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Veröffentlicht am 23.07.2019

Eine kunterbunte Geschichte um eine einzigartige erste Liebe

Letztendlich sind wir dem Universum egal
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Gebundene Ausgabe: 399 Seiten
Verlag: FISCHER FJB (27. März 2014)
ISBN-13: 978-3841422194
empfohlenes Alter: ab 12 Jahren
Originaltitel: Every Day
Übersetzung: Martina Tichy
Preis: als HC vergriffen
als ...

Gebundene Ausgabe: 399 Seiten
Verlag: FISCHER FJB (27. März 2014)
ISBN-13: 978-3841422194
empfohlenes Alter: ab 12 Jahren
Originaltitel: Every Day
Übersetzung: Martina Tichy
Preis: als HC vergriffen
als Taschenbuch, als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Eine kunterbunte Geschichte um eine einzigartige erste Liebe

Inhalt:
A führt ein unstetes Leben. Seit der Geburt vor 16 Jahren wacht er jeden Morgen in einem anderen Körper auf. Mal verbringt er den Tag als Junge, mal als Mädchen. Er versucht stets, das Leben seines Wirts nicht allzu sehr durcheinander zu bringen, sondern sich anzupassen und nicht aufzufallen. Dies ändert sich, als er Rhiannon kennenlernt und sich Hals über Kopf in sie verliebt. Nun tut A alles, um mit ihr zusammensein zu können. Doch kann es eine gemeinsame Zukunft für die beiden geben? Kann Rhiannon A lieben, wenn er jeden Tag in einem anderen Körper feststeckt?

Meine Meinung:
Die Idee hinter dieser Geschichte ist schon mal sehr ungewöhnlich, und man muss sie einfach so hinnehmen. Man darf hier keine logischen Erklärungen für As Leben erwarten, denn die gibt es nicht, kann es gar nicht geben. Für jüngere Leser*innen ist dies auch sicher kein Problem.

Fast wie in einem Tagebuch erzählt A von Tag 5994 bis Tag 6034 seines Lebens. Wir lernen in dieser Zeit sehr viele unterschiedliche Menschen kennen, in die A schlüpft, brave, rebellische, schöne, fette, sportliche, ehrgeizige, heterosexuelle, homosexuelle, transgender usw. Ich fand dies sehr interessant, denn man entwickelt dadurch viel Verständnis für die einzelnen Menschen, wenn man sie einen Tag lang in ihrem Alltag begleitet.

Und über allem steht die einzigartige Liebe zwischen A und Rhiannon, die mit etlichen Problemen zu kämpfen hat und auf lange Sicht hoffnungslos wirkt. Denn während A Rhiannon in jedem seiner Körper liebt, zählt für Rhiannon nicht nur das Innere, also As Wesen, sondern eben auch das Äußere, der jeweilige Körper, so sehr sie sich auch etwas anderes wünscht.

Mir hat diese kunterbunte Liebesgeschichte mit viel Gefühl wirklich gut gefallen.

★★★★★

Veröffentlicht am 22.07.2019

Fesselnder Spannungsroman

Die Lüge
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Broschiert: 543 Seiten
Verlag: Limes Verlag (25. März 2019)
ISBN-13: 978-3809027058
Originaltitel: En helt vanlig familj
Übersetzung: Annika Krummacher
Preis: 15,00 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Fesselnder ...

Broschiert: 543 Seiten
Verlag: Limes Verlag (25. März 2019)
ISBN-13: 978-3809027058
Originaltitel: En helt vanlig familj
Übersetzung: Annika Krummacher
Preis: 15,00 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Fesselnder Spannungsroman

Inhalt:
Lund, Schweden. Ein Mann wird erstochen aufgefunden und die neunzehnjährige Stella unter Mordverdacht festgenommen. Ihre Eltern Adam, ein Pfarrer, und Ulrika, eine angesehene Rechtsanwältin, fallen aus allen Wolken, erst recht, als sie belastende Beweise finden.

