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JuliaRiccarda

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.06.2026

humorvolle Story mit Herzschmerz

(K)ein Date mit dir
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Jannes großer Traum ist ein Job bei dem YouTube-Channel NordStyle. Um den zu bekommen lässt sie sich darauf ein als Kandidatin bei einer Dating Show mitzumachen, die NordStyle zum Durchbruch verhelfen ...

Jannes großer Traum ist ein Job bei dem YouTube-Channel NordStyle. Um den zu bekommen lässt sie sich darauf ein als Kandidatin bei einer Dating Show mitzumachen, die NordStyle zum Durchbruch verhelfen soll. Als ein Kandidat absagt, erfindet Janne einfach einen, der rein zufällig ihrem unmöglichen neuen Nachbarn Ben verdammt ähnlich sieht. Nun muss sie den dazu bewegen bei dem Fake mit zu machen und ein Wochenende mit ihr in einem Romantikhotel zu verbringen.
Die Geschichte wird abwechselnd aus Jannes und Bens Sicht erzählt. So hat der Leser im Gegensatz zu den beiden äußerst sympathischen Protagonisten immer den Durchblick und weiß, warum der jeweils andere so handelt wie er es tut. Dass die zwei das voneinander nicht wissen, führt zu zahlreichen Missverständnissen, die mich oft zum Schmunzeln gebracht haben.
Etwa zwei Drittel des Buches sind einfach witzig zu lesen und dank dem locker-flockigen Schreibstil fliegt man nur so durch die Seiten. Im letzten Drittel kommt dann ordentlich Herzschmerz dazu. Für meinen Geschmack hätte der zwar schon früher kommen dürfen, aber Jannes Erlebnisse auf den verschiedenen Dates mit diversen Kandidaten sind auch sehr unterhaltsam.
Neben dem wunderbaren Setting an der Ostsee ist die Tatsache, dass Janne Diabetikerin ist und Ben unter Gesichtsblindheit leidet eine Besonderheit. Man merkt, dass die Autorin weiß, wovon sie schreibt. Denn sie selbst ist von dem einen und ihr Mann von dem anderen betroffen.

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Veröffentlicht am 16.06.2026

macht Lust auf Usedom

Die Mörderinsel
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Der Hotelbesitzer Holger Simonsmeyer wird des Mordes an der jungen Frau Susann angeklagt, jedoch aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Im Dorf startet ein Mobb gegen ihn. Dann wird erneut eine junge Frau ...

Der Hotelbesitzer Holger Simonsmeyer wird des Mordes an der jungen Frau Susann angeklagt, jedoch aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Im Dorf startet ein Mobb gegen ihn. Dann wird erneut eine junge Frau umgebracht. Und noch mehr Menschen müssen sterben. Die Journalistin Doro Kagel, die nach Holgers Inhaftierung einen großen Artikel über ihn schrieb, versucht Licht ins Dunkel zu bringen.
Die Geschichte wird in 3 Zeitebenen erzählt: Vor dem ersten Mord, vor dem zweiten Mord und nach beiden Morden. Außerdem wird sie aus der Sicht verschiedener Personen erzählt. Das war für mich ein wenig viel des Guten und wirkt eher verwirrend. Auch die Anzahl der involvierten Figuren ist sehr groß. Zum einen gibt es da die Familie um Holger, dann die Eltern und Schwester von Susann, die Familie der Schwester von Susanns Mutter, eine indische Familie und noch ein paar einzelne Personen. Beim Lesen hatte ich öfter Schwierigkeiten zu zuordnen wer denn jetzt wer ist.
Cliffhanger gibt es durch den Wechsel von Zeit und Sichtweisen reichlich. Die Story an sich ist auch spannend, auch wenn für meinen Geschmack manchmal etwas zu sehr ins Detail gegangen wird, was an einzelnen Stellen ein bisschen langatmig wirkt.
Was mir besonders gefallen hat, sind die kleinen Gedichte, die das Mordopfer geschrieben hat. Doro entschlüsselt die versteckten Botschaften darin nach und nach. Solche Rätsel liebe ich total. Leider sind sie aber so schwer und um die Ecke gedacht, dass der Leser keine Chance hat, darauf zu kommen. Zumindest mit ist es beim besten Willen nicht gelungen.
Die Geschichte spielt hauptsächlich auf Usedom. Die Beschreibung der schönen Landschaft und Erwähnungen für die Gegend typischer Tätigkeiten wie zum Beispiel Bernsteinsammeln machen direkt Lust auf einen Urlaub auf der schönen Insel.

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Veröffentlicht am 25.05.2026

alles nur nicht gewöhnlich

Die Toten von morgen
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Ein toter junger Mann wird in Berlin aufgefunden. Es scheint der Beginn eines Krieges zwischen rivalisierenden Drogenbanden zu sein. Kommissarin Nihal versucht Licht ins Dunkle zu bringen. Doch welche ...

