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Veröffentlicht am 20.11.2020

Geister der Toten

Weil du mich riefst
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„Zwischen ihnen stand hier auf Zypern mehr als nur Glaube oder Herkunft. Zwischen ihnen standen Kämpfe und Tote.“

„Weil du mich riefst“ ist ein Roman von Emma Wagner. Er erschien am 27. Okrober 2020 im ...

„Zwischen ihnen stand hier auf Zypern mehr als nur Glaube oder Herkunft. Zwischen ihnen standen Kämpfe und Tote.“

„Weil du mich riefst“ ist ein Roman von Emma Wagner. Er erschien am 27. Okrober 2020 im Tinte und Feder Verlag von Amazon Publishing und ist in sich abgeschlossen.
Als Tina mit ihrer Freundin Colleen nach Zypern reist, hofft sie, auf der griechischen Insel Hinweise auf die Vergangenheit ihrer Mutter zu finden. Auf Zypern angekommen begegnen die jungen Frauen dann dem attraktiven Alec und plötzlich findet Tina nicht nur eine Spur zur Vergangenheit, sondern verliert auch ihr Herz auf Zypern…

Mit „Weil du mich riefst“ schreibt Emma Wagner einen Roman, der nicht nur wunderschöne Gefühle und Romantik beinhaltet, sondern durch das geschickte Einarbeiten historischer Fakten auch wichtige und interessante Themen behandelt.
Die Erzählung unterteilt sich in Rückblicke in die Vergangenheit und die Gegenwart. Deutlich wird, dass die Handlungen und Geschehen in der Vergangenheit eben immer Einflüsse auch auf die heutige Zeit haben. Nicht nur für jeden persönlich, sondern auch für ganze Länder bzw. die gesamte Menschheit. Dies hat mich mal wieder sehr beeindruckt und zum Nachdenken gebracht.
In der heutigen Zeit geht es um die junge Tina, die sich auf die Suche nach der Vergangenheit ihrer Eltern begibt. Schon immer hatte sie das Gefühl, dass ihre Mutter von einem zurückliegenden Ereignis belastet wird, ein Wort darüber verloren hat aber niemals jemand. Als ein Fremder im Restaurant sie auf ihren Armreif anspricht und ihr Zypern als Herkunftsort nennt, ist sie Feuer und Flamme. Der Reif stammt nämlich von ihrer Mutter und Tina hofft in Griechenland einen Hinweis auf das scheinbare Familiengeheimnis zu bekommen.
Kurzerhand reist sie daher mit ihrer Freundin Colleen auf die „Insel der Götter“. Glücklicherweise begegnen die beiden dann schon am Flughafen dem Einheimischen Alec, der ihnen nicht nur bei der Suche nach dem Hersteller des Armreifs behilflich sein kann, sondern auch nicht gerade unattraktiv ist…
Tinas Suche ist dabei natürlich von Glück und Zufall geprägt. Ohne Alecs Bekanntschaft hätte sie wohl kaum herausfinden können, was es mit dem Armreif auf sich hat. Dazu kommen weitere Zufälle, die wahrscheinlich im wahren Leben so eher nicht auftreten würden. Trotzdem sind Tinas Nachforschungen interessant und wunderschön beschrieben. Die unrealistischen Zufälle sind Teil der Geschichte und für diese zwingend notwendig, weshalb ich sie nicht als störend empfunden habe.
Die Vergangenheit beschreibt das Leben von der jungen Griechin Samira und dem Türken Yasin auf Zypern im Jahr 1974. Auf tragische und dramatische Weise zeigt sich, welche Begebenheiten gegen die Liebe der beiden sprechen und wie sie dennoch versuchen zusammen zu sein. Die Konflikte zwischen Griechen und Türken nehmen zu dieser Zeit wieder stark zu, Beziehungen zwischen den einzelnen Gruppen werden nicht geduldet.
Diese Konflikte und Bürgerkriege, die 1963/64 und -74 auf Zypern stattfanden sind nicht erfunden. Sie werden geschickt in die Handlung einbezogen und beschrieben. Viele Menschen verloren dabei ihr Leben und die Angst und Verunsicherung über das Erlebte dauert teilweise bis heute an. Diese Zusammenhänge und Bürgerkriege waren mir bisher vollkommen unbekannt und mir hat es gut gefallen, etwas mehr über sie zu erfahren. Die fiktive Geschichte lehrt uns, was Hass und Missgunst sowie Neid ausrichten und wie viel sie zerstören können. Mich hat dies sehr berührt und zum Nachdenken gebracht und ich hoffe sehr, dass die Menschen irgendwann verstehen, dass wir Menschen sind. Egal welcher Herkunft oder Religion wir angehören. Egal, wer oder was wird sind!
Insgesamt haben mich aber beide Zeitebenen von der ersten Romanseite an gefesselt und absolut begeistert. Gefühle und Emotionen werden gut vermittelt, eine nötige Portion Romantik und Spannung runden die Handlung ab. Das Ende des Romans hätte ich dann so tatsächlich ebenfalls nicht erwartet, ich fand es aber absolut passend und bezeichne es für mich als absolutes „Wohlfühlende“!
Gefallen hat mir außerdem, dass der Buchtitel in der Handlung noch einmal aufgegriffen wird und sogar eine tiefere Bedeutung bekommt, als man ahnt.
Der Schreibstil ist, wie wir es von der Autorin gewohnt sind, flüssig und mitreißend. Die Erzählperspektive wechselt zwischen Tina, Yasin und Samira und vermittelt dadurch die Gefühle der Drei auf sehr gute Weise. Auch die Romankulisse ist wunderschön beschrieben und die Landschaft nahezu greifbar. Die Figuren sind ebenso authentisch dargestellt und liebevoll charakterisiert. Eigenschaften und Eigenarten werden humorvoll aufgezeigt und verpackt.

