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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.03.2022

Spannend und undurchsichtig - Toller Thriller auf hohem Niveau

Jigsaw Man - Der tote Priester
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„Jigsaw Man – Der tote Priester“ ist der zweite Band einer höchst spannenden Reihe der Autorin Nadine Matheson. Die größte Kritik an diesem ansonsten tollen Thriller muss ich leider gleich am Titel üben. ...

„Jigsaw Man – Der tote Priester“ ist der zweite Band einer höchst spannenden Reihe der Autorin Nadine Matheson. Die größte Kritik an diesem ansonsten tollen Thriller muss ich leider gleich am Titel üben. Denn im Buch kommt weder der Jigsaw Man (welchen wir ja bereits im ersten Band kennengelernt haben) noch ein Priester vor. Denn beim ersten Opfer handelt es sich „nur“ um den Pastor einer freikirchlichen Gemeinde, weswegen die Bezeichnung einfach nicht passt. Ansonsten gefiel mir das Buch aber super. Das Wiedersehen mit all den bekannten Ermittler:innen hat einfach nur Spaß gemacht und auch das Thema hat es in sich. Man kann diesen Band zwar auch gut ohne Vorwissen lesen, um allerdings die Dynamik im Team voll umfänglich verstehen zu können, würde ich empfehlen mit dem ersten Band in die Reihe zu starten. Es lohnt sich wirklich, denn auch hier konnte die Autorin ihr hohes Niveau halten. Der Schreibstil liest sich fesselnd und ließ mich nur so durch die Seiten fliegen. Die Handlung ist äußerst spannend und bis zuletzt nahezu undurchschaubar. Da es nicht nur einen Fall gibt, teilen sich die Ermittler:innen immer wieder auf und sorgen auch so für Abwechslung. Neben der informativen und authentischen Ermittlungsarbeit, erfährt man auch wieder einiges Privates, vor allem aus dem Leben von DI Anjelica Henley. So fühlt man sich dem Team noch verbundener. Gerade was die Tatorte, insbesondere der Leichen betrifft, benötigt man als Leser:in allerdings gute Nerven. Die Beschreibungen sind äußerst detailliert und für meinen Geschmack etwas zu unappetitlich. Auch sonst ist der Thriller durch seine Themen nichts für schwache Nerven. Im Gesamtpaket konnte er mich durchaus überzeugen, denn neben den gewaltvollen Szenen, ist die Handlung psychologisch durchdacht und packend. Deswegen gibt es von mir volle 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 05.03.2022

Surreale aber spannende Geschichte mit einem vielfältigen Genremix

Der Fluch des Hechts
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Hinter toll gestalteten Cover von „Der Fluch des Hechts“ des Autoren Juhani Karila verbirgt sich eine wirklich einzigartige Geschichte. Diese spielt in der Heimat des Autoren nämlich in Lappland in Finnland. ...

Hinter toll gestalteten Cover von „Der Fluch des Hechts“ des Autoren Juhani Karila verbirgt sich eine wirklich einzigartige Geschichte. Diese spielt in der Heimat des Autoren nämlich in Lappland in Finnland. Einem einzigen Genre lässt sich die Geschichte dabei nicht zuordnen, für mich war es eine gelungene Mischung aus Roman, Fantasy, Mythologie bzw. Folklore und sogar ein wenig Krimistimmung kam auf. So entsteht ein einzigartiges Leseerlebnis, welche mich total in seinen Bann ziehen konnte. Wem das Surreale und Magische so gar nicht liegt, wird an diesem Buch keine Freude haben. Wer sich aber auf diese besondere Geschichte einlassen mag, wird auf jeden Fall positiv überrascht so wie ich. Alle Protagonist:innen waren toll ausgearbeitet und besonders Elina und die Polizistin Janatuinen mochte ich besonders gerne. Überall im Buch begegnen einem sagenhafte Wesen und besondere Gestalten so das man sich stellenweise wie in einer Fantasiewelt fühlt. An sich ist die Geschichte aber so greifbar und detailliert erzählt, dass sie gleichermaßen real erscheint. Für die Einwohner des kleinen Ortes sind die mystischen Wesen völlig normal, nur Polizistin Janatuinen kommt aus dem Süden und staunt genau wie wir Leser:innen über die besonderen Begegnungen.

