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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.05.2025

Woher wir kommen

Black Cake
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'Black Cake - Alles, was uns verbindet' von Charmaine Wilkerson lässt mich etwas zwiegespalten zurück.
Wir begleiten die zerstrittenen Geschwister Benny und Byron, die dem letzten Willen ihrer verstorbenen ...

'Black Cake - Alles, was uns verbindet' von Charmaine Wilkerson lässt mich etwas zwiegespalten zurück.
Wir begleiten die zerstrittenen Geschwister Benny und Byron, die dem letzten Willen ihrer verstorbenen Mutter folgen und eine von ihr selbst eingesprochene Tonbandaufnahme hören.
In dieser erzählt die Mutter von ihrer Jugend, ihren Wurzeln und den Umständen, die sie zu der Person gemacht haben, die sie war.
Der Roman spricht einige sensible Themen an, wie Rassismus, Diskriminierung, familiäre Probleme und weitere gesellschaftliche Herausforderungen.
Die Geschicht wird in der Gegenwart erzählt, aus der Perspektive der Geschwister, sowie in Rückblenden aus der Sicht der Mutter in der Vergangenheit.
Besonders die Vergangenheit fand ich äußerst interessant und fesselnd. Die Gegenwarts-Kapitel über Benny und Byron habe ich oft nur überflogen, um herauszufinden, was ihre Mutter noch zu erzählen hat.
Welche Geheimnisse verbirgt sie?
Der Familienroman konnte mich zwar nur teilweise abholen, doch den Handlungsstrang der Mutter fand ich wirklich gelungen und tiefgründig.
Es ist für mich ein "kann", aber kein "muss" Buch - also ein Werk, das ich empfehlen kann, aber nicht zwingend jedem aufdrängen würde.

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Veröffentlicht am 30.04.2025

Wurzeln

Beeren pflücken
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Einen schönen Abschluss meines Lesemonats April hat mir der Roman 'Beeren pflücken' von Amanda Peters beschert.
Er erzählt die Geschichte einer indigenen Mi'kmaq Familie, die jedes Jahr von Nova Soctia ...

Einen schönen Abschluss meines Lesemonats April hat mir der Roman 'Beeren pflücken' von Amanda Peters beschert.
Er erzählt die Geschichte einer indigenen Mi'kmaq Familie, die jedes Jahr von Nova Soctia nach Maine zieht, um den Sommer über bei der Blaubeerernte zu helfen.
Die jüngste der fünf Geschwister, Ruthie, wartet stets geduldig auf einen Stein und spielt mit ihrer Stoffpuppe.
Eines Tages ist Ruthie verschwunden und taucht trotz endloser Suchaktionen nicht wieder auf.
Dieser Teil der Erzählung wird aus der Perspektive des zweitjüngsten Familienmitglieds, Joe, geschildert.
Der zweite Handlungsstrang dreht sich um Norma. Sie wächst als Einzelkind bei einer äußerst ängstlich und fast schon erdrückenden Mutter sowie einem eher zurückhaltenden Vater auf. Obwohl sie sehr geliebt wird, fehlt ihr dennoch etwas.
Komische Träume, ungewöhnliche Empfindungen und eine dunklere Hautfarbe begleiten sie lange Zeit in ihrem Leben.
Der Klappentext verrät bereits die Verbindung zwischen den beiden Handlungssträngen, doch im Verlauf der Geschichte passiert noch so viel mehr. Als Leser fiebert man mit und ist einfach nur gespannt, wie alles weitergeht.
Der Roman liest sich unglaublich flüssig, und besonders die Handlung um Joe hat mir sehr gefallen.
Seine Schuldgefühle, Wut, Schmerz und Ziellosigkeit, aber auch die Hoffnung, die ihn antreibt, prägen sein Leben.
Das Buch bietet eine Vielzahl an Themen, ohne dabei überladen zu wirken. Es ist nicht immer leicht zu lesen, was diese Familie alles durchmachen muss, doch ich habe das Lesen die ganze Zeit über sehr genossen, weil es einfach ein großartiger Roman ist.
Ich empfehle ihn sehr gerne weiter! 🙂

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Veröffentlicht am 23.04.2025

Sich finden

Wild wuchern
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'Wild wuchern' von Katharina Köller hat mich wirklich begeistert.
Das Buch ist super kurzweilig, mit interessanten Figuren, tiefgründigen und kritischen Themen. Die Sprache ist toll, die Familiengeschichte ...

