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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.09.2025

Intensiv und beklemmend

Unsere letzten wilden Tage
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Nach einigen Jahren in der Großstadt kehrt die Journalistin Loyal in ihren Heimatort Jacknife zurück, der sich tief in den Sümpfen Louisianas versteckt.
Dort, wo die Alligatorenjagd ein zentrales Thema ...

Nach einigen Jahren in der Großstadt kehrt die Journalistin Loyal in ihren Heimatort Jacknife zurück, der sich tief in den Sümpfen Louisianas versteckt.
Dort, wo die Alligatorenjagd ein zentrales Thema ist, hofft sie, sich mit ihrer ehemaligen Freundin Cutter zu versöhnen. Doch bevor ein klärendes Gespräch über einen einschneidenden Vorfall in der Vergangenheit stattfinden kann, wird Cutter ermordet aufgefunden.

Ich habe ehrlich gesagt ein wenig gebraucht, um im Buch anzukommen. Der Schreibstil passt zwar gut zur Geschichte, konnte mich aber nicht sofort mitreißen.
Spannend fand ich den Roman vor allem im ersten Teil auch nur bedingt, später wollte ich allerdings unbedingt wissen, wie es zu der Tat kommen konnte.

Das Buch lebt eindeutig von seiner atmosphärischen Dichte. Man kann die feuchte Hitze, die in den Sümpfen herrscht, fast körperlich spüren und auch die beklemmende Stimmung in dieser amerikanischen Kleinstadt begleitet einen bis zum Schluss.
Wo man hinschaut tun sich menschliche Abgründe auf, man ist hin und hergerissen zwischen Faszination für die atemberaubende Natur und Furcht vor den Gefahren, die überall lauern.
Dieses raue und sehr besondere Leben in den Sümpfen der Südstaaten hat die Autorin einfach fantastisch eingefangen.
Cutters Brüder waren für mich die interessantesten Charaktere, ständig schwankt man zwischen Mitleid und Abscheu. Loyal selbst fand ich etwas schwierig, irgendwie unnahbar.

Fazit
Anna Baileys Roman gewinnt von Seite zu Seite, die Atmosphäre geht unter die Haut, weshalb mir „Unsere letzten wilden Tage“ wohl noch länger in Erinnerung bleiben wird.

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Veröffentlicht am 03.09.2025

Historisches Krimivergnügen

Frag Philomena Freud
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Der erste Band dieser historischen Krimireihe spielt im Wien der zwanziger Jahre und spricht sowohl jugendliche Leser ab 12 Jahren als auch Erwachsene an.

Nachdem sie aus dem Waisenhaus entwischt ist, ...

Der erste Band dieser historischen Krimireihe spielt im Wien der zwanziger Jahre und spricht sowohl jugendliche Leser ab 12 Jahren als auch Erwachsene an.

Nachdem sie aus dem Waisenhaus entwischt ist, verdient die junge Philomena ihren Lebensunterhalt als Schuhputzerin, hauptsächlich vor dem Haus des berühmten Artzes und Begründers der Psychoanalyse Sigmund Freud. Immer an ihrer Seite ist Kaiser Franz Joseph ihr treuer Schnauzer. Als eine Patientin Freuds, die gleichzeitig eine von Philomenas besten Kundinnen war, eines Tages ermordet aufgefunden wird, ist eine Täterin schnell gefunden. Doch Philomena hat große Zweifel und beginnt auf eigene Faust zu ermitteln.

Auf äußerst charmante Weise lässt uns die Autorin Annette Roeder in das Wien der zwanziger Jahre eintauchen und zeigt uns eine Welt zwischen Armut und großem Reichtum.
Ich hatte mich sehr auf diesen historischen Kriminalroman gefreut und war gespannt, ob mich als Thrillerfan ein Buch für Jugendliche ab 12 Jahren wirklich mitreißen könnte. Was soll ich sagen? Philomenas erster Fall hat mich wirklich begeistert. Ich fand die Geschichte absolut kurzweilig, spannend und wunderbar zum miträtseln geeignet.
Die Charaktere mochte ich alle unglaublich gern und ich freue mich jetzt schon darauf, einige von ihnen im nächsten Band wieder zu treffen.
Die Kapitel haben genau die richtige Länge, um die Spannung und das Interesse hoch zu halten.
Wiener Flair verbreiten nicht nur die österreichischen Begriffe, die immer wieder eingestreut werden, sondern auch die leckeren landestypischen Gerichte.

Fazit
Ein rundum gelungenes Debüt für Philomena Freud !

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Veröffentlicht am 20.08.2025

Ein bittersüßer Lesegenuss

Bittersüß
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Charlie hat nach einem Schicksalsschlag gerade frisch Fuß gefasst in einem Londoner Verlag.
Sie gehört zu einem Team, das den berühmten Autor Richard Aveling betreut, der nach einigen Jahren ein neues ...

Charlie hat nach einem Schicksalsschlag gerade frisch Fuß gefasst in einem Londoner Verlag.
Sie gehört zu einem Team, das den berühmten Autor Richard Aveling betreut, der nach einigen Jahren ein neues Werk vollendet hat.
Charlie ist schon seit ihrer Kindheit fasziniert von ihm und seinen Büchern, und als sie den dreißig Jahre älteren Mann bei einer Zigarettenpause plötzlich kennenlernt, verliebt sie sich Hals über Kopf in ihn.
Auch er scheint gleich Interesse an ihr zu haben und so entwickelt sich eine Romanze,
die Charlie in ungeahnte Höhen, aber auch in die tiefsten Abgründe katapultiert.