Meine Meinung:
Das Buch ist vornehmlich in drei große Teile gegliedert. Im ersten wird aus Adams Sicht erzählt, im zweiten aus Stellas und im dritten aus Ulrikas. Das ist raffiniert gemacht, denn so setzt sich für die Lesenden die gesamte Handlung erst nach und nach zusammen. Jeder der drei hat nur ein eingeschränktes Wissen zum Tathergang bzw. den polizeilichen Ermittlungen. So bleibt man als Leser*in bis zum Schluss im Unklaren, was wirklich passiert ist.

Ich mochte alle drei Perspektiven gleichermaßen. Bei Adam und Ulrika geht es zum einen um Zweifel, was sie ihrer Tochter zutrauen, andererseits darum, ihre Familie und ihr eigenes Ansehen in der Öffentlichkeit zu schützen. Stellas Überlegungen in der U-Haft beziehen sich vor allem auf ein Unrecht, das ihr vor einigen Jahren geschehen ist und auf die Freundschaft zu Amina, der sie sich unendlich verbunden fühlt.

Jeder von ihnen muss sich darüber klarwerden, was er bereit ist, von sich zu opfern, um den anderen zu retten. Dieses Dilemma ist sehr gut dargestellt, hätte aber gerne ein wenig gestrafft werden können.

★★★★☆

Veröffentlicht am 21.07.2019

Syrien im Wandel

Die geheime Mission des Kardinals
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Gebundene Ausgabe: 432 Seiten
Verlag: Carl Hanser Verlag (22. Juli 2019)
ISBN-13: 978-3446263796
Preis: 26,00 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Syrien im Wandel

Inhalt:
Damaskus, Syrien, 2010. ...

Gebundene Ausgabe: 432 Seiten
Verlag: Carl Hanser Verlag (22. Juli 2019)
ISBN-13: 978-3446263796
Preis: 26,00 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Syrien im Wandel

Inhalt:
Damaskus, Syrien, 2010. In der italienischen Botschaft wird ein Fass abgeliefert. Darin findet man die Leiche eines Kardinals, der auf einer Mission im Norden Syriens unterwegs war. Doch was genau war seine Mission und warum wurde er ermordet? Kommissar Zakaria Barudi versucht gegen alle Widerstände, die Wahrheit herauszufinden. Unterstützt wird er dabei von seinem italienischen Kollegen Marco Mancini, der sich als guter Freund zeigt.

Meine Meinung:
Rafik Schami konnte mich mit seinem wunderbaren Schreibstil überzeugen. Er ist sehr angenehm zu lesen, einfach, aber sehr schön. Die zuweilen etwas blumigen Umschreibungen - wie im Arabischen üblich - und die Beschreibungen der verschiedenen landestypischen Speisen entführen die Lesenden direkt nach Syrien. Die Atmosphäre scheint mir gut getroffen. Manchmal schweift der Autor ein wenig zu weit aus oder beginnt Handlungsfäden bzw. Gedanken, die am Ende nicht aufgelöst werden. Das fand ich etwas schade.

Was sich nach der Kurzbeschreibung zunächst wie ein typischer Krimi anhört, ist eigentlich viel mehr, nämlich eine Gesellschaftsstudie des Syrien im Jahr 2010. Rafik Schami, der gebürtige Damaszener, der seit Jahrzehnten in Deutschland lebt, erzählt von vielen verschiedenen Religionen, die in Syrien nebeneinander existieren, von Glauben und Aberglauben, von Korruption und Machtmissbrauch, von Polizeiwillkür und Alltagsängsten. Er zeichnet ein dichtes Bild dieses Landes, das so viel aushalten musste und noch immer muss.

