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Veröffentlicht am 23.01.2025

Spannender Fall mit ganz spezieller Atmosphäre

Verlassen
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Mehrere Generationen des vermögenden Snæberg-Clans treffen sich für ein Wochenende zu einem Familienfest in einem stylischen Hotel irgendwo im isländischen Nirgendwo. Neben gemeinsamen Unternehmungen wird ...

Mehrere Generationen des vermögenden Snæberg-Clans treffen sich für ein Wochenende zu einem Familienfest in einem stylischen Hotel irgendwo im isländischen Nirgendwo. Neben gemeinsamen Unternehmungen wird auch das gesellige Beisammensein an einer langen Tafel ganz groß geschrieben, und vor allem am Alkohol wird nicht gespart. Aber nicht nur deshalb kommt es zu verbalen Entgleisungen. Viele der so unterschiedlichen Familienmitglieder scheinen noch das eine oder andere Geheimnis mit sich herumzutragen und Reibereien sind an der Tagesordnung. Und dann wird eine Leiche entdeckt…
„Verlassen“ ist bereits der 4. Band der Autorin Eva Björg Ægisdóttir. Ich kenne bisher nur Band 1.Die Reihe lässt sich aber auch ohne Vorkenntnisse lesen.
Auch dieser Teil hat mich fasziniert. Der Schauplatz im von Lavagestein umgebenen Hotel hat schon etwas Surreales und wirkt nicht gerade einladend und dazu dann noch diese anstrengende Familie mit ihrer internen „Hackordnung“. Der Wechsel zwischen den einzelnen Familienmitgliedern war zum Teil verwirrend, andererseits aber auch sehr abwechslungsreich. Hilfreich war bei der Fülle der Namen der Stammbaum, der mir wiederholt bei der Zuordnung der Verwandtschaftsverhältnisse behilflich war.
Zum Teil fiel es mir schwer, das Buch zwischendurch aus der Hand zu legen, denn aufgrund der angenehmen Kapitellänge ging irgendwie immer noch ein Kapitel.
Die Handlung spielt im Zeitraum von Freitag Nachmittag bis Sonntag (jetzt), wobei dieser Tag den Ermittlern gehört. In der Zeit „vor 2 Tagen“ bekommt man einen Einblick in die unterschiedlichen Familiengeschichten, die weit entfernt vom „Heile-Welt“-Eindruck sind. Durch die ständigen Zeit-Wechsel braucht es etwas, um den roten Faden zu entdecken, aber auf diese Weise bleibt der Spannungsbogen auch hoch, denn um wen es sich bei der Leiche handelt, wird erst sehr spät klar.
Ein spannender Fall mit einer ganz speziellen Atmosphäre.

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Veröffentlicht am 01.12.2024

Eher ein Jugendbuch

Das kleine Café der zweiten Chancen
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Himari, ein junges Mädchen, war bis zu einem Unfall ein Wunderkind am Klavier. Bisher zu Höchstleistungen angetrieben von ihrer lieblosen Mutter, kann sie dieser nichts mehr Recht machen. Nach einer merkwürdigen ...

Himari, ein junges Mädchen, war bis zu einem Unfall ein Wunderkind am Klavier. Bisher zu Höchstleistungen angetrieben von ihrer lieblosen Mutter, kann sie dieser nichts mehr Recht machen. Nach einer merkwürdigen Begegnung mit einer alten Frau landet sie im kleinen Café der zweiten Chancen.
Wer hat es sich nicht schon einmal gewünscht, ein Erlebnis, das man bereut oder eine Entscheidung, die man vielleicht vorschnell getroffen hat, rückgängig machen zu können? Genau das ist an diesem fast schon magischen Ort möglich und hat mich neugierig gemacht.
Dies ist mein erstes Buch einer japanischen Autorin und der Schreibstil war zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, da er so schnörkellos und klar war, dafür aber mit durch seine auf mich sehr entschleunigend wirkende Erzählweise punkten konnte. Im Café selbst herrschte eine ganz besondere heimelige Wohlfühlatmosphäre und die, wenn auch nur kurzen, Rückblenden in die Vergangenheit der Gäste haben zum Nachdenken angeregt.
Leider haben sich im Laufe der Handlung aber Himaris Alltagssorgen mehr und mehr in den Vordergrund gedrängt und ich hatte zunehmend den Eindruck, ein Jugendbuch zu lesen. Der Roman hat sicherlich einige magische Momente, aber im Großen und Ganzen hatte ich etwas völlig anderes erwartet.

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Veröffentlicht am 04.11.2024

Mord im Dunkeln

Der Nachtschattenmann: Thriller
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Auch dem aktuellen Teil der Reihe um die Gerichtsmedizinerin Julia Schwarz fehlt es nicht an Spannung, Gänsehautmomenten und überraschenden Wendungen.
Bereits nach den ersten Zeilen des Prologs hatte mich ...