Mein Fazit: Emma Wagner schreibt einen faszinierenden und interessanten historischen Roman vor ebenso schöner Kulisse, der Fakten und Fiktion brillant miteinander verknüpft. Auf spannende und mitreißende Art und Weise wird beschrieben, was 1974 auf Zypern geschah und wie es die Zukunft beeinflusst hat und teilweise noch immer beeinflusst. Ich habe den Roman unglaublich gern gelesen und vergebe 5 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 17.11.2020

Einsamkeit

Wenn du bei mir bist
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„Ihr seid alles, was ihr habt!“

„Wenn du bei mir bist“ ist ein Roman von René Carlino. Er erschien am 30. Oktober 2020 im Bastei Lübbe Verlag und ist in sich abgeschlossen.
Die junge Journalistin Kate ...

„Ihr seid alles, was ihr habt!“

„Wenn du bei mir bist“ ist ein Roman von René Carlino. Er erschien am 30. Oktober 2020 im Bastei Lübbe Verlag und ist in sich abgeschlossen.
Die junge Journalistin Kate ist davon überzeugt, dass im Leben nur auf einen selbst Verlass ist. Als sie die Chance bekommt den mysteriösen Weingutbesitzer R. J. Lawson zu interviewen, hält sie dies für ihren großen Karrieredurchbruch. Auf dem Weingut läuft dann jedoch nicht alles nach Plan, aber der charmante Mitarbeiter Jamie stiehlt sich nach und nach in Kates Herz. Doch während sie gerade beginnt der Liebe doch noch eine Chance zu geben, lässt Jamie sie fallen und Kate stürzt erneut in ein tiefes Loch…

