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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.08.2025

Wenn die Toten den Lebenden helfen

Der Freund der Toten
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Mulderrig, im irischen County Mayo ist „ein Dorf wie kein anderes“. Das zeigt sich unter anderem daran, dass sich hier die Toten mitten unter den Lebenden bewegen. Sichtbar sind sie allerdings nur für ...

Mulderrig, im irischen County Mayo ist „ein Dorf wie kein anderes“. Das zeigt sich unter anderem daran, dass sich hier die Toten mitten unter den Lebenden bewegen. Sichtbar sind sie allerdings nur für wenige. Zu diesen gehört der 26-jährige Mahony, der im April 1976 überraschend auftaucht und herausfinden möchte, was mit seiner kurz nach seiner Geburt verschwundenen Mutter passiert ist.
Er findet ein paar Unterstützer, allen voran seine junge Zimmervermieterin Shauna, die exzentrische ehemalige Schauspielerin Mrs Cauley und deren beste Freundin Bridget Doosey. Doch viele andere beäugen ihn mit Argwohn, sodass er von den Toten mehr Hilfe erwarten kann als von den Lebenden.

Es ist ganz amüsant, Mahony bei seinen Unternehmungen zu begleiten. Dies liegt vor allem an den zahlreichen interessanten und skurrilen Persönlichkeiten, die Mulderrig bevölkern. Sowohl unter den Lebenden als auch unter den Toten gibt es außergewöhnliche Charaktere.
Die Nachforschungen bezüglich des verschwundenen Mädchens gehen jedoch ziemlich gemächlich vonstatten und erzeugen kaum Spannung. Die eigentliche Auflösung ist eher banal und weist viele Ungereimtheiten auf. Manche Fragen bleiben unbeantwortet. Außerdem steht bereits nach ca zwei Dritteln des Buches fest, wer der Bösewicht ist. Eine echte Überraschung oder unerwartete Wendung bleibt aus.

Für meinen Geschmack kommt auch zu viel Übernatürliches vor, und zwar nicht nur was die „lebenden Toten“ betrifft. Immerhin wird dadurch manchmal ordentlich Schwung in die Handlung gebracht.
Alles in allem ist dieser Roman, wenn man über einige unrealistische Geschehnisse hinwegsehen kann, dennoch lesenswert. Schon allein die beiden älteren Damen sorgen für einigen Unterhaltungswert und das Dorfleben wird anschaulich geschildert.

Veröffentlicht am 09.08.2025

Feminismus mit dem Holzhammer

Die Wut, die bleibt
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März 2021: Helenes Selbstmord aus heiterem Himmel stellt die Hinterbliebenen vor große Herausforderungen. Ihre 15jährige Tochter Lola muss sich zunächst verstärkt um ihre jüngeren Brüder kümmern. Neben ...

März 2021: Helenes Selbstmord aus heiterem Himmel stellt die Hinterbliebenen vor große Herausforderungen. Ihre 15jährige Tochter Lola muss sich zunächst verstärkt um ihre jüngeren Brüder kümmern. Neben der Wut über den Tod ihrer Mutter hat sie auch andere Sorgen. Schon länger sieht sie sich als Feministin, nach einem traumatischen Erlebnis beginnt sie sich für Kampfsport zu begeistern.
Helenes beste Freundin Sarah zieht schließlich in Helenes Wohnung, um deren Mann bei der Kinderbetreuung zu unterstützen. Was zur Folge hat, dass bald die ganze Arbeit an ihr hängen bleibt.

Am Anfang fand ich diese Geschichte interessant und konnte auch einige Sympathien für die Protagonistinnen aufbringen. Dies hat aber mehr und mehr nachgelassen. Sarahs Gedanken sind ein ständiges Gejammer darüber, wie schwer es Frauen bzw Mütter doch hätten. Und das von einer Frau, die sich diese Rolle ja nun wirklich selbst ausgesucht hat und dennoch über weite Strecken nicht einmal den Versuch unternimmt, etwas zu ändern.
Lola ist ein typischer Teenager, weiß alles besser und hält sich für die einzig Wissende umgeben von lauter Ignoranten. Immerhin muss man ihr zugute halten, dass sie nicht nur redet, sondern auch handelt, allerdings auf ausschließlich destruktive Weise. Wenn schon weibliche Wut thematisiert wird, dann sollten auch Beispiele gezeigt werden, wie diese zu tatsächlich hilfreichen Aktionen inspirieren kann.
Nebenbei bemerkt ist es gerade von einem feministischen Standpunkt aus fragwürdig, wenn hier suggeriert wird, dass vier (zugegebenermaßen junge, dafür aber gut trainierte) Frauen, die noch dazu das Überraschungsmoment auf ihrer Seite haben, nötig sind, um einen einzigen Durchschnittsmann zu überwältigen.
Außerdem sind mir die ständigen Anspielungen auf Corona auf die Nerven gegangen. Angesichts des Zeitraums, in dem dieses Buch spielt (und geschrieben wurde), natürlich verständlich und die Kritik daran, dass bei der Verhängung von Maßnahmen deren Auswirkungen auf Frauen und Jugendliche ignoriert wurden, ist sicher richtig. (Wobei sich übrigens die Frage stellt, wo damals eigentlich der große Aufschrei der sonst so lauten Feministinnen geblieben ist.) Da die hier angesprochenen Themen aber grundsätzlich zeitlos sind, wäre ein zeitloseres Setting besser gewesen.

