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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.04.2026

Den Zwängen den Kampf ansagen

Nimm den Zwängen die Macht
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In ihrem Ratgeber "Nimm den Zwängen die Macht" klären die Autoren Ulrich Voderholzer, Rebecca Schennach und Stefan Koch zum Thema Zwangshandlungen und Zwangsgedanken auf.

Dabei orientieren sich die Autoren ...

In ihrem Ratgeber "Nimm den Zwängen die Macht" klären die Autoren Ulrich Voderholzer, Rebecca Schennach und Stefan Koch zum Thema Zwangshandlungen und Zwangsgedanken auf.

Dabei orientieren sich die Autoren an den aktuellen wissenschaftlichen Standards, erklären detailliert, wie und wodurch Zwänge entstehen, zeigen anhand vieler Fallbeispiele wie solche Zwänge sich darstellen und wie sie die Betroffenen, aber auch ihr Umfeld beeinflussen und ihr Leben einschränken. Anhand der z.Zt. erfolgreichsten Behandlungsmethode, der sog. Exposition, werden den Lesenden Strategien an die Hand gegeben, aus dem Teufelskreis auszusteigen. Mit Hilfe von konkreten Übungen und Handlungsvorschlägen sollen Betroffene in die Lage versetzt werden, auch in Eigenregie ohne professionelle Unterstützung, ihre Zwänge zu bekämpfen und im Bestfall wieder ein lebenswertes, erfülltes Leben zu führen.

Ich muss ehrlich zugeben, dass mich dieser Ratgeber stark gefordert hat. Die Thematik geht sehr ins Detail, eigentlich gut, aber durch die permanente Wiederholung bereits erklärter Sachverhalte, werden die Kapitel unnötig in die Länge gezogen und ich habe immer wieder die Lust am Weiterlesen verloren. Manche Themenbereiche (z. B. Medikation, Gesprächsführung) waren für mein Empfinden insgesamt zu ausufernd, da hätte man auch auf weiterführende Literatur verweisen können. Auch die diversen Schaubilder und Übersichtstafeln waren im laufenden Text oftmals schlecht platziert und haben meinen Lesefluss gestört.
Das Zwangshandlungen und Zwangsgedanken eine schwerwiegende psychische Erkrankung ist, wird sehr schnell klar. Auch der hohe Leidensdruck mit dem die Betroffenen und ihr Umfeld tagtäglich zu kämpfen haben wird eindrucksvoll geschildert. Daher finde ich es etwas verwunderlich das mehrfach darauf hingewiesen wird, dass die Exposition auch selbstständig durchgeführt werden kann und durchaus soll. Das dazu viel Selbstdisziplin und Kraft notwendig ist, wird zwar immer wieder betont, aber ich denke ohne professionelle Hilfe dürfte das sehr schwer bis unmöglich sein. Auch die Einbindung von Familie/Vertrauenspersonen wird mir zu stark in den Focus gerückt, da halte ich die Ressourcen für wesentlich begrenzter.

Für Betroffene kann das Buch eine Hilfe sein zu erkennen, dass es einen Weg aus dem Leiden gibt. Dieser Weg ist hart und steinig, aber am Ende kann er sich lohnen. Einen Versuch ist es definitiv wert.

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Veröffentlicht am 28.03.2026

Spannend von der ersten bis zur letzten Seite

Dire Bound
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Dire Bound von Sable Sorensen ist der Auftakt einer Dilogie, die uns tief in die dunkle Welt von Nocturna führt, einer Welt im Krieg zwischen vermeintlich Gut und Böse.

Mitten in dieser unsicheren Welt ...

Dire Bound von Sable Sorensen ist der Auftakt einer Dilogie, die uns tief in die dunkle Welt von Nocturna führt, einer Welt im Krieg zwischen vermeintlich Gut und Böse.

Mitten in dieser unsicheren Welt kämpft die junge Meryn Cooper für sich, ihre Mutter und ihre jüngere Schwester Saela wortwörtlich ums Überleben in den Armenvierteln der Hauptstadt Sturmfrost. In Kampftechniken ausgebildet von ihrem Nachbarn Igor verdient sich Meryn ihr Geld in dunklen Spelunken mit Kämpfen gegen vermeintlich übermächtige Gegner. Einziger Lichtblick ist für Meryn ihre große Liebe Lee, ein Kurier des Königs, der hoch über der Stadt im Schloss residiert.
Als Meryns Schwester Saela entführt und vermutlich ins verfeindete Astreona verschleppt wird, bricht für Meryn ihr bisheriges Leben zusammen und sie schwört ihre Schwester zu finden und zu befreien. Dazu muss sie an die Front, der einzige Weg dahin ist der Eintritt in die Armee. Ausgerechnet jetzt steht für die neuen Rekruten eine Prüfung an, die in unregelmäßigen Abständen stattfindet. Eine Prüfung, an deren Ende der Tod oder die Verbindung mit einem Schattenwolf steht. Wer die Prüfung überlebt aber nicht von einem Wolf erwählt wird, wird umgehend an die Front geschickt, Meryns Wunsch und Ziel. Aber es kommt anders, denn Meryn schafft die Prüfung und wird von Anassa, der mächtigsten Schattenwölfin erwählt und die Rettung ihrer Schwester rückt in weite Ferne, denn sie muss sich nun gemeinsam mit Anassa einer mehrmonatigen Ausbildung unterziehen, eine Flucht ist unmöglich, denn das würde sowohl ihren Tod als auch den der Wölfin bedeuten.