Die Journalistin Kate hat in ihrem Leben schmerzhaft erfahren, was es bedeutet, einsam zu sein. Erst starb ihre Mutter, vor Kurzem nun auch ihre Ziehmutter Rose. Seitdem fühlt sie sich alleingelassen und einsam, ihre Power und ihren Antrieb hat sie verloren. Dies merkt man auch an ihren Artikeln für die Zeitung. Diese sind eher fad und langweilig, etwas mit Begeisterung und Feuer geschrieben, hat Kate schon lange nicht mehr. Trotzdem gibt ihr Chef ihr nun eine riesige Chance, sie soll denn interessanten und mysteriösen Weingutsbesitzer R. J. Lawson interviewen und möglichst etwas über sein gut gehütetes Privatleben herausfinden. Für diesen Auftrag fährt sie auf das Weingut und schon von Anfang and geht schief, was nur schief gehen kann, denn neben ihrer aktuell eher schwierigen Gefühlslage, ist Kate auch noch ein riesiger Tollpatsch. Diese Eigenschaft könnte sie eigentlich sympathisch machen, doch ich muss zugeben, dass ich während des gesamten Romans nicht wirklich mit ihr warmwerden konnte. Ihre unbeholfen wirkende Art und eher depressive und mitleidige Stimmung haben mir überhaupt nicht gefallen.
Das Zusammentreffen mit Jamie ist dann ein typisches Klischee und natürlich verfällt sie ihm in ihrer unsicheren Stimmung sofort. Er gibt ihr das Gefühl, die Einzige zu sein, wertgeschätzt und beschützt zu werden. Empfindungen, die Kate bereits vergessen glaubte. Die Kennenlernphase der beiden ist wunderschön beschrieben und hat mich sofort an einen Wohlfühlroman mit unkomplizierter Handlung denken lassen.
Als Jamie Kate dann aber fallen lässt, verschwindet die glückliche und leichte Romanstimmung allerdings wieder und übrig bleiben die depressiven Denkansätze bezüglich der Ansicht, dass man im Leben eben einfach nur sich selber hat und sich niemals auf andere einlassen sollte.
Die beschriebenen Gefühle konnten mich aber nicht wirklich berühren und haben mich eher genervt, auch die Ich-Perspektive von Kate konnte daran nichts ändern. Nur manchmal, wenn Kate ihren „Funken“, wie ihr Chef es bezeichnet, zeigt, hat sie mich stellenweise überzeugen können.
Leider ist diese positive Charaktereigenschaft im Roman eher selten zu sehen und aus einem Roman, der für mich als seichter und unterhaltsamer „Wohlfühlroman“ mit überraschender und gut gelungener Wendung begann, wurde dann eine Geschichte, die mir zu klischeehaft und zu hektisch wurde.
Die zweite Romanhälfte umfasst dann nämlich für mich zu viele, nur kurz angeschnittene Themen, die mit Kates und Jamies Geschichte eigentlich nichts mehr zu tun haben und die wie Füllmaterial wirken und die Auflösung des Konflikts hinauszögern. Auch das Ende war für mich dann zu kompakt und farblos. Zudem ist plötzlich alles wieder „rosarot in Plüsch“, was den bis dahin nur selten kitschigen Roman dann wirklich ins absolute Klischee wandelte.
Obwohl der Roman also wirklich flüssig und humorvoll geschrieben ist und auch zunächst locker und unterhaltsam begann, konnte er mich nicht wirklich überzeugen. Dabei haben mir die Plotidee sowie die Kulisse vor dem Weingut sehr gut gefallen, der wunderschöne Anfang wurde aber in der zweiten Hälfte leider kaputtgemacht. Ich habe mir insgesamt mehr positive Emotionen und gut dargestellten Herzschmerz gewünscht, dazu ein bisschen mehr Realität, weniger „heile rosarote Welt“ und weniger Ablenkung von der Beziehung zwischen Jamie und Kate in der zweiten Romanhälfte.

Mein Fazit: Letztlich kann ich nur 3 von 5 Sternen für „Wenn du bei mir bist“ vergeben. Der Roman startete überzeugend und war humorvoll und insgesamt flüssig geschrieben. Trotzdem konnte mich die Geschichte nicht vollständig abholen und war mir am Ende zu sehr gekürzt und klischeehaft.

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Veröffentlicht am 07.11.2020

Wahrheitsapparat

Es war einmal in Italien
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„Ich weiß nicht, ob Fotografie Kunst ist, Signore. Für mich muss sie die Wirklichkeit spiegeln.“

„Es war einmal in Italien“ ist der neuste Roman von Luca Di Fulvio. Er erschien im Oktober 2020 im Bastei ...

