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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.05.2025

Als Panem Fan Pflicht

Die Tribute von Panem L. Der Tag bricht an
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Es war ganz klar, dass ich ein weiteres Buch aus der Panem Reihe lesen werde. Und natürlich war bereits kurz nach der Ankündigung im letzten Jahr klar, dass es Haymitchs Spiele sind, die hier zum Thema ...

Es war ganz klar, dass ich ein weiteres Buch aus der Panem Reihe lesen werde. Und natürlich war bereits kurz nach der Ankündigung im letzten Jahr klar, dass es Haymitchs Spiele sind, die hier zum Thema gemacht werden. Als Leserin, die die Panem-Reihe gelesen hat, war mir daher bewusst, wie die Spiele ausgehen. Und dennoch schafft es Suzanne Collins wieder eine Spannung zu erzeugen, die fast bis zum Schluss anhält.

Wieder gibt es sehr emotionale Momente, die mich persönlich aber nicht so sehr berührt haben, wie es zum Beispiel Rue und Finnicks Tode in Hunger Games 1 und 3 taten. Es blieb eine gewissen Distanz. So ging es mir auch mit dem gesamten Buch. Teilweise zogen sich einige Passagen für mich sehr und dann konnte ich es wieder kaum aus der Hand legen. Dennoch ist es wie schon mit dem Vorgänger ' Das Lied von Vogel und Schlange'. Es hat mir Freude bereitet, vor allem weil ich hier viele bekannte Charaktere wieder getroffen habe, aber es hat einen anderen Stellenwert, als die ersten drei Bücher, die ich immer wieder lesen kann und werde.

In einigen Social Reads wurde diskutiert, welcher Charakter seine nächste eigene Geschichte bekommt. Ich bin da für mich ziemlich klar. Es ist genug. Weitere Bände können für mich nicht besser werden. Manchmal ist eine Reihe auch einfach auserzählt.

Dennoch eine Empfehlung, nicht nur für Fans der Reihe und ja, ich fiebere der Verfilmung entgegen.

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Veröffentlicht am 09.05.2025

Frauenfreundschaft über Jahrzehnte und Ozeane hinweg

Freundin bleibst du immer
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Wieder so ein Buch, das mir zeigt, dass ich viel zu wenig über Afrika weiß und im speziellen hier über Nigeria. Ich liebe Bücher, in denen ich in eine andere Gesellschaft, in ein anderes Land, in ein anderes ...

Wieder so ein Buch, das mir zeigt, dass ich viel zu wenig über Afrika weiß und im speziellen hier über Nigeria. Ich liebe Bücher, in denen ich in eine andere Gesellschaft, in ein anderes Land, in ein anderes System eintauchen kann, weil es für mich meinen Horizont dermaßen erweitert und mir zeigt, dass ich ein kleiner Punkt von vielen im Universum bin und vieles andere so viel wichtiger ist. Das soll nicht heißen, dass ich mich selbst nicht wichtig nehme. Es soll nur deutlich machen, wie wichtig das große Ganze ist und das kein Mensch wichtiger ist als ein anderer ist oder sich nicht wichtiger nehmen sollte.

'Freundin bleibst du für immer' führt uns nach Nigeria. Drei Frauen /freundinnen kommen zur Hochzeit der Tochter einer von ihnen nach vielen Jahren wieder zusammen. Alle drei Charaktere der Frauen haben mich sofort vereinnahmt, ich habe sofort einen Zugang zu allen Dreien gefunden und jede einzelne ist mir ans Herz gewachsen.

Tomi Obaro erzählt abwechselnd aus dem Perspektiven der drei Frauen und schaffte es dabei chronologisch vorzugehen. Obwohl sie auch in die Vergangenheiten der drei eintaucht, bleibt immer ein roter Faden durch die Geschichte in der Gegenwart. Das macht es mir als Leserin möglich nie vom Weg abzukommen, nie zu sehr abzuschweifen und trotz Fokus auf eine Frau, alle im Blick zu behalten.

Die Geschichte hat eine Leichtigkeit, obwohl die einzelnen Biografien der drei Protagonistinnen keineswegs immer leicht sind. Kindheit, Jugend, das Kennenlernen im Studium, die weiteren Lebenswege und das langsame Auseinanderdriften. Wege, die viele Freundschaften nehmen. Und dennoch schaffen es die drei irgendwie immer miteinander verbunden zu bleiben. Obwohl sie teilweise auch Ozeane trennen.

