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Veröffentlicht am 31.01.2026

„Kulinarisch, atmosphärisch, solide – aber nicht Luc Verlains stärkster Fall“

Rue de Paradis
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Rue de Paradis, Luc Verlains fünfter Fall, war nicht mein erster Krimi der Reihe. Vielleicht liegt es genau daran, dass ich diesmal etwas kritischer war: Die Vorgänger fand ich spannender und dichter erzählt. ...

Rue de Paradis, Luc Verlains fünfter Fall, war nicht mein erster Krimi der Reihe. Vielleicht liegt es genau daran, dass ich diesmal etwas kritischer war: Die Vorgänger fand ich spannender und dichter erzählt. Trotzdem hat mir der Band insgesamt gefallen — nur eben auf eine ruhigere, weniger packende Art.

Sehr schön fand ich wieder das Privatleben, das Alexander Oetker geschickt in die Handlung einwebt. Lucs schwangere Frau, die Frage, ob er rechtzeitig zur Geburt seiner Tochter kommt, und sein schwerkranker Vater, der ihm trotz allem zur Seite steht, geben der Geschichte Wärme und Menschlichkeit. Dazu ein Chef, der konsequent alles falsch macht, und ein Bürgermeister, der beim ersten Hochwasser stolz verkündet, sein Haus trotze den Fluten — aber eben nur beim ersten Mal. Genau diese ironischen Momente machen den Charme der Reihe aus.

Das Cover passt wunderbar zur Stimmung des Buches und fängt das Setting perfekt ein. Auch das Lokalkolorit ist wieder gelungen: Essen, Atmosphäre, südfranzösisches Lebensgefühl — das sitzt. Der Krimi selbst spielt fast wie in einem abgeschlossenen Raum, was grundsätzlich spannend ist, aber hier zu ein paar Längen führt.

Die Handlung ist solide, aber nicht so fesselnd wie in früheren Fällen. Vielleicht liegt es daran, dass ich die Messlatte durch die Vorgänger höher gelegt habe. Dennoch: Die Mischung aus Atmosphäre, Kulinarik und persönlichen Momenten hat mich gut unterhalten.

Fazit: Ein schöner, atmosphärischer Verlain-Krimi mit starken Nebenfiguren und viel südfranzösischem Flair, aber nicht der spannendste Band der Reihe. Für mich klare vier Sterne.

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Veröffentlicht am 30.01.2026

„Einfühlsame Zeitreise ins Jahr 1967 – aber kaum Krimispannung“

Badisches Gold
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Badisches Gold von Eva Klingler ist für mich weniger ein Krimi als ein warmherziger, fein beobachteter Roman über das Jahr 1967. Wer klassische Spannung oder einen packenden Ermittlungsstrang erwartet, ...

Badisches Gold von Eva Klingler ist für mich weniger ein Krimi als ein warmherziger, fein beobachteter Roman über das Jahr 1967. Wer klassische Spannung oder einen packenden Ermittlungsstrang erwartet, wird hier eher nicht fündig. Der Reiz des Buches liegt ganz woanders: in der Zeit selbst.

Die Autorin verwebt historische Ereignisse, gesellschaftliche Stimmungen und kleine Alltagsdetails so empathisch, dass ich mich in eine Epoche versetzt fühlte, die ich selbst nicht miterlebt habe. Genau diese Einflechtungen haben das Buch für mich besonders gemacht. Die Figuren sind liebevoll, glaubwürdig und mit viel Gespür gezeichnet — das war für mich eindeutig die Stärke des Romans.

Was mir allerdings gefehlt hat, war das Lokalkolorit. Zwar werden Straßennamen, Viertel und Orte in Karlsruhe erwähnt, doch für mich blieb das Flair eher blass. Die Geschichte hätte — trotz des Schauplatzes — fast überall im süddeutschen Sprachraum spielen können. Gerade bei einem regionalen Verlag hätte ich mir mehr Atmosphäre und ein stärkeres Gefühl von „Karlsruhe“ gewünscht.