'Wild wuchern' von Katharina Köller hat mich wirklich begeistert.
Das Buch ist super kurzweilig, mit interessanten Figuren, tiefgründigen und kritischen Themen. Die Sprache ist toll, die Familiengeschichte spannend, und zwischendurch gibt es humorvolle Momente.
Die Geschichte beginnt mit Maries Flucht vor ihrem tyrannischen Partner.
Sie rennt nachts bergauf zur Almhütte ihrer Cousine Johanna um dort Schutz zu finden.
Da die beiden seit ihrer Jugend keinen engen Kontakt mehr hatten und unterschiedlicher nicht sein könnten, entwickelt sich ein spannender Prozess des Annäherns, des gegenseitigen Verstehens und des Findens zueinander.
Ich mochte die schweigsame und recht harsch wirkende Johanna sehr gerne.
Dort oben, alleine mit ihren Tieren, führt sie ein friedliches Leben und hat wahrscheinlich mehr mit der neuen Situation zu kämpfen als Marie.
Marie kennt es nicht anders, sie passt sich an und will gefallen, schon immer und bleibt dabei natürlich auf der Strecke.
Was mich überrascht hat: Mir ist erst nach dem Lesen aufgefallen, dass das Buch keine Kapitel hat.
Das hat mich aber überhaupt nicht gestört, denn ich wollte einfach immer weiterlesen und habe dabei nicht wie sonst immer mal wieder geschaut, wann Zeit für eine (Kapitel)-Pause ist.
Die eingewebte österreichische Mundart hat mir sehr gut gefallen, ebenso die vielen klugen Zitate.
Ich hätte mir alle markieren sollen, doch ich wollte mich nicht aus der Geschichte herausreißen lassen.
Ein Zitat, das mir besonderes im Gedächtnis geblieben ist, lautet:
"Seit du da bist, bin ich einsam."
Das hat mich sehr berührt.
Es gibt in diesem Roman einiger dieser ehrlichen, tiefgehenden und manchmal auch krassen Zitate.
Alles in allem ein tolles Buch, das ich auf jeden Fall weiterempfehlen kann.

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Veröffentlicht am 19.04.2025

Ungelöste Fragen

Niemand hat es kommen sehen
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So, nun habe ich seit langem mal wieder einen Krimi beendet, und zwar 'Niemand hat es kommen sehen' von Gudrun Lerchbaum.
Ich lese ja sehr gerne querbeet durch diverse Genres, außer Science-Fiction und ...

So, nun habe ich seit langem mal wieder einen Krimi beendet, und zwar 'Niemand hat es kommen sehen' von Gudrun Lerchbaum.
Ich lese ja sehr gerne querbeet durch diverse Genres, außer Science-Fiction und Krimis.
Bei Krimis sind mir immer zu viele Kommissarinnen Chefinnen, Reporter*innen, LKA, BKA, SEK usw. involviert und ich komme durcheinander 😅🙈.
Dieses mir bekannte Problem hatte ich auch hier und noch dazu hab ich die Story nicht verstanden und wusste am Ende gar nicht mehr, wer worin involviert war und ist und wer die einzelnen Personen überhaupt sind.
Tatsächlich war es diesmal aber so, weil ich hier einen zweiten Teil gelesen habe und das unbewusst. Da hat mir, glaube, viel Vorwissen gefehlt. Dies war leider erst im Nachwort ersichtlich.
Die Erzählung dreht sich um Maria, die nach dem Tod ihrer pflegebedürftigen Mutter verschwunden war und plötzlich still und leise wieder da ist.
Und da, wo sie eventuell war, ist ein Mord geschehen
Dies wirft viele Fragen auf und ich war gespannt, ob Maria nun Täterin oder Opfer ist.
Es gibt den typischen Dorffunk und kritische Stimmen werden laut, aber auch Fürrednerinnen tun sich auf, nur Maria bleibt leise. Kann sie sich doch an nichts erinnern.
Die Ermittler Mel und Theo ermitteln und ebenso der Journalist Lando versucht zu verstehen, was passiert ist.
Die Story an sich ist gut, aber ich gebe zu, ich hatte durchgehend Fragezeichen im Kopf und diese haben sich auch am Ende nicht aufgelöst.
Also meine Empfehlung wäre auf jeden Fall erst den ersten Teil zu lesen.

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Veröffentlicht am 12.04.2025

Vom Täter zum Opfer

Der Einfluss der Fasane
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Dies hier ist wieder so eine Rezension, die mir richtig schwerfällt.
'Der Einfluss der Fasane' von der Autorin Antje Rávik Strubel hat mir bis etwas über die Hälfte wirklich gut gefallen und dann ging ...

Dies hier ist wieder so eine Rezension, die mir richtig schwerfällt.
'Der Einfluss der Fasane' von der Autorin Antje Rávik Strubel hat mir bis etwas über die Hälfte wirklich gut gefallen und dann ging es leicht bergab.
Die Erzählung grob angerissen:
Die taffe Feuilletonchefin Hella Karl gerät plötzlich ins Kreuzfeuer.
Ist sie nicht ziemlich wahrscheinlich für den Selbstmord des Theater-Intendanten Kai Hochwerth verantwortlich?
Sie hat schließlich den Artikel über ihn und seine Aufforderung zur Abtreibung an eine seiner Schauspielerinnen geschrieben.
Ruck zuck, wird nun plötzlich der Täter zum Opfer und Hella zum Sündenbock.
Die Figur von Hella Karl fand ich super dargestellt. Ein paar typisch patriarchale Verhaltensmuster wurden ihr zugeteilt und auch im ganzen Buch aufgezeigt, und das hat mir gut gefallen.
Das mit den Fasanen kann ich nicht erklären, hat sich mir nicht erschlossen.
Insgesamt macht der Roman auf eine lockere Art auf das Thema Machtmissbrauch und die Gefahr der Hetze in den sozialen Medien aufmerksam. Das ist schon recht interessant, muss ich sagen.
Wie schon am Anfang erwähnt kam ich super in die Erzählung rein und es hat mich total gepackt, dann flaute es ab und nur noch Hellas Gedanken konnten mich nicht mehr wirklich fesseln.
Ich bin zwar nicht zu hundert Prozent überzeugt, aber fand es auch nicht schlecht 😅.
Da ich so hin- und hergerissen bin, empfehle ich, dass Ihr Euch am besten ein eigenes Bild von dem Buch macht.

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