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Veröffentlicht am 26.11.2020

Ein kleiner Horrortrip

Sterbewohl
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Olivia Monti Sterbewohl Kriminalroman Epubli 2020

Die Autorin Olivia Kleinknecht schreibt hier unter einem Pseudonym. In diesem Buch geht es um Deutschland, das eine Scheindemokratie geworden ist und ...

Olivia Monti Sterbewohl Kriminalroman Epubli 2020

Die Autorin Olivia Kleinknecht schreibt hier unter einem Pseudonym. In diesem Buch geht es um Deutschland, das eine Scheindemokratie geworden ist und Menschen ab 65 in Sterbeseminare schicken. Nadja (die in Ich-Form erzählt), Anna, Max und Fred werden in ein Sterbeseminar ins Hotel Paradies auf Fehmarn eingeladen. Fred treibt eine Journalistin auf, Marwa meldet sich selbst dort an.

Ich wollte dieses Buch unbedingt haben. Ein Krimi, der auf Fehmarn spielt und dazu mal ältere Leute, das fand ich gut. Ich mag ja auch Katzenkalender mit „normalen“ Katzen und nicht nur so süße kleine Babykatzen. Dass das Ganze aber in eine völlig andere Richtung driftet, darauf wäre ich jetzt nicht wirklich gekommen, obwohl der Rückentext des Buches ja eigentlich drauf hinweisen könnte. Aber der ist absolut zu harmlos beschrieben.

Das Cover ist sehr, sehr auffällig, wie eine Pillenschachtel gestaltet und insgesamt ist alles stimmig. Mit nur einer Einschränkung, da steht Fehmarn und Hotel Paradies. Es könnte überall spielen, auf einer Insel, die eine Brücke hat, denn Lokalkolorit finde ich, gibt es kaum und der ist mehr so allgemein gehalten. Trotzdem möchte ich dem Cover eine 1 geben.

Also eins kann ich schon mal sagen, wer keine Psychothriller mag, sollte dieses Buch nicht lesen. Das ist etwa so wie bei Shining von Steven King. Dieses Buch könnte erst mal Angst hervorrufen, denn das ganze ist in kurzen Sätzen und Kapiteln geschrieben, so dass es durchaus realistisch wirkt. Erst mal.

Und ich hab auch einen Krimi erwartet, aber das gehört für mich zu dem kompletten Gegenteil von Cosy Crime. Keine Ahnung wie man das nennt, aber ich würde so was wie makabere Zukunftsvision oder Science Fiction angeben.
Wer ist denn die Zielgruppe für dieses Buch? Ich möchte sagen von Teenies bis Senioren gibt es keine Grenzen. Ich finde schon, dass man sich damit auseinandersetzen sollte, soweit es geht.

Für Fehmarn-Fans ist das Buch nicht so gut geeignet, wenn man sich vor Ort auskennt, ist man vom Lokalkolorit enttäuscht. Es könnte überall stattfinden. Angefangen davon, dass sie über die Brücke auf die Insel kommen. Nein, da steht nicht Fehmarnsundbrücke! Da steht nur Brücke. Und dann Burg mit roten (verklinkerten oder Klinker-) Häusern vorbei und so. Es wird dann auch ein Ausflug gemacht, auf die andere Seite, es hört sich an, wie Katharinenhof, wird aber nicht explizit genannt. Makaber ist, wenn ich es richtig verstanden habe, steht das Hotel am Tunneleingang (der Tunnel wird im Buch nicht erwähnt).

Die Charaktere sind gut gezeichnet und ich kann sie mir vorstellen. Auch wenn ich mir ab und an gewünscht hätte, dass Anna, Max, Fred oder Marwa auch mal zu Wort gekommen wären. Trotzdem gefällt mir Nadja in der Ich-Erzählform und aus ihrer Perspektive.

Es gibt da ein paar unplausible Sachen.
- Fehmaraner würden ihre Insel nicht freiwillig verlassen und Urlauber würden sich die Insel auch nicht auf Dauer wegnehmen lassen
- Es fahren nur Busse auf der Straße B 207 / E 47. Von den Hotels und zu den Hotels, die Urlauber bringen keine Privat-PKW. Es kommen auch keine LKW, die Essen und Trinken auf die Insel bringen.
- Jede Stunde fährt ein Schiff von Puttgarden nach Rödby. Warum, wenn doch niemand auf die Insel kommt, soweit und da rüber fahren kann?

