Profilbild von Jille

Jille

Lesejury Profi
offline

Jille ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Jille über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.04.2026

Originelle Idee, leider zu klischeehaft umgesetzt

A Killer Crush
0

Was hier versucht wurde klingt zunächst wie eine wirklich spannende und durchaus auch humorvolle Idee. Die Verbindung von Elementen aus den Bereichen RomCom, Horror und Slasher hat vom Klappentext und ...

Was hier versucht wurde klingt zunächst wie eine wirklich spannende und durchaus auch humorvolle Idee. Die Verbindung von Elementen aus den Bereichen RomCom, Horror und Slasher hat vom Klappentext und der Leseprobe her durchaus Potential.
Auch die Hauptperson Jamie, die mit beeindruckend viel Filmwissen aufwarten kann und die die Geschehnisse stets auch durch die Linse von klassischen RomCom bzw. Horror Erzähllinien betrachtet, ist durchaus gelungen. Ebenso auch die Atmosphäre, die durch das Speed-Dating, das sich plötzlich in eine ganz andere Richtung entwickelt zunächst auch eher noch humorvoll angehaucht ist, bis es dann eben kippt, ist schön beschrieben.
Mein großes Problem mit dieser eigentlich so originellen Idee, die echt Potential hat, ist die Umsetzung. Der Genre-Mix ist einfach meiner Meinung nach nicht wirklich ausgegoren. Es wird für mich zu oft auf wirklich klischeehafte Elemente zurückgegriffen, die Jamie zwar ab und an auch (selbst-) ironisch kommentiert, aber dennoch einfach die Innovation der Geschichte aus meiner Sicht etwas untergräbt.

Es ist insgesamt ein Buch, das durchaus einen Blick wert sein kann, wenn man Genre-Mixe mag und bereit ist eine gewissen Klischeebehaftung dabei in Kauf zu nehmen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.04.2026

Gute Ansätze, Charakterentwicklung eher naja

Zugvögel wie wir
0

Der Roman erzählt von einer Frau namens Eva, die sich im Schwedenurlaub spontan dazu entschließt mit dem Fahrrad entlang des Zugweges der Kraniche nach Frankreich zu fahren und dabei viele neue Erfahrungen, ...

Der Roman erzählt von einer Frau namens Eva, die sich im Schwedenurlaub spontan dazu entschließt mit dem Fahrrad entlang des Zugweges der Kraniche nach Frankreich zu fahren und dabei viele neue Erfahrungen, auch durch außergewöhnliche Begegnungen sammelt. Außerdem soll sie sich auf dieser Reise wieder selbst neu entdecken.

Für mich persönlich war der Einstieg in dieses Buch etwas holprig, die unterschiedlichen ( scheinbar wahllos aneinandergereihten) Texte haben mich zunächst etwas verwirrt, aber im weiteren Verlauf wurde das dann noch besser. Der Schreibstil passt auch sehr gut zur Atmosphäre, die aufgebaut wird, gerade auch mit den leisen Andeutungen, die immer wieder zwischen den Zeilen gemacht werden.

Es werden viele wichtige Themen angeschnitten und was für mich u.A. auffällig war, ist die Tatsache, dass weniger die negativen Dinge wie Verlust und Versäumnisse, sondern eher die Hoffnung, die Möglichkeit auf zweite Chancen, etc. im Vordergrund stand. Und ganz zentral natürlich auch die Frage, wie man nochmal neu beginnen kann ohne Vergangenes zu verleugnen.

Was für mich aber leider ein Punkt war, der das ganze Schöne an diesem Buch etwas trübt, ist die Tatsache wie wenig charakterliche Tiefe Eva als Hauptperson hat. Gerade bei einem Roman dieser Art mit diesen Themen hätte ich mir eine deutlich stärkere Entwicklung über die Reise hinweg gewunschen. Denn so schön offene Enden auch sind, um sich selbst zu überlegen, wie es weitergehen könnte, gewissen Dingen sollten dann doch nicht im Vagen gelassen werden.

Insgesamt ein Roman, der viele wichtige Themen anspricht und auch eine schöne Atmosphäre hat, mich aber mit der Figurenzeichnung ( die hier ja eigentlich sehr wichtig ist ) nicht überzeugen konnte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.04.2026

Die Konsequenzen des Schweigens

Weil wir nichts wussten
0

Der Roman erzählt mit einem sehr angenehmen Schreibstil von Familie, Schuld und ihrer (aktiven) Verdrängung sowie den Folgen von lange Unausgesprochenem.

Gerade die Art, wie die Geschichte aus zwei unterschiedlichen ...

Der Roman erzählt mit einem sehr angenehmen Schreibstil von Familie, Schuld und ihrer (aktiven) Verdrängung sowie den Folgen von lange Unausgesprochenem.