„Ich weiß nicht, ob Fotografie Kunst ist, Signore. Für mich muss sie die Wirklichkeit spiegeln.“

„Es war einmal in Italien“ ist der neuste Roman von Luca Di Fulvio. Er erschien im Oktober 2020 im Bastei Lübbe Verlag und ist in sich abgeschlossen.
Drei Waisenkinder, drei Schicksale, eine umkämpfte Stadt. Nur zufällig geraten die Contessa, Pietro und Marta hinein in den Freiheitskampf Italiens und müssen früher oder später entscheiden, auf welcher Seite sie stehen und wohin ihr Leben sie führen soll…

Luca Di Fulvio ist einfach ein Autor, den man kennen muss, wenn man historische Romane liebt. Immer wieder schreibt er bildgewaltige und wunderschöne Romane, die sich kaum aus der Hand legen lassen. Genauso erging es mir auch mit „Es war einmal in Italien“. Ein Roman, der die Geschichte von drei völlig unterschiedlichen Personen erzählt, die dann aber doch vieles gemeinsam haben. Drei Waisenkinder, die sich selbst und ihren Platz im Leben erst finden müssen oder finden mussten und die mehr oder weniger ungewollt in den Freiheitskampf Italiens hineinrutschen.
Jede Figur für sich ist dabei unglaublich vielschichtig und interessant beschrieben. Die Contessa ist stark und selbstbewusst. Sie weiß, wie sie ihren Willen durchsetzt und wirkt gleichzeitig unsicher und teilweise fast hilflos. Sie verbirgt eine Vergangenheit, vor der sie geflohen ist, die sie aber niemals loslassen konnte und baut daher eine Mauer um sich herum – niemals wieder will sie enttäuscht werden. Im Laufe des Romans beginnt ihre Fassade jedoch zu bröckeln, sie fängt an, sich selbst zu akzeptieren und zu sich zurückzufinden und beginnt dann auch endlich Liebe und Gefühle für andere zuzulassen…
Pietro, der Waisenknabe, der sich zwar durchsetzen kann, aber dennoch nicht so richtig etwas vom wirklichen Leben weiß. Ein Junge mit einem großen Herzen und Gerechtigkeitssinn, der schließlich sein Leben riskiert, um die Contessa zu beschützen. Eine Figur, die ich zunächst etwas skeptisch betrachtet habe, die mich aber am Ende vollkommen überzeugt hat, denn Pietro und sein Handeln sowie seine persönliche Entwicklung sind einfach faszinierend!
Schließlich noch Marta. Marta, das Mädchen, das im Zirkus aufwächst und plötzlich beginnt zu rebellieren. Obwohl sie intelligent und irgendwie interessant ist, habe ich mich mit ihr am wenigsten zurechtfinden können. Ihr Verhalten und ihr Misstrauen den Zirkusleuten gegenüber hat mir überhaupt nicht zugesagt, denn offensichtlich sind die Leute aus dem Zirkus um sie bemüht und es geht ihr keinesfalls schlecht. Zwar verstehe ich ihre Beweggründe und ihre Gefühle, denn die eigene Herkunft nicht zu kennen, muss ein schweres Los sein, dennoch hat mir ihre forsche und teilweise naive Sichtweise nicht immer gefallen. Doch ebenso wie Contessa und Pietro entwickelt auch Marta sich und erkennt am Ende, was den Zirkus wirklich ausmacht – Zusammenhalt, Familie und Freundschaft.
Auch die Nebenfiguren waren unglaublich interessant gestaltet und liebevoll charakterisiert, sodass man jeden einzelnen ins Herz schließen muss.
Bildgewaltig beschreibt der Autor zudem das vergangene Rom und den Freiheitskampf Italiens. Nicht nur einmal habe ich bestimmte Teile der Stadt bildlich vor Augen gehabt und im Kampf um die Stadt schließlich regelrecht mit den Figuren mitgefiebert.
Neben den persönlichen Schicksalen der drei Protagonisten geht es ebenso um die Fotografie und den Freiheitskampf Italiens, dazu um Liebe, Freundschaft und Zusammenhalt. Eine großartige Kombination mit geschicktem Erzählstil, Spannung und Überraschungen.
Gerade der historische Hintergrund zum Freiheitskampf von Italien hat mir sehr gut gefallen, da ich hierüber bisher noch gar nichts wusste.
Ebenso gefallen hat mir die Idee von Pietro die „Wahrheit“ zu fotografieren und nicht nur das „Schöne“ darzustellen. Er reiht sich damit in den Realismus der Kunst ein, der im 19. Jahrhundert aufkam und so manche kontroverse Meinung hervorgerufen hat. Dieses geschieht auch im Buch, doch es gelingt Pietro seine Sicht der Dinge allgemein bekannt zu machen…

