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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.03.2025

Nicht meins

Nowhere Heart Land
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Emily Marie Laras Debütroman "Nowhere Heart Land" wird im Netz von vielen gefeiert, doch für mich war er wider Erwarten leider nichts. Eigentlich schätze ich den Pola Verlag für seine durchweg unterhaltsamen ...

Emily Marie Laras Debütroman "Nowhere Heart Land" wird im Netz von vielen gefeiert, doch für mich war er wider Erwarten leider nichts. Eigentlich schätze ich den Pola Verlag für seine durchweg unterhaltsamen Romane, aber dieser Roman war mir einfach zu wenig handlungsgetrieben. Dabei fängt der Roman eigentlich vielversprechend an: Rosa kehrt aus London in ihre Heimatstadt zurück, um das Haus ihrer Großmutter zu verkaufen und deren Pflege zu finanzieren. Dabei wird sie mit Erinnerungen an ihre verstorbene Mutter und ihre eigene Vergangenheit in dem Internat, das sowohl ihre Mutter als auch Rosa besucht haben, konfrontiert.

Doch nach dem starken Beginn mit vielen interessanten Episoden passiert in meinen Augen nicht mehr viel: Rosa bleibt in ihrer Heimatstadt hängen, und anstatt einer tiefgründigen Auseinandersetzung mit ihrer Vergangenheit oder einer Entwicklung ihrer Figur, wiederholen sich eintönige Tage, die ausführlich beschrieben werden. Ihr hoher Alkoholkonsum wird nicht kritisch hinterfragt und ihr Verhalten gegenüber ihrer Jugendfreundin Leni, die in der Schulzeit aufgrund ihrer Armut diskriminiert wurde, bleibt problematisch: Statt wirklicher Reflexion entwickelt Rosa beinahe stalkerhafte Züge und respektiert Lenis Grenzen nicht.

Mir fehlte eine greifbare Charakterentwicklung, eine überraschende Wendung oder wenigstens eine tiefere emotionale Ebene. So wirkte der Roman oft langatmig und viele Fragen bleiben offen. Die Rückblicke auf Rosas Schulzeit waren für mich die spannendsten Passagen – eigentlich hätte es den Rahmen in der Gegenwart für mich gar nicht gebraucht. Was mir hingegen gefallen hat, war die sprachliche Gestaltung: Emily Marie Lara schreibt durchaus atmosphärisch und eindringlich.

Dennoch bleibt mein Fazit: "Nowhere Heart Land" konnte mich nicht packen. Die Ausgangsidee ist gut, die Umsetzung jedoch für mich zu zäh, die Figuren zu stagnierend. Schade – denn das Potenzial war definitiv da.

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Veröffentlicht am 23.03.2025

Gefühlvoll

Warte auf mich am Meer
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„Warte auf mich am Meer“ erzählt die lebenslange Liebesgeschichte von Evelyn und Joseph, die gemeinsam an der Küste von New England aufwachsen, sich verlieben und ein gemeinsames Leben aufbauen. Über Jahrzehnte ...

„Warte auf mich am Meer“ erzählt die lebenslange Liebesgeschichte von Evelyn und Joseph, die gemeinsam an der Küste von New England aufwachsen, sich verlieben und ein gemeinsames Leben aufbauen. Über Jahrzehnte hinweg meistern sie Höhen und Tiefen, ziehen ihre Kinder in einer alten Pension am Meer groß und halten trotz aller Widrigkeiten an ihrer Liebe fest. Doch als Evelyn eine erschütternde Diagnose erhält, beschließen beide, nicht ohne einander sein zu wollen,

Amy Neff schreibt mit einer sanften, nostalgischen Atmosphäre, die die enge Verbindung zwischen den Charakteren spürbar macht. Besonders die Beschreibungen der Küstenlandschaft und der kleinen Pension tragen viel zur Stimmung des Romans bei. Die Geschichte ist ruhig und flüssig erzählt, konzentriert sich stark auf die emotionalen Momente und lebt von der lebenslangen Bindung zwischen Evelyn und Joseph. Teilweise war es für mich auch etwas kitschig.

Mir hat die Geschichte gut gefallen, auch wenn sie für meinen Geschmack manchmal auch Längen hatte. Die Emotionen sind authentisch, aber einige der Liebesbeteuerungen hätte es für mich nicht gebraucht. Trotzdem ist es ein netter Roman über Liebe, Beständigkeit und den Mut, loszulassen – ideal für alle, die gefühlvolle Liebesgeschichten mögen.

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Veröffentlicht am 22.03.2025

Stimmungsvoll

Das Fenster zur Welt
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Sarah Winmans zweiter Roman „Das Fenster zur Welt“ ist ein atmosphärischer Roman über Freundschaft und die Kunst, ein Zuhause zu finden – egal, wo auf der Welt man sich befindet. Die Geschichte beginnt ...

Sarah Winmans zweiter Roman „Das Fenster zur Welt“ ist ein atmosphärischer Roman über Freundschaft und die Kunst, ein Zuhause zu finden – egal, wo auf der Welt man sich befindet. Die Geschichte beginnt 1944 in der Toskana, wo der junge britische Soldat Ulysses Temper auf die kluge, ältere Kunsthistorikerin Evelyn Skinner trifft. Diese zufällige Begegnung beeinflusst Ulysses’ weiteres Leben auf unerwartete Weise und führt ihn schließlich zurück nach Florenz, wo sich sein Schicksal mit einer Gruppe außergewöhnlicher Menschen verwebt.