Gerade die Art, wie die Geschichte aus zwei unterschiedlichen Perspektiven herausentwickelt wird, die sich immer mehr aneinander annähern, ist sehr spannend. Auch die Einarbeitung verschiedener gesellschaftlicher Themen, verbunden mit privaten Konflikten trägt noch zusätzlich dazu bei. Die Figurenzeichnung lässt den Leser mit den Protagonisten mitfühlen und ihre inneren Konflikte besser nachvollziehen. Auch wenn man natürlich durch die beiden geschilderten Sichtweisen immer etwas mehr weiß.

Was als ein Buch über Familiengeheimnisse und persönliche Verfehlungen beginnt, entwickelt sich im weiteren Verlauf immer mehr auch in die Richtung allgemeinerer Fragen rund um Verantwortung, die Verdrängung der Wahrheit und vieles mehr. Eindeutig also ein Roman, der nachhallt und einlädt sich über die Konsequenzen des bewussten Schweigens Gedanken zu machen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.04.2026

Was können Ehefrauen wissen ?

Ein guter Blick fürs Böse
0

Die Geschichte spielt in den 1960er Jahren in Kalifornien und folgt drei Frauen, die eine ungewöhnliche Eigenschaft verbindet; ihre Männer wurden allesamt als Serienmörder enttarnt und darüber haben sie ...

Die Geschichte spielt in den 1960er Jahren in Kalifornien und folgt drei Frauen, die eine ungewöhnliche Eigenschaft verbindet; ihre Männer wurden allesamt als Serienmörder enttarnt und darüber haben sie sich gefunden. Die drei bilden nun Jahre nach den Festnahmen ihrer Männer ein super interessantes Ermittlertrio, das sich bei der Aufklärung der brutalen Morde zusätzlich immer wieder mit ihren Vergangenheiten konfrontiert sieht.

Gerade die Frage, die immer (unterschwellig) mitschwingt, nämlich wie viel man über einen Menschen wirklich wissen kann und damit verbunden auch die Entwicklung der Frauen als Charaktere, die getrieben von ihren Erfahrungen sich dem Bösen aktiv entgegenstellen wollen, ist sehr spannend zu lesen.

Auch die Atmosphäre, die von Anfang sehr schön eingeführt wird, dieser Retrocharme der 60er gepaart mit einem gleichzeitig glamourösen, aber auch durchaus nicht ungefährlichen Schauplatz in Kalifornien, tut ihr Übriges dazu.

Insgesamt ein sehr interessantes Buch, das ehrlich gesagt aber auch an einigen Stellen schon ein bisschen sehr von der Stimmung, dem "Glamour" lebt. Aber ansonsten wirklich atmosphärisch und von den Charakteren her gut gelungen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.04.2026

Anspruchsvolle, aber spannende Genreverbindung

Unter dem Strand
0

Was auf alle Fälle klar ist über dieses Buch ist, dass es weit mehr als den klassischen Ostseekrimi beinhaltet. Der Leser begleitet auf der einen Seite (und in der einen Zeitleiste) die Journalistin Cay, ...

Was auf alle Fälle klar ist über dieses Buch ist, dass es weit mehr als den klassischen Ostseekrimi beinhaltet. Der Leser begleitet auf der einen Seite (und in der einen Zeitleiste) die Journalistin Cay, die beruflich an die Lübecker Bucht reist und in der anderen Zeitleiste Leon, einen Bewohner eines KZs in diesem Gebiet.
Die Perspektiven und Zeitleisten wechseln teilweise schnell nacheinander, woran ich mich zunächst gewöhnen musste.
Gerade diese Verbindung von historischen und kriminalistischen Elementen verlangt dem Leser meiner Meinung nach auch nochmals eine besondere Konzentration beim Lesen ab. Der historische Tiefgang wirkt eindeutig gut recherchiert und der regionale Bezug passt meiner Ansicht nach auch gut.

Womit ich ein wenig eine ( "Problem" wäre schon etwas zu stark, vielleicht besser) Gewöhnungsphase gebraucht habe, war dann aber doch wie zynisch Leon über die Geschehnisse im Lager redete. Mit der Zeit hat sich mir dann aber zumindest ein bisschen erschlossen, dass gerade durch diese Art das Ganze noch authentischer, noch eher nachzufühlen wirkt. Und ich bin leider über die gesamte Geschichte nicht wirklich warm mit Cay geworden. Sie ist eine super interessante Figur, die ( so wirkt es auf mich) einiges an Ballast mit sich herumträgt, auch wenn das nie konkret so genannt wird. Aber sie ist aus meiner Sicht irgendwie zu verbissen in ihrem Weltbild, es gibt nur Schwarz und Weiß, Gut und Böse und das fand ich gerade bei einer in sich so widersprüchlichen Person wie Cay es für mich ist, irgendwie nicht passend.

Insgesamt aber durchaus ein super spannendes Buch, das kriminalistische und historische Elemente gut verbindet, aber gerade durch diese Verbindung auch eher keine Lektüre für mal nur so zwischendrin ist. Denn um die Geschichte wirklich zu durchsteigen muss man mitdenken, mitfühlen und darf nie vergessen, dass all diese grausame Dinge bis heute Auswirkungen haben (sollten).

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere