte; sie treffen sich zunächst eine Zeit lang, ohne Verpflichtungen etc. und aus dem ganzen Unverbindlichen wird mit der Zeit immer mehr, was Misty zunehmend auch mit ihren Vorstellungen von Nähe, Liebe und dem allgemeinen Erwachsenwerden hadern lässt. Grundsätzlich also eine gute Ausgangslage für einen schönen Liebesroman.

Leider wird das Potential meiner Meinung nach aber nur teilweise ausgeschöpft. Da wäre zum einen die Figurenzeichnung; so sehr ich mich auch bemühe, ich empfinde Misty als junge Frau in einer Art Krise als schon einigermaßen nachvollziehbar, aber in weiten Teilen der Geschichte versinkt sie mir doch zu sehr in Selbstironie, Unsicherheit und teils auch fast schon Selbstsabotage. Und Christopher, der ja eigentlich so eine relevante Figur sein sollte, weil er doch irgendwie maßgeblich dazu beitragen sollte, dass Misty sich einfach mehr findet, bleibt für mich häufig zu "glatt", zu wenig widersprüchlich als dass ich seinen Charakter wirklich greifen könnte.

Und so geht es leider auch mit den für mich eigentlich so relevanten Themen des modernen Datings. Vom Klappentext her hatte ich mich eigentlich auf eine schöne Auseinandersetzung verschiedener Aspekte im Bezug auf die Liebe, als Teil von Mistys Selbstfindung gefreut. Aber statt Themen wie Eifersucht, Machtgefälle ( Wahnsinn, wie Misty sich Christopher unterordnet, sich klein macht ), etc. (kritisch) zu beleuchten, bewegt sich die Geschichte eher auf Schlagwort-Niveau, wird bei schwierigen Themen eher humoristisch, als dass sie wirklich zeigt, was für ein inneres Ringen damit auch verbunden sein kann. Der Roman streift einige wichtige Aspekte, schneidet die bedeutsamen Fragen von Freiheit, Bindung, Selbstliebe, etc. an und lässt einen dann aber im Unklaren zurück.

Es ist wahrlich kein schlecht schlechtes Buch: es liest sich okay, kann ein paar treffende Szenen zur Unsicherheit in der modernen Datingkultur beisteuern und ist mit dem wohlbekannten Konzept: aus Treffen ohne Verpflichtungen wird doch mehr, eine Lektüre, die durchaus gefallen kann.

Ich für meinen Teil hätte mir eine tiefere Auseinandersetzung mit Fragen der Selbstbehauptung, eine facettenreichere ( und vielleicht auch kritisch angehauchte) Reflexion über offene Beziehungsmodelle und einfach greifbarerer Figuren gewünscht.

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Veröffentlicht am 12.02.2026

Für mich leider ein unbefriedigender Versuch.

Ein Versuch, meine Liebe zu ordnen
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Ich möchte gleich vorne weg schicken: vielleicht bin ich einfach nicht die Zielgruppe dieses Buchs. Ich bin deutlich, deutlich jünger als die Autorin und wahrscheinlich kommt mir deshalb manches echt ein ...

Ich möchte gleich vorne weg schicken: vielleicht bin ich einfach nicht die Zielgruppe dieses Buchs. Ich bin deutlich, deutlich jünger als die Autorin und wahrscheinlich kommt mir deshalb manches echt ein wenig aus der Welt gefallen vor. Allen voran der Aspekt, dass eine Frau, die sich auf einem eigentlich so hohen intellektuellen Level mit Beziehungen und (tradierten) Rollenbildern auseinandersetzt, sich doch wiederholt ihrem Ehemann so weit unterordnet.

Vom Grundgedanken gefiel mir die Idee ein Buch zu lesen, dass eine Balance zwischen autobiographischen Elementen, soziologischen Aspekten und eben einer Art Selbstreflexion der Autorin versucht. Auch die Covergestaltung empfinde ich als durchaus gelungen und zur Geschichte passend.
Aber leider ist diese analytische Haltung mit der an die Geschehnisse herangegangen wird an vielen Stellen eher Schwäche als Stärke der Geschichte. Diese konsequente Distanz und Nüchternheit mit der Brinkgreve ihre eigene Verletzlichkeit beschreibt, führt für mich an einigen Stellen zu einer fast schon emotionalen Kälte. Die Gedankengänge werden leider, selbst wenn sie an wiederholter Stelle leicht verändert auftreten, nur sehr lose aneinandergereiht, ebenso wie die soziologischen Beobachtungen auf die ich mich eigentlich gefreut hatte. Auch der Aspekt, dass es sich hier mehr oder weniger um ein autobiographisches Werk handelt, Brinkgreves Perspektive auf all die Ereignisse also stark von ihrem sozialen und kulturellen Umfeld geprägt ist, erschwert den Lesegenuss für mich leider. Denn durch die Tatsache, dass diese Umstände an keiner Stelle wirklich mal ernsthaft hinterfragt oder reflektiert werden, hab ich einfach das Gefühl, dass ich zu jung und zu sehr in einer aufgeklärten Welt aufgewachsen bin, um ihrer Geschichte wirklich nachfühlen zu können.

Fazit meinerseits: ich glaube, es ist eine Mischung von der Schreibstil und die Art zu erzählen sagen mir nicht zu und ich bin einfach zu weit von der beschriebenen Lebensrealität entfernt. Die Geschichte mag sicherlich ihre Liebhaber haben, die Grundidee ist ja auch gut, aber eben einfach nicht für mich.

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