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Veröffentlicht am 25.09.2016

Ganz anders als erwartet

Miss you
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Ganz anders als erwartet

Inhalt:
Gus macht mit seinen Eltern Urlaub in Italien, Tess mit ihrer Freundin Dolly. Für einen kurzen Moment treffen die beiden zusammen, bevor jeder wieder seines Weges geht. ...

Ganz anders als erwartet

Inhalt:

Gus macht mit seinen Eltern Urlaub in Italien, Tess mit ihrer Freundin Dolly. Für einen kurzen Moment treffen die beiden zusammen, bevor jeder wieder seines Weges geht. Auch später wird Gus immer mal wieder einen Blick auf die junge Frau erhaschen und sie, bevor er sich ihrer wirklich bewusst wird, wieder vergessen. Beide leben ihr Leben mit den „falschen“ Partnern, zufrieden, aber nicht wirklich glücklich. Wird das Schicksal eines Tages eingreifen?

Meine Meinung:
Ich bin hin und her gerissen. Einerseits lässt sich das Buch sehr locker und sehr flüssig lesen und ist auch einigermaßen unterhaltsam. Andererseits hatte ich mir nach der Beschreibung etwas ganz anderes vorgestellt. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass die beiden Protagonisten sich erst auf den letzten 50 Seiten kennenlernen und sich vorher immer nur unbewusst über den Weg laufen würden.

Tess und Gus wechseln sich kapitelweise als Ich-Erzähler ab. So erfahren wir viele Details aus dem Leben der beiden. Wir begleiten sie über einen Zeitraum von 16 Jahren, nämlich von 1997 bis 2013. Familie, Studium, Beruf, Partner, Kinder - das sind die Themen. Und auch Krankheit und Tod spielen eine gewisse Rolle, denn beide haben damit Erfahrung und leiden darunter.

Im Prinzip ein sehr emotionales Setting - nur leider relativ unemotional erzählt. Ich habe gelesen, dass dieser Roman ähnlich wie „Ein ganzes halbes Jahr“ sein soll. Weit gefehlt! Während ich bei dem Buch von Jojo Moyes Rotz und Wasser geheult habe, konnte ich „Miss You“ lesen, ohne auch nur an Taschentücher denken zu müssen.

Mir waren zwar beide Protagonisten sehr sympathisch, trotzdem hat mich ihr Leben, das nicht wirklich toll verläuft, wenig berührt. Mir waren auch einfach zu viele Probleme in die Story gepackt, diese wurden aber nur recht oberflächlich abgehandelt. Hier wäre weniger mehr gewesen.

Und vor allem hätte die Romantik viel früher einsetzen sollen. So wird dieses Buch wohl leider keinen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen. Es ist nicht gerade vergeudete Lesezeit, aber man verpasst auch nichts, wenn man es nicht liest.

Veröffentlicht am 24.09.2016

Monolog eines Fußballtrainers

Leben bis Männer
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Format: E-Book
Dateigröße: 770 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 96 Seiten (Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 4 (1. April 2005), ISBN-13: 978-3596169627, 6,95 €)
Verlag: FISCHER E-Books; Auflage: 1 ...

Format: E-Book
Dateigröße: 770 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 96 Seiten (Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 4 (1. April 2005), ISBN-13: 978-3596169627, 6,95 €)
Verlag: FISCHER E-Books; Auflage: 1 (6. September 2015)
Sprache: Deutsch
Preis: 6,99 €

Monolog eines Fußballtrainers

Was mir an diesem Büchlein als Erstes aufgefallen ist, ist der etwas seltsame Titel. Meine erste Assoziation war, dass es etwas mit einem Lexikon zu tun haben könnte, Band „Leben bis Männer“ oder so. Weit gefehlt! Schon relativ früh wird der Titel erklärt: Kinder, Knaben, Schüler, Jugend, Junioren – bis Männer. Das sind die Klassen, die die Fußballer in der DDR durchliefen. Und das Ziel unseres nicht namentlich genannten Protagonisten ist es, mit seiner Mannschaft zu wachsen, mit ihr zu leben von kleinauf, bis sie eben Männer sind.