Veröffentlicht am 09.08.2025

Faszinierende Theorie zum Ursprung der Besonderheit Westeuropas

Die seltsamsten Menschen der Welt
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Zur Frage, warum gerade es Europa bzw die europäischen Ableger in Nordamerika geschafft haben, ab dem 15. Jahrhundert eine weltweite Vormachtstellung einzunehmen und warum gerade hier die industrielle ...

Zur Frage, warum gerade es Europa bzw die europäischen Ableger in Nordamerika geschafft haben, ab dem 15. Jahrhundert eine weltweite Vormachtstellung einzunehmen und warum gerade hier die industrielle Revolution ihren Ausgang genommen hat, wurden schon viele verschiedene Theorien aufgestellt.
Der Anthropologe Joseph Henrich verfolgt hier einen (zumindest für mich) neuen und faszinierenden Ansatz.
Zunächst beginnt er aber mit der Feststellung, dass die sonderbarsten Menschen der Welt nicht in entlegenen Regionen Amazoniens oder Neuguineas oder unter steinzeitlichen Jägern und Sammlern leben, sondern in den westlichen Industriestaaten. „Sonderbar“ ist hier das Wort, mit dem die Übersetzer das englische Akronym WEIRD (western, educated, industrialized, rich und democratic) wiedergeben. Jahrzehntelang und meist auch heute noch handelte es sich beim Großteil der Versuchspersonen in psychologischen Studien um solche sonderbaren Leute. (In der Regel um Studenten aus den USA oder Westeuropa.). Dass deren Psychologie nicht annähernd repräsentativ für die Menschheit als Gesamtes ist, zeigt der Autor in den ersten Kapiteln anhand zahlreicher Beispiele. Dazu gehören unter anderem größere Selbstbezogenheit, weniger Ehrfurcht vor Älteren/ Traditionen, analytisches vor ganzheitlichem Denken oder auch mehr Vertrauen, Fairness und Ehrlichkeit gegenüber Fremden und unpersönlichen Institutionen (wie Staaten).
Als Ursache für all dies identifiziert er das Ehe- und Familienprogramm der katholischen Kirche. Denn während davor (und im Rest der Welt noch lange danach) das Leben der Menschen in auf Verwandtschaft basierenden Großfamilien und Clans organisiert war, wurden diese Strukturen zerstört, als die Kirche Eheschließungen zwischen Verwandten oder Verschwägerten immer weiter einschränkte. Dies zog eine ganze Reihe von Folgen nach sich, insbesondere das Entstehen von auf Freiwilligkeit basierenden Zusammenschlüssen wie freien Städten, Zünften oder Universitäten.
Wie diese Änderungen der Familienstrukturen im Lauf der Jahrhunderte immer weitere Kreise zogen und schließlich in Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und wirtschaftlichem Aufschwung mündeten, wird hier sehr anschaulich beschrieben und mit einer Vielzahl an wissenschaftlichen Studien belegt, in die tatsächlich Populationen aus allen Teilen der Welt einbezogen waren. Dabei gibt es auch so manche unerwartete Erkenntnis. So zeigt sich etwa, dass die heutige politische und wirtschaftliche Situation verschiedener Regionen Europas noch davon beeinflusst wird, wo vor 1500 Jahren die Grenzen des fränkischen Reiches verliefen oder wo vor 1000 Jahren Zisterzienser-Klöster existierten.
Der Autor betrachtet die Vergangenheit und Gegenwart Europas und der Welt also aus einer ungewöhnlichen Perspektive und ich finde seinen Ansatz sehr aufschlussreich.
Trotzdem denke ich, dass auf diese Weise nicht alles erklärt werden kann bzw die Betrachtungen weiter gefasst hätten werden müssen. Wenn beispielsweise (auf Seite 578) konstatiert wird, dass die Einführung partizipativer oder repräsentativer Formen des Regierens im China des 16. Jahrhunderts (im Gegensatz zu Europa) undenkbar gewesen wäre, dann trifft das zwar eben auf China zu. Es würde allerdings nicht für das antike Griechenland gelten, wo bereits 500 Jahre vor Christi Geburt die Demokratie „erfunden“ wurde. (Natürlich hat das antike Verständnis von Demokratie nicht allzu viel mit unserem heutigen zu tun. Dasjenige der ersten Aufklärer aber ebenfalls nicht – da wie dort waren beispielsweise Frauen und Sklaven vom Wahlrecht ausgenommen.) Gewisse Vorläufer der sonderbaren Psychologie könnten also eventuell schon älter sein als die katholische Kirche. Was aber natürlich kein Widerspruch, sondern eher eine Ergänzung zu der in diesem Buch aufgestellten These wäre.
Außerdem kommt für mich eine Untersuchung der Psychologie von Jäger-und-Sammler-Stämmen zu kurz. Aber das hätte wohl zu weit geführt.
Ein weiterer Kritikpunkt der sich jedoch an die deutsche Übersetzung richtet, ist die Art des Genderns, die darin besteht, wahllos mal die männliche, mal die weibliche Form zu verwenden. Natürlich ist, wenn etwa von „Psychologinnen“ gesprochen wird, klar, dass hier Personen beiderlei Geschlechts gemeint sind. Wenn aber beispielsweise beschrieben wird, dass „Mapuche-Bäuerinnen“ befragt worden seien, dann ist nicht eindeutig ersichtlich, ob hier tatsächlich nur Frauen als Versuchspersonen fungierten. Es wäre besser gewesen, (zumindest) in solchen „Zweifelsfällen“ von „Bauern und Bäuerinnen“ zu sprechen – bei einer Gesamtlänge des Buches von über 900 Seiten (darunter ca 710 Seiten Haupttext und ca 110 Seiten Anmerkungen) wäre es auf die paar zusätzlichen Worte wohl auch nicht angekommen.
Schon allein aufgrund der Länge ist für die Lektüre trotz des lebendigen Stils eine gewisse Kondition erforderlich. Man hätte an manchen Stellen etwas kürzen bzw etwas weniger verschiedene Studien zitieren oder manche Wiederholungen vermeiden können.
Dennoch kann ich dieses Buch nur empfehlen. Selbst wenn die hier präsentierte Theorie nicht als alleinige Erklärung der europäischen Besonderheiten ausreicht, bietet sie doch eine Vielzahl interessanter Denkanstöße.