Orientiert an echten finnischen Sagen und Märchen, entwickelt der Autor seine ganz eigenen Mythen und Gestalten. Außerdem zeigt er gekonnt wie örtliche Legenden entstehen können. Im Original ist das Buch in einem finnischen Dialekt geschrieben, da dieser sich nur schwer übersetzen lässt, wurde für die deutsche Fassung ein ganz eigener künstlicher Dialekt erschaffen. Dieser ist eine Mischung aus unterschiedlichen deutschen Dialekten und konnte mich ehrlich gesagt nicht ganz überzeugen. Außerdem ist er mein einziger Kritikpunkt am Schreibstil, da der Lesefluss gerade zu Beginn des Buchs doch sehr ausgebremst wird. Nachdem ich mich etwas an den übermäßigen Gebrauch gewöhnt hatte, las sich der Text dann auch flüssiger. In der Gesamtbewertung gibt es von mir aufgrund des künstlichen Dialekts einen Stern Abzug. Inhaltlich konnte mich die verrückte Geschichte mit ihren einzigartigen Weisheiten und liebenswerten Charakteren jedoch voll überzeugen, so dass ich dennoch eine Leseempfehlung geben mag.

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Veröffentlicht am 02.03.2022

Sprachlich gewöhnungsbedürftig, inhaltlich hoch aktuell und interessant

Ey hör mal!
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Beim Jungendbuch „Ey hör mal!“ des Autoren Gulraiz Sharif ist der Titel Programm. Denn genau so offen, direkt und mit viel Slang spricht Protagonist Mahmoud uns Leser:innen an. Dieser doch sehr besondere ...

Beim Jungendbuch „Ey hör mal!“ des Autoren Gulraiz Sharif ist der Titel Programm. Denn genau so offen, direkt und mit viel Slang spricht Protagonist Mahmoud uns Leser:innen an. Dieser doch sehr besondere Schreibstil ist durchaus gewöhnungsbedürftig und machte mir den Einstieg ins Buch zunächst einmal schwer. Im Verlauf der Handlung las sich die Geschichte zum Glück aber zunehmend flüssiger. Auch wenn Mahmoud sich gerne weniger jugendsprachlich und rotzig hätte ausdrücken können, gefiel er mir als Protagonist doch richtig gut. Durch seine unerschütterliche Art, seine Coolness und Toleranz gibt er der Geschichte, rund um seinen kleinen Bruder Ali, eine ganz besondere Note. Denn als Ali entdeckt, dass er innerlich eigentlich schon immer ein Mädchen ist, wirft das die ganze Familie und ihre Weltanschauung gehörig durcheinander. Das Thema Transsexualität steht allerdings nicht alleine im Mittelpunkt der Erzählung. Denn Mahmoud zeigt außerdem sehr treffend alltäglichen Rassismus und Benachteiligungen, mit welchen er zu kämpfen hat, auf. Durch seinen frisch aus Pakistan angereisten Onkel, erleben wir außerdem einen regelrechten Kulturschock, als die Beiden Oslos Innenstadt erkunden. So wirbt das Buch auch für kulturelle Vielfältigkeit, wobei keiner der Protagonisten vor eigenen Vorurteilen gefeit ist. Weniger gut gefiel mir die Verharmlosung von häuslicher Gewalt und Armut. Trotz der Kritikpunkte verbirgt sich hinter "Ey hör mal!" eine mutmachende Geschichte, welche mir gut gefiel. Sprachlich würde ich das Buch allerdings eher Jugendlichen empfehlen, welche sich mit dem Lesen des Schreibstils hoffentlich leichter tun als ich.

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Veröffentlicht am 02.03.2022

Interessante Einblicke ins vorkriegszeitliche Krakau

Das verschlossene Zimmer
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Ein wenig schwer fällt mir die Bewertung des Romans „Das verschlossene Zimmer“ von Rachel Givney schon. Denn das Buch entwickelte sich inhaltlich ganz anders als ich erwartet hatte und auch als der Klappentext ...