Ein toter junger Mann wird in Berlin aufgefunden. Es scheint der Beginn eines Krieges zwischen rivalisierenden Drogenbanden zu sein. Kommissarin Nihal versucht Licht ins Dunkle zu bringen. Doch welche Rolle spielt Saad, von dem sie dachte sie sieht ihn nie wieder?
Der Thriller ist der zweite in der Reihe um Nihal und Saad. Man kann ihn aber gut ohne Kenntnis des Vorgängerbandes lesen. Die nötigen Informationen bekommt der Leser.
Krimis im Drogenmilieu sind jetzt nicht so unbedingt mein Lieblingsthema. Das Buch hat mich vor allem wegen der ungewöhnlichen Protagonisten interessiert. Und ich wurde nicht enttäuscht. Es ist etwas ganz anderes als alle Bücher, die ich bisher gelesen habe.
Die Protagonisten Nihal und Saad sind echte Charakterfiguren. Beide hatten sie schon mit einigen Schicksalsschlägen im Leben zu kämpfen, weshalb sie wohl auch so sind wie sie sind. Jeder von ihnen bringt seine Geheimnisse mit, an deren Auflösung ich eben so sehr interessiert war wie an der Lösung des Falls. Miteinander verbindet sie eine komplizierte Liebesgeschichte, die ich mit viel Freude verfolgt habe. Die kleine Leila, Saads Tochter, mochte ich sehr. Sie ist ein absolut toughes Mädchen, bringt zusätzlich Pep in die Geschichte und ich musste mehr als einmal über ihre Sprüche schmunzeln.
Bei den doch recht vielen Personen der beiden Banden hatte ich manchmal etwas Mühe den Überblick zu behalten, wer nun wohin gehört. Der Spannung tut das aber keinen Abbruch. Der Schreibstil ist alles, nur nicht gewöhnlich. Es herrscht schon ein recht rauer Umgangston. Aber die Sprache spiegelt die Welt der Protagonisten wunderbar wieder, weshalb ich das absolut gelungen finde.

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Veröffentlicht am 16.05.2026

toller Plot, eher schwache Figuren

Bachelorette Party
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Vor zehn Jahren verbrachten vier junge Frauen ein Wochenende auf einer einsamen schwedischen Schäreninsel. Und kehrten nie zurück. Heute verbringt ebenfalls eine Gruppe junger Frauen an eben jenem Ort ...

Vor zehn Jahren verbrachten vier junge Frauen ein Wochenende auf einer einsamen schwedischen Schäreninsel. Und kehrten nie zurück. Heute verbringt ebenfalls eine Gruppe junger Frauen an eben jenem Ort ein Wochenende im Rahmen eines Junggesellinnenabschieds. Heute steht auf der Insel ein Luxusresort, das demnächst eröffnet werden soll. Die Gruppe darf exklusiv als erste Gäste dort logieren. Aber es wird kein entspanntes Wochenende, sondern die schrecklichen Ereignisse scheinen sich zu wiederholen.
Der Leser wird schon auf der ersten Seite in die Morde von Damals hinein katapultiert und gleich Anfang gefesselt. Im Anschluss geht es im Heute mit dem JGA weiter. Immer wieder werden Passagen aus der Zeit ein paar Tage vor den Morden von vor zehn Jahren eingefügt. Der Wechsel zwischen den Zeitebenen hat mir sehr gut gefallen, wobei ich das „Damals“ etwas mehr mochte als das „Heute“. Nach und nach tauchen immer mehr Fragen und rätselhafte Details auf, immer überschattet von der Frage: Wem kann man eigentlich vertrauen? Manche Passagen sind so spannend, dass ich regelrecht durch das Buch geflogen bin und die Seiten nur überflogen habe. Andere Passagen jedoch sind ein klein wenig zäh. Da wird mir zu viel erzählt, wie welche Frau aussieht. Das konnte ich mir sowieso nicht merken.
Die heutige Geschichte wird aus den Perspektiven der ehemaligen Podcasterin Tessa erzählt, deren Leben gerade dabei ist den Bach runter zu gehen und die ein dunkles Geheimnis umgibt. Mit dabei sind außerdem ihre Schwester Lena, die zukünftige Braut Anneliese, die Trauzeugin Mikaela, Caroline und Natalie als einzige, die den sogenannten Freundeskreis nicht von früher kennt. Ebenfalls mit auf dem Resort sind Irene, Hotelchefin und Gastgeberin, sowie der undurchsichtige Koch Adam. Ich schreibe der „sogenannte“ Freundeskreis, weil die Atmosphäre zwischen den Frauen nicht wirklich freundschaftlich ist. Vielmehr wirkt die Stimmung unterschwellig aggressiv. Absolut unsympathisch war mir Mikaela mit ihrem hohen Geltungsdrang. Auch Tessa ist nicht gerade eine Protagonistin, die man ins Herz schließt. Die anderen wirken alle relativ ähnlich, stechen für mich aber nicht aus der Masse heraus, was es für mich etwas schwer gemacht hat immer im Kopf zu behalten, wer wer ist und welche Details zu welcher Frau gehören.
Und dann sind da ja auch noch die Frauen von „Damals“. Hier wird die Geschichte aus Matildas Sicht erzählt, die ich von allen am liebsten mochte. Sie ist sympathisch und da aus ihrer Perspektive erzählt wird, konnte ich mich ganz gut in sie hinein versetzen. Tiefgehende Charakterzüge konnte ich bei ihr allerdings auch nicht erkennen, ebenso wenig wie bei ihren drei Freundinnen.
Zunächst scheint es keine Verbindung zwischen den beiden Gruppen zu geben. Nach und nach wird jedoch klar, dass es bei mehr als einer der Frauen von heute einen Zusammenhang zu denen von damals gibt.
Das Setting einer einsamen Insel mit Luxusresort ist jetzt nichts Neues, funktioniert aber gut. Vom Luxus habe ich wenig mitgekriegt. Auch dass die Story auf einer schwedischen Schärensinsel spielt, kommt nicht deutlich zur Geltung. Es hätte jede x-beliebige einsame Insel sein können. Gestört hat mich dieser Umstand jedoch nicht.