Dabei tritt der Kriminalfall fast ein wenig in den Hintergrund, bildet aber eben doch das Grundgerüst der Handlung, anhand dessen die Gesellschaft beleuchtet wird. Wer hat den Kardinal und seinen Begleiter auf dem Gewissen? Die Islamisten? Die Christen? Barudi und Mancini stoßen immer wieder auf Mauern des Schweigens, des Leugnens. Ihnen wird verboten, die wahren Täter zur Strecke zu bringen. Den beiden rechtschaffenen Kommissaren geht das gegen den Strich, und sie tun alles in ihrer Macht Stehende, um der Gerechtigkeit zum Sieg zu verhelfen, auch wenn sie dabei gegen Regeln verstoßen.

Besonders die immer wieder eingeschobenen Tagebucheinträge von Barudi fand ich sehr interessant, da sie seine Gedanken über Land und Leute offenbaren und diese dem Leser nahe bringen.

★★★★☆

Veröffentlicht am 21.07.2019

Konnte mich nicht ganz überzeugen

Die junge Frau und die Nacht
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Broschiert: 432 Seiten
Verlag: Pendo (4. Juni 2019)
ISBN-13: 978-3866124677
Originaltitel: La jeune fille et la nuit
Übersetzung: Eliane Hagedorn und Bettina Runge
Preis: 16,99 €
auch als E-Book und als ...

Broschiert: 432 Seiten
Verlag: Pendo (4. Juni 2019)
ISBN-13: 978-3866124677
Originaltitel: La jeune fille et la nuit
Übersetzung: Eliane Hagedorn und Bettina Runge
Preis: 16,99 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Konnte mich nicht ganz überzeugen

Inhalt:
Antibes, Frankreich, 1992. Aus Leidenschaft begeht der junge Thomas ein fürchterliches Verbrechen, das 25 Jahre lang unentdeckt bleibt. Doch nun droht er aufzufliegen. Jemand nimmt Rache an allen, die damals beteiligt waren. Ist es möglich, dass Vinca, die 1992 spurlos verschwand, noch am Leben ist?

Meine Meinung:
Guillaume Musso besticht durch seinen äußerst geschmeidigen Schreibstil. Nach kurzer verwirrender Handlung zu Beginn des Buches findet man schnell in die Geschichte hinein, die in zwei Zeitebenen erzählt wird, einmal in der Gegenwart (2017) und 25 Jahre zuvor (1992). Ein damaliges Verbrechen wurde nie aufgeklärt. Die junge Vinca und ihr Lehrer waren plötzlich aus dem Internat verschwunden. Man vermutete, dass die beiden ein Liebespaar waren und zusammen durchgebrannt sind. Aber Thomas und sein Freund Maxime wissen, dass das nicht die ganze Wahrheit ist. Doch was wirklich mit Vinca geschah, die allen Männern den Kopf verdrehte - auch Thomas - ist ungewiss. Thomas muss dies nun herausfinden, denn es droht Gefahr.

So weit, so gut. Das entwickelt sich zunächst auch ganz interessant, wenn auch nicht übermäßig spannend. Spannend wird es erst im letzten Drittel. Während es anfangs eher gemächlich vorangeht, überschlagen sich die Ereignisse später geradezu. Hier kommt es zu einigen Überraschungen und Enthüllungen, die man als Leser*in nicht erahnen konnte, da es vorher keinerlei Hinweis darauf gab. Das finde ich schade, denn ich mag es, bei einem Krimi mitzuraten und dabei auch eine Chance zu haben, auf die Lösung zu kommen.

Was mich auch etwas störte, ist, dass der Protagonist Thomas nicht wirklich sympathisch ist. Und nicht nur er - kein Einziger der Beteiligten ist ein echter Sympathieträger. Das wäre ja nicht so schlimm, wenn man wenigstens alle Verhaltensweisen gut nachvollziehen könnte, aber das war mir leider nicht möglich. Das fing schon damit an, dass eine Polizistin, die noch nicht mal im Dienst ist, allein losgeschickt wird, um nach dem Rechten zu sehen, weil jemand einen Schuss gehört hat. Aber ich will nicht allzu viel kritisieren, denn im Großen und Ganzen hat mich das Buch ganz gut unterhalten. Ich schwanke in der Bewertung zwischen 3 und 4 Sternen und runde wohlwollend auf.

