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Veröffentlicht am 22.03.2025

Die Siedlung

Schweben
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Die Geschichte spielt in einer Welt, nach dem Klimawandel, als sie sich in verschiedene Siedlungen aufgeteilt hat. Mittendrin unsere Protagonistin, die sich zur Aufgabe gemacht hat, in die Identität von ...

Die Geschichte spielt in einer Welt, nach dem Klimawandel, als sie sich in verschiedene Siedlungen aufgeteilt hat. Mittendrin unsere Protagonistin, die sich zur Aufgabe gemacht hat, in die Identität von anderen Frauen zu schlüpfen, um es den Angehörigen leichter zu machen, über deren Verlust hinwegzukommen. Das hat sie schon so oft getan, dass sie selbst nicht mehr weiß, wie sie heißt. Doch ihr neuer Auftrag treibt sie an die Belastungsgrenze und die Frage, wie lange funktioniert das mit den Siedlungen noch?
Das Buch ist eine Dystopie, was ich zwischendurch sehr gerne mal lese. Zu Beginn fand ich die Geschichte sehr gut aufgebaut, man wird abgeholt, es wird erklärt, was es mit dem sonderbaren Beruf der Protagonistin auf sich hat. Doch gegen Ende überschlagen sich so viele Dinge, dass man gar nicht mehr mitkommt. Es ergaben sich immer mehr Fragen, die durch das abrupte Ende nicht mehr geklärt werden konnten. Mir fehlte am Ende irgendwie der Sinn des Ganzen und ich blieb mit vielen Fragezeichen zurück. Durch die sehr übersichtliche Anzahl von Charakteren und dem begrenzten Blick auf die eine Siedlung, hat mich die Handlung nicht so ganz packen können.

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Veröffentlicht am 20.03.2025

Viola und Mimo

Was ich von ihr weiß
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Mimo soll wie seine Vorfahren ein Bildhauer werden und wird als Kind zu seinem Onkel nach Italien geschickt, um dort diesen Beruf zu erlernen. Er begegnet in Pietra d'Alba der quirligen Viola. Sie ist ...

Mimo soll wie seine Vorfahren ein Bildhauer werden und wird als Kind zu seinem Onkel nach Italien geschickt, um dort diesen Beruf zu erlernen. Er begegnet in Pietra d'Alba der quirligen Viola. Sie ist der jüngste Spross der sehr einflussreichen und vermögenden Familie Orsini. Obwohl es nicht standesgemäß ist, dass die beiden Kinder Umgang miteinander haben, entwickelt sich eine Freundschaft auf Lebzeiten.

Hier wird eine sehr intensive Freundschaft beschrieben, die ein ganzes Leben anhält. Es wird chronologisch erzählt, wobei ich vermisst habe, dass es keine genauen Zeitangaben gibt. Zwischen den Kapiteln sind nämlich immer Kapitel aus der Gegenwart eingefügt. Das hat meinen Lesefluss etwas gestört. Die Beschreibung der Freundschaft hat mir jedoch gefallen, es geht ständig hin und her. Mal sehen sich die beiden über Jahre nicht, doch sie treffen immer wieder aufeinander. Viola ist ein Freigeist, der seinen eigenen Weg sucht, wenn es sein muss, mit dem Kopf durch die Wand. Mimo ist etwas zurückhaltender beschrieben, hat aber durchaus die Fähigkeit sich durchzusetzen, obwohl er als kleinwüchsiger Künstler sehr oft angefeindet wird. Nebenbei bekommt man noch den Wandel der Zeit in Italien mit. Ein sehr harmonisches Buch über ein Paar, das eine lebenslange Freundschaft verbindet.

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Veröffentlicht am 20.03.2025

Alles fürs Kind

Halbinsel
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Annett bekommt einen Anruf, dass ihre Tochter Linn in einem Berliner Hotel zusammengebrochen ist und ins Krankenhaus kam. Sie macht sich aus Richtung Husum gleich auf den Weg, um nach ihr zu schauen und ...