Mein – Lesezeichenfees – Fazit:
Es ist ein Buch, das man nie vergisst. Davon bin ich überzeugt, denn es ist sehr erschreckend und das was Deutschland geschichtlich schon erlebt hat, da wäre so etwas ganz sicher vorstellbar. Eine Horrorvision. Shining hab ich damals 3 Sterne gegeben. Und von daher finde ich die Bewertung dafür angemessen. Ich mein, es ist ja schon ein Kompliment von mir, Sterbewohl mit Shining auf eine Stufe zu stellen. Genauso gut könnte ich 4 Sterne geben. Es fällt mir schwer, dieses Buch zu bewerten. Eins ist sicher, diese Autorin sollte man sich unbedingt merken!

PS: Würde das Buch auf einer fiktiven Insel spielen, die niemand kennt, (hätte ich es wahrscheinlich nicht gelesen,) aber wenn, dann hätte ich 5 Sterne gegeben. Denn so gibt es leider einige sachliche und logistische Fehler, die das Lesevergnügen getrübt haben.

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Veröffentlicht am 25.11.2020

Netter Eifelkrimi

Sturm über der Eifel
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Buchrücken:
Am Goloring, einem keltischen Heiligtum in der Eifel, wird ein Mann erstochen aufgefunden. Er trägt Fellkleidung und ist barfuß. Handelt es sich um einen Ritualmord? Erste Ermittlungen zeigen, ...

Buchrücken:
Am Goloring, einem keltischen Heiligtum in der Eifel, wird ein Mann erstochen aufgefunden. Er trägt Fellkleidung und ist barfuß. Handelt es sich um einen Ritualmord? Erste Ermittlungen zeigen, dass der Tote als Schamane tätig war. Ella Dorn, selbst als »Eifelhexe« verschrien, kannte den Mann und hatte in ihm eine verwandte Seele gefunden. Erschüttert beginnt sie, seine Vergangenheit zu erforschen. Doch je näher sie seinem Geheimnis kommt, desto mehr bringt sie sich selbst in Gefahr.

Das Cover gefällt mir sehr gut. Es passt wunderbar zum Titel und auch der Rückenbuchtext (siehe oben) passt gut dazu.

Mit den Charakteren wurde ich nicht so warm. Einzig, Ella Dorn und der Imker konnten mich einigermaßen überzeugen. Der Schamane wurde so beschrieben, dass ich es schade fand, dass er tot ist. Die Kommissarin blieb seltsam blass und total unfreundlich. Dass nun auch noch plötzlich ihr Bruder aus dem Kundus kam und im Krankenhaus um sein Leben kämpft, macht es auch nicht besser. Irgendwie fand ich das unnötig. Und ein Kommissar, der ständig die Frauen beschreibt, Po zu dick, Po zu dünn, fand ich doof.

Dass ein Schäferhund (Rocco) im Buch rumspringt, gefällt mir sehr gut. Die Katze hab ich dann erst im 3. (von 4) Leseabschnitten bemerkt. Sie wurde dann auch ein paar Tage alleine gelassen, sie könne sich ja selber ernähren und auch so. SORRY, aber das les ich momentan immer in Büchern. Und da wundern wir uns, dass Tierheime voll sind? Wenn man mit Katzen verfahren kann, wie man will? Das ist für mich so langsam ein No-Go.

Der Lokalkolorit mit dem Goloring fand ich hingegen sehr gut beschrieben und auch die Versuche von Ella Dorn dort zu meditieren.

Mit dem Schreibstil kam ich erst nicht klar, aber es wurde dann besser, als ich mich eingelesen hatte. Der Krimi war meistens nicht so spannend, aber ich hab echt schon schlechtere gelesen. Ich hab mich nur am Anfang etwas durchs Buch gequält. Danach ging es. Die Liebespaarszene gefiel mir. Auch die Erklärung, warum man nackt ist. Das ist irgendwie lustig und hat was! Das Highlight war schon etwas spannend. Das „auf den Schuh göbeln“, fand ich jetzt nicht so toll. Aber dass der „Alte“ sich dann mit dem Jungen rumgestritten hat. Diese Szene gefiel mir voll gut. Das hat mich dann auch mit dem Buch wieder versöhnt.

