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Veröffentlicht am 04.10.2021

Sehr gelungene Familiensaga

Die Schwestern vom Ku'damm: Ein neuer Morgen
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Berlin, die geteilte Stadt in den 1960er Jahren.
Da denkt man doch gleich an Flowerpower, Minirock, Mondlandung, Brandt,
aber auch an Rudi Dutschke, die Studentenunruhen und Bader Meinhof.
Dieses Mal steht ...

Berlin, die geteilte Stadt in den 1960er Jahren.
Da denkt man doch gleich an Flowerpower, Minirock, Mondlandung, Brandt,
aber auch an Rudi Dutschke, die Studentenunruhen und Bader Meinhof.
Dieses Mal steht Miriam Feldmann genannt Miri im Fokus der Geschichte.
Ihren Platz in der Familie Thalheim hat sie gefunden, aber die Vergangenheit hat sie
noch nicht so richtig verarbeiten können. Als Miri dann einem Mann wieder begegnet, der
ihr im Krieg geholfen hat, wird alles wieder lebendig. Miri muss sich mit den
dunkelsten Stunden ihres Lebens auseinandersetzen.

Auch im vierten Band wird das Lebensgefühl und der Zeitgeist wunderbar wiedergegeben.
Brigitte Riebe beherrscht die Kunst, eine fiktive Familie in die historischen Ereignisse
dieser Zeit einzubinden wie keine zweite. Dazu tragen ihre genausten
Recherchen und vor allem ihr wunderbarer Schreibstil bei. Auch die genannten Musiktitel
entführen einen immer wieder musikalisch in die vergangene Zeit.
Die Charaktere sind wunderbar gezeichnet und sehr lebensnah.
Man lebt und leidet mit ihnen.
Sie sprühen so vor Leben, dass man das Gefühl hat, sie wahrhaft zu kennen.
Die Zusammentreffen der Romanfiguren mit den echten Persönlichkeiten
hauchen diesem Roman zusätzlich sehr viel Leben ein.
Als ob man alles mit ihnen gemeinsam erlebt. Denn genauso könnte es gewesen sein.

Auch optisch macht das Buch viel her.
Das Cover hat einen sehr hohen Wiedererkennungswert.
Die Kapitel sind sehr hübsch gestaltet.

Unbedingt erwähnenswert ist das wunderschöne Gedicht der
Dichterin Selma Meerbaum-Eisinger.
Viel zu jung gestorben im Zwangsarbeitslager Michailowka im rumänischen Okkupationsgebiet
Gouvernement Transnistrien
und die obligatorische detaillierte Zeittafel am Ende des Buches.
Sie rundet das Ganze ab.

Ein sehr vielschichtiger Roman mit viel Hintergrund.
Die leichte und lockere Schreibweise, die tollen Charaktere dieses Romanes
und der zusätzliche Tiefgang machen dieses Buch zu einem Leseerlebnis.

Eine unbedingte Leseempfehlung!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.09.2021

Die Angaben stimmen, die Rezepte gelingen

Sonntagsessen
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Dieses schöne Kochbuch lädt zum Sonntagsessen ein.

Eva Biringer schildert in einem kurzen Vorwort den erfolgreichen Werdegang des ZEIT Online-Blogs. Daraus präsentiert sie 85 Rezepte von Foodbloggern ...

Dieses schöne Kochbuch lädt zum Sonntagsessen ein.

Eva Biringer schildert in einem kurzen Vorwort den erfolgreichen Werdegang des ZEIT Online-Blogs. Daraus präsentiert sie 85 Rezepte von Foodbloggern und Foodbloggerinnen. Das macht neugierig, denn der schönste Tag der Woche hat ein sehr gutes Essen verdient.

Inhaltlich ist das Buch klar gegliedert.

Vom Vorwort bis zum Blogregister am Ende des Buches.

Jedes Rezept ist schön bebildert und kleine Zeichen geben Hinweise, ob es sich um ein Vegan, Vegetarisch, Fisch oder Fleisch/Gelatine Rezept handelt.

Dazu wird zu jedem Rezept der jeweilige Blogger samt Link vorgestellt.

Immer kurz gehalten und sehr informativ.

Zubereitung und Zutaten sind gut unterteilt und man kann sich darauf verlassen. Auch der Tipp dazu ist immer interessant.