Winmans Schreibstil ist poetisch und zugleich lebensnah, voller Wärme und feinem Humor. Ich mochte, wie sie die Atmosphäre von Florenz einfängt und auch die Gemälde aus den Uffizien mit in Evelyns Geschichte einbringt – da ich gerade in Florenz war, habe ich mich darüber besonders gefreut. Mit dem Roman konnte ich die Stadt noch einmal besuchen. Aber auch Figuren sind lebendig gezeichnet, ihre Beziehungen voller Tiefgang und Herzenswärme.

Allerdings hatte der Roman durchaus ein paar Längen, auf die ich mich erst einlassen musste. Auch manche Entwicklungen waren für mich vorhersehbar. Trotzdem überwiegt der Zauber der Geschichte und die Themen von Zugehörigkeit, Kunst und der Kraft der Freundschaft haben mir sehr gefallen.

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Veröffentlicht am 22.03.2025

Witzig und liebevoll

People Pleaser
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„People Pleaser“ hat genau das geliefert, was ich mir von einem guten Jugendroman wünsche: eine lockere, unterhaltsame Lektüre, die trotz ernster Themen nie zu schwer wird. Anna Dimitrova erzählt humorvoll ...

„People Pleaser“ hat genau das geliefert, was ich mir von einem guten Jugendroman wünsche: eine lockere, unterhaltsame Lektüre, die trotz ernster Themen nie zu schwer wird. Anna Dimitrova erzählt humorvoll und treffsicher von Freundschaft, Selbstfindung und dem Drang, es allen recht machen zu wollen – und trifft dabei sowohl inhaltlich als auch sprachlich genau den richtigen Ton.

Nina ist die inoffizielle Therapeutin ihrer Clique. Sie liebt es, Probleme zu lösen – bis sie bei ihrer besten Freundin Teo an ihre Grenzen stößt. Als Teo sich ausgerechnet in Aleks, den Inbegriff einer „Red Flag“, verliebt, sieht Nina nur einen Ausweg: Sie muss Aleks therapieren, bevor Teo sich ihr Herz brechen lässt. Doch natürlich ist Aleks nicht nur der coole Gym-Bro, für den er gehalten wird. Und Nina muss erkennen, dass sie ihre Hilfsbereitschaft nicht immer hilfreich ist.

Der Roman hat mich oft mit witzigen Pointen und schlagfertigen Dialogen überrascht, gleichzeitig werden die Jugendlichen trotz ihrer Schwächen sehr liebevoll dargestellt. Gerade das Thema People Pleasing und die Erkenntnis, dass man sich selbst nicht für andere aufopfern sollte, fand ich super umgesetzt. Die Figuren sind bewusst etwas überzeichnet, aber auf eine Art, die nicht zu klischeehaft ist, zur Story passt und sie umso unterhaltsamer macht.

Ein kluges, witziges Buch über das Erwachsenwerden, Freundschaft und Selbstliebe, das sicher nicht nur Jugendliche anspricht!

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Veröffentlicht am 21.03.2025

Bisheriges Jahreshighlight

Mit dir, da möchte ich im Himmel Kaffee trinken
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Für mich ist „Mit dir möchte ich im Himmel Kaffee trinken“ bisher das Lesehighlight dieses Jahres – nicht zuletzt, weil ich Mascha Kaléko als Dichterin, um die es im Roman auch geht, ohnehin sehr liebe. ...

Für mich ist „Mit dir möchte ich im Himmel Kaffee trinken“ bisher das Lesehighlight dieses Jahres – nicht zuletzt, weil ich Mascha Kaléko als Dichterin, um die es im Roman auch geht, ohnehin sehr liebe. Im Zentrum des Romans steht jedoch Elisa, die der Dichterin ihre eigene bewegende Lebensgeschichte erzählt.

Elisa fühlt sich von Kalékos Gedichten verstanden, seit sie sie mit Anfang 20 entdeckt hat, und vertraut ihr ihre Gedanken an – über ihre schwierige Kindheit, ihre Zeit im Heim, ihre Liebesbeziehungen, immer auf der Suche nach Geborgenheit, die sie lange nur in Büchern fand. Und trotzdem ist der Roman nicht düster, sondern voller Sehnsucht, Hoffnung und Poesie. Mit großer Leichtigkeit wird von den schweren Dingen erzählt, beim Erzählen über Freundschaft, der Liebe zu Büchern und der großen Liebe wird es aber auch schon auch mal ein bisschen pathetisch. Diese Mischung hat mir einfach richtig gut gefallen und ich habe mir Vieles angestrichen.

Besonders gelungen fand ich auch die Struktur des Romans: Jedes Kapitel beginnt mit einem passenden Gedicht von Mascha Kaléko, das Elisas Erlebnisse und Gedanken spiegelt. Das hat mir die Gedichte noch einmal anders näher gebracht und ich habe jetzt richtig Lust auf mehr. Insgesamt ist der Roman damit eine literarische Liebeserklärung – an Kaléko, an die Kraft der Worte und daran, dass wir selbst in den dunkelsten Momenten Trost finden können.

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