In seinem Monolog, der sich an den Leser richtet, holt dieser Trainer zu einem Rundumschlag aus. Vordergründig geht es um Fußball. Fußball ist einfach sein Leben. Doch was er alles mit Fußball vergleicht bzw. worauf er Bezug nimmt, das ist schon enorm. Da bleibt kein Auge trocken. Kein Thema wird ausgelassen, sei es nun Politik, Frauen, Evolution oder vieles andere. Zu allem hat er eine Meinung, die ich nicht immer ernst nehmen konnte. Und doch kann man sich vorstellen, dass viele Menschen genau so ticken.

Der Schotte empfindet den Engländer traditionell als Besatzer, und so wollte sich der Schotte was einfallen lassen, um die englische Überlegenheit zu brechen, ohne den Stil der Besatzer zu kopieren. Also ersann der Schotte den schottischen Flachpass – fußballmäßig dasselbe wie schottischer Geiz … (S. 24)

Auch sprachlich ist das Stück gut gelungen. Des Trainers Sprache ist alles andere als geschliffenes Hochdeutsch – und trotzdem locker zu lesen und gut zu verstehen. Es passt einfach.

Sie glauben, dass sies wissen, aber sie wissens nicht. Und so was darf dann Urteile sprechen. (S. 8)

Alles in allem ein wunderbares Lesevergnügen – auch für nicht Fußballfans. Leider viel zu kurz, da die ohnehin nur 96 Seiten jeweils nur etwa zur Hälfte bedruckt sind.

★★★★☆

Veröffentlicht am 24.09.2016

Vorbereitung des Finales?

Entfesselt
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Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
Verlag: FISCHER FJB; Auflage: 1 (21. November 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3841422200
Originaltitel: Revealed/House of Night
Preis: 16,99 €

Vorbereitung des Finales?

Schon ...

Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
Verlag: FISCHER FJB; Auflage: 1 (21. November 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3841422200
Originaltitel: Revealed/House of Night
Preis: 16,99 €

Vorbereitung des Finales?

Schon die letzten Bände dieser Reihe konnten mich nicht wirklich begeistern. So ist es kein Wunder, dass ich mir drei Jahre Zeit gelassen habe, um jetzt endlich den 11. Band zu lesen. Aber auch er konnte das Ruder bei mir nicht herumreißen.

Der Schreibstil ist so munter oder flach wie bei den vorherigen auch – je nachdem wie man es sieht. Aber an Handlung passiert einfach nicht viel Neues. Aphrodite und ihr Krieger Darius himmeln sich gegenseitig an, ebenso Stevie-Rae und Rephaim. Bei Zoey und Stark kriselt es ein wenig, da Zoey immer noch Heath liebt und Stark verdammt eifersüchtig ist. Zoey zickt ziemlich rum. Neferet spielt anfangs eine Rolle, danach gibt es nur noch Erinnerungen von ihr zu lesen. Okay, diese Erinnerungen zeigen ein wenig von ihrem Werdegang, aber für meinen Geschmack sind sie nicht unbedingt notwendig. Ich muss für diese „Hexe“ kein Verständnis aufbringen können.

So plätschert die Handlung ein wenig vor sich hin. Das Buch ist zwar schnell zu lesen, aber ich wartete die ganze Zeit darauf, dass endlich was passiert. Auf den letzten Seiten kommt dann noch was und man legt als Leser das Buch mit einem Cliffhanger aus der Hand. Zum Glück subt der 12. Band hier schon in meinem Regal. Ich werde ihn jetzt sofort anschließen, dann kann ich diese Reihe endlich abhaken. In meinen Augen ist sie von Band zu Band schwächer geworden. Ich hoffe, dass der Abschlussband mich noch mal überzeugen kann.