Die Hochzeit selber ist der eigentliche Kern dieser Geschichte, um die sich alles herum abspielt und die noch für einige Überraschungen sorgen wird.
Eine Geschichte über Freundschaft, über Traditionen und über Frauen, die sich in ihrem System behaupten. Eine Geschichte, die mich überzeugt hat.

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Veröffentlicht am 06.05.2025

Geschichte eines Verschwindens aus zwei Perspektiven erzählt

Beeren pflücken
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Ein Kind verschwindet und außer der eigenen Familie scheint es niemanden zu kümmern. Tiefer kann Rassendiskriminierung kaum greifen. Denn so geschieht es als die kleine Ruth verschwindet. Ihre Familie ...

Ein Kind verschwindet und außer der eigenen Familie scheint es niemanden zu kümmern. Tiefer kann Rassendiskriminierung kaum greifen. Denn so geschieht es als die kleine Ruth verschwindet. Ihre Familie gehört zu den Mi'kmaqs, die in Novia Scotia (Kanada) beheimatet sind und zum Arbeiten nach Maine (USA) kommen. Sie werden geduldet, weil die Arbeitskraft benötigt wird, aber ein Interesse an Integration gibt es nicht.
Die Geschichte beginnt in den 60er Jahren, aber auch die kommenden Jahrzehnte bringe keine wirkliche Verbesserung.

Die Spannung des Buches besteht nicht darin, was mit Ruth passiert ist, denn das wird schon sehr schnell klar, sondern, wie die Leben zweier Menschen verlaufen und der Hoffnung, ob sie sich wiedersehen.

Erzählt wird abwechselnd aus Sicht von Joe, dem jüngsten Sohn der Familie und älteren Bruder von Ruthie und aus Sicht von Norma und - Achtung Spoiler - die eigentlich Ruthie ist.

Obwohl es teilweise schwer auszuhalten war, könnte ich nicht aufhören zu lesen. Ich habe mit Joe mitgelitten. Er war selbst noch ein Kind, als seine Schwester, ohne Spuren zu hinterlassen, von einem Moment auf den nächsten verschwand. Aber diese Tatsache und die (unnötige) Schuld, die er sich selbst aufgeladen hat, beeinflussen sein halbes Leben. Weitere Schicksalsschläge und Verzweiflungstaten lassen ihn ausbrechen und alles hinter sich zu lassen, was ihm lieb ist. Während wir ihn auf seinem Roadtrip begleiten, lernen wir Norma kennen, die oft so nah an der eigenen Wahrheit ist und dann doch daran vorbei schlittert. Ein Leben voller Entbehrungen, von denen sie vielleicht etwas ahnt, das aber lange, lange Zeit unentdeckt bleibt.

Amanda Peters schafft es mich immer wieder verzweifeln zu lassen, aber dennoch die Hoffnung zu schüren, dass eines Tages alles gut wird. Der Roman hat mich so gefesselt, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen wollte und das ist eines dieser Bücher, dass das Fernweh entfacht. Ich habe wieder große Lust auf Kanada. Ich möchte nach Nova Scotia, möchte die Badlands und Grassland sehen und vielleicht in Maine Beeren pflücken.

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Veröffentlicht am 01.05.2025

Zu viele Themen für ein Buch

Swift River
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Zurück in die 80er und rein in die Sundown Towns. Den Begriff kannte ich bisher nicht, den Fakt aber schon. Gemeinden in den USA, in denen die Bevölkerung vorwiegend weiß sind und die afroamerikanische ...

Zurück in die 80er und rein in die Sundown Towns. Den Begriff kannte ich bisher nicht, den Fakt aber schon. Gemeinden in den USA, in denen die Bevölkerung vorwiegend weiß sind und die afroamerikanische Bevölkerung durch Bedrohungen, Anfeindungen, Restriktionen nach und nach vertrieben werden. Der Begriff Sundown Towns ist in Anlehnung daran entstanden, dass sich Schwarze nach Sonnenuntergang nicht mehr draußen aufhalten sollten.

