Mörderjagd in Bad Gastein
Leichenschmaus mit KaiserschmarrnValerie Thaller betreibt gemeinsam mit ihrem Mann das seit langem im Familienbesitz befindliches Grand Hotel in Bad Gastein. Doch die Idylle wird jäh gestört, als sie auf die Leiche von Lieselotte Hehenberg ...
Valerie Thaller betreibt gemeinsam mit ihrem Mann das seit langem im Familienbesitz befindliches Grand Hotel in Bad Gastein. Doch die Idylle wird jäh gestört, als sie auf die Leiche von Lieselotte Hehenberg stößt, Erbin einer großen Möbelhauskette, Moderatorin einer beliebten Fernsehsendung und Stammgast im Grand Hotel. Dass es Mord war, ist offensichtlich, wer der Täter ist, dagegen völlig unklar. Als das Hotel in negative Schlagzeilen gerät und die Polizei auf der Stelle zu treten scheint, entschließen sich Valerie und ihre beste Freundin Nora, die Ermittlungen selbst in die Hand zu nehmen.
Der Klappentext bezeichnet dieses Buch als „Wohlfühlkrimi“, und dies sicher zurecht.
Valerie, aus deren Perspektive durchgehend erzählt wird, ist eine sympathische Protagonistin. Ein großer Teil des Inhalts dreht sich um den Alltag ihrer Familie und in ihrem Hotel. Sie sowie die Personen aus ihrem Umfeld sind nachvollziehbar und lebendig gezeichnet. Ich konnte mich daher wunderbar in sie hineinversetzen und es ist schön, sie bei ihren Abenteuern zu begleiten.
Auch Bad Gastein als Schauplatz ist an sich gut gewählt, kommt meiner Meinung nach jedoch nicht genug zur Geltung. Valerie spaziert zwar immer wieder durch die Gegend, wobei Straßen, Wege und Orte weitgehend mit ihrem richtigen Namen bezeichnet werden, die Namen von Hotels etc jedoch in der Regel erfunden bzw verfremdet wurden. Die Beschreibungen von Gebäuden oder Landschaften hätten aber ausführlicher und plastischer sein können, damit auch Leute, die noch nie in Gastein waren, sich die jeweilige Umgebung besser vorstellen können.
Der Kriminalfall kann mit einigen Verdächtigen und möglichen Motiven aufwarten, ist objektiv betrachtet allerdings nicht besonders aufregend und die Auflösung nicht wirklich überraschend. Die Handlung schreitet Großteils sehr gemächlich voran, erst gegen Ende gibt es eine beinahe übertrieben dramatische Szene.
Dennoch hat mich die Lektüre gut unterhalten und ich freue mich schon auf die Fortsetzung. Typische Krimi-Spannung darf man eben nicht erwarten, dafür wird ein paar Mal gekocht (allerdings kein Leichenschmaus) und die Rezepte im Anhang stellen einen interessanten Mehrwert dar.