★★★☆☆

Veröffentlicht am 23.09.2016

Hat mich etwas enttäuscht

Goddess of Poison - Tödliche Berührung
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Inhalt:
Twylla ist die Tochter der Sündenesserin im Königreich Lormere (siehe englischer Titel der Originalausgabe). Eigentlich sollte sie diese Rolle von ihrer Mutter irgendwann einmal übernehmen. Doch ...

Inhalt:
Twylla ist die Tochter der Sündenesserin im Königreich Lormere (siehe englischer Titel der Originalausgabe). Eigentlich sollte sie diese Rolle von ihrer Mutter irgendwann einmal übernehmen. Doch dazu kommt es nicht, denn sie wird von der Königin an den Hof geholt, wo sie als Gottgleiche Daunen verehrt wird, die Inkarnation der Tochter der Göttin Naeht und des Gottes Daeg. Ihre Aufgabe ist es unter anderem, Verurteilte durch Berührung hinzurichten, denn ihre Haut ist giftig. Und eines Tages soll sie den Kronprinzen heiraten und an seiner Seite regieren. Doch eine Dreiecksliebesgeschichte und diverse Intrigen versuchen dies zu verhindern. Ja, Twylla selbst beginnt irgendwann, an ihrer Bestimmung zu zweifeln …

Meine Meinung:
Ich hatte mich sehr auf den Debütroman der Engländerin Melinda Salisbury gefreut, da mich das Cover gleich fasziniert hat, und die Kurzbeschreibung schien mir sehr spannend. Man hätte aus diesem aufregenden Stoff ein tolles Buch machen können. Leider ist der Autorin das nicht gelungen - zumindest, was mich betrifft. Die ersten ca. 200 Seiten musste ich mich zum Lesen zwingen, denn die Geschichte plätschert nur lustlos vor sich hin. Es passiert kaum etwas, alles spielt sich auf einem sehr begrenzten Raum ab, nämlich dem Schloss von Lormere.

Twylla fungiert als Ich-Erzählerin, was ich normalerweise sehr gerne mag. Doch ihre Art zu erzählen, war mir viel zu emotionslos und trocken. Hier ein Beispiel von S. 258:

„Als er eine übertriebene Verbeugung markiert, verliere ich endgültig die Fassung und breche in Tränen aus. Ich würde alles geben für seinen Trost, aber er bietet mir keinen. Er steht vor mir und sieht mitleidslos zu, wie ich weine.
Als keine Tränen mehr kommen und er sich immer noch nicht vom Fleck bewegt hat, bleibt mir nur noch, mich von ihm abzuwenden.“

Wenn ich das lese, empfinde ich … gar nichts. Hier kommen einfach keine Gefühle bei mir an. Ich konnte dadurch praktisch keine Beziehung zu der Protagonistin aufbauen.

Der Roman ist eigentlich recht fantasievoll und wartet mit vielen bisher nicht da gewesenen Elementen auf, wenn man einmal davon absieht, dass „Der Rattenfänger von Hameln“ hier fast 1:1 nacherzählt wird. Im nicht-deutschen Sprachraum kommt das vielleicht besser an. Leider ist der Großteil der Geschichte aber auch ziemlich vorhersehbar. Erst gegen Ende konnte Salisbury mich durch eine unerwartete Wendung überraschen.

Ich fürchte, das Buch wird keinen nachhaltigen Eindruck bei mir hinterlassen, sodass es eher fraglich ist, ob ich den 2. Band lesen werde.

★★★☆☆

Herzlichen Dank an den bloomoon Verlag und an vorablesen für das Rezensionsexemplar.

Veröffentlicht am 23.09.2016

Ein Roman über das Loslassen

Die Spuren meiner Mutter
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Gebundene Ausgabe: 512 Seiten
Verlag: C. Bertelsmann Verlag (29. August 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3570102367
Originaltitel: Leaving Time
Preis: 19,99€
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich
Kaufen ...