Veröffentlicht am 09.08.2025

Interessante Gedanken und Theorien rund um Denken und Intelligenz

A Thousand Brains
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Jeff Hawkins, Wissenschaftler und Gründer mehrerer Unternehmen, behandelt hier einige interessante Themen:
Zunächst stellt er seine Theorie über die Funktionsweise des Gehirns, insbesondere des Neokortex, ...

Jeff Hawkins, Wissenschaftler und Gründer mehrerer Unternehmen, behandelt hier einige interessante Themen:
Zunächst stellt er seine Theorie über die Funktionsweise des Gehirns, insbesondere des Neokortex, vor. Er geht dabei von der Annahme aus, dass der menschliche Neokortex aus Hunderttausenden an sich identischen Einheiten, den sogenannten kortikalen Säulen, besteht, die alle auf die gleiche Weise funktionieren und sich nur darin unterscheiden, womit sie verbunden sind. Damit erklärt er, wie wir durch Bewegung lernen und dass es für jedes Objekt Tausende von Modellen gibt, deren Zusammenspiel dazu führt, dass der Neokortex ein Modell der Welt lernt.
Danach befasst er sich mit den Möglichkeiten künstlicher Intelligenz, zeigt auf, warum die heutige KI nicht wirklich intelligent ist und beschreibt auch die Gefahren dieser Technologien, die er meiner Ansicht nach jedoch zu klein redet.
Abschließend wendet es sich der gegenwärtigen Situation der Menschheit zu, behandelt die Risiken des Zusammenspiels von altem Gehirn und falschen Überzeugungen und plädiert schließlich dafür, dass wir eine Art Nachlassplanung für die Zeit nach unserem Aussterben betreiben sollten.
So werden hier zahlreiche spannende Gedanken und Theorien rund um Denken und Intelligenz, den Weg zum Erkenntnisgewinn sowie Gegenwart und Zukunft der Menschheit vorgestellt. Die Argumente werden Schritt für Schritt aufgebaut und sind überwiegend leicht nachvollziehbar. Ich kann nicht beurteilen, wie wissenschaftlich fundiert die Thousand-Brains-Theorie ist. Sie wird aber jedenfalls mit einigen Literaturempfehlungen und Hinweisen auf Forschungsergebnisse untermauert.
Was die Meinungen des Autors betrifft, muss man ihm sicher nicht überall zustimmen. Auch sie regen aber zum Nachdenken an und eröffnen neue Perspektiven.
Gestört hat mich allerdings sein ständiges Selbstlob. Er erweckt den Eindruck, als seien er und sein Team die einzigen, die auf diesem Gebiet in den letzten Jahren nennenswerte Fortschritte erzielt hätten.
Außerdem wirkt die deutsche Übersetzung stellenweise etwas holprig.