Mein Fazit: „Es war einmal in Italien“ ist ein weiterer Roman von einem großartigen Autor, der mich vollständig überzeugt hat. Ein mitreißender und bildgewaltiger Erzählstil, sowie greifbare und unglaublich authentische Figuren in einer Geschichte, die einem ans Herz geht. Ich vergebe 5 von 5 Sternen und empfehle das Buch jedem Liebhaber historischer Romane!

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Veröffentlicht am 31.10.2020

Gepäck

Touch My Heart
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“Nein, absolut nicht, wir beide haben viel zu viel Gepäck. Damit muss man erstmal klarkommen. Alles nur rein geschäftlich.“

„Touch my Heart“ ist ein New Adult-Roman von Michelle Schrenk und Emily Ferguson. ...

“Nein, absolut nicht, wir beide haben viel zu viel Gepäck. Damit muss man erstmal klarkommen. Alles nur rein geschäftlich.“

„Touch my Heart“ ist ein New Adult-Roman von Michelle Schrenk und Emily Ferguson. Er erschien im Juli 2020 im Montlake Verlag von Amazon Publishing und ist der zweite Band der New York Dreams-Reihe.
Lillian ist bereit einen Neuanfang in New York zu wagen, was mit einigen Startschwierigkeiten auch tatsächlich gelingt. Ihre Vergangenheit lässt sie allerdings nicht vollständig los und der Tag, an dem sie sich mit ihr auseinandersetzen muss rückt immer näher und könnte alles zerstören, dass sie sich seit dem Neustart aufgebaut hat…

Auf den zweiten Band der New York Dreams-Reihe hatte ich mich sehr gefreut, denn die Geschichte von Tad und Mary fand ich sehr berührend und emotional. Dieser zweite Band konnte mich dann jedoch leider nicht vollkommen erreichen, denn es gab zu viel Klischee und ein für mich völlig unnötiges und zu klassisches Missverständnis zum Ende der Handlung. Die Plotidee sowie die angerissenen Themen haben mir dabei zwar im Grunde sehr gut gefallen, die Umsetzung wirkte auf mich allerdings etwas zu konstruiert und letztendlich nur wenig einzigartig.
Logan und Lillian gefallen mir als Figuren allerdings sehr gut. Lillian kann man im Grunde nur gernhaben und die Art, mit der sie mit der kleinen Haley umgeht, ist wirklich einzigartig und toll. Lillian schafft es innerhalb kurzer Zeit wieder Freude in das Leben der Familie Westwick zu bringen und lockert die Stimmung im Haus deutlich auf. Der langsame Beginn einer Beziehung zu ihrem Chef Logan ist dabei sehr schön beschrieben und definitiv romantisch. Insgesamt hat es mir sehr gut gefallen, wie die beiden einander näherkommen und füreinander einstehen. Hierbei gibt es genug Probleme und Konflikte, jeder von ihnen hat „Gepäck“ dabei, denn die Vergangenheit lässt sich nun mal nicht begraben. Der Umgang der beiden mit diesen Altlasten und das gemeinsame bewältigen der Krise ist aber einzigartig und wunderschön.
Die Ich-Perspektive von Lillian veranschaulicht ihre Gedanken und Gefühle dabei sehr gut und verstärkt die Spannung um das Ereignis ihrer Vergangenheit, welches sie um jeden Preis verbergen will, das sie aber noch immer stark belastet und schließlich einholt…
Die ersten dreiviertel des Buches haben mir daher sehr gut gefallen und wirkten auf mich sehr authentisch und nachvollziehbar. Erst im letzten Viertel des Buches wurde die Geschichte für mich dann ein bisschen klischeehaft, denn obwohl der eigentliche Hauptkonflikt bereits gelöst war, musste ein weiterer, völlig unbegründeter und durch ein typisches Missverständnis entstandener Streit zwischen dem jungen Paar entstehen, der die zarte Verbindung direkt vollständig in Frage stellt. Dieser, für mich gewollte und übertriebene Konflikt hat für mich leider die gesamte Handlung zerstört und den sonst gut überlegten und romantischen Roman in einem anderen Licht dargestellt – wirklich schade! ☹
Als zweiter Band der „New York Dreams“-Reihe fehlte mir zudem eine klare Verbindung zum ersten Teil der Reihe. Mary und Tad spielen nur zu Beginn eine winzig kleine Rolle, eine weitere Verbindung stellt die Agentin von Tad dar, die auch als Jobvermittlerin für Logan kurz erwähnt wird. Obwohl Mary zu Beginn als Freundin von Lilian vorgestellt wird, taucht sie im Rest des Romans nicht mehr auf und Sam, von der vorher nicht erkennbar war, dass sie eine Freundin von Lillian ist, ist die einzige Verbindung zu Teil 1 der Reihe. Hier fand ich also die Zusammenhänge nicht ganz logisch und finde es sehr schade, dass man von Mary und Tad nichts mehr erfährt. Was ich ebenfalls schade finde ist, dass Logans Vergangenheit lediglich angerissen, aber im Gegensatz zu Lilians Vergangenheit nicht vollständig aufgelöst wird.
Der Schreibstil ist während des gesamten Romans locker und leicht, die Handlung im Grunde ebenfalls eher unkompliziert und leicht lesbar. Humorvolle und niedliche Szenen wechseln sich mit durchaus ernsten Themen ab, die ich als gut gewählt und auch nachvollziehbar und einfühlsam dargestellt empfunden habe.