Auch dem aktuellen Teil der Reihe um die Gerichtsmedizinerin Julia Schwarz fehlt es nicht an Spannung, Gänsehautmomenten und überraschenden Wendungen.
Bereits nach den ersten Zeilen des Prologs hatte mich die Geschichte bereits in ihren Bann gezogen. Wieder steht ein Serienkiller im Mittelpunkt, der seine Opfer gekonnt in Szene setzt und ihnen einen Kinderballettschuh in die Hand drückt. Kein leichter Fall für die Ermittler.
Wie so oft ist es schwergefallen, das Buch zwischendurch aus der Hand zu legen. Catherine Shepherd versteht es meisterhaft, durch kurze Kapitel und vor allem raffiniert gesetzte Cliffhanger zum Weiterlesen zu animieren. Und ein Kapitel geht doch meistens immer noch – nur bleibt es selten dabei…
Wie so oft habe ich wieder mitgerätselt und mir den Kopf zerbrochen, wer wohl in die engere Täterauswahl fallen könnte. Verdächtige gab es einige, aber so richtig überzeugt war ich von keinem. Die Autorin hat in gewohnter Weise wieder viele falsche Fährten gelegt, so dass mich das Ende letzten Endes wieder überraschen konnte. Der Spannungsbogen war wieder von der ersten bis zur letzten Seite gleichbleibend hoch und was es mit dem „Nachtschattenmann“ auf sich hat, zeigt sich erst auf den letzten Seiten.
Ich wünsche mir, dass Catherine Shepherd nie die Ideen ausgehen und es noch viele spannende Fälle geben wird. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung mit verdienten 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 29.09.2024

Überleben um jeden Preis

Und später für immer
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Der Funker Johann desertiert kurz vor Ende des 2. Weltkrieges mit einigen seiner Kameraden und findet Unterschlupf auf dem Hof seiner Tante. Er hat nur noch ein Ziel: zu überleben, um Frau und das vielleicht ...

Der Funker Johann desertiert kurz vor Ende des 2. Weltkrieges mit einigen seiner Kameraden und findet Unterschlupf auf dem Hof seiner Tante. Er hat nur noch ein Ziel: zu überleben, um Frau und das vielleicht schon geborene Kind in die Arme schließen zu können.
Der Autor Volker Jarck versteht es, die Angst Johanns vor einer Entdeckung spürbar werden zu lassen. Jedes Geräusch lässt ihn förmlich erstarren. Der immer gleich monotone Tagesablauf verändert sich etwas, als die Nachbarstochter Frieda ihn entdeckt und beide sich zaghaft annähern. Bis zum Schluss war es mir nicht klar, was hierbei stärker ausgeprägt war – Johanns Panik, verraten zu werden oder sein grundlos schlechtes Gewissen seiner Frau gegenüber.
Der Autor schreibt ziemlich nüchtern und eher sachlich. Die recht kurzen Kapitel haben mich eher an Johanns knappe Tagebucheinträge erinnert.
Eingestreut sind immer wieder Rückblicke in das Leben als Soldat und auch in die Zeit des Kennenlernens seiner späteren Frau. Gerade hierüber hatte ich auch aufgrund des schön gestalteten Covers mehr erwartet, vor allem mehr Gefühl.
Das Ende hat mir überhaupt nicht gefallen, es war mir zu abrupt und zu offen.

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Veröffentlicht am 27.09.2024

Stimmungsvoller Wohlfühlroman

Winterzauber auf dem kleinen Bücherschiff
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Mit ihrem kleinen Bücherschiff, einer schwimmenden Buchhandlung im Hamburger Museumshafen, haben sich Miri und Katja ihren Lebenstraum erfüllt. „Winterzauber auf dem kleinen Bücherschiff“ ist ...

Mit ihrem kleinen Bücherschiff, einer schwimmenden Buchhandlung im Hamburger Museumshafen, haben sich Miri und Katja ihren Lebenstraum erfüllt. „Winterzauber auf dem kleinen Bücherschiff“ ist nun der 2. Teil dieser stimmungsvollen Reihe um einen ganz besonderen Bücherladen der Autorin Tessa Hansen.
Dieses Mal steht Katja, die als Trauzeugin die Planung der Hochzeit ihrer besten und gerade schwangeren Freundin Miri übernommen hat, im Mittelpunkt. Dabei muss sie sich nicht nur mit dem Trauzeugen des zukünftigen Ehemannes auseinandersetzen, sondern auch mit ihrem Gefühlsleben. Und dann bekommt sie noch eine äußerst brisante postalische Mitteilung…
Tessa Hansen hat wieder einen sehr atmosphärischen Roman geschrieben, bei dem man das Gefühl hat, mitten drin dabei zu sein. Das Zusammentreffen mit den bereits lieb gewonnen Figuren aus Band 1 war schön und auch die neuen Charaktere sind gut in die Geschichte eingeführt worden. Die Autorin hat einen sehr angenehmen Schreibstil, der sich flüssig lesen lässt. Ab und zu habe ich allerdings über Katja den Kopf schütteln müssen, wenn sie sich selbst wieder einmal im Weg gestanden hat.
Sehr gut gefallen haben mir auch die eingestreuten Buchempfehlungen, von denen mich einige neugierig gemacht haben. Das Cover hat Wiedererkennungswert, ist wunderschön gestaltet und stimmt auf die kalte Jahreszeit ein.
Es ist wieder ein Wohlfühlbuch, das man am besten eingekuschelt in eine Decke auf dem Sofa oder im Lesesessel genießen kann, und ich freue mich schon auf Band 3.

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