Mit „Bittersüß“ hat die Autorin Hattie Williams einen feinfühligen Roman, mitten aus dem Leben gegriffen, geschrieben. Ich konnte mich so gut in Charlie hineinversetzen, sei es in ihrem Bemühen beruflich Fuß zu fassen, als auch echte soziale Kontakte zu knüpfen.
Die Liebesgeschichte zwischen Charlie und Richard wirkt vorhersehbar und trotzdem hofft man die ganze Zeit, dass es nicht so ist. Sie ist Mitte zwanzig, er über fünfzig; das kann doch nicht gut gehen denkt man. Manch einer würde Charlie naiv nennen, doch ich fand ihr Handeln absolut authentisch erzählt. Gerade in den Zwanzigern, wenn gefühlt alles auf einmal auf einen zukommt, ist eben nicht alles locker leicht und man handelt keinesfalls dauernd rational.

Besonders gut gefallen hat mir, wie Hattie Williams die intensive Freundschaft zwischen Charlie, Ophelia und Eddy beschrieben hat, die so wertvoll ist.
Ich mochte die beiden sehr und habe gern über die Zeit, die sie zusammen verbracht haben gelesen. Dass der Roman im Verlagswesen angesiedelt ist, ist für mich ein weiterer Pluspunkt. Alles dreht sich um das Thema Buch und man taucht richtig ein in die Welt des Marketing und der Autorenbetreuung.

„Bittersüß“ liest sich leicht wie eine Sommerlektüre und doch steckt sehr viel mehr in ihr. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 20.08.2025

Originell aber zu unrealistisch

Not Quite Dead Yet
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Die 27 jährige Jet wird in einer Halloween Nacht unvermittelt angegriffen und erleidet eine schwere Kopfverletzung. Die Ärzte diagnostizieren ein Aneurysma, woran sie, falls sie sich nicht sofort operieren ...

Die 27 jährige Jet wird in einer Halloween Nacht unvermittelt angegriffen und erleidet eine schwere Kopfverletzung. Die Ärzte diagnostizieren ein Aneurysma, woran sie, falls sie sich nicht sofort operieren lässt, innerhalb der nächsten sieben Tage versterben wird. Jet entscheidet sich dafür, ihre letzten Tage für die Aufklärung ihres eigenen Mordes zu nutzen.

Der neue Thriller von Holly Jackson konnte mich leider nicht ganz überzeugen.
Zwar fand ich die Idee, dass jemand seinen eigenen Mord aufklärt originell, doch ziemlich schnell war mir die Geschichte zu unglaubwürdig.
Die Suche nach ihrem Mörder versetzt Jet, die in ihrem bisherigen Leben nicht so richtig in die Gänge gekommen ist, in einen unglaublichen Aktionismus und das alles mit einem Aneurysma im Hirn, das jederzeit zu reißen droht.
Zusammen mit ihrem Jugendfreund Billy ermittelt sie in alle Richtungen, ist fast durchgehend auf den Beinen und lässt sich von zunehmenden körperlichen Einschränkungen nicht von ihrem Ziel abhalten. Das war mir dann im Verlauf ehrlich gesagt etwas zuviel Drama.

Auch Jets Umgang mit ihrer Situation hat mich ziemlich gestört. Es sollte wohl tough und abgeklärt rüberkommen, aber ich fand ihre sarkastischen Bemerkungen ihrer Familie und Freunden gegenüber eher respektlos und unreif.

Das Buch lässt sich schnell und leicht lesen, Spannung kommt zwischendurch auch auf und es gibt ein paar überraschende Wendungen.
Allerdings ist „Not quite dead yet“ in meinen Augen eindeutig ein Jugendbuch und kein Thriller für Erwachsene, was man an Sprache und Dialogen erkennt.
Als solches vermarktet, fände ich es auch völlig in Ordnung.

Fazit
Ein solider Krimi für Jugendliche, der durchaus spannend und emotional ist.

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Veröffentlicht am 26.07.2025

Wichtiges Thema informativ und verständlich präsentiert

Dein Körper glaubt dir alles
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Dass man Körper und Geist nicht getrennt voneinander betrachten kann, ist mittlerweile denke ich zum Glück den meisten bewusst. Der Placebo Effekt ist wissenschaftlich nachgewiesen und darf nicht in die ...

Dass man Körper und Geist nicht getrennt voneinander betrachten kann, ist mittlerweile denke ich zum Glück den meisten bewusst. Der Placebo Effekt ist wissenschaftlich nachgewiesen und darf nicht in die esoterische Ecke abgeschoben werden.
Die Autoren dieses informativen Sachbuches erklären genau, wie sich positive Erwartungen auswirken und wie man sich dies in der Medizin zunutze machen kann.
Anhand vieler beeindruckender Studien und Fallbeispiele wird deutlich gemacht, dass eine positive Erwartungshaltung, Therapien unterstützen und Symptome verschiedenster Art lindern kann.
Dieses Buch ist ein Aufruf sowohl an alle, die im medizinischen Bereich tätig sind, als auch an Patienten, verstärkt auf Kommunikation zu setzen.
Denn so lässt sich der Placebo-Effekt am einfachsten nutzen; sei es durch ein paar aufmunternde Worte eines Arztes oder ein paar klärenden Fragen von Seiten des Patienten.
Da ich mich mit dem Thema schon länger befasse, war für mich nicht so unglaublich viel Neues dabei. Ich hätte mir noch ein paar Tipps gewünscht, wie man den Placebo Effekt für sich selbst mehr nutzen kann.


Fazit
Ein wichtiges Thema wird hier sehr verständlich präsentiert. Für diejenigen, die sich noch nicht soviel damit beschäftigt haben, ist dieses Buch absolut empfehlenswert.

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