Veröffentlicht am 09.08.2025

Interessantes Gedankenspiel

Eroberung
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Laurent Binet entwirft hier ein interessantes Szenario einer alternativen Geschichtsschreibung. Der Roman besteht aus vier Teilen:
Zunächst berichtet die Saga von Freydis darüber, wie Freydis, eine Tochter ...

Laurent Binet entwirft hier ein interessantes Szenario einer alternativen Geschichtsschreibung. Der Roman besteht aus vier Teilen:
Zunächst berichtet die Saga von Freydis darüber, wie Freydis, eine Tochter von Erik dem Roten, gemeinsam mit einer Schar Getreuer von Vinland aus immer weiter nach Süden segelt und dabei auf verschiedene Gruppen von Einheimischen trifft.
Wie die daran anschließenden Fragmente aus dem Tagebuch des Christoph Kolumbus zeigen, waren einige Eingeborene, auf welche die Spanier stießen, infolgedessen wehrhafter als erwartet, sodass seine Mission scheitert. Doch das Wissen darüber, dass weit im Osten ein wundersames Land liegt, ist danach auf dem Kontinent präsent.
Und so erfährt 40 Jahre später der Inka Atahualpa davon, dessen Leben im nächsten und weitaus umfangreichsten Teil geschildert wird. Auf der Flucht vor seinem Halbbruder landet er im Jahr 1531 (nach europäischer Zeitrechnung) in Portugal und schafft in den nächsten Jahren einen spektakulären Aufstieg, der ihn schließlich zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches macht.
Im letzten (und meiner Meinung nach eher entbehrlichen) Teil werden dann noch die ein paar Jahrzehnte später stattfindenden Abenteuer des Miguel de Cervantes erzählt.

Insgesamt handelt es sich hier um eine spannende Verknüpfung von echter und erfundener Geschichte. Es treten zahlreiche reale historische Persönlichkeiten auf und auch die Verhältnisse im Europa des beginnenden 16. Jahrhunderts, wie insbesondere Allianzen und Differenzen zwischen verschiedenen Staaten oder die Folgen von Martin Luthers Lehren, werden gut beschrieben. Diesbezüglich hat der Autor sicher gründlich recherchiert.
Im Vergleich zum realen Verlauf der Geschichte findet hier jedoch vieles unter umgekehrten Vorzeichen statt. Beispiel: Ähnlich wie die europäischen Eroberer sich oft Streitigkeiten zwischen verschiedenen Eingeborenen-Stämmen zunutze machten, kann Atahualpa von Machtkämpfen innerhalb Europas profitieren.
Dennoch wirken seine großen Erfolge sehr unrealistisch. Natürlich hatte er das Überraschungsmoment auf seiner Seite und später war sicherlich das Gold aus seiner Heimat hilfreich. Aber es haben im Laufe der Zeit schon ganz andere Kaliber erfolglos versucht, eine Vormachtstellung in Europa aufzubauen. Bzw ist es selbst den weitaus besser ausgestatteten europäischen Eroberern nicht oder erst mit Verspätung gelungen, dort die Herrschaft zu übernehmen, wo zuvor bereits fortschrittliche Reiche existierten (z.B. in China).
Außerdem hatte ich vor allem am Anfang einige Probleme damit, in die Handlung hineinzufinden. Der Stil erinnert eher an ein (ziemlich sprödes) Sachbuch als an einen Roman. Es sollen eben sachliche Berichte von Chronisten sein. Der Charakter und die eigentlichen Motive der auftretenden Personen bleiben daher im Dunkeln bzw der Interpretation des Lesers überlassen. Auch Atahualpa ist als Mensch nicht greifbar. Meinem Eindruck nach wird er aber jedenfalls zu positiv dargestellt. Er tritt als Sozialreformer (Einschränkung der Tributspflicht, Befreiung der Bauern etc) und Verfechter der Religionsfreiheit auf. Das passt nicht zu dem, was ich sonst so über die Inkas weiß. Und erst recht ist es unglaubwürdig, dass solche Einstellungen sich im damaligen Europa durchgesetzt hätten.

Dennoch inspiriert dieses Buch zu faszinierenden „Was wäre gewesen, wenn ...“- Fragen und zum Nachdenken darüber, wodurch der Lauf der Geschichte beeinflusst wird. Deshalb ist die Lektüre für historisch Interessierte lohnend. Wem es beim Lesen eines Romans allerdings wichtig ist, eine Beziehung zu den Protagonisten aufbauen zu können, der wird hier enttäuscht werden.