Gebundene Ausgabe: 512 Seiten
Verlag: C. Bertelsmann Verlag (29. August 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3570102367
Originaltitel: Leaving Time
Preis: 19,99€
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich
Kaufen kann man das Buch in jeder Buchhandlung


Ein Roman über das Loslassen

Inhalt:

Die 13-jährige Jenna ist bei ihrer Großmutter aufgewachsen, da ihr Vater in einer psychiatrischen Anstalt lebt und ihre Mutter Alice seit zehn Jahren unauffindbar ist. Ihre Eltern leiteten damals ein Elefantenschutzzentrum in New Hampshire, als es eines Nachts zu einem Zwischenfall kam, den die Polizei als Unfall abtat. Eine Angestellte fand dabei den Tod und Alice wurde bewusstlos ins Krankenhaus gebracht, von wo sie spurlos verschwand.

Ist Alice tot? Oder ist sie abgehauen und hat Jenna im Stich gelassen? Die Zweifel lassen dem Mädchen keine Ruhe, und so macht sie sich auf die Suche nach ihrer Mutter. Unterstützung holt sie sich dabei bei der Wahrsagerin bzw. dem Medium Serenity und dem abgehalfterten Privatdetektiv Virgil, der damals den Fall bearbeitete.

Meine Meinung:
Ich liebe die Bücher von Jodi Picoult! Darin geht es eigentlich immer um innere Konflikte, die schier unlösbar erscheinen, die Picoult am Ende aber doch irgendwie auflösen kann. Bei ihrem neuesten Werk fehlte mir das ein bisschen. Zwar gibt es auch hier diese Zerrissenheit und die Zweifel, aber sie sind nicht so tief angelegt wie in ihren anderen Romanen, zumindest habe ich sie nicht so intensiv empfunden.

Nicht ganz ungewöhnlich für die Autorin ist, dass sie auch Geistern einen Schauplatz bietet. Das ist für mich immer sehr seltsam und nicht ganz so mein Ding. Allerdings versteht sie es, diese paranormalen Erscheinungen wirklich gut zu verpacken. Daher kann ich das dann auch akzeptieren.

Wie bei Picoult üblich, wird auch diese Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Es kommen zu Wort: Jenna, Serenity, Virgil und Alice, wobei der Part von Jenna den größten Raum einnimmt.

Jenna war mir übrigens gleich sympathisch. Ich konnte ihren Wunsch, mehr über ihre Mutter zu erfahren oder sie endlich sogar zu finden, gut nachvollziehen. Und ich war erstaunt und begeistert über ihre Tatkraft und ihre Intelligenz. Aber auch Serenity und Virgil konnten mich für sich einnehmen. So machte es großen Spaß, die drei bei ihren Nachforschungen zu begleiten. Vor allem auch die Dialoge zwischen ihnen sorgten bei mir für das ein oder andere Schmunzeln, denn sie nehmen kein Blatt vor den Mund.

Alice hatte ihr Leben der Erforschung von Elefanten verschrieben, insbesondere ihrer Trauer. So lernen wir Leser unheimlich viel über diese Tiere. Ich persönlich mag ja Elefanten sehr, aber die Informationen, die wir hier bekommen, sind schon wirklich massiv. Das könnte dem ein oder anderen Leser zu viel sein. Das meiste hängt jedoch auch mit der Romanhandlung zusammen, denn auch hier geht es um Trauer, Tod und Verlust.

Mit dem Schluss konnte Jodi Picoult mich mal wieder vollkommen überraschen – gefallen hat mir die Auflösung allerdings in diesem Fall leider nicht.

Fazit:
Nicht das stärkste Buch von Jodi Picoult, da mir einfach der innere Twist der Protagonisten nicht tief genug ging und ich mit dem Esoterischen nicht so viel anfangen kann. Trotzdem ist der Roman aufgrund des tollen Schreibstils sehr schön zu lesen.

★★★★☆

Herzlichen Dank an den Verlag C. Bertelsmann und das Bloggerportal, die mir freundlicherweise ein Rezensionsexemplar zugeschickt haben.

P.S.:
Ergänzend zu diesem Roman sind zwei E-Shorts erhältlich:
– Der Elefant, der weinte
– Serenitys Gabe