Profilbild von Jille

Jille

Lesejury Profi
offline

Jille ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Jille über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.04.2025

Toller Auftakt einer fesselnden Reihe

Narbenwald #Thriller
0

Chris Dominiks Thriller Narbenwald ist der fesselnde Auftakt der Reihe um die Ermittler Marc Davids und Zoé Martin.
Der Roman entführt die Leser:innen in die Abgründe der menschlichen Psyche und kombiniert ...

Chris Dominiks Thriller Narbenwald ist der fesselnde Auftakt der Reihe um die Ermittler Marc Davids und Zoé Martin.
Der Roman entführt die Leser:innen in die Abgründe der menschlichen Psyche und kombiniert brutale Verbrechen mit psychologischer Tiefe. Die Handlung beginnt mit einem grausamen Fund: In einem verlassenen Hotel werden Augäpfel entdeckt, begleitet von einer blutigen Botschaft. Schon bald folgen weitere grausame Taten, die durch Videos auf YouTube publik gemacht werden und die Ermittler vor ein verstörendes Rätsel stellen.

Der Autor brilliert durch eine düstere Atmosphäre und multiperspektivisches Erzählen, das zwischen den Ermittlern und den verstörenden Taten des Täters wechselt.
Besonders interessant ist für mich auch die moderne Einbindung von Social Media, die der Geschichte eine beklemmende Aktualität verleiht. Die Charaktere sind vielschichtig: Marc Davids kämpft mit seinen eigenen Dämonen, während Zoé Martin als ehrgeizige und starke Partnerin überzeugt.

Mit einer eindringlichen Sprache und einem philosophischen Prolog über Schmerz setzt Dominik den Ton für einen intensiven Thriller.
Ein beeindruckender Pageturner, der Lust auf weitere Fälle des Ermittlerduos macht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.04.2025

Auch ihr neustes Buch überzeugt

Die Bucht
0

Liz Webbs neuer Roman "Die Bucht" entführt die Leser auf eine kleine, raue Insel vor der Westküste Schottlands und bietet eine fesselnde Mischung aus psychologischem Thriller und Familiendrama.
Die Protagonistin ...

Liz Webbs neuer Roman "Die Bucht" entführt die Leser auf eine kleine, raue Insel vor der Westküste Schottlands und bietet eine fesselnde Mischung aus psychologischem Thriller und Familiendrama.
Die Protagonistin Nancy zieht mit ihrem Mann Calder auf die abgelegene Insel, um einen Neuanfang zu wagen. Doch das scheinbare Idyll wird schnell von düsteren Ereignissen überschattet: Calders Boot kentert, er überlebt nur knapp, verändert sich jedoch grundlegend. Als eine Leiche am Strand auftaucht, wird klar, dass die Vergangenheit nicht so leicht hinter sich gelassen werden kann.

Webb schafft es, die beklemmende Atmosphäre der isolierten Insel und Nancys wachsende Angst meisterhaft einzufangen. Die karge Landschaft und die verschlossenen Bewohner verstärken das Gefühl der Bedrohung. Der Spannungsbogen wird durch die geheimnisvolle Verwandlung Calders und die ungelösten Fragen um seine Vergangenheit konsequent aufrechterhalten.

Mit "Die Bucht" gelingt Liz Webb ein intensiver Thriller, der nicht nur durch seine packende Handlung überzeugt, sondern auch durch die psychologische Tiefe seiner Figuren. Fans von atmosphärischen Spannungsromanen werden begeistert sein.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.04.2025

Bewegendes Debüt

Cinema Love
0

Ich hatte das Glück diesen Roman bereits vor dem Erscheinungstermin lesen zu dürfen.
"Cinema Love" von Jiaming Tang ist ein bewegendes Debüt, das die Komplexität von Liebe, Verlust und Migration auf herzergreifende ...

Ich hatte das Glück diesen Roman bereits vor dem Erscheinungstermin lesen zu dürfen.
"Cinema Love" von Jiaming Tang ist ein bewegendes Debüt, das die Komplexität von Liebe, Verlust und Migration auf herzergreifende Weise erforscht. Die Geschichte spielt in einem heruntergekommenen Kino in der chinesischen Provinz, wo sich homosexuelle Männer trafen, um Intimität und Verbindung zu finden. Die Hauptfiguren, darunter Old Second und seine Frau Bao Mei, emigrieren nach New York City, wo sie mit den Herausforderungen der Integration und den Schatten ihrer Vergangenheit konfrontiert werden.Tangs Schreibstil ist lyrisch und evokativ, erzeugt eine klare, unsentimentale Atmosphäre und navigiert geschickt durch die vielschichtigen Emotionen und Perspektiven der Charaktere. Die Erzählung deckt über drei Jahrzehnte ab und beleuchtet die Spannungen zwischen kultureller Identität und persönlicher Freiheit. Besonders bemerkenswert ist die Darstellung der Frauen, die mit den geheimen Leben ihrer Ehemänner konfrontiert sind, was eine nuancierte und authentische Sicht auf die Erfahrungen von Migranten bietet.Dagegen lässt sich leider bemängeln, dass die nicht-weiblichen Figuren nicht immer genug Tiefe erhalten, insbesondere die männlichen Charaktere, deren Geschichten schnell in den Hintergrund treten. Dennoch ist "Cinema Love" ein eindrucksvolles Werk, das die Vielschichtigkeit der menschlichen Emotionen und die Kraft der Liebe in den Vordergrund stellt.Fazit: Ein bewegender und tiefgründiger Roman, der sich mit den Themen Liebe, Identität und Resilienz auseinandersetzt und eine faszinierende, selten erzählte Geschichte präsentiert. Empfehlenswert für Leser:innen, die sich für literarische Debüts und die Erforschung komplexer menschlicher Beziehungen interessieren