Jeder Tagesabschnitt, vom Frühstück über Brunch bis zum Dessert ist breit gefächert. Abwechslungsreich und für jeden Geschmack ist etwas dabei.

Einige Rezepte habe ich auch ausprobiert. Die Süßkartoffel-Linsen-Suppe mit Koriander-Erdnuss-Pesto und Ziegenkäse aus dem Abschnitt Dinner z.b. oder auch die Südtiroler Speckknödel mit Rindsgulasch aus dem Abschnitt Mittagessen. Beide Gerichte sind gut nachzukochen. Zeitangaben und Zutaten stimmen.

Die reichliche Auswahl an Rezepten animieren zum Nachkochen. Es gibt da noch so viele leckere und teilweise auch ausgefallene Gerichte.

Schön ist, dass sie nicht so überkandidelte Zutaten haben. Vieles hat man sowieso in seiner Küche.

Was mir nicht so gefallen hat, ist das die Fotos farblich verbessert worden sind. Das hat dieses Buch eigentlich nicht nötig.

Fazit:

Ein interessantes, informatives Kochbuch, mit vielen Links, die zum weiterlesen animieren.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 15.09.2021

Poetisch und Hoffnungsvoll

Sternflüstern
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Irith und Lunis waren ein besonderes Paar. Sie lebten eine Art von Beziehung, für die es keine Bezeichnung gab.
Nun ist Lunis Tod und Irith muss sich in ihrem Leben neu einrichten.
Als Sophie in ihr Leben ...

Irith und Lunis waren ein besonderes Paar. Sie lebten eine Art von Beziehung, für die es keine Bezeichnung gab.
Nun ist Lunis Tod und Irith muss sich in ihrem Leben neu einrichten.
Als Sophie in ihr Leben tritt, schöpft Irith neue Kraft.
Zusammen schaffen die beiden ein wundervolles Mosaik.
Aber da gibt es noch ein Päckchen, das Lunis ihr hinterlassen hat.
Es ist für eine gewisse Alix. Als Irith endlich Kontakt mit Alix aufnimmt, erkennt sie, welche heilende Kraft darin liegt, sich immer wieder neu auf das Leben einzulassen.

Das Cover ist ein richtiger Hingucker. Man sieht die kleinen Mosaiksteinchen richtig funkeln. Es verspricht nicht zu viel.
Ein poetischer und sehr sensibler Roman über Trauerbewältigung, die Kunst und einem Neuanfang.
In leisen Tönen wird in Rückblenden das Leben der Irith erzählt.
Das macht die Autorin mit einem wunderbaren leichten Schreibstil.
Im Mittelpunkt stehen die Mosaike und so nebenbei erfährt man auch so einiges über die Kunst diese zu fertigen.
Mosaike haben einen Anfang und ein Ende.
Egal wie man sie zusammensetzt, sie sind immer wieder neu, immer wieder anders.
Genauso wie das Leben der drei Frauen die hier aufeinander treffen.
Die Charaktere sind so lebensecht und liebenswürdig in ihrer Art
das man so richtig in die Geschichte eintauchen kann.
Es macht Spaß die drei zu begleiten.
Zu erleben wie aus der lockeren Bekanntschaft langsam Freundschaft wird.
Auch, wenn es traurige Passagen gibt, wird es nie rührselig.
Ein Roman, der nachdenklich macht, der aber auch die Stärken aufzeigt, die jeder in sich trägt und die man nur freilassen muss.
Jeder ist für sein Leben und sein Glück selbst verantwortlich.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
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  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.09.2021

Dunkle Schatten in Brandenburg

Tod in der Schorfheide
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Das Forsthaus brennt. Man hört schreckliche Schreie.

Mitten in der Schorfheide wird ein Mann bei lebendigem Leib verbrannt.

Er war gefesselt und konnte sich nicht wehren. Wer macht so etwas?

Wie viel ...

Das Forsthaus brennt. Man hört schreckliche Schreie.

Mitten in der Schorfheide wird ein Mann bei lebendigem Leib verbrannt.

Er war gefesselt und konnte sich nicht wehren. Wer macht so etwas?

Wie viel Hass muss in dem Täter stecken?