Von der ersten Seite an entwickelt sich eine facettenreiche Welt, die gutdosiert aufgebaut ist und mich schnell in ihren Bann gezogen hat, die aber noch mehr hergeben könnte. Die Hauptprotagonistin Meryn Cooper war mir von Anfang an sympathisch, auch wenn manche ihrer Entscheidungen mir das eine oder andere Augenrollen beschert hat, aber im Hinblick auf ihre Lebenssituation und Erfahrungen nachvollziehbar sind. Besonders interessant empfand ich auch ihren Gegenspieler Stark Therion, der die spannendste Entwicklung durchmacht. Highlight sind natürlich die Schattenwölfe, die Verbindung zu ihren menschlichen Partnern und die Ausbilung der neuen Verpaarungen. Die Brutalität mit der diese einhergeht ist heftig, hat mich aber nicht wirklich gestört, ganz im Gegensatz zu den spicy Szenen, die in meinen Augen nicht nur nicht notwendig waren für die Geschichte, sondern diese in ihrem Fluss eher gestört haben. Aber das ist auch der einzig wirkliche Kritikpunkt für mich.

Insgesamt ist "Dire Bound" definitiv mein erstes Lesehighlight in diesem Jahr, spannend von der ersten bis zur letzten Seite, mit vielen Wendungen, die man teilweise schon erahnt, aber auch mit überraschenden Entwicklungen. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung.
Von mir klare Leseempfehlung und fünf Sterne.

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Veröffentlicht am 16.03.2026

Blicke hinter die Kulissen

Was dein Leben leichter macht
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Auch wenn psychische Probleme heutzutage offener kommuniziert werden und der Gang zum Psychotherapeuten immer normaler wird, bestehen doch nach wie vor Berührungsängste, Unsicherheiten und Fragen zum Thema. ...

Auch wenn psychische Probleme heutzutage offener kommuniziert werden und der Gang zum Psychotherapeuten immer normaler wird, bestehen doch nach wie vor Berührungsängste, Unsicherheiten und Fragen zum Thema. Die inzwischen sehr umfangreiche Literatur mit ihren diversen Tipps, Anleitungen und Herangehensweisen hilft da oftmals nicht wirklich weiter.

Sina Haghiri beschreitet mit seinem Buch "Was dein Leben leichter macht - Die 20 wichtigsten Erkenntnisse der Psychologie, um dich und andere besser zu verstehen" einen anderen Weg. Wie er es selbst in seinem Vorwort schreibt, soll es nicht um eine Sammlung von Tipps gehen, sondern er möchte bei den Lesenden ein tieferes Verständnis für die Funktionsweise unserer Psyche erreichen.

Und genau das ist Haghiri in meinen Augen gelungen. Anhand von vielen Beispielen aus seiner Praxis, aber auch eigenen Erfahrungen, sowie spannenden Ausflügen in die Geschichte der Psychologie/Psychotherapie mit Einblick in diverse Studien und Methoden spannt sich ein Bogen über alle Bereiche des Lebens.
Thematisch aufgeteilt ist das Buch in vier Hauptkategorien - Alltag, Psyche, Gesellschaft, Gesundheit - denen jeweils fünf Unterthemen zugeordnet sind. Jedes Kapitel ist in sich abgeschlossen, so dass man ganz nach eigenem Bedürfnis die Reihenfolge wählen kann.
Der Autor versteht es durch seinen Schreibstil auch schwierige Zusammenhänge verständlich zu vermitteln, stimme aber seiner Empfehlung durchaus zu nach jedem Kapitel eine Pause einzulegen um das Gelesene zu reflektieren.

Für mich persönlich hatte die Lektüre viele Aha-Momente und ich werde es sicherlich noch häufiger in die Hand nehmen.
Von mir eine klare Leseempfehlung mit der Hoffnung verbunden, dass dieses Buch eine breite Leserschaft findet um mehr Verständnis für unsere Mitmenschen zu erreichen.

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Veröffentlicht am 25.02.2026

Schottische Leichen im Keller

Mord & Breakfast
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Melody Moss, Journalistin in London, verliert unverhofft ihren Job. Doch das Schicksal meint es gut mit ihr, denn am selben Tag erreicht sie ein Anruf aus Schottland mit der frohen Botschaft,  dass sie ...

Melody Moss, Journalistin in London, verliert unverhofft ihren Job. Doch das Schicksal meint es gut mit ihr, denn am selben Tag erreicht sie ein Anruf aus Schottland mit der frohen Botschaft,  dass sie Alleinerbin des B&B-Hotels ihrer kürzlich verstorbenen Tante Mabel ist.
Im idyllischen Seagull Bay angekommen, stellt Melody sehr schnell fest, dass ihre Tante bei den Einwohnern nicht besonders beliebt war und in ihr keimt der Verdacht, dass der Tod ihrer Tante wohl kein Unfall war. Mit ihrer journalistischen Spürnase macht sich Melody auf die Suche nach der Wahrheit und bald hat sie eine ganze Reihe von Verdächtigen, die guten Grund hatten, ihre Tante zum Schweigen zu bringen.

Bereits das wunderschön gestaltete Cover stimmt auf den Schauplatz der Handlung ein und die bildhafte Beschreibung von Seagull Bay versetzt mit Leichtigkeit in die Szenerie, so dass man fast die salzige Meeresluft zu schnuppern scheint.
Die Hauptprotagonistin Melody Moss war mir auf Anhieb sympathisch, mit der genau richtigen Mischung aus Bodenständigkeit, gesundem Menschenverstand, Neugier, Intelligenz und Abenteuerlust. Auch die anderen Charaktere, mit ihren teils schrulligen Angewohnheiten waren gut ge- aber nie überzeichnet. Highlight für mich war Cheddar, die niedliche Bulldogge.
Zug um Zug werden die Abgründe einiger Dorfbewohner aufgedeckt und die Spannung durch diverse Wendungen aufrechterhalten. Auch die Romantik findet ihren Platz, wobei sie jedoch angenehm im Hintergrund bleibt.

"Mord & Breakfast" von Anne Gordon ist ein kurzweiliger Wohlfühlkrimi der mir großen Lesespaß bereitet hat. Ich freue mich schon auf den nächsten Band.

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Veröffentlicht am 17.02.2026

Intelligenter Krimi mit realem Bezug

Schattenmädchen
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"Schattenmädchen" von Frida Skybäck ist der dritte Band um das Ermittlerduo Fredrika Storm und Henry Calment.

Diesmal führt uns die Autorin in die Welt der Universität Lund und in die Techbranche.
Nach ...

"Schattenmädchen" von Frida Skybäck ist der dritte Band um das Ermittlerduo Fredrika Storm und Henry Calment.

Diesmal führt uns die Autorin in die Welt der Universität Lund und in die Techbranche.
Nach einer Party bei einem angesagten Technologieunternehmen verschwindet die Studentin Isabelle Karlsson spurlos. Schnell schießt sich besonders Fredrika auf den CEO Martin Zenberg als Schuldigen ein. Im Zuge der Ermittlungen stößt sie auf einen sieben Jahre zurückliegenden Fall um eine ermordete Studentin der gewisse Parallelen aufweist. Wurde damals möglicherweise der Falsche verurteilt? Und was hat es mit dieser ominösen Studentenverbindung auf sich?

Frida Skybäck gelingt es auch diesmal mit ihrem flüssigen Schreibstil und den kurzen Kapiteln rasch einen Spannungsbogen aufzubauen und, im Gegensatz zu Band 2, auch weitestgehend aufrecht zu erhalten. Atmosphärisch dicht beschreibt sie den Mißbrauch von Macht sexueller, aber auch materieller Natur innerhalb der elitären Kreise Schwedens, ohne auch nur einen Tropfen Blut zu vergießen. Der Plot ist gut aufgebaut und führt immer wieder auf falsche Spuren, sowohl die Ermittler als auch die Lesenden. Das Ende überrascht, bleibt aber ein bisschen nebulös.

Insgesamt hat mir "Schattenmädchen" sehr gut gefallen, für mich bis jetzt der beste Band.
Abzüge gibt es lediglich für die für meinen Geschmack etwas zu ausführliche Beschreibung der privaten Befindlichkeiten der beiden Hauptprotagonisten, die sich besonders im letzten Teil über mehrere Kapitel hinzogen und die Geschichte ausgebremst haben. Besonders die Sache mit dem Wolf war in meinen Augen komplett überflüssig.

Trotzdem klare Leseempfehlung und 4,5 von 5 Sternen.


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