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.04.2025

Nett, wenn auch nicht ganz ausgeglichen im Detailgrad

Die Garnett Girls
0

Die Garnett Girls" ist das Debüt der britischen Autorin Georgina Moore.

Der Roman erzählt die Geschichte von Margo Garnett und ihren drei Töchtern Rachel, Imogen und Sasha, die auf der Isle of Wight leben. ...

Die Garnett Girls" ist das Debüt der britischen Autorin Georgina Moore.

Der Roman erzählt die Geschichte von Margo Garnett und ihren drei Töchtern Rachel, Imogen und Sasha, die auf der Isle of Wight leben. Nach der Trennung von ihrem Ehemann Richard zieht sich Margo zurück und überlässt ihre Töchter weitgehend sich selbst. Jahre später kämpfen die erwachsenen Schwestern mit eigenen Herausforderungen: Rachel fühlt sich durch das verfallende Familienhaus gebunden, Imogen zweifelt an ihrer bevorstehenden Hochzeit, und Sasha trägt ein Geheimnis, das die Familie erschüttern könnte.

Moore zeichnet ein vielschichtiges Bild familiärer Beziehungen und beleuchtet die Komplexität zwischen Mutter und Töchtern sowie die Dynamik unter den Schwestern. Die Kulisse der Isle of Wight wird dabei atmosphärisch eingefangen und verleiht der Geschichte zusätzlichen Charme.

Die Figur der Margo sowie manche der Nebencharaktere empfinde ich an manchen Stellen als etwas überzeichnet. Auch die Charakterentwicklungen bleiben leider an einigen Stellen etwas unausgeglichen, dass alle Töchter irgendwie mit Probleme in der Liebe kämpfen müssen wird teils (für mich ) eher künstlich herbeigeführt, wobei die Probleme der jeweiligen Partner meist nur sehr blass bleiben.

Und auch wenn ich, zumindest wenn man dem Interview mit der Autorin Glaube schenken mag, nicht ganz der Zielgruppe ( Frauen um die 50 ) entspreche, fand ich den Roman durchaus ganz nett, wenn auch an manchen Stellen eben etwas überzeichnet und gleichzeitig aber auch an manchen Stellen etwas zu kurzgefasst.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.03.2025

Interessante Thematik leider nicht ganz zufriedenstellend verarbeitet

Nowhere Heart Land
2

"Nowhere Heart Land" von Emily Marie Lara ist erstmal ein netter Roman, der mit großer Intensität und einer Prise Humor die Geschichte von Rosa erzählt. Nach Jahren in London kehrt sie in ihre Heimatstadt ...

"Nowhere Heart Land" von Emily Marie Lara ist erstmal ein netter Roman, der mit großer Intensität und einer Prise Humor die Geschichte von Rosa erzählt. Nach Jahren in London kehrt sie in ihre Heimatstadt in der deutschen Provinz zurück. Dort wird sie von Erinnerungen an ihre Jugend, ihre verstorbene Mutter und alte Freundschaften heimgesucht. Der Roman beleuchtet Rosas innere Zerrissenheit zwischen Nostalgie und Realität, während sie nach der Wahrheit in alten Geschichten sucht. Auch wenn ich die behandelten Thematiken grundsätzlich interessant finde, hat mir dieser Roman leider nur teilweise gefallen. Der Schreibstil war für meinen Geschmack einfach etwas zu sprunghaft, was es erschwert hat sich in die Geschehnisse einzudenken. Ich bin auch mit der Hauptprotagonistin Rosa leider nicht wirklich warm geworden, das war mir alles irgendwie zu "ich-fokussiert" und trotz dem eigentlichen Wunsch nach Selbstfindung ( bzw. halt der Erkenntnis wie´s weiter gehen soll) wurde irgendwie nur das Vergangene, nicht wirklich aber das Zukünftige betrachtet.Auch das Ende hat mich leider nicht wirklich glücklich gemacht. Es war einfach für mich nicht ganz schlüssig und es blieben viele, teils für mich schon sehr relevante Fragen, unbeantwortet. Außerdem fehlte für mich in einem Roman über das Erwachsenwerden dann doch etwas die Charakterentwicklung
Insgesamt ein Buch, das trotz des gewöhnungsbedürftigen Schreibstils, vom Gedanken her schön angelegt ist und auch interessante Punkte aufgreift, leider aber seinen Fokus meiner Meinung nach zu sehr auf eine Person legt, so teils den wahren Weg zur Selbsterkenntnis verklärt und schlussendlich meiner Ansicht nach nicht wirklich zufriedenstellend endet.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Atmosphäre