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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.09.2019

Der Schritt ins Leere

Der Sprung
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Es beginnt mit einem Sprung, aber eigentlich springt sie nicht.
Sie macht einen Schritt ins Leere, setzt den Fuß in die Luft und lässt sich fallen.
Ihr ganzer Körper eine Faust jetzt, die sich nach unten ...

Es beginnt mit einem Sprung, aber eigentlich springt sie nicht.
Sie macht einen Schritt ins Leere, setzt den Fuß in die Luft und lässt sich fallen.
Ihr ganzer Körper eine Faust jetzt, die sich nach unten boxt… Luft schneidet ihre Netzhaut…
Das Herz steckt ihr groß in der Luftröhre fest.»
Wie konnte es passieren, dass eine junge Frau oben auf einem Dach steht?

Die Autorin hat eine große Erzählfreude und eine wunderbare Ausdruckskraft.
Alle Charaktere werden mit wenigen Worten treffend beschrieben.
Das Buch hat nicht so viele Seiten aber einen Riesen Inhalt.
Mit wenigen Worten werden ganze Leben ersichtlich.
Jeder hat sein Päckchen zu tragen, seine physischen und seelischen Verwüstungen.
Ein Roman der sich mit sehr wichtigen Fragen auseinandersetzt.
Eine Geschichte über eine sehr eigenwillige junge Frau und über andere Menschen die entfernt mit ihr zu tun hatten beziehungsweise erst durch die entstandene Situation haben.
Es sind die Alltäglichkeiten, die dieses Buch so liebenswert machen.
Ist es Zufall oder doch Schicksal?
Simone Lappert entfaltet einen großen Bogen, auf dem diese Lebenswege aufgezeichnet sind, zusammenfließen oder sich auch nur kurz berühren.
Die Story, die Charaktere, die Ausdruckskraft einfach nur wunderbar.
Der Sprung ist ein Buch das auf jeden einzelnen passt. Muss nicht jeder, wenn er weiter kommen will im Leben oder etwas ändern will, einen Sprung machen?
Das sagt auch dieses wunderschöne und so treffende Zitat aus:
-Nie wollte sie in den Tod springen. Immer nur ins Leben.-
Ein Buch das zum Nachdenken veranlasst und lange nachklingt.
Für mich ein Highlight in der großen Leselandschaft.

Veröffentlicht am 02.09.2019

Weißes Gold

Ein neues Blau
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Tom Saller hat einen wunderbaren Roman geschaffen.
In zwei Erzählsträngen wird die Geschichte von Lili und der jungen Anja
erzählt. Beide haben etwas gemein. Sie haben jüdische Wurzeln.
Im Mittelpunkt ...

Tom Saller hat einen wunderbaren Roman geschaffen.
In zwei Erzählsträngen wird die Geschichte von Lili und der jungen Anja
erzählt. Beide haben etwas gemein. Sie haben jüdische Wurzeln.
Im Mittelpunkt steht die junge Jüdin Lili, die in den 1920er Jahren als Kindermädchen
bei Günther von Pechmann, dem damaligen Direktor der KPM arbeitet und Porzellanmalerin werden will.
Lilis Kindheit und Jugend wird mit einer eindrucksvollen Leichtigkeit erzählt,
im Hintergrund lauern schon Hitler und der 2. Weltkrieg.
Fünfzig Jahre später lebt Lili wieder in Berlin und blickt auf ihr bewegtes Leben zurück.
Über Lilis Erzählungen bekommt die aufsässige, eigensinnige Anja zutrauen und
öffnet sich langsam.
Ein toll recherchierter Roman mit sehr viel Geschichte der Königlichen Porzellanmanufaktur.
Die Charaktere sind sehr überzeugend dargestellt, ehrlich und auch sehr berührend.
Ein wunderschönes Buch, was ich nur empfehlen kann.

Veröffentlicht am 26.08.2019

Interessante Reise durch die Zeiten

Kastanienjahre
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Klappentext:
Zwei Orte gibt es, die für Elise Heimat bedeuten: Paris, wo sie seit über 20 Jahren
eine kleine Boutique im Montmartre führt;
und Peleroich, das verschlafene Dorf an der mecklenburgischen ...

Klappentext:
Zwei Orte gibt es, die für Elise Heimat bedeuten: Paris, wo sie seit über 20 Jahren
eine kleine Boutique im Montmartre führt;
und Peleroich, das verschlafene Dorf an der mecklenburgischen Ostseeküste.
Hier wächst sie in den 60er Jahren auf, hier lernt sie Henning und Jakob kennen,
die beiden Lieben ihres Lebens. Henning, der Fels in der Brandung,
den sie seit Kindertagen kennt, Jakob, der Frauenschwarm, der Künstler werden will
und wie sie davon träumt, einmal den Eiffelturm zu sehen.
Eine fatale Dreiecksbeziehung voller Geheimnisse - bis Jakob eines Tages spurlos aus
Elises Leben verschwindet.
Als Elise nach vielen Jahren in ihr Heimatdorf zurückkehrt,
taucht sie tief ein in ihre eigene Vergangenheit und in die Geschichte von Peleroich,
wo ihre Eltern sich kurz nach Gründung der DDR kennenlernen…
Anja Baumheier erzählt von einem malerischen Dorf und dem Schicksal seiner Bewohner
zwischen Gründung der DDR, Mauerbau und Nach-Wendezeit.