Am nächsten Tag wird eine Schülerin als vermisst gemeldet. Sie ist

spurlos verschwunden. Die Hinweise deuten schnell auf einen Zusammenhang der beiden Fälle hin.

Hauptkommissarin Carla Stach muss sich beeilen. Sie muss die Hintergründe verstehen. Die Zeit rennt ihr davon!


Richard Brandes nimmt uns mit in die wunderschöne Schorfheide.

Durch die wunderbare Schreibweise fällt es nicht schwer sich dort zurechtzufinden.

Der fließende Schreibstil, die gut herausgearbeiteten Charaktere sowie die Geschichte selbst überzeugen.

Gleich am Anfang geht es sehr spannend los und ohne Umschweife ist man mitten drin im Geschehen.

Der Krimi nimmt einen gefangen, ist düster und geheimnisvoll.
Abgründe tun sich auf. Ein tiefer Blick in die menschliche Psyche.
Die Figuren sind bis in die Nebenrollen so liebevoll gezeichnet das man ganz schnell
Sympathien oder auch Antipathien hegt.

Der Autor schafft es aus jeden der Figuren das Geheimnisvolle und auch Befremdliche klar herauszustellen.

Zudem ermitteln hier ganz normale Frauen und Männer mit all ihren Ecken und Kanten.

Der Fall an sich ist sehr spannend. Vor allem auch die psychologischen Momente,
die schildern, was den Verbrecher antreibt.

Es gibt zahlreiche Wendungen und auch falsche Fährten. Erstklassige Milieubeschreibungen,
die die Ermittler in eigene Gewissensnöte stürzen.

Der am Anfang erzeugte Spannungsbogen bleibt erhalten bis zum überraschenden Ende.

Ein wunderbarer Krimi, fast schon Thriller, der einen frösteln und am Ende sprachlos zurücklässt.

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Veröffentlicht am 06.09.2021

Suche nach der Wahrheit

Wenn die Schatten sterben
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2006 und 1940
Die Deutsche Rebecca, Becky Kolberg eine Enkelin
einer ehemals bedeutenden Unternehmer-Familie, siedelt nach einem
Schicksalsschlag nach Solothurn um.
Gleich in der ersten Nacht geschieht ...

2006 und 1940
Die Deutsche Rebecca, Becky Kolberg eine Enkelin
einer ehemals bedeutenden Unternehmer-Familie, siedelt nach einem
Schicksalsschlag nach Solothurn um.
Gleich in der ersten Nacht geschieht etwas Unheimliches:
Hinter einer Mauer wird die Leiche einer jungen Frau gefunden.
Es stellt sich heraus, dass diese in den 1940er Jahren gewaltsam ums Leben kam.
Obwohl der offensichtliche Mord gemäß schweizerischem Recht verjährt ist, will Becky diesem nachgehen.
Kann es sich um die junge Emma Kummer aus Zuchwil handeln, die recht widerwillig in der Waffenfabrik in Zuchwil ihr Brot verdient hat?
Zwei Frauenleben im Abstand von 80 Jahren. Was verbindet die beiden?

Dieser Kriminalroman spielt in zwei Erzählebenen.
Atmosphärisch dicht und von Beginn an spannend werden die Ermittlungen der sehr
emotionalen und labilen Becky auf das Papier gebracht.
Wie sie immer tiefer in den Sumpf gerät, in ihre Familiengeschichte, bei der sie erkennen muss,
dass ihr deutscher Großvater mit den Nazis von der Schweiz aus Waffengeschäfte tätigte.
Die Charaktere sind einfach wunderbar gezeichnet. Vor allem auch durch die gelungenen Dialoge.
Der Spannungsbogen ist von Beginn an hoch und bleibt es auch bis zum Schluss.
Spannend sind aber nicht nur die Ermittlungen, sondern auch die historischen Hintergründe
rund um die Waffenfabrik Zuchwil. Die brisante Stimmung die damals bei der Bevölkerung herrschte.
Auch kommen Themen wie Gleichberechtigung, Gewalt gegen Frauen,
die Vereinbarkeit zwischen Beruf und Muttersein und politisches Engagement vor.
Man merkt das der Autor sich mit den Orten, den Geschichten aber auch den kriminalistischen
und rechtlichen Gepflogenheiten sehr gut auskennt.
Ein gelungener, spannender und auch historischer Krimi.

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