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Veröffentlicht am 18.06.2019

Dieser Band fordert etwas Geduld

Renegades - Geheimnisvoller Feind
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Gebundene Ausgabe: 544 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (10. Juni 2019)
ISBN-13: 978-3453271791
empfohlenes Alter: ab 14 Jahren
Originaltitel: Archenemies
Übersetzung: Charlotte Lungstrass-Kapfer
Preis: 20,00 ...

Gebundene Ausgabe: 544 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (10. Juni 2019)
ISBN-13: 978-3453271791
empfohlenes Alter: ab 14 Jahren
Originaltitel: Archenemies
Übersetzung: Charlotte Lungstrass-Kapfer
Preis: 20,00 €
auch als E-Book erhältlich

Dieser Band fordert etwas Geduld

Inhalt:
Nova Artino alias Nachtmahr alias Insomnia ist eine Anarchistin. Sie will die Renegades vernichten und hat sich zu diesem Zweck bei ihnen eingeschlichen. Ihre Gefühle für Adrian machen ihr manche Entscheidung gegen die Renegades schwer.

Adrian Everhart ist ein Renegade. Er ist hinter Nachtmahr her, von der er sich Aufklärung zum Tod seiner Mutter erhofft, und verliebt sich in Insomnia, nicht wissend, dass Nova Insomnia und Nachtmahr zugleich ist.

Sie stehen auf unterschiedlichen Seiten und wollen doch beide nur das Richtige tun. Ob es für ihre sich anbahnende Liebe eine Zukunft geben kann, ist ungewiss. zumal die Entwicklungen auf Seiten der Renegades besorgniserregend sind.

Meine Meinung:
„Gefährlicher Feind“ ist ein recht typischer Mittelband. Es passiert kaum etwas Neues, die Handlung kommt nicht so rasch voran wie im 1. Band. Als Leser braucht man daher schon ein bisschen Geduld und muss leider noch eine lange Zeit bis zum 3. Band warten, bis die drängendsten Fragen aufgelöst werden.

Trotzdem macht es auch bei diesem Band viel Spaß, ihn zu lesen. Marissa Meyers Schreibstil wirkt sehr lebendig. Man bekommt von den Figuren und den Örtlichkeiten eine klare Vorstellung. Durch die Zwickmühlen, in denen sich vor allem die Protagonisten Nova und Adrian befinden, entsteht eine unterschwellige Spannung, die noch von Kämpfen und Verfolgungsjagden verstärkt wird.

Ich fand es schön, all die Charaktere wieder zu treffen, die ich schon im 1. Band sehr faszinierend fand. Hier kommen sogar noch neue hinzu, die auch sehr interessant sind, z.B. Callum. Die Fähigkeiten der Wunderkinder rücken hier noch mal stärker in den Vordergrund. Es wird aber auch immer klarer, dass es nicht „die Guten“ und „die Bösen“ gibt. Eigentlich wollen beide Seiten eine bessere Welt, nur eben mit anderen Mitteln. Nova und Adrian spielen dabei eine wichtige Rolle, weil sie diejenigen sind, die sich nicht konsequent an die Regeln der eigenen Seite halten, sondern tun, was sie selbst für richtig halten.

Ich freue mich jetzt schon auf Band 3, der für Januar 2020 angekündigt ist.

Die Reihe:
1. Gefährlicher Freund
2. Geheimnisvoller Feind
3. Rebellische Liebe (ET voraussichtlich: 27.01.2020)

★★★★☆

Veröffentlicht am 17.06.2019

Feinsinniger KriminalROMAN

All die unbewohnten Zimmer
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Gebundene Ausgabe: 495 Seiten
Verlag: Suhrkamp Verlag (17. Juni 2019)
ISBN-13: 978-3518428504
Preis: 22,00 €
auch als E-Book erhältlich

Feinsinniger KriminalROMAN

Inhalt:
Eine Frau wurde erschossen, ...

