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Veröffentlicht am 07.03.2017

Mittelprächtiger Fantasy-Historien-Schinken

Schattenkrone
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Inhalt:
Katerina verliebt sich in ihren Ziehbruder Jacob, gerade als der sich aufmacht, um am Blutturnier teilzunehmen und vielleicht in die königliche Garde aufgenommen zu werden. Sie folgt ihm an den ...

Inhalt:
Katerina verliebt sich in ihren Ziehbruder Jacob, gerade als der sich aufmacht, um am Blutturnier teilzunehmen und vielleicht in die königliche Garde aufgenommen zu werden. Sie folgt ihm an den Königsof, denn sie hat dort selbst etwas zu erledigen. Von Anfang an verspürt sie eine enorme Verbundenheit mit Prinz Alexander, der sich am Hof und in der Schlacht durchsetzen und bewähren muss.

Meine Meinung:
Eleanor Herman versetzt uns etwa ins Jahr 340 v.Chr., wo wir den jungen Alexander (der später den Beinamen „der Große“ bekommen soll) kennenlernen und uns mitten in einem historischen Spektakel wiederfinden samt Kriegsschlachten und Intrigen am Königshof. Wer das ausführlich mag, wird an dieser Geschichte vielleicht mehr Freude haben als ich. Mir war es einfach zu viel.

Allerdings spielen auch verschiedene Arten von Magie eine Rolle. Das fand ich wesentlich interessanter und spannender als die Schlachten, und ich hätte mir gewünscht, noch viel mehr darüber zu lesen. Nachdem Katerina nun gelernt hat, ihre Magie anzuwenden, hoffe ich, dass dies in den nächsten Bänden ausgebaut wird.

Die parallele Erzählung von vier und mehr Handlungssträngen, fand ich zu anstrengend, zumal einer die anderen nur ganz am Rande berührt und fast wie eine eigenständige Geschichte wirkt. Die übrigen Erzählstränge sind enger miteinander verflochten. Doch auch hier wird man immer wieder abrupt von einem zum anderen gezogen, mit Zeitsprüngen dazwischen, die ich manchmal schlecht nachvollziehen konnte.

Aber auch mit den Handlungsweisen der Protagonisten hatte ich zum Teil meine Probleme. Sie handeln oft sehr unüberlegt oder verhalten sich naiv bis zum Geht-nicht-mehr. Hier tanzt Cyn aus der Reihe, die intelligent ein Netz aus Intrigen spinnt. Aber ihre Bosheit war mir zuwider.

Die Autorin arbeitet viel mit dem Zaunpfahl. So kristallisiert sich Kats Geheimnis, das sie selbst noch ergründen muss, für den Leser recht früh heraus, was natürlich die Spannung etwas nimmt. Auch die Erzählung im Präsens in der 3. Person ist vielleicht nicht jedermanns Sache – auf mich wirkte es etwas holprig.

Meiner Meinung nach hat Herman in ihrer Geschichte viel Potenzial verschenkt. Viele Beschreibungen sind zu langatmig, dafür fehlt es den Figuren an Tiefe. Romantische Gefühle werden thematisiert, kamen aber nicht bei mir an, was ich sehr schade fand.

Das Buch beinhaltet neben dem eigentlichen Roman auf den letzten 31 Seiten noch ein Dankeswort sowie Anmerkungen der Autorin und eine Leseprobe des Folgebands, sodass der eigentliche Roman nur 561 Seiten umfasst.

„Schattenkrone“ ist der Auftakt der Royal-Blood-Reihe. Ob ich die Reihe weiterlesen werde, kann ich noch nicht sagen. Wirklich gepackt hat mich die Geschichte nicht, aber ein wenig neugierig bin ich schon, wie es weitergeht. Aber wenn ich daran denke, dass noch mindestens drei Bände angekündigt sind, erscheint mir das wie ein fast unüberwindlicher Berg. Der 2. Band, „Göttertochter“ soll bereits am 27. April 2017 erscheinen.

Veröffentlicht am 06.03.2017

Ein wunderbarer Roman über die Liebe im Alter

Und jetzt lass uns tanzen
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Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
Verlag: Diana Verlag (6. März 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3453291911
Originaltitel: Eh bien, dansons maintenant!
Preis: 17,99€
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich


Ein ...

Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
Verlag: Diana Verlag (6. März 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3453291911
Originaltitel: Eh bien, dansons maintenant!
Preis: 17,99€
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich


Ein wunderbarer Roman über die Liebe im Alter

Inhalt:

Marguerite ist 78 Jahre alt, als ihr Mann Henri stirbt. Ihre Beziehung war höflich, aber kühl. Sie haben nie gestritten, aber auch keine Gefühle füreinander gezeigt. Für sie eine Qual, denn sie sehnt sich nach Liebe und Leidenschaft, nach Leichtigkeit. Fast könnte sich Marguerite wie von einer Last befreit fühlen, doch fehlt ihr auch der Halt, den Henri ihr gegeben hat.

Der 73-jährige Marcel war ein Leben lang glücklich mit seiner Kindheitsliebe Nora. Doch auch Nora ist nun tot und Marcel einsam. Bei einer Thermalkur in den Bergen lernen Marguerite und Marcel sich kennen und kommen sich schnell näher. Kann man sich in diesem Alter noch einmal verlieben, sich auf einen wildfremden Menschen einlassen und ganz von vorne beginnen?

Meine Meinung:
Karine Lambert konnte mich mit ihrem kleinen Roman sehr stark berühren. Auch wenn das Buch recht dünn ist, steckt so viel Inhalt darin. Die Geschichte von Marguerite und Marcel ist sehr tiefgründig und bringt einen unweigerlich zum Nachdenken über das eigene Leben und wie es im Alter wohl sein wird.

Im ersten Drittel lernen wir die beiden Protagonisten recht gut kennen. Lambert schreibt über ihre Vergangenheit, legt dar, wie sie zu dem wurden, was sie heute sind, zeigt ihre Träume und ihre Wünsche ans Leben auf. Beide sind einem auf Anhieb sehr sympathisch.

Dann lernen sie sich kennen und mögen. Und das ist ganz wunderbar beschrieben. Die anfängliche Unsicherheit, fast wie bei Teenagern. Die Probleme mit der Familie, die alles andere als begeistert ist. Die eigenen Zweifel, ob das denn gutgehen kann, man wird ja schließlich nicht jünger. Die Mutlosigkeit und dann doch wieder die Hoffnung. Karine Lambert erzählt dies alles mit einer Leichtigkeit, wie Marguerite sie sich immer gewünscht hat.

Sie schert sich nicht mehr um Geschwätz und Konventionen, etwas anderes hat die Oberhand gewonnen. All die übermütigen Luftbläschen, die Henri jahrelang nicht an die Oberfläche kommen ließ, blubbern nun nach oben, in die Freiheit. (S. 136)

Fazit:
Eine wunderschöne, ganz und gar nicht kitschige Liebesgeschichte, die mich tief berührt hat.

★★★★★

Herzlichen Dank an den Diana Verlag und die buchflüsterer, die mir ein Rezensionsexemplar zugeschickt haben.

Veröffentlicht am 06.03.2017

Ein etwas anderer Thriller

Drei Meter unter Null
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Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (6. März 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3453271111
Preis: 19,99€
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich


Ein etwas anderer Thriller

Inhalt:
Schon ...

Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (6. März 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3453271111
Preis: 19,99€
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich



Ein etwas anderer Thriller

Inhalt:

Schon als Kind war sie nicht wie die anderen. Doch das war egal. Sie war trotzdem glücklich. Erst das, was sie vor zwei Jahren im November erfuhr, machte sie zur Mörderin. Sie wird ihre Liste abarbeiten. Sie kennt keine Gnade. Sie will Rache.

Meine Meinung:
Ein Thriller komplett aus der Sicht des Mörders bzw. der Mörderin ist schon etwas Ungewöhnliches. Ich musste mich erst mal mit dieser Perspektive anfreunden. SIE erzählt in der Ich-Form von ihrer Kindheit, von ihren Eltern, die sie bedingungslos liebten und die sie ebenso liebte. Und sie erzählt von ihrer Jagd auf die Wölfe. Wölfe – als solche sieht sie ihre Opfer. Raubtiere, Monster, die es nicht anders verdient haben. (Kleine Anmerkung: Damit wird den echten Wölfen sehr unrecht getan, aber sei’s drum.)