Mein Fazit: „Touch my Heart“ ist ein unterhaltsamer Roman zum „weglesen“. Mit einer unkomplizierten und leichten Geschichte enthält er berührende, aber auch spannende Momente mit durchaus tiefgründigen Themen. Dabei kann er unabhängig von Band 1 der Reihe gelesen werden, da es keine größeren Verknüpfungen gibt. Mich konnte er leider nicht überzeugen weshalb es von mir nur 3,5 von 5 Sternen gibt.

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Veröffentlicht am 26.10.2020

Loyalität

All das Ungesagte zwischen uns
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„Wenn man beschließt, sich an einen Menschen zu binden, sagt man nicht: ‚Ich verspreche dir, dass ich mich nie mehr zu jemandem hingezogen fühlen werde‘, man sagt: ‚Ich verspreche dir, dass meine Loyalität ...

„Wenn man beschließt, sich an einen Menschen zu binden, sagt man nicht: ‚Ich verspreche dir, dass ich mich nie mehr zu jemandem hingezogen fühlen werde‘, man sagt: ‚Ich verspreche dir, dass meine Loyalität dir gilt, obwohl ich möglicherweise anderen Menschen begegne, zu denen ich mich auch hingezogen fühlen werde.‘“

„All das Ungesagte zwischen uns“ ist ein Roman von Colleen Hoover, übersetzt von Katarina Ganslandt. Er erschien im Oktober 2020 im bold Verlag und ist in sich abgeschlossen.
Ein schrecklicher Unfall verändert das Leben von Morgan komplett. Und als wäre das nicht schon genug, führt der Unfall ihr auch noch vor Augen, dass ihr gesamtes Leben auf einer Lüge aufgebaut ist und entfremdet sie immer weiter von ihrer Tochter Clara…