Annett bekommt einen Anruf, dass ihre Tochter Linn in einem Berliner Hotel zusammengebrochen ist und ins Krankenhaus kam. Sie macht sich aus Richtung Husum gleich auf den Weg, um nach ihr zu schauen und nimmt sie kurzerhand mit nach Hause, damit sie sich erholen kann. Linn fängt ihr Leben an zu überdenken und will gar nicht mehr von daheim weg, was zu Spannungen in der Beziehung zu ihrer Mutter führt. Die Handlung des Buches beschränkt sich fast nur auf Nordfriesland, was mir gut gefallen hat. Da ich auf der Halbinsel Nordstrand schon Urlaub gemacht habe, kamen mir viele Schauplätze bekannt vor, wie z.B. die Wattwanderung zur Hallig Südfall. Daher finde ich auch den Buchtitel sehr gut gewählt. Das Buch beleuchtet eine Mutter-Tochter-Beziehung, die auf Geben und Nehmen beruht. Annett hat immer alles für ihre Tochter getan, damit es ihr gutgeht und Linn ist auch dankbar dafür. Durch die einzelnen Episoden im Buch merkt man, dass beide immer nachdenklicher werden und ihr Leben überdenken. Die Geschichte ist sehr gefühlvoll geschrieben. Es ist ein Buch der leisen Töne, das ohne Drängen und großen Vorwürfen auskommt und immer wieder die bedingungslose Liebe einer Mutter zu ihrem Kind aufzeigt. Ein Buch, das zum Nachdenken anregt, aber nicht mit dem Finger auf andere zeigt.

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Veröffentlicht am 18.03.2025

Der Raub

Ein ungezähmtes Tier
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Die Geschichte ist sehr wendungsreich aufgebaut. Zu Beginn schien es, dass es viel um Neid unter Nachbarn geht. Schnell merkt man, dass bei den Brauns vieles nur Fassade ist und die Nachbarn nur unnötig ...

Die Geschichte ist sehr wendungsreich aufgebaut. Zu Beginn schien es, dass es viel um Neid unter Nachbarn geht. Schnell merkt man, dass bei den Brauns vieles nur Fassade ist und die Nachbarn nur unnötig auf etwas neidisch waren, das es in Wirklichkeit gar nicht gab. Der Juwelenraub fügt sich als Appetithappen ein, indem der Countdown bis dahin runterläuft mit der Erwartung des Lesers, dass da im Verlauf noch was kommen muss. Es gibt immer wieder Wendungen und neue Einzelheiten im Alltag der Ehepaare und auch bei der Vorbereitung des Juwelenraubs. Man bekommt Stück für Stück einen Einblick, wie die Charaktere miteinander verknüpft sind, so dass es bis zum Ende sehr spannend bleibt, was überhaupt die Hintergründe der ganzen Story sind. Das Hörbuch wird von Torben Kessler gesprochen, der die passende Stimme für so einen Krimi hat. Mal düster, mal heiter, immer den Emotionen der Charaktere entsprechend, legt er eine gute Modulation an den Tag. Erzählt wird auf mehreren Zeitebenen, was beim Hören nicht immer so leicht war. Ich konnte dem Geschehen jedoch sehr gut folgen und fand den Roman sehr schlüssig aufgebaut. Die Spannung steigert sich kontinuierlich, bis am Ende die große Auflösung folgt.

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Veröffentlicht am 17.03.2025

Zeitungsmeldung

Der Einfluss der Fasane
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Hella Karl schreibt für eine große Zeitung und liest eines Morgens, dass sich der Star der Berliner Theaterszene umgebracht hat. Das wirft sie komplett aus der Bahn und sie versucht zu ergründen, ob der ...

Hella Karl schreibt für eine große Zeitung und liest eines Morgens, dass sich der Star der Berliner Theaterszene umgebracht hat. Das wirft sie komplett aus der Bahn und sie versucht zu ergründen, ob der Artikel, den sie über ihn schrieb, dazu geführt haben könnte. In der Szene wird sie jetzt nämlich dafür verantwortlich gemacht.

Der Roman beschreibt den Umgang der Medien auf gewisse Ereignisse. In diesem Fall wird Hella dafür verantwortlich gemacht, dass sich jemand umbringt und sie wird von der Arbeit suspendiert. Hella hat mir als Protagonistin sehr gut gefallen, weil sie Ursachenforschung betreibt. Jedoch blickt sie dafür oft in die Vergangenheit und das Buch erzählt die Zusammenhänge der Charaktere. Da dies nicht zeitlich gekennzeichnet wurde, fiel es mir sehr schwer zu erkennen, ob gerade in der Gegenwart oder Vergangenheit erzählt wurde. Außerdem wird man immer wieder aus dem Lesefluss gerissen, weil die Perspektiven so oft wechseln. Ich fand die Geschichte eher unaufgeregt erzählt. Gut dargestellt wurde, wie sich die berufliche Suspendierung auf Hellas Privatleben ausgewirkt hat. Es ist kein Wohlfühlbuch, aber die Geschichte stimmt durchaus nachdenklich.

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