★★★★☆

Veröffentlicht am 21.07.2019

Pageturner mit Cliffhanger

Auris
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Broschiert: 352 Seiten
Verlag: Droemer TB (2. Mai 2019)
ISBN-13: 978-3426307182
Preis: 12,99 €
auch als E-Book erhältlich

Pageturner mit Cliffhanger

Inhalt:
Die Radiomoderatorin Jula Ansorge widmet sich ...

Broschiert: 352 Seiten
Verlag: Droemer TB (2. Mai 2019)
ISBN-13: 978-3426307182
Preis: 12,99 €
auch als E-Book erhältlich

Pageturner mit Cliffhanger

Inhalt:
Die Radiomoderatorin Jula Ansorge widmet sich mit Leib und Seele ihrer Podcast-Serie, wo sie sich für unschuldig verurteilte Menschen einsetzt, was mit einem persönlichen Trauma zusammenhängt. Besonders in den Fall des forensischen Phonetikers Miatthias Hegel verbeißt sich die junge Frau hartnäckig. Dabei wehrt Hegel sich mit allen Mitteln gegen Julas Einmischung und beteuert seine Schuld. Bald ist nicht nur Jula in Gefahr, sondern auch noch weitere Menschen …

Meine Meinung:
„Auris“ ist nach einer Idee von Sebastian Fitzek entstanden, die dieser zu einem Hörspiel verarbeitet hat, während Vincent Kliesch einen Roman daraus machte.

Von der ersten Seite an konnte Kliesch mich packen, denn es geht gleich spannend mit einer Geiselnahme los, zu der der Psychiater Professor Hegel als Berater der Polizei zugezogen wird. Er hat das absolute Gehör und kann anhand kleinster Nuancen in Stimmen oder Geräuschen geniale Rückschlüsse ziehen. Das allein ist schon sehr interessant; hinzu kommt, dass Hegel nach diesem Einsatz den brutalen Mord an einer Obdachlosen gesteht, wobei seine Schuld allerdings von vielen Menschen bezweifelt wird. Doch Hegel wandert ins Gefängnis. Diese Figur empfand ich als sehr interessant und vielschichtig, kaum zu durchschauen. So blieb meine Neugier die ganze Zeit erhalten, weil ich unbedingt wissen wollte, was dieser Mann zu verbergen hat.

Die Protagonistin Jula, aus deren Sicht der Großteil der Handlung erzählt wird, war mir gleich sympathisch. Die toughe junge Frau ist mir schnell ans Herz gewachsen. Sie hat ein schweres Päckchen zu tragen, lässt sich davon aber nicht unterkriegen. Auch im Fall Hegel hat sie mir imponiert, weil sie sich nicht durch Drohungen oder irgendwelche Beteuerungen von ihrem eigentlichen Weg abbringen lässt. Ein paar Klischees kann ich dem Autor gerne verzeihen.

Der Schreibstil ist angenehm lesbar und kurbelt direkt das Kopfkino an. Die Handlung kommt schnell voran und die Seiten blättern sich quasi von alleine um. Die meist recht kurzen Kapitel animieren dazu, auch noch das nächste zu lesen, bis man sich ganz schnell am Ende wiederfindet. Zwischendurch wird man immer wieder von unvorhergesehenen Wendungen überrascht, es wird Misstrauen in alle Richtungen gesät, sodass man bald nicht mehr weiß, wer gut und wer böse ist.

Bis kurz vor dem Ende war ich richtig begeistert, doch dann macht der Autor mit einem blöden Cliffhanger alles zunichte und vertröstet auf den 2. Teil. Ein Großteil des Falles ist zwar geklärt (so interpretiere ich das zumindest für mich), aber eben nicht alles. Das empfinde ich als unbefriedigend und es nimmt mir auch die Lust auf den nächsten Band, der 2020 erscheinen soll. Bis dahin habe ich sowieso wieder alles vergessen.

★★★★☆