„All das Ungesagte zwischen uns“ war mein erster Roman von Colleen Hoover. Als ich angefangen habe ihn zu lesen, kam ich zunächst nicht richtig in die Geschichte hinein und hatte auch eine ganz andere Idee, in welche Richtung die Handlung gehen würde. Ein paar Seiten später hat mich das Buch dann aber tatsächlich gepackt und mich vollständig überrascht. Ich wurde regelrecht in die Handlung eingesogen und konnte den Roman nur noch schlecht aus der Hand legen. Meine Erwartungen wurden indirekt zwar erfüllt, aber insgesamt hatte ich mit einer anderen Handlung gerechnet, weshalb mich die Autorin definitiv überrascht hat.
Colleen Hoover schafft es mit ihrem flüssigen und rasanten Schreibstil durch die gewählte Ich-Perspektive von Morgan und ihrer Tochter Clara Gefühle und Emotionen brillant zu transportieren. Man kann nicht anders, als mit den Figuren mitzuleiden und zu fühlen. Die ausgetragenen Konflikte spiegeln die Realität exakt wider und beschönigen dabei nichts. Lügen, Hass und Ehebruch werden thematisiert und aus mehreren Perspektiven betrachtet. Besonders gut gefallen hat mir dabei, dass die Handlungen von Clara und Morgan von ihnen selbst in Gedanken reflektiert und bewertet werden, sodass man als Leser Teil der Entwicklung der jeweiligen Person ist.
Einige Gedanken und Handlungen regen dabei definitiv zum Nachdenken an und gerade die Aussage von Morgan, dass man, wenn man eine Beziehung eingeht, nicht verspricht, nie wieder jemand anderen attraktiv zu finden, sondern verspricht seinem Partner gegenüber ab sofort loyal zur Seite steht, hat mir unglaublich gut gefallen.
Insgesamt hat mir Morgan sehr gut gefallen. Mit ihrer besonnenen und verantwortungsbewussten Haltung ist sie jemand, den man nur bewundern kann. Sie stellt ihr eigenes Glück hinten an und lebt für ihre Familie. Mit ihrer Schwangerschaft hat sie ihre eigenen räume aufgegeben und sich vollständig auf ihre Familie eingelassen, ohne dabei unglücklich zu sein. Erst durch den Unfall bemerkt sie, dass ihr die Leidenschaft verloren gegangen ist. Sie weiß nicht, was sie gerne macht und wofür sie brennt und muss lernen, was ihre Gefühle ihr schon viele Jahre lang sagen wollten. Ihr innerer Kampf und ihr Umgang mit ihrer Verwirrung und ihren Gefühlen ist sehr intensiv beschrieben und gut nachvollziehbar. Das Loch, in das sie nach dem Unfall fällt ist nachvollziehbar und obwohl sie allen Grund hätte, in diesem zu versinken, kämpft sie sich heraus und baut ihr Leben neu auf.
Der Umgang mit ihrer Tochter Clara zeugt von einer innigen Mutter-Tochter-Beziehung, die durch den Unfall und die daraus resultierenden Ereignisse gehörig aus den Fugen gerät. Clara selbst kämpft dabei mit typischen Teenagerproblemen, der ersten Liebe und der Frage, was Liebe überhaupt bedeutet. Gleichzeitig hat sie einen großen Verlust zu bewältigen und ihre trotzigen Reaktionen sind damit mehr als verständlich. Imponiert hat mir dabei aber ihre persönliche Entwicklung und die Stärke, die sie beweist, als sie schließlich die Wahrheit akzeptiert.
„All das Ungesagte zwischen uns“ ist nicht nur ein Liebesroman, sondern eine Geschichte, die ernste Themen anschneidet und reflektiert. Verknüpft mit einer großartigen Erzählkunst, unerwarteten Wendungen und tiefgründigen Themen wird aus dem Roman ein Werk, das große Gefühle und Emotionen hervorruft und einfach unglaublich berührend und emotional ist. Man ist gezwungen, sich mit dem Thema Loyalität in einer Beziehung auseinanderzusetzen und sich zu fragen, wie man selbst wohl gehandelt hätte.
Einziger Kritikpunkt von mir ist, dass ich gerne noch mehr über die anderen Personen des Romans und ihre Handlungsgründe erfahren hätte, was durch den Unfall allerdings nicht mehr möglich ist. Die von Morgan gefundenen Briefe hätten mich daher sehr interessiert, so lässt die Autorin einen großen Interpretationsspielraum und man kann sich überlegen, was wohl am ehesten zutrifft.

Mein Fazit: „All das Ungesagte zwischen uns“ ist ein bewegender und emotionaler Roman mit tiefgründigen Themen und rasantem Handlungsverlauf. Ich vergebe 4,5 von 5 Sternen und werde definitiv schnellstmöglich weitere Romane der Autorin lesen!

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