Gebundene Ausgabe: 495 Seiten
Verlag: Suhrkamp Verlag (17. Juni 2019)
ISBN-13: 978-3518428504
Preis: 22,00 €
auch als E-Book erhältlich

Feinsinniger KriminalROMAN

Inhalt:
Eine Frau wurde erschossen, ein Polizist schwer verletzt. Das K111 steht kurz vor der Lösung des Falls. Nun soll das Team um Polonius Fischer auch noch einen Polizistenmord vom K112 übernehmen, was ziemlich diffizil ist, hat die Kommissarin Fariza Nasri doch früher unter Jakob Franck fürs 112er gearbeitet. Zeugen, die keine Aussage machen wollen und Personen, die einfach verschwinden, machen es den Ermittlern nicht gerade leicht.

Meine Meinung:
Wieder einmal konnte mich Friedrich Ani mit einem anspruchsvollen Kriminalroman restlos begeistern. Er hebt sich von der großen Masse durch einen gehobenen Schreibstil ab, verlangt dem Leser einiges an Konzentration und Mitdenken ab. Dabei liegt der Fokus weniger bei der Aufklärung der Verbrechen als viel mehr bei den Menschen. Sowohl Ermittler als auch Opfer, Angehörige und Täter werden akribisch auseinandergenommen und ihr Innerstes nach außen gedreht. An mehr als einer Stelle tut sich hier ein Abgrund auf.

Aus verschiedenen Perspektiven, mal in der 1., mal in der 3. Person, erzählt Ani von einzelnen Menschen, von einer ganzen Gesellschaft, von Liebe und Hass, so intensiv, dass man unweigerlich gefesselt ist.

Besonders gut gefiel mir, dass hier die Ermittler aus Friedrich Anis bisherigen Krimireihen alle auftauchen: Der ehemalige Mönch Polonius Fischer, jetzt Leiter des K111. Der ehemalige Leiter des heutigen K112, Jakob Franck, der sich auch im Ruhestand den Kollegen noch verpflichtet fühlt und bereitwillig den schlimmsten Job übernimmt, nämlich den Angehörigen eine Todesnachricht zu überbringen, ihnen aber auch sonst zur Seite steht. Schließlich der Ex-Polizist und Detektiv Tabor Süden, der auf das Auffinden vermisster Personen spezialisiert ist. Sie alle sind in den Fall des Polizistenmordes involviert, zum Teil ohne es zu wissen. Sie arbeiten nicht direkt zusammen, sondern ihre Wege kreuzen sich mehr oder weniger zufällig. Dabei kann jeder von ihnen einige Puzzlestückchen beitragen, die letztendlich zur Aufklärung des Falles führen. Auch die halbsyrische Polizistin Fariza Nasri hat durch ihre bemerkenswerte Intuition einen großen Anteil am Erfolg des Teams.

Fazit:
Es gibt hier mehrere Verbrechen und ermittelnde Polizisten, trotzdem empfand ich dieses Buch mehr als Roman denn als Krimi. Die Charaktere sowie die Gesellschaft erscheinen tiefgründig und scharf beobachtet.

Absolute Leseempfehlung für alle, die das Besondere mögen!

★★★★★

Veröffentlicht am 15.06.2019

Mehr Kriminalroman als Thriller

Löwenzahnkind
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Broschiert: 421 Seiten
Verlag: Penguin Verlag (13. Mai 2019)
ISBN-13: 978-3328103813
Originaltitel: Annabelle
Übersetzung: Sabine Thiele
Preis: 13,00 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

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Broschiert: 421 Seiten
Verlag: Penguin Verlag (13. Mai 2019)
ISBN-13: 978-3328103813
Originaltitel: Annabelle
Übersetzung: Sabine Thiele
Preis: 13,00 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Mehr Kriminalroman als Thriller

Inhalt:
In der Kleinstadt Gullspång ist die siebzehnjährige Annabelle verschwunden. Die Ermittler Charlie und Anders rücken aus Stockholm zur Unterstützung der örtlichen Polizei an. Charlie ist selbst in Gullspång aufgewachsen und wird nicht gerne daran erinnert. Doch jetzt muss sie sich mit ihren alten Dämonen auseinandersetzen …

Meine Meinung:
„Löwenzahnkind“ wird vom Verlag als Thriller deklariert. Das trifft es in meinen Augen allerdings nicht. Der Fall der verschwundenen Annabelle wird eher gemächlich bearbeitet, dafür spielt Charlies Vergangenheit eine umso größere Rolle. Die Story ist fesselnd und auch einigermaßen spannend, aber der echte Thrill fehlt. Als Kriminalroman funktioniert die Geschichte aber recht gut.