Ein wenig schwer fällt mir die Bewertung des Romans „Das verschlossene Zimmer“ von Rachel Givney schon. Denn das Buch entwickelte sich inhaltlich ganz anders als ich erwartet hatte und auch als der Klappentext verspricht. Zunächst einmal gefiel mir das Setting sehr gut. Krakau in Polen ist ein interessanter Handlungsort und auch der Zeitpunkt 1939, kurz bevor das Land besetzt wird, ist wirklich spannend gewählt. Gekonnt fängt die Autorin unterschiedliche Stimmungen und auch politische Denkweisen der Bürger:innen ein. Der hauptsächliche Fokus war dann aber doch anders als ursprünglich gedacht. Statt einer tiefgründigen Familiengeschichte, war die Handlung eine bunte Mischung aus verschiedensten Themen, wobei auch eine Liebesgeschichte recht viel Raum einnahm. Für meinen Geschmack hätte die Handlung inhaltlich fokussierter sein müssen, denn so hatte ich das Gefühl das Vieles angeschnitten, aber nicht alles zu Ende erzählt wurde. Ein weiterer großer Minuspunkt war für mich die Distanziertheit der Protagonist:innen. Emotional konnte mich die Erzählung, trotz der Dramatik nicht erreichen. Die Protagonist:innen blieben mir, bis auf wenige Nebenfiguren, bis zum Ende des Buchs fremd. Dies lag vor allem an ihrem oft wenig nachvollziehbarem Handeln. Marie ist zwar sympathisch, verhält sich aber obwohl sie eigentlich so intelligent ist, immer wieder wie ein dummes kleines Mädchen und verschließt ihren Blick vor den Problemen ihrer Zeit. Auch der Figur des Vaters fehlte es an Authentizität.

Der Schreibstil liest sich hingegen flüssig und sorgt dafür das man schnell durch die Geschichte kommt. Einige Ausdrücke, Beschreibungen und Formulierungen klingen in der heutigen Zeit zwar merkwürdig, passen aber durchaus in die historische Geschichte. Außerdem bietet das Buch inhaltlich interessante Einblicke in das gesellschaftliche Leben in Polen, sowie in die jüdische Glaubenspraxis. Diese detaillierten Szenen werteten die Handlung wirklich auf. Das überaus überraschende Ende konnte meine Meinung zum Buch, außerdem nochmals verbessern. Mit der darin enthaltenen Wendung hatte ich in der Tat überhaupt nicht gerechnet, wobei die Geschehnisse tatsächlich Sinn ergeben. Allerdings bleibt immer noch Einiges unerklärt, so dass man durchaus von einem offenen Ende sprechen kann. Alles in allem fällt mein Fazit also gemischt aus. Obwohl mich die Charaktere immer wieder zum Kopfschütteln gebracht haben, habe ich die Geschichte dennoch gerne gelesen. Deswegen vergebe ich 3 ½ Sterne.

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Veröffentlicht am 26.02.2022

Vielseitiges Backbuch für Einsteiger

Selber backen statt kaufen
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Das Buch „Selber Backen statt kaufen“ von smarticular hat sich ein hehres Ziel gesetzt, selber machen, statt fertig kaufen. Dafür hält es unterschiedliche Rezepte für Brot, Brötchen, Kuchen, Gebäck, Kekse, ...

Das Buch „Selber Backen statt kaufen“ von smarticular hat sich ein hehres Ziel gesetzt, selber machen, statt fertig kaufen. Dafür hält es unterschiedliche Rezepte für Brot, Brötchen, Kuchen, Gebäck, Kekse, aber auch herzhafte Knabbereien und Gerichten aus dem Backofen bereit. Alle Rezepte sind auch für die vegane und glutenfreie Küche geeignet, denn gleich zu Beginn des Buchs, wird erklärt wie man herkömmliche Zutaten ersetzen kann. Übersichtlich und interessant wird hier Grundwissen, über unterschiedliche Mehle und vielfältige Möglichkeiten z.B. ein Ei zu ersetzen, vermittelt. Mich persönlich konnten vor allem die Brot und Brötchen Rezepte begeistern. Endlich habe ich mich an einen eigenen Sauerteig herangetraut. Durch die einfache aber gelungene Beschreibung, nimmt das Buch ganz locker eventuelle Hemmungen und macht einfach Lust aufs Ausprobieren. Die weiteren Kapiteln, besonders was Kuchen und Süßes betrifft, hielten für mich nur wenig Neues bereit. Wer noch kein Backbuch besitzt, erhält hier eine gute Grundlagensammlung, für geübte Bäcker:innen lohnt sich die Anschaffung nicht unbedingt. Gut gefielen mir die ansprechenden Fotos, welche jedes Rezept perfekt ergänzen. Auch die Zubereitungsanweisungen sind verständlich und übersichtlich formuliert. Einen Stern Abzug gibt es für die vielen altbekannten Rezepte, der Rest konnte mich aber überzeugen. Deswegen vergebe ich gute 4 Sterne und eine Empfehlung vor allem für Backneulinge.

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