Trotzdem: Die ruhige Erzählweise, die gut ausgearbeiteten Charaktere und der empathische Blick auf das Jahr 1967 haben mich überzeugt. Auch ohne echte Krimispannung ist Badisches Gold ein lesenswerter Roman — nur eben in einer anderen Kategorie, als der Klappentext vermuten lässt.

Fazit: Ein atmosphärischer, warmherziger Roman mit starken Figuren und einem spannenden historischen Setting. Für mich solide vier Sterne.

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Veröffentlicht am 30.01.2026

„Zu lang, zu laut, zu wirr: Mein persönlicher Lesefrust“

Das Revier der schrägen Vögel
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Rezension zu Das Revier der schrägen Vögel von Sophie Hénaff
Nach zwei Wochen Lesen habe ich dieses Buch entnervt abgebrochen. Das Revier der schrägen Vögel wurde mir als humorvolle, leichte Krimiserie ...

Rezension zu Das Revier der schrägen Vögel von Sophie Hénaff
Nach zwei Wochen Lesen habe ich dieses Buch entnervt abgebrochen. Das Revier der schrägen Vögel wurde mir als humorvolle, leichte Krimiserie empfohlen, doch für mich war es weder „cosy“ noch unterhaltsam. Stattdessen zog sich die Handlung endlos hin, voller Längen, Abschweifungen und Figuren, die mir von Anfang an unsympathisch waren und trotzdem viel zu viel Raum bekamen.

Der Roman wirkte auf mich wie ein einziges Durcheinander: ständig neue Ereignisse, neue Nebenstränge, neue Konflikte zwischen verschiedenen Abteilungen und Ermittlungsstellen — aber nichts davon fügte sich zu einem klaren, spannenden Krimifaden zusammen. Statt Ermittlungsspannung gab es halbgare Informationshäppchen, Streitigkeiten und Chaos.

Auch die Hauptfigur, die Leiterin des „Kommandos Abstellgleis“, konnte mich nicht überzeugen. Ihre Verbindung zum Ermordeten — ihr geschiedener Schwiegervater — wirkte konstruiert und merkwürdig. Die Rückblenden zur Hochzeit und zur Beziehung zum Ex-Mann empfand ich eher als störend denn als charaktervertiefend.

Spätestens als die Handlung dann noch in Richtung Lyon (oder irgendwo in den Süden) abdriftete, während der Rest der Geschichte in Paris spielt, war ich endgültig raus. Ich konnte mir das Wirrwarr nicht mehr merken und wollte es irgendwann auch gar nicht mehr. Nach Seite 221, Kapitel 28, habe ich aufgegeben und mir die restlichen knapp hundert Seiten gespart. Meine Lesezeit ist mir dafür zu schade.

Humorvoll fand ich das Buch nicht, witzig schon gar nicht. Für mich war es schlicht schrägnervig. Die Figuren blieben mir fremd, die Handlung zerfasert, und die angebliche Leichtigkeit des Romans kam bei mir überhaupt nicht an.

Fazit: Für mich ein Fehlgriff. Zu langatmig, zu chaotisch, zu wenig Sympathieträger. Ich habe mich durch zwei Wochen Leseversuche gequält und schließlich entnervt abgebrochen.

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Veröffentlicht am 30.01.2026

„Raffiniert, atmosphärisch, erschütternd aktuell“

Solothurn ruft nach Vergeltung
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Solothurn ruft nach Vergeltung hat mich von der ersten Seite an gepackt. Der Krimi verbindet eine hochspannende Handlung mit einem starken regionalen Flair, das die Solothurner Landschaft beinahe zu einem ...

Solothurn ruft nach Vergeltung hat mich von der ersten Seite an gepackt. Der Krimi verbindet eine hochspannende Handlung mit einem starken regionalen Flair, das die Solothurner Landschaft beinahe zu einem eigenen Charakter macht. Die Atmosphäre ist dicht, lebendig und voller kleiner und großer Highlights, welche die Rahmenhandlung authentisch und greifbar machen.