Charlie schämt sich ihrer Herkunft und verleugnet sie auch vor den Kollegen. Doch für die Aufklärung des Falls ist ihr Insiderwissen ganz nützlich. Sie kennt sich im Ort und mit seinen Gepflogenheiten aus, obwohl sie ihm vor fast zwanzig Jahren den Rücken gekehrt hat. Ihre Vergangenheit nagt allerdings immer noch an ihr. Nach und nach klärt sich, was damals geschehen ist und warum Charlie so schlecht auf die kleine Stadt zu sprechen ist.

Erzählt wird aus drei verschiedenen Perspektiven, wobei die Handlung aus Charlies Sicht den Hauptteil ausmacht. Dazwischen sind kurze Kapitel aus Annabelles Perspektive um die Tatzeit eingeschoben sowie die Erzählung einer dritten Person, deren Verknüpfung mit der übrigen Handlung erst kurz vor dem Ende aufgedeckt wird.

Einiges ist recht bald abzusehen, an anderen Stellen hält die Autorin immer wieder Überraschungen bereit. Insgesamt hat mich das Buch ganz gut unterhalten, auch wenn das Ende ziemlich kurz abgehandelt wird und mich nicht ganz zufriedenstellen konnte.

Fazit:
Kein Thriller, aber ein fesselnder Kriminalroman, der vielschichtig aufgebaut ist und einige Überraschungen birgt. Es ist der erste Band der Reihe um die Ermittlerin Charlie Lager.

★★★★☆

Veröffentlicht am 14.06.2019

Erwachsenwerden ist ganz schön schwer

Mein Leben basiert auf einer wahren Geschichte
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Gebundene Ausgabe: 413 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (27. Mai 2019)
ISBN-13: 978-3453271944
empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Preis: 16,00 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Erwachsenwerden ist ...

Gebundene Ausgabe: 413 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (27. Mai 2019)
ISBN-13: 978-3453271944
empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Preis: 16,00 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Erwachsenwerden ist ganz schön schwer

Inhalt:
Rosa wollte nach dem Abi eigentlich mit ihrem Freund Simon durch Australien reisen, doch kurz zuvor hat er sie sitzenlassen. Frank wurde von seinem besten Freund David im Stich gelassen, der lieber mit der Familie verreiste. So kommt es, dass Rosa und Frank allein reisen und sich in einem Hostel in Sydney kennenlernen. Schnell merken sie, dass sie sich in der Gegenwart des anderen wohl fühlen und vielleicht sogar ein bisschen mehr. So beschließen sie, zusammen einen Camper zu kaufen und gemeinsam weiterzureisen. Es hätte alles so schön werden können, wenn nicht plötzlich David vor der Tür stehen würde. Was nun? Sollen sie zu dritt weiterreisen? Sollen Frank und Rosa David wegschicken? Soll Rosa allein weiterfahren? Keine dieser Möglichkeiten ist optimal, zumal es auch zwischen Rosa und David bald funkt. Es ist eine Dreiecksgeschichte, aber nur an der Oberfläche. Darunter brodelt so viel mehr …

Meine Meinung:
Ich habe bereits mit Begeisterung die ersten drei im Heyne Verlag erschienen Jugendbücher von Anne Freytag gelesen und musste natürlich auch ihr neuestes Werk gleich haben. Anders als in den Vorgängern sind die Protagonisten weder todkrank oder homosexuell, noch leiden sie extrem unter dem Tod eines lieben Menschen. Sie wirken wie ganz normale junge Leute, die zwar ihr Päckchen zu tragen haben, aber nicht so wahnsinnig dramatisch. Sicherlich kennt jeder Leser so ähnliche Menschen oder findet einen Teil des ein oder anderen Protagonisten in sich selbst. Man kann sich durch ihr relatives Normalsein sehr gut mit den Figuren identifizieren.