Anfangs fand ich die Erzählung einfach nur interessant und nicht gerade hochspannend. Abwechselnd wird die Entwicklung des Kindes zur jungen Frau und die Erledigung eines „Wolfes“ geschildert. Bis über die Hälfte des Buches tappt man dabei im Dunkeln, welche Verbindung zwischen ihr und den Gejagten besteht. Als ich die Hintergründe dann erfuhr, sprang mich das Grauen an. Die Geschichte ist zwar nicht wirklich neu, aber die Art, wie sie hier erzählt wird, ging mir doch ziemlich unter die Haut.

Das Beste ist dann die Überraschung gegen Ende des Thrillers. Ich fieberte gerade dem letzten Mord entgegen, als etwas völlig Unvorhersehbares geschieht. Hier hat mich Marina Heib vollkommen kalt erwischt und schockiert.

Mir gefiel auch der Schreibstil sehr gut. Die Mörderin ist sehr intelligent und belesen. Entsprechend elaboriert ist ihre Ausdrucksweise. Sie verwendet öfter Fremdwörter und drückt sich eher gewählt aus. Es ist trotzdem einfach zu lesen.

Fazit:
„Drei Meter unter Null“ weicht vom üblichen Thriller-Schema ab, da komplett aus der Sicht der Mörderin erzählt wird. Hierbei erhält man unweigerlich Einblick in die seelischen Abgründe des Bösen. Eine latent ungute Grundstimmung sorgt für unterschwellige Spannung, die sich immer weiter erhöht. Ich kann diesen Roman für Freunde des Besonderen empfehlen.

★★★★☆

Herzlichen Dank an das Bloggerportal und den Heyne Verlag, die mir freundlicherweise ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.

Veröffentlicht am 04.03.2017

Dieses Thema geht früher oder später jeden Menschen an

Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster
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Gebundene Ausgabe: 288 Seiten
Verlag: Kiepenheuer&Witsch (16. Februar 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3462048704
Preis: 20,00€
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich



Dieses Thema geht früher ...

Gebundene Ausgabe: 288 Seiten
Verlag: Kiepenheuer&Witsch (16. Februar 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3462048704
Preis: 20,00€
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich




Dieses Thema geht früher oder später jeden Menschen an

Inhalt:
Karla ist Anfang 60. Sie hat Bauchspeicheldrüsenkrebs und nur noch wenige Monate zu leben. Fred ist alleinerziehender Vater des 13-jährigen Phil. Er ist ehrenamtlicher Hospizmitarbeiter und arbeitet in seiner Freizeit als Sterbebegleiter. Sein erster Fall ist Karla, die bald auch einen Job für Phil hat. Nach anfänglichen Schwierigkeiten werden die drei zu einem tollen Team im Kampf um ein würdevolles Sterben.

Meine Meinung:
Susann Pásztors Roman über das Sterben ist zwar nicht besonders dick, aber trotzdem steckt eine ganze Menge drin. Die einzelnen Kapitel beleuchten die Perspektiven von Fred, Karla, Phil und einer weiteren Person, wobei Karlas Kapitel hauptsächlich aus kurzen Listen der verschiedensten Dinge bestehen.

Alle drei Protagonisten waren mir von Anfang an sehr sympathisch. Sie sind in ihrem Wesen so unterschiedlich, wie es fast nicht mehr geht. Und anscheinend ist es gerade das, was die Beziehung zwischen ihnen ausmacht und was sie am anderen bewundern. Durch den Umgang miteinander und mit der quasi ausweglosen Situation entwickeln sich die Figuren enorm weiter. Ich fand es absolut faszinierend, diese Entwicklungen zu beobachten. Vor allem Phil wird in wenigen Monaten so viel reifer.

Auch die zwei wichtigsten Nebenfiguren, Karlas Bekannte Rona und den Hausmeister Leo Klaffki mit seinem Hund Kottke, muss man einfach ins Herz schließen, allein schon wegen ihrer Namen. Sie alle tragen dazu bei, dass Karla in Würde sterben kann.

Auch wenn das Ende bereits feststeht, ist das Buch alles andere als vorhersehbar. Es kommt zwischendurch immer wieder zu Überraschungen. Und obwohl es hier um ein so ernstes und trauriges Thema geht, ist das Buch nicht nur traurig. Zwischendrin blitzt immer mal wieder ein Funken Humor durch die grundsätzlich melancholische Stimmung und lockert das Ganze etwas auf. Dies geschieht sehr natürlich und keineswegs pietätlos oder aufgesetzt. Diese Gratwanderung hat die Autorin hervorragend gemeistert.

Susann Pásztor arbeitet auch selbst wie Fred als ehrenamtliche Sterbebegleiterin. Es ist ihr sehr gut gelungen, ihre Erfahrung in diesen Roman einzubringen.

Fazit:
Ein bewegender Roman über das Sterben, aber auch über das Erwachsenwerden. Er regt dazu an, sich mit dem eigenen Leben und dem eigenen Tod auseinanderzusetzen und kann eventuell sogar Ängste nehmen.

★★★★★

Veröffentlicht am 28.02.2017

Ein klassischer Regionalkrimi

Fächertraum
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Taschenbuch: 230 Seiten
Verlag: Gmeiner-Verlag (7. Juli 2009)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3839210109
Preis: 9,90€
auch als E-Book erhältlich

Ein klassischer Regionalkrimi

Inhalt:
In Karlsruhe wird ...

Taschenbuch: 230 Seiten
Verlag: Gmeiner-Verlag (7. Juli 2009)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3839210109
Preis: 9,90€
auch als E-Book erhältlich


Ein klassischer Regionalkrimi

Inhalt:

In Karlsruhe wird der Filialleiter eines Matratzenladens ermordet. Die Spur führt ins Schmugglermilieu. Wenig später wird im Hardtwald eine zweite Leiche gefunden, und der Geschäftsführer eines insolventen Unternehmens verschwindet spurlos. Hängen die drei Fälle womöglich zusammen? Kommissar Lindt von der Mordkommission tappt mit seinem Team im Dunkeln.

Meine Meinung:
Dies ist bereits der 5. Fall für Oskar Lindt. Ich habe bisher lediglich den 3., Hackschnitzel, gelesen, was für das Verständnis aber kein Problem darstellt. Die Bücher sind unabhängig voneinander zu lesen. Natürlich entwickelt sich der Protagonist von Band zu Band weiter, doch wenn man hier nicht alles verfolgt hat, ist das nicht schlimm.

Der Karlsruher Kriminalkommissar Oskar Lindt ist nur noch wenige Jahre von der Pension entfernt. Nach 30 Jahren harter Arbeit scheint er ein wenig dienstmüde zu sein. Doch seine langjährige Erfahrung macht das wieder wett. Da können ihm auch seine Träume von vergangenen Fällen nichts anhaben, und auch nicht seine Erzfeindin, die Staatsanwältin Frey, genannt die Eiserne Lea. Mir gefällt die Figur des Oskar Lindt sehr gut. Er ist etwas eigen, dabei aber recht sympathisch. Seine Gedanken und Probleme konnte ich sehr gut nachvollziehen.

Da es sich hier um einen klassischen Regionalkrimi handelt, legt Bernd Leix viel Wert auf detaillierte Beschreibungen der Stadt. Wer sich in Karlsruhe auskennt, wird die einzelnen Straßen und Plätze oder auch Stadtteile kennen und kann so genau nachverfolgen, wo die Kommissare sich herumtreiben. Da ich aus der Gegend bin, gefällt mir dieses Lokalkolorit sehr gut. Der Roman wirkt dadurch sehr authentisch, was durch die unaufgeregte Schreibweise des Autors noch unterstützt wird. Rasante Action wird man hier vergebens suchen, dafür mehr über realistische Ermittlungsarbeit lesen.

Ein paar Seiten mehr hätten der Geschichte allerdings nicht geschadet. Am Ende bleibt mir Leix doch noch ein paar Antworten schuldig, die ich mir zwar denken kann, die aber nicht hundertprozentig geklärt wurden.

Die Oskar-Lindt-Reihe:
1. Bucheckern
2. Zuckerblut
3. Hackschnitzel
4. Waldstadt
5. Fächertraum
6. Fächergrün
7. Fächerkalt
8. Mordschwarzwald
9. Blutspecht
10. Schwarzwald Hölle

★★★★☆