Swift River ist einer dieser Städte. Dort wächst Diamond auf. Mit weißer Mutter und schwarzem Vater. Pop, der Vater, verschwindet 1980 spurlos. Aus zwei Zeitperspektiven berichtet Diamond zum einen über die Zeit vor dem Verschwinden, sowie soeben Jahre später.

Dazu kommen Briefe von einer Tante und einer Großtante. Letztere schreibt um 1915, also viele viele Jahre zuvor.

Diamond ist 17 und noch dabei, ihren Platz in der Welt zu finden, was ihr in der rassistisch geprägten Umgebung sehr schwer gemacht wird. Ihre Mutter ist noch viel mit sich selbst beschäftigt und findet gar keinen Raum wirklich für Diamond da zu sein.
Diamond als Außenstehende zu betrachten ist teilweise kaum aushaltbar und man möchte die Leute anschreien und schütteln: Seht ihr nicht, was ihr dieser jungen Seele antut?

Die Frage um Pops Verschwinden zieht sich lange durch das Buch und am Ende gibt es zwar nicht DIE Auflösung aber ein nach und nach Verstehen. Teilweise etwas träge, wie ein heißer, schwüler Sommertag kommt das Buch daher. Ich konnte mich gut in die Zeit einfühlen, hatte Kulissen und Outfits vor Augen. Essie Chambers schreibt ruhig aber bildstark.

Ein Roman, der vielleicht nicht wachrüttelt, aber mich zum recherchieren anregt. Ich bin dankbar dass Essie Chambers im Nachwort eine kurze Erklärung und Einordnung liefert.

Kein Spannungsroman im klassischen Sinne und auch kein typischer Coming-of-age Roman. Irgendwas dazwischen und vielleicht gerade deshalb gut zu lesen.

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Veröffentlicht am 01.05.2025

Sind Traumata vererbbar?

Zuhause ist das Wetter unzuverlässig
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Eine namenlose Frau beschließt eine Auszeit zu nehmen. Klingt erst einmal harmlos. Doch eigentlich ist die Auszeit ein Countdown. Es bleibt unausgesprochen, aber die Erzählerin setzt sich eine Frist von ...

Eine namenlose Frau beschließt eine Auszeit zu nehmen. Klingt erst einmal harmlos. Doch eigentlich ist die Auszeit ein Countdown. Es bleibt unausgesprochen, aber die Erzählerin setzt sich eine Frist von sechs Monaten. Danach will sie ihrem Leben ein Ende setzen. In dieser Zeit schreibt sie in unregelmäßigen Abständen Tagebuch. Sie schreibt auf, was sie erlebt und wen sie kennenlernt und zwischendurch erwähnt sie berühmte weibliche Persönlichkeiten, deren Todestag und die Art des jeweiligen Suizids.

Zwischen den Tagebucheinträgen wird die Geschichte ihrer Familie mütterlicher- und väterlicherseits erzählt. Der Fokus liegt auf den Frauen und beginnt Anfang des 20. Jahrhunderts mit der Urgroßmutter. Die Frauen verbindet das Leid. Gefangen jeweils in ihrer Zeit, von weiblicher Selbstbestimmung noch weit entfernt, macht jede ihre eigenen, individuellen oft negativen Erfahrungen. Die Eine findet keinen Ausweg, die eine resigniert irgendwann. Alle versuchen sich zu behaupten, versuchen ihren Weg zu gehen, der mit Steinen gepflastert ist.

Mir als Leserin haben vor allem diese Abschnitte des Buches besonders gefallen. Man taucht ein, in die verschiedenen geschichtlichen Epochen und die besonderen Herausforderungen, denen sich Frauen zu stellen hatten. Die Vermutungen bewahrheiten sich, wer sie Eltern der Protagonistin sind und welche Bürden sie ihr mitgegeben haben.

Die große Frage, ob Familientraumata vererbt werden, scheint in diesem Buch ihre Bestätigung zu finden. Es ist eine interessante Frage, die viel Raum für Diskussionen und Kontroversen bietet. Ich selbst finde, dass es keine klare Antwort geben kann. Bis in die Gegenwart nehmen Männer einen Raum ein, der nicht immer gerechtfertigt ist und der mich ratlos zurück lässt, weil Entscheidungen durch sie so beeinflussbar sind. Und um nicht zu spoilern, lasse ich offen, was nach Fristende geschieht. Nur soviel, überrascht hat es mich nicht.

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