Erzählt wird abwechselnd aus den Ich-Perspektiven aller drei Protagonisten Rosa, Frank und David. So bekommt man viel von ihrem Innenleben mit, kann tief in ihre Gedanken und Gefühle, ihre Ängste und Hoffnungen eintauchen. Diese sind das Wesentliche dieses Romans, die Handlung an sich ist weniger spektakulär und eher schmückender Hintergrund für die Entwicklung der Charaktere. Nichtsdestotrotz hat auch diese Reise durch Australien mich gefesselt und durch die atmosphärischen Beschreibungen das Fernweh in mir geweckt.

Ich fand es unheimlich berührend, wie sich die Beziehungen zwischen den drei Protagonisten entwickeln. Das geht alles so sachte vor sich und doch unaufhaltsam. Die Autorin hat ihre Figuren sehr liebevoll ausgearbeitet und vielschichtig angelegt. Selbst David, der anfangs ziemlich oberflächlich erscheint, erweist sich nach und nach als sehr tiefgründig.

Was zuerst wie eine Dreiecksliebesgeschichte unter Teenies erscheint, zeigt sich immer mehr als unheimlich gehaltvoller Roman über das Erwachsenwerden, über das Finden des eigenen Weges, über echte Freundschaft, über die Bedeutung der Familie und vieles mehr.

Anne Freytags zuweilen poetischer Schreibstil ist jugendlich flott, dynamisch und mit Wortspielereien gespickt. Ich liebe diese Art des Schreibens. Es ist das I-Tüpfelchen auf einer ohnehin gelungenen Story, die die Lesenden mit einer Menge Lebensweisheiten (und damit meine ich nicht die üblichen Plattitüden) konfrontiert und darüber hinaus mit einem herrlichen Epilog endet.

★★★★★

Veröffentlicht am 12.06.2019

Wohlfühl-Fantasy

Mitternacht
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Inhalt:
Nicholas ist Student in London. Er jobbt bei der Post und schreibt Romane. Naja, er hat bisher einen Roman geschrieben. Und nun fliegt ihm quasi der Anfang eines neuen Werks im Schlaf zu. Doch ...


Inhalt:
Nicholas ist Student in London. Er jobbt bei der Post und schreibt Romane. Naja, er hat bisher einen Roman geschrieben. Und nun fliegt ihm quasi der Anfang eines neuen Werks im Schlaf zu. Doch irgendwie geht das nicht mit rechten Dingen zu. Ehe er es sich versieht, findet Nicholas sich an der Seite des „Flüsterers“ Peter Chesterton in der Welt der Geister wieder …

Meine Meinung:
Von der ersten Seite an habe ich mich in diesem Buch wohlgefühlt. Der Schreibstil ist einfach wunderbar, teilweise poetisch, dann wieder humorvoll und bildhaft.

Nicholas ist ein toller Protagonist, den man einfach gernhaben muss. Er hat natürlich viele Fragen zu dieser für ihn unbekannten Welt, doch Peter Chesterton macht es ihm nicht leicht. Mehr als ein Mal wird Nicholas mit einem „Das ist kompliziert.“ oder „Nicht jetzt.“ abgespeist. Das ist nicht nur für ihn, sondern auch für den Leser anfangs etwas frustrierend. Aber mit der Zeit erfährt man dann doch alles, was man wissen muss.

Auch Peter Chesterton hat mir gut gefallen. Ein geheimnisvoller Mensch, den man zunächst schwer einschätzen kann. Oft weiß man nicht, ob man seine Aussagen ernst nehmen soll oder ob er sich einen Spaß erlaubt.

Immer wieder gerät Nicholas in Gefahr, denn die Welt der Geister ist genauso böse und intrigant wie die unsere. Er verliebt sich in die schöne Agatha und muss einen Weg finden, die bösen Geister zu besiegen und Agatha vor dem Vergessen zu retten.

Mir gefielen die vielen Anspielungen auf Autoren und die grandiose Idee zur Entstehung von Geschichten. Wer weiß, vielleicht ist etwas Wahres dran?

Das Ende kommt dann leider ziemlich schnell. Hier überschlagen sich ultrakurze Kapitel geradezu. Im Nachwort bekommen wir dann eine Erklärung dazu. Rund ist die Geschichte trotzdem.