Besonders gefreut hat mich das Wiedersehen mit zwei vertrauten Figuren: Jana (dafür lohnt sich schon, das Buch zu lesen) und Angela. Die beiden „alten Charaktere“ bringen nicht nur Kontinuität, sondern auch Tiefe und Wärme in die Geschichte. Bei allen Charakteren macht es Spaß ihr Privatleben, ihre Dynamik und ihre persönlichen Entwicklungen zu verfolgen. Sie fügen sich wunderbar in den Kriminalfall ein und machen das Buch zu mehr als nur einem Thriller. Einem rundum gelungenen Krimi.

Inhaltlich wagt sich der Roman an ein schweres, leider immer aktuelles Thema: Femizide. Die Ermittlungen führen sogar in den Kosovo, was den Krimi authentisch macht. Diese internationale Spur erweitert den Blick und zeigt, wie komplex und global vernetzt Gewaltstrukturen sein können.

Die Vielzahl an Verdächtigen sorgt für ein herrliches Ermittlungs-Wirrwar. Jede Figur wirkt ausgearbeitet, glaubwürdig und trägt ihren Teil zur Spannung bei. Dass ich bis zum Schluss nicht wusste, wem ich trauen kann, hat den Lesesog nur verstärkt. Und dann kommen noch zwei finale Highlights, welche die Geschichte mit einem kräftigen Schlag abrunden.
Ein besonderes Schmankerl war für mich die kleine wissenschaftliche Exkursion zu Ockhams Rasiermesser. Ob das Prinzip in diesem Fall wirklich zutrifft, lasse ich offen - aber die Art, wie es eingebunden wurde, hat mir gefallen und dem Krimi eine zusätzliche gedankliche Ebene gegeben.

Mein – Lesezeichenfees - Fazit:

Ein packender, atmosphärischer Krimi mit starken Charakteren, relevantem Thema und einer Rahmenhandlung, die man förmlich riechen und sehen kann. Für alle, die Spannung mögen, aber auch das Drumherum - Beziehungen, Hintergründe und gesellschaftliche Fragen - schätzen, ist dieses Buch ein Volltreffer.

10 Feensternchen

… und ein weiteres Behalti der Serie.

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Veröffentlicht am 17.01.2026

Eine Flasche Leben / Gerä(e)cht

Mord im Elsass
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Also dieser Krimi hat mich mal wieder eine Nachtschicht gekostet, dabei ist er das 2. Highlight für dieses Jahr.

Ich glaube, ich hab schon mal einen Krimi aus der Serie gelesen, zufällig ist dies der ...

Also dieser Krimi hat mich mal wieder eine Nachtschicht gekostet, dabei ist er das 2. Highlight für dieses Jahr.

Ich glaube, ich hab schon mal einen Krimi aus der Serie gelesen, zufällig ist dies der erste Band.

Zuerst war es noch einigermaßen beschaulich, so die Rivalitäten (die dann doch noch schlimmer sind), dann der Bürgermeister, die Dorfbewohner und halt die Morde.

Dann gab es aber sehr viele spannende Momente, als das alles so nach und nach herauskam, warum, weshalb usw. Das fand ich total spannend und ich konnte nicht aufhören mit Lesen.

Das mit dem Mörder, da kam mir irgendwann ein vager Verdacht, den ich erst kurz vor den Ermittlern greifen konnte.

Mir gefällt die Serie so gut, dass ich versuchen werde, alle Teile zu lesen.

Vor allem fand ich es so faszinierend, dass da 3 ermittelnde Stellen waren, wobei eine nichts getaugt hat. Und dann die Beiden anderen, die so gut miteinander zusammen gearbeitet haben.

Auch das Frankreichflair kam nicht zu kurz. Wobei ich dann bei der Fleischpastete, da ging es mir dann im Nachhinein wie Luc, wenn man das auch immer wüsste.

Jedenfalls sind die Charaktere sehr liebenswert und man muss unbedingt wissen, wie es weitergeht, wobei ich ja schon einen Band kenne.

Mein - Lesezeichenfees - Fazit:

Mord im Elsass ist ein super spannender Krimi, mit tollen Wendungen, Highlights, super Charakteren und Elsassflair. Einfach mit 10 Feensternchen empfehlenswert. Und das beim ersten Band. Wow!!!

Das einzige, was mir nicht so gefällt, ist das Cover. Irgendwie ist das nichtssagend für mich.

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