Mein – Lesezeichenfees – Fazit:
Der Krimi hatte seine Höhen und Tiefen, man kann ihn aber lesen. Von daher 3 Sterne für das Eifelbuch.

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Veröffentlicht am 24.11.2020

Zita und Meier sind wieder daaaaaaaaaaaa. ;-)

Zürcher Filz
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Die reiche Zürcher Immobilienerbin Philomena Lombardi wird entführt. Ein Ohrring und danach noch einer, tauchen bei einem Verkäufer auf. Diese Ohrringe sind aber nicht echt und an einem befindet sich Blut. ...

Die reiche Zürcher Immobilienerbin Philomena Lombardi wird entführt. Ein Ohrring und danach noch einer, tauchen bei einem Verkäufer auf. Diese Ohrringe sind aber nicht echt und an einem befindet sich Blut. Jessie hat, für sich und ihre Mama, von Philomena eine Wohnung versprochen bekommen. So ist sie sehr erpicht drauf, diese wieder zu finden, zumal ihr Freund in Abschiebehaft sitzt. Zita Schnyder und Werner Meier stürzen sich auf den Fall.

Das Buch war von Anfang an spannend und auch der Schreibstil ist absolut mitreißend. Es gab so viele Stränge und viele Verdächtige. Es tut sich ein riesiger Immobiliensumpf auf. Die Wohnungsvergabe ist sehr seltsam und auch die Leute die mit Philomenas Firma zu tun haben, sind alle mysteriös.

Die Charaktere sind gut beschrieben und es gibt mehrere Opfer und Kriminelle. Der Krimi ist sehr spannend und hat viele Highlights. Schön fand ich, dass viele Zürcher Eigenheiten und der Sylvesterlauf beschrieben wurden. Gott sei Dank kam in dem Buch nix über Corona vor, so dass ich super abschalten konnte und per Kopfkino mitten im Geschehen war. Dieses Mal brauchte ich auch kein Inhaltsverzeichnis für die Charaktere, ich konnte sie mir auch so merken.

Der Showdown und die Auflösung fand ich klasse. Irgendwann wusste ich auch, wer Philomena entführt hatte und war sehr gespannt, wer und wie das wohl aufgeklärt wurde. Alle haben sich dann dort getroffen. Aber es war sooooooooooooo megaspannend.

Jessie war für mich eine der heimlichen Hauptpersonen und ich freue mich und hoffe sehr, dass sie im nächsten Fall mit dabei ist. Außerdem wurden nicht die umgebracht, die man mochte und denen man schon viel Sympathie entgegengebracht hat, was ich auch noch sehr gut und wichtig fand.

Das Cover ist wunderschön, die ganze Aufmachung und der Text und auch den Titel finde ich passend sehr gut zum Buch.

Mein – Lesezeichenfees – Fazit:

Ein tolles Thema, mit vielen Facetten, wunderbar ausgeleuchtet und wahnsinnig spannend in Szene gesetzt. Nach dem Buch ist vor dem Buch, ich kann es kaum erwarten, bis das nächste kommt. Es ist einfach so klasse. 10 Sternchen.

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Veröffentlicht am 22.11.2020

Caro die Erste :-)

Wittgensteiner Schatten
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Sandra Halbe Wittgensteiner Schatten Emons 2020

Caroline König kommt nach Hause, nach Bad Laasphe, zu ihrer Mama. Sie hatte sich beim BKA in Wiesbaden bei einer Geiselnahme „daneben“ benommen. Ihr Chef ...

Sandra Halbe Wittgensteiner Schatten Emons 2020

Caroline König kommt nach Hause, nach Bad Laasphe, zu ihrer Mama. Sie hatte sich beim BKA in Wiesbaden bei einer Geiselnahme „daneben“ benommen. Ihr Chef gibt ihr erst mal „Zwangsurlaub“. Kaum dort angekommen, soll sie den Fall ihres verstorbenen Vaters aufrollen. Denn der „Täter“ möchte – kurz vor seinem Tod – alles offenlegen. Alex ist ihr Chef, der Alex mit dem sie vor Wiesbaden zusammen war.

Die Charaktere sind gut gezeichnet, vor allem Caro. Die sich in dem Buch zum positiven entwickelt, weil sie alte „Probleme“ aufarbeitet. Alex und Caros Mutter und ihr ehemaliger Chef gefielen mir auch sehr gut.

Der Lokalkolorit war sehr gut gezeichnet. Caro durfte an die Orte des Verbrechens gehen und auch in das Haus des „Täters“. Es hatte einen Ostwestfalencharme auch wenn es im Sauerland spielt.

Der Krimi war sehr spannend und hat sich sehr gut entwickelt, obwohl die Morde und der Falle schon abgeschlossen war. Das Ende war für mich mehr als überraschend. Auch wenn ich eine gaaaaanz leichte Ahnung hatte.

Das Cover von diesem Emons-Krimi gefällt mir außerordentlich gut. Die Häuser mit dem Fachwerk passen wunderbar ins Sauerland und da immer einige Hausteile im Schatten liegen, wurde auch der Titel sehr gut herausgearbeitet. Mir gefällt das sehr gut. Eine 1 mit Sternchen.

Der Schreibstil war auch sehr gut. Die 9 Leserundenteile waren für mich zu viel. Die letzten 3 konnte ich dann nicht mehr einhalten, weil das Buch zu spannend war und ich gerne an Caros Leben teilgenommen habe. Per Kopfkino.

Der Krimi klingt erst mal sehr langweilig, vom Thema her, aber wie Sandra Halbe das ganze umsetzt und mit Caro in Szene setzt, ist das schon eine perfekte Tatortfolge.

Mein – Lesezeichenfees – Fazit:
Sandra Halbe hat mit „Wittgensteiner Schatten“ einen sehr guten Sauerlandkrimi geschrieben. Tolle Charaktere, klasse Lokalkolorit, super Highlights und ein fulminantes Ende. Da hoffe ich sofort auf eine Fortsetzung, denn es interessiert mich schon alleine, wie es mit Caro und Alex weitergeht. 5 Sternchen.

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Veröffentlicht am 21.11.2020

Eine meiner Lieblingsserien

Nebel im Aargau
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Andrina stolpert laufend über Leichen. Zuerst bei den Pfahlbauten und dann geht es in ihrer Firma weiter. Schlimm wird es, als sie die Toten kennt. Schließlich wird auch klar, dass da ein Serienmörder ...


Andrina stolpert laufend über Leichen. Zuerst bei den Pfahlbauten und dann geht es in ihrer Firma weiter. Schlimm wird es, als sie die Toten kennt. Schließlich wird auch klar, dass da ein Serienmörder am Werk ist. Klar, dass Andrina ermitteln muss.

Auch der 8. Teil der Serie packte mich total. Ich mag einfach den schweizer Charme mit dem authentischen Lokalkolorit von Ina Haller. Sofort war ich im Buch gefangen und mein Kopfkino sprang an. Schon wieder musste ich einen Leserundenteil bei Lovelybooks hinterher beschreiben, weil ich den Krimi einfach zu spannend fand.

Und das Finale bzw. der Showdown war echt total heftig. Eigentlich wurde auch etwas offen gelassen, aber der Mörder wurde gefasst und auch alles aufgeklärt. Somit kann ich mich da nicht beschweren. Es ist eine Sache, die mit den Charakteren und ihrem „Privatleben“ in Zusammenhang steht. Jetzt hätte ich natürlich gern schon den nächsten Krimi dazu gelesen. Aber ich muss leider waaaaaaaaaaaaaaaaarten.

Die Charaktere gefielen mir sehr gut. Sie waren gut beschrieben. Und es ist ein laufendes „Weiterentwickeln“. Besonders gut gefielen mir Gabi und Andrina. Dass beide Schwanger sind und auch sich wohl wieder etwas besser verstehen.

Das Cover gefällt mir wieder gut. Es ist etwas gruselig und düster. Passt aber sehr gut. Dass der Nüsslisalat dann im Glossar aufgeklärt wird, fand ich toll, denn ich hätt fast nach dem Rezept gefragt. lachweg Andrinas Zwetschgenauflauf und Elisabeths Baileys-Torte als Rezepte zu bekommen, gefällt mir. Somit ist das Buch wieder rundum perfekt.

Mein – Lesezeichenfees – Fazit:
Es wurde leise immer spannender und ich wurde voll eingefangen. Der Mörder kam immer näher zu Andrina und es war ein fulminanter Showdown. Zudem gefiel mir der Lokalkolorit und eh die Charaktere. 5 Sterne.

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