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Veröffentlicht am 14.04.2026

eine verfluchte Insel?

Das Retreat
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Cover: Das Cover ziert das titelgebende Retreat auf der einsam gelegenen Insel vor dunklem Himmel. Das sieht recht schön aus. Doch das wirklich unfassbar Schöne ist der besondere Farbschnitt.
Inhalt: ...

Cover: Das Cover ziert das titelgebende Retreat auf der einsam gelegenen Insel vor dunklem Himmel. Das sieht recht schön aus. Doch das wirklich unfassbar Schöne ist der besondere Farbschnitt.
Inhalt: Schon zweimal in ihrer Geschichte wurde die Insel von Verbrechen heimgesucht. Und es soll nicht das letzte Mal bleiben. Hana will mit ihrer Familie eine kleine Auszeit in dem Retreat verbringen. Doch dann gibt es eine Leiche. Und der Mörder ist mitten unter ihnen.
Meine Meinung: Das Buch ist das zweite aus der Reihe um die Kommissarin Elin Warner. Der erste Fall wird immer wieder mal erwähnt. Allerdings kann man „Das Retreat“ problemlos lesen ohne den Vorgängerband zu kennen. Vielmehr machen die Anspielungen Lust darauf den ersten Thriller auch zu lesen.
Die Geschichte wird abwechselnd aus der Perspektive von Hana und Elin erzählt. Hierbei erfährt der Leser sowohl einiges über die Sorgen und Nöte, mit denen die Kommissarin zu kämpfen hat, als auch über Hanas Vergangenheit und der Beziehung zu ihrer Familie. Am Anfang wird für meinen Geschmack allerdings etwas viel über die Gedanken und Gefühle der beiden erzählt. Es passiert nicht wirklich viel. Bei Seite hundert gibt es dann die erste überraschende Wendung. Für meinen Geschmack hätte das gern etwas früher sein können. Ab da nimmt der Thriller an Fahrt auf und es folgen noch einige weitere Twists.
Ich liebe es immer an Stories, wenn sie eine Verbindung zur Vergangenheit haben. Und das ist hier gleich in zweifacher Form gegeben. Denn schon zweimal in der Vergangenheit fanden hier mysteriöse Ereignisse statt. Hängen diese zusammen? Wurde der wahre Mörder damals wirklich verhaftet? Oder er ist er nach wie vor auf freiem Fuß und mordet jetzt wieder? Wie Elin die damaligen Ereignisse nach und nach aufdeckt und die Verbindung zu den heutigen Taten herstellt hat mich gefesselt. Der Zusammenhang zwischen den damaligen und heutigen Taten ist von der Autorin einleuchtend gewählt. Allerdings konnte ich Elins zwar durchaus zielführende Gedankengänge nicht immer nachvollziehen. Mehr als einmal dachte ich „Was für ein Zufall, dass die Kommissarin so um die Ecke denkt und somit der Lösung näher kommt.“ Das wirkt mitunter schon arg konstruiert auf mich.
Das Setting auf der einsam gelegenen Insel ist zwar nicht Neues, aber immer wieder spannend. Die zum Teil ungewöhnlichen Ermittlungsorte sorgen für das richtige Maß an Abenteuer und Abwechslung.

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