Fazit:
Ein wunderbar geschriebener Roman mit interessanten, sehr lebensechten Charakteren.
Diese Geschichte spielt in verschiedenen Zeitebenen.
Es wird ein sehr großer Bogen gespannt.
Von der Jetztzeit zurück in die 50er Jahre.
Beginnend im Jahr 2018, immer wieder durch Rückblenden unterbrochen.
Beschrieben wird die Zeit der 50er, 60er Jahre in der noch jungen DDR, bis in die Gegenwart.
Die Alltagserfahrungen und historische Geschehnisse sind mit der Vergangenheit und Gegenwart verwoben.
Ein bedrückendes Kapitel deutsch-deutscher Geschichte wird sehr lebendig.
Richtig flott geschrieben, man fliegt förmlich durch die Zeiten.
Das macht dieses Buch so lebendig und teilweise auch spannend wie einen Krimi.
Gute Unterhaltung ist auch garantiert.
Sehr Lesenswert!

Veröffentlicht am 19.08.2019

Der Haustausch

STILL ALIVE - Sie weiß, wo sie dich findet
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Klappentext:
Ihr Geheimnis kann sie alles kosten ...

Als Libby einen Flyer für einen Haustausch im Briefkasten findet,
kann sie ihr Glück kaum fassen. Denn ihr Mann und sie brauchen dringend eine Auszeit. ...

Klappentext:
Ihr Geheimnis kann sie alles kosten ...

Als Libby einen Flyer für einen Haustausch im Briefkasten findet,
kann sie ihr Glück kaum fassen. Denn ihr Mann und sie brauchen dringend eine Auszeit.
In Cornwall angekommen, sind sie überwältigt von der hochmodernen Villa, die dort einsam über
der Steilküste thront. Doch dann steht nach einem Strandspaziergang die Tür der Villa offen,
obwohl sich Libby sicher ist, sie geschlossen zu haben. Immer häufiger hat sie hat
das Gefühl, dass jemand sie beobachtet. Und Libby weiß, das kann nur eines bedeuten:
Ihre Vergangenheit ist dabei, sie einzuholen.
Und das könnte sie alles kosten …

Fazit:

Die Schreibweise ist wirklich gut. Von Anfang an entwickelt die Geschichte einen Sog, dem man sich schwer entziehen kann.
Die Charaktere sind so lebensecht und alles wird sehr detailliert wiedergeben.
Ein Thriller ohne großartige Gewalt und dabei sehr spannend.
Es geht auch ohne Blutvergießen.
So weit, so gut.
Es ist zwar ein wirklich raffinierter und auch sehr spannungsgeladener Thriller aber die Geschichte selber ist zu sehr konstruiert.
Zu viele Zufälle und immer wieder Wendungen die sehr herbeigeholt wirken.
Das Ende auch sehr enttäuschend.
Gut geschrieben aber mehr auch nicht ... .

Veröffentlicht am 13.08.2019

Die Postkarte

Blutroter Sand
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Text:
Die einsamste Herberge Deutschlands, umgeben von stürmischer Nordsee:
der Leuchtturm »Roter Sand«. Erreichbar ist er nur mit dem Schiff –
und das auch bloß bei gutem Wetter. Zusammen mit ihrer ...

Text:
Die einsamste Herberge Deutschlands, umgeben von stürmischer Nordsee:
der Leuchtturm »Roter Sand«. Erreichbar ist er nur mit dem Schiff –
und das auch bloß bei gutem Wetter. Zusammen mit ihrer Familie will Lisa Holtkamp an diesem wild-romantischen Ort ihren Geburtstag feiern.
Doch schon bald entwickelt sich das Abenteuer zu einem tödlichen Nervenkrieg, der Lisa an ihrem Verstand zweifeln lässt.
Als Hauptkommissar Anton Hayen von der Wasserschutzpolizei ihrem Notruf folgt, bietet sich ihm ein Bild des Grauens ….

Fazit:
Die Autorin hat einen wunderbaren Schreibstil.
Der Plot ist sehr interessant und aktuell.
Ein sehr gut recherchierter Kriminalfall, der bis zum
Schluss alles offen lässt.
Mit Ermittlern, die sehr realistisch dargestellt werden.
Die Charaktere sind gut herausgearbeitet, sowie die Geschichte selbst, welche sich in zwei Handlungen gliedert.
Es sind zwei Erzählstränge, welche am Anfang auf den ersten Blick nichts gemein haben.
Am Ende jedoch löst sich das Ganze auf.
Die Charaktere sind so gut beschrieben, das man das Gefühl hat
selbst vor Ort zu sein.
Ein Krimi, der seine Spannung langsam aufbaut.
Gute Unterhaltung ist garantiert!