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Veröffentlicht am 09.09.2025

Facettenreicher Mittelalterroman

Das Lied des Vogelhändlers
4

Der neue historische Roman des Autors Ralf H. Dorweiler spielt im Hochmittelalter, genauer gesagt im Jahr 1190. Die junge Franziska ist eine von vielen Menschen, die den dritten Kreuzzug unter der Führung ...

Der neue historische Roman des Autors Ralf H. Dorweiler spielt im Hochmittelalter, genauer gesagt im Jahr 1190. Die junge Franziska ist eine von vielen Menschen, die den dritten Kreuzzug unter der Führung Kaiser Barbarossas begleiten. Als sie dem Markgrafen von Baden das Leben rettet, verändert dies ihr Leben auf schicksalhafte Weise. Zehn Jahre später reist sie zur Burg Hachberg, wo die Söhne des Markgrafen ein Fest ausrichten und lernt dort den Vogelhändler Wigbert kennen.

Was Ralf H. Dorweilers Romane auszeichnet ist, dass man kaum Zeit braucht, um im Buch anzukommen. Man ist einfach von Seite eins an mittendrin und fühlt sich bis zur letzten Seite bestens unterhalten.
Die Geschichte um Franziska von Hellenau und den Vogelhändler Wigbert findet zunächst auf unterschiedlichen Zeitebenen in zwei Erzählsträngen statt. Diese werden dann im weiteren Verlauf geschickt miteinander verbunden.
Das Schicksal der tatkräftigen Franziska hat mich besonders angesprochen.
Nach dem Tod ihres Onkels ist sie ganz auf sich allein gestellt und das mitten im riesigen Tross des dritten Kreuzzuges fern von der Heimat. Doch sie gibt nicht auf, geht dem Bader zur Hand und erwirbt dadurch wertvolle Fertigkeiten, die ihre Zukunft sichern.
In diesem Erzählstrang erfährt man viel über die Widrigkeiten, denen die Menschen während des dritten Kreuzzuges ausgesetzt sind, was mir wirklich gut gefallen hat.

Auf der anderen Ebene spielt der Vogelhändler Wigbert die Hauptrolle. Durch Zufall trifft er auf den Minnesänger Walther von der Vogelweide und gemeinsam, doch mit zunächst unterschiedlichen Absichten, reisen sie zum großen Turnier auf Burg Hachberg. Hier geht es um Machtkämpfe, Verrat und Mord.
Das Vogelthema wird immer wieder sehr kreativ aufgegriffen, sei es als Kapitelüberschrift oder als kleine Anekdote zwischendurch.

Fazit
„Das Lied des Vogelhändlers“ ist wieder einmal ein facettenreicher, spannender und einfach wunderbar zu lesender Roman des Autors Ralf H. Dorweiler.

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  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Historisch
Veröffentlicht am 04.09.2025

Intensiv und beklemmend

Unsere letzten wilden Tage
0

Nach einigen Jahren in der Großstadt kehrt die Journalistin Loyal in ihren Heimatort Jacknife zurück, der sich tief in den Sümpfen Louisianas versteckt.
Dort, wo die Alligatorenjagd ein zentrales Thema ...

Nach einigen Jahren in der Großstadt kehrt die Journalistin Loyal in ihren Heimatort Jacknife zurück, der sich tief in den Sümpfen Louisianas versteckt.
Dort, wo die Alligatorenjagd ein zentrales Thema ist, hofft sie, sich mit ihrer ehemaligen Freundin Cutter zu versöhnen. Doch bevor ein klärendes Gespräch über einen einschneidenden Vorfall in der Vergangenheit stattfinden kann, wird Cutter ermordet aufgefunden.

Ich habe ehrlich gesagt ein wenig gebraucht, um im Buch anzukommen. Der Schreibstil passt zwar gut zur Geschichte, konnte mich aber nicht sofort mitreißen.
Spannend fand ich den Roman vor allem im ersten Teil auch nur bedingt, später wollte ich allerdings unbedingt wissen, wie es zu der Tat kommen konnte.

Das Buch lebt eindeutig von seiner atmosphärischen Dichte. Man kann die feuchte Hitze, die in den Sümpfen herrscht, fast körperlich spüren und auch die beklemmende Stimmung in dieser amerikanischen Kleinstadt begleitet einen bis zum Schluss.
Wo man hinschaut tun sich menschliche Abgründe auf, man ist hin und hergerissen zwischen Faszination für die atemberaubende Natur und Furcht vor den Gefahren, die überall lauern.
Dieses raue und sehr besondere Leben in den Sümpfen der Südstaaten hat die Autorin einfach fantastisch eingefangen.
Cutters Brüder waren für mich die interessantesten Charaktere, ständig schwankt man zwischen Mitleid und Abscheu. Loyal selbst fand ich etwas schwierig, irgendwie unnahbar.

Fazit
Anna Baileys Roman gewinnt von Seite zu Seite, die Atmosphäre geht unter die Haut, weshalb mir „Unsere letzten wilden Tage“ wohl noch länger in Erinnerung bleiben wird.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.09.2025

Historisches Krimivergnügen

Frag Philomena Freud
0

Der erste Band dieser historischen Krimireihe spielt im Wien der zwanziger Jahre und spricht sowohl jugendliche Leser ab 12 Jahren als auch Erwachsene an.

Nachdem sie aus dem Waisenhaus entwischt ist, ...

Der erste Band dieser historischen Krimireihe spielt im Wien der zwanziger Jahre und spricht sowohl jugendliche Leser ab 12 Jahren als auch Erwachsene an.

Nachdem sie aus dem Waisenhaus entwischt ist, verdient die junge Philomena ihren Lebensunterhalt als Schuhputzerin, hauptsächlich vor dem Haus des berühmten Artzes und Begründers der Psychoanalyse Sigmund Freud. Immer an ihrer Seite ist Kaiser Franz Joseph ihr treuer Schnauzer. Als eine Patientin Freuds, die gleichzeitig eine von Philomenas besten Kundinnen war, eines Tages ermordet aufgefunden wird, ist eine Täterin schnell gefunden. Doch Philomena hat große Zweifel und beginnt auf eigene Faust zu ermitteln.

Auf äußerst charmante Weise lässt uns die Autorin Annette Roeder in das Wien der zwanziger Jahre eintauchen und zeigt uns eine Welt zwischen Armut und großem Reichtum.
Ich hatte mich sehr auf diesen historischen Kriminalroman gefreut und war gespannt, ob mich als Thrillerfan ein Buch für Jugendliche ab 12 Jahren wirklich mitreißen könnte. Was soll ich sagen? Philomenas erster Fall hat mich wirklich begeistert. Ich fand die Geschichte absolut kurzweilig, spannend und wunderbar zum miträtseln geeignet.
Die Charaktere mochte ich alle unglaublich gern und ich freue mich jetzt schon darauf, einige von ihnen im nächsten Band wieder zu treffen.
Die Kapitel haben genau die richtige Länge, um die Spannung und das Interesse hoch zu halten.
Wiener Flair verbreiten nicht nur die österreichischen Begriffe, die immer wieder eingestreut werden, sondern auch die leckeren landestypischen Gerichte.

Fazit
Ein rundum gelungenes Debüt für Philomena Freud !

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Veröffentlicht am 20.08.2025

Ein bittersüßer Lesegenuss

Bittersüß
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Charlie hat nach einem Schicksalsschlag gerade frisch Fuß gefasst in einem Londoner Verlag.
Sie gehört zu einem Team, das den berühmten Autor Richard Aveling betreut, der nach einigen Jahren ein neues ...

Charlie hat nach einem Schicksalsschlag gerade frisch Fuß gefasst in einem Londoner Verlag.
Sie gehört zu einem Team, das den berühmten Autor Richard Aveling betreut, der nach einigen Jahren ein neues Werk vollendet hat.
Charlie ist schon seit ihrer Kindheit fasziniert von ihm und seinen Büchern, und als sie den dreißig Jahre älteren Mann bei einer Zigarettenpause plötzlich kennenlernt, verliebt sie sich Hals über Kopf in ihn.
Auch er scheint gleich Interesse an ihr zu haben und so entwickelt sich eine Romanze,
die Charlie in ungeahnte Höhen, aber auch in die tiefsten Abgründe katapultiert.

Mit „Bittersüß“ hat die Autorin Hattie Williams einen feinfühligen Roman, mitten aus dem Leben gegriffen, geschrieben. Ich konnte mich so gut in Charlie hineinversetzen, sei es in ihrem Bemühen beruflich Fuß zu fassen, als auch echte soziale Kontakte zu knüpfen.
Die Liebesgeschichte zwischen Charlie und Richard wirkt vorhersehbar und trotzdem hofft man die ganze Zeit, dass es nicht so ist. Sie ist Mitte zwanzig, er über fünfzig; das kann doch nicht gut gehen denkt man. Manch einer würde Charlie naiv nennen, doch ich fand ihr Handeln absolut authentisch erzählt. Gerade in den Zwanzigern, wenn gefühlt alles auf einmal auf einen zukommt, ist eben nicht alles locker leicht und man handelt keinesfalls dauernd rational.

Besonders gut gefallen hat mir, wie Hattie Williams die intensive Freundschaft zwischen Charlie, Ophelia und Eddy beschrieben hat, die so wertvoll ist.
Ich mochte die beiden sehr und habe gern über die Zeit, die sie zusammen verbracht haben gelesen. Dass der Roman im Verlagswesen angesiedelt ist, ist für mich ein weiterer Pluspunkt. Alles dreht sich um das Thema Buch und man taucht richtig ein in die Welt des Marketing und der Autorenbetreuung.

„Bittersüß“ liest sich leicht wie eine Sommerlektüre und doch steckt sehr viel mehr in ihr. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 20.08.2025

Originell aber zu unrealistisch

Not Quite Dead Yet
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Die 27 jährige Jet wird in einer Halloween Nacht unvermittelt angegriffen und erleidet eine schwere Kopfverletzung. Die Ärzte diagnostizieren ein Aneurysma, woran sie, falls sie sich nicht sofort operieren ...

Die 27 jährige Jet wird in einer Halloween Nacht unvermittelt angegriffen und erleidet eine schwere Kopfverletzung. Die Ärzte diagnostizieren ein Aneurysma, woran sie, falls sie sich nicht sofort operieren lässt, innerhalb der nächsten sieben Tage versterben wird. Jet entscheidet sich dafür, ihre letzten Tage für die Aufklärung ihres eigenen Mordes zu nutzen.

Der neue Thriller von Holly Jackson konnte mich leider nicht ganz überzeugen.
Zwar fand ich die Idee, dass jemand seinen eigenen Mord aufklärt originell, doch ziemlich schnell war mir die Geschichte zu unglaubwürdig.
Die Suche nach ihrem Mörder versetzt Jet, die in ihrem bisherigen Leben nicht so richtig in die Gänge gekommen ist, in einen unglaublichen Aktionismus und das alles mit einem Aneurysma im Hirn, das jederzeit zu reißen droht.
Zusammen mit ihrem Jugendfreund Billy ermittelt sie in alle Richtungen, ist fast durchgehend auf den Beinen und lässt sich von zunehmenden körperlichen Einschränkungen nicht von ihrem Ziel abhalten. Das war mir dann im Verlauf ehrlich gesagt etwas zuviel Drama.

Auch Jets Umgang mit ihrer Situation hat mich ziemlich gestört. Es sollte wohl tough und abgeklärt rüberkommen, aber ich fand ihre sarkastischen Bemerkungen ihrer Familie und Freunden gegenüber eher respektlos und unreif.

Das Buch lässt sich schnell und leicht lesen, Spannung kommt zwischendurch auch auf und es gibt ein paar überraschende Wendungen.
Allerdings ist „Not quite dead yet“ in meinen Augen eindeutig ein Jugendbuch und kein Thriller für Erwachsene, was man an Sprache und Dialogen erkennt.
Als solches vermarktet, fände ich es auch völlig in Ordnung.

Fazit
Ein solider Krimi für Jugendliche, der